Verflixter Milchling *PIC*

interhias ⌂, (vor 4913 Tagen)

Hallo zusammen,

im vergangenen Herbst habe ich im Bergnadelwald einen kleinen gelben Milchling mit schleimigem Hut und milder weißer Milch gefunden, den ich nicht rauskriege. Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen?

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Kriege ich weder mit FN noch mit den Monografien (Basso, Heilmann-Clausen) geschlüsselt. Man landet irgendwo bei den Zonarii, die aber normalerweise eine Ixocutis und keine so riesigen Zystiden besitzen.

Beschreibung und Funddaten:
Funddaten: 16.09.2012; Fundort: MTB 8337-2-1-4, 1180 m; D-By-Geitau, am Wanderweg zur Aiplspitze, Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Feldahorn) auf Hauptdolomit und quartärem Hang- und Verwitterungsschutt, an grasiger Stelle auf einer Waldweide, bei Fichte und (weiter entfernt) Tanne; gesellig (3 Fk);

Hut: 2,2-3,3 cm breit, flach gewölbt, Rand lange eingerollt, Oberfläche schleimig und klebrig, praktisch ungezont, Hutrand feinst flaumig, aber nicht haarig;
Stiel: bis 2,5 x 0,9 cm, basal verjüngt und ausspitzend, frisch klebrig und schleimig, hutfarben oder etwas heller, völlig ohne Gruben bzw. diese nur angedeutet;
Lamellen: herablaufend, gedrängt, cremefarben; bei Verletzung minimal violettlich fleckend;
Fleisch: cremefarben (Stielmitte hohl), unveränderlich;
Milch: weiß, sehr spärlich beim größten, reichlich beim kleinsten Fk, an der Luft unveränderlich, cremebeige eintrocknend, mild, etwas adstringierend;
Geruch: unauffällig;
Geschmack: Fleisch beim kleinsten Fk pikant, aber nicht scharf, beim größten nahezu völlig mild;
Sporenpulver: reinweiß bis cremeweiß;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
HDS: Ixotrichoderm, ca. 200 µm dick, Zellen aufsteigend, stark gelifiziert, in der obersten Lage oft mit intrazellulär gelb pigmentierten, fast büscheligen, aufgerichteten Endzellen, diese zylindrisch, ca. 3-4 µm breit und mit abgerundetem Apex, bisw. mit kristallartigen Auflagerungen (keine typischen Inkrustationen);
Cheilomakrozystiden: sehr zahlreich, schmal fusoid, Apex spitz und oft doppelt zipfelig eingeschnürt, ca. 52-85 x 7-10;
Pleuromakrozystiden: wie die Cheilos, ca. 75-100 x 8-12;
Basidien: 4-sporig, ca. 38-45 x 9-10;
Sporen: breit ellipsoid; Ornament aus einzelnen, meist verlängerten Warzen und oft sehr langen Graten, Maschen nur ganz sporadisch, Grate oft recht schütter angeordnet, selten zebramusterartig, ca. 0,5 µ hoch; Maße: 7,5 x 6,1 (6-9 x 5-7), Q=1,22 (1,08-1,42);

HDS:
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Makrozystiden:
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Sporen:
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Beste Grüße
Hias

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Re: Verflixter Milchling

Helmut, (vor 4913 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

recht spontan frage ich mich, was denn gegen L. aspideus oder flavidus spricht - außer der nur schwachen Lilafärbung?

Gruß

Helmut

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Re: Verflixter Milchling

Stephan Weißer, (vor 4913 Tagen) @ interhias

Der passt wirklich in kein Schema. Ob man zu einem Pilz, der auch nicht ein kleines bisschen violett verfärbt, Lactarius aspideus sagen darf, kann ich mangels tiefem Lactarius-Verständnis nicht beurteilen. Vielleicht hast du ja wirklich was Neues, ist immerhin ein recht abgelegener Standort.

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Oh, sorry, zu ungenau gelesen!

Stephan Weißer, (vor 4913 Tagen) @ Stephan Weißer

Hias schrieb ja etwas von einer leichten Violettverfärbung. Dann muss es ein Uvidi sein. In Heilmann-Clausen wird eine ganze Reihe gelber Uvidi neben L. flavidus, aspideus und repraesentaneus angeboten:
- L. flavidus ss. Korhonen, nordischer Birkenbegleiter mit fast glattem Hutrand, Sporenornament unvollständig netzig, aber nirgendwo zebriert (L. aspideus teilweise zebriert!), Milch auf Papier unveränderlich
- L. salicis-reticulatae, alpiner Weidenbegleiter, ziemlich große Sporen (10,5 x 9 My), Hutfarbe trüb ockergelb
- L. salicis-herbaceae, alpiner Weidenbegleiter, von der es heißt: Hutrand minimal filzig bei jungen Exemplaren, was man mit der Lupe untersuchen müsse, außerdem: "The variety immutabilis Kühner 1975 is characterized very scarce milk (wenig Milch) and unchanging flesh (nicht umfärbendes Fleisch)"

M. E. landet man durchaus bei L. salicis-herbaceae.

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Aspideini

interhias ⌂, (vor 4912 Tagen) @ Stephan Weißer

Servus Helmut und Stefan,

danke für eure Anregungen! Ich denke auch, dass die Pilze am ehesten in die Untersektion Aspideini passen, obwohl die Verfärbung nur ganz schwach und nur an den Lamellen auftrat. Es ist ja nicht auszuschließen, dass ich irgendwo eine Weide übersehen habe.

Auf eine Art lege ich mich aber lieber nicht fest - so richtig überzeugend passt keine Beschreibung. Die Sporen sind recht klein, die HDS sehr dick, die Farben recht knallig gelb, und der Standort im Fichten-Tannen-Buchenwald auf knapp 1200 m spricht nicht gerade für die alpinen Arten. Der Wald dort oben ist ein Phlegmacium-Hotspot und außerdem mit Scrobicolati gepflastert. So kleine knallgelbe Milchling habe ich dort und überhaupt zum ersten Mal gesehen.

Beste Grüße
Hias