Rote Lamellenschneiden bei Russula olivacea *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4793 Tagen)

Hallo miteinander!

Am Mittwoch waren mir beim Pilze-Angucken im Wald diese beiden Rotstieligen Ledertäublinge aufgefallen: bei dem Einen (schon gut vermadet, aber absolut fest) eine krasse Weinrotfärbung an den Lamellenschneiden, beim Anderen (ohne Maden, auch fest) nur leichte Rosafärbung und das nicht überall. Im Mikro sieht der Lamellenschnitt im roten Bereich einfach nur rosa aus, keine andere Struktur, keine Pigmente zu sehen.

Sicher sind die Beiden schon gut reif und beginnen zu trocknen, aber mir ist diese Verfärbung an den Lamellen bisher nie aufgefallen.

Kennt Ihr das bei R. olivacea auch so?

Viele Grüße - Rika

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Re: Rote Lamellenschneiden bei Russula olivacea

interhias ⌂, (vor 4792 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

ja, der Rotstielige Ledertäubling hat diese Tendenz. Meist sind die Schneiden aber nur am Hutrand eingefärbt. Neben der eigenartigen konzentrischen Runzelung (am Linken Fruchtkörper bei deinen Fotos zu sehen) der Huthaut ist das ein Hinweis auf die Art, wenn sie mal keinen roten Stiel hat oder auch einen gelben oder grünen Hut.

Beste Grüße
Hias

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Re: Und noch drei Russula... *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4792 Tagen) @ interhias

Hallo Rika,
ja, der Rotstielige Ledertäubling hat diese Tendenz. Meist sind die Schneiden
aber nur am Hutrand eingefärbt. Neben der eigenartigen konzentrischen
Runzelung (am Linken Fruchtkörper bei deinen Fotos zu sehen) der Huthaut
ist das ein Hinweis auf die Art, wenn sie mal keinen roten Stiel hat oder
auch einen gelben oder grünen Hut.
Beste Grüße
Hias

Hallo Hias,

vielen Dank für Deine Antwort und vor allem den Erkennungshinweis! Ohne den roten Stiel würde ich mich schon verd... schwer tun, um auf R. olivacea zu kommen. Aber diese beiden Exemplare hatte ja einen extrem roten Stiel ... dieser Farbüberschuss ist gleich noch bis in die Lamellen vorgedrungen.

Am 27.8.13 fand ich bei einem schnellen abendlichen Rundgang in einem lockeren Mischwald (Buche, Eiche, Birke, Espe, Kiefer, Lärche, Fichte...) drei Täublinge, von denen ich auch nur den Zedernholz-Täubling (R. badia = friesii) am typischen Geschmack und dem dunkelrot glänzenden Hut benennen konnte. Die beiden Anderen waren erstaunlicherweise mild im Gechmack, beide hatten brüchige, recht weiße Lamellen - sind mir dann aber aus Zeitmangel im Kühlschrank vergammelt. Der Sporenabwurf war so minimal, dass ich keine Farbe bestimmen konnte. Naja ... ich weiß schon ... aber vielleicht hast Du ja noch einen genialen Russula-Bestimmungstipp auf Lager?!

Viele Grüße - Rika

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Re: Und noch drei Russula...

Stephan Weißer, (vor 4791 Tagen) @ UmUlmHerum

Bin zwar nicht Hias, aber ich rate bei dem hellgrüngelben R. violeipes und bei dem violettgrünen R. cyanoxantha und vertraue dabei der Angabe nicht, dass dessen Blätter brüchig waren.

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Re: Und noch drei Russula...

Gábor, (vor 4791 Tagen) @ Stephan Weißer

Mit R. violeipes und auch R. cyanoxantha gehe ich mit...

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Re: Und noch drei Russula...

UmUlmHerum, (vor 4791 Tagen) @ Stephan Weißer

Bin zwar nicht Hias, aber ich rate bei dem hellgrüngelben R. violeipes und
bei dem violettgrünen R. cyanoxantha und vertraue dabei der Angabe nicht,
dass dessen Blätter brüchig waren.

Hallo Stephan,

danke fürs Mitraten!

Der Violette ist mit Sicherheit kein Frauen-Täubling, weil
- er garantiert keine so elastischen Lamellen hatte
- die ganze Gruppe einen max. Hut-Ø von 6 cm hatte
- die konzentrischen Ringe nicht passen
Aber von diesen kleinen, violetten Täublingen gibt es ja einen ganzen Stall voll..

Der Olivgrünbeige hatte kein Violett am Stiel, was aber nicht unbedingt was heißen muss. ??

So, jetzt wird´s spannend: ich habe nämlich soeben nach den Sporenabwürfen gefahndet und bin tatsächlich noch fündig geworden. Für die Bestimmung der Farbe hat es nicht, aber für´s Mikro doch gereicht. Bitte berücksichtigt bei meinen folgenden Aussagen, dass ich am Mikro totale Anfängerin bin! Und noch nicht vernünftig messen (nur Schätzungen mittels Messobjektträger) und nicht fotografieren kann.

Der olivgrünbeige Täubling (1) hat kreisrunde Sporen, grobwarzig mit dicken Graten verbunden.

Die lila-gezonte Täubling (2) hat rundlich-ovale Sporen, isoliert grobwarzig ohne Netz/Grate.

Die Sporen von (1) haben den Ø wie die längere Achse der ovalen Sporen von (2).

Wo sind die Russula-Detektive??

Viele Grüße - Rika

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Re: Und noch drei Russula...

Joschi Siembida ⌂, (vor 4791 Tagen) @ Gábor

Hallo Zusammen,

also absoluter Russula Laie hätte ich den Linken auch erst mal als R. violeipes angesprochen. Beim Rest halte ich besser meine Klappe.

Gruß Joschi

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Re: Und noch drei Russula...

Stephan Weißer, (vor 4791 Tagen) @ UmUlmHerum

Der Violette ist mit Sicherheit kein Frauen-Täubling, weil
- er garantiert keine so elastischen Lamellen hatte
- die ganze Gruppe einen max. Hut-Ø von 6 cm hatte
- die konzentrischen Ringe nicht passen
Aber von diesen kleinen, violetten Täublingen gibt es ja einen ganzen Stall
voll..

z. B. R. ionochlora oder R. grisea. Beide haben helle Lamellen und isoliertwarzige Sporen.

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Re: Und noch drei Russula...

Gábor, (vor 4790 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Rika,

eventuell reichen auch diese beiden Links hier:
Beitrag 167716
Beitrag 167597

Beim letzteren sogar mit Daumenkino-Effekt.
Und Du musst dafür noch nicht mal dieses schöne Forum hier verlassen :-))

LG, Gábor

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Re: Und noch drei Russula...

Gábor, (vor 4790 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

irgendwie war gerade ein Fehler in der Matrix...

Hier habe ich was dazu geschrieben:
Beitrag 235989

LG, Gábor

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Re: Vielen Dank...(+ Mikro-Frage)

UmUlmHerum, (vor 4790 Tagen) @ UmUlmHerum

...an Euch Russula-Detektive für die vielen Infos in Wort und Bild!!

Nach den schönen Sporenbildern in Euren verschiedenen links und auch den Makro-Fotos im p.eu-Forum denke ich, der Olivgrüngelbe könnte durchaus R. violeipes - Pfirsich-Täubling sein. Geruchsmäßig habe ich noch was obstiges in Erinnerung. Beim nächsten Fund wird ausgiebig daran geschnüffelt!

Allerdings weiß ich nicht, ob es noch andere Russula mit dieser Sporengröße und -form sowie so einem gratig-netzigen Ornament gibt?! Auf meinen Sporen fand ich ein bisschen weniger Netz / weniger Grate als auf den Vergleichsbildern - ich hatte die Sporen nur 2-3 sec. in Melzer gebadet und dann gleich mit Wasser verdünt.

Die Mikro-Frage(n):
Wie erkenne bzw. unterscheide ich Apiculus - Keimporus? Was ist das für ein Bereich an der Spore, wo das Ornament fehlt? Ist ein "Schnörpfel" am (Längs-)Pol der Spore immer der Apiculus?

Den kleinen, gezonten Violetten lege ich ungelöst ad acta... R. ionochlora waren bei mir immer große Täublinge (Jesko hatte mir letztes Jahr 2x bei der Bestimmung geholfen).

Viele Grüße - Rika

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Re: Vielen Dank...(+ Mikro-Frage)

phragmobasidie, (vor 4790 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

der gelbe wirkt schon sehr wie violeipes.
1. Vergiss bei dieser Art eventuell fehlendes Violett am Stiel als sicheres Merkmal - wenn es da ist, ist es ein schönes Indiz
2. der Geruch, naja, die Art riecht eigentlich selten nach Krabbe find ich... kann vielleicht sein, wenn man sie länger liegen lässt

also, dieses namensgebende Merkmal (violeipes) und das oft betonte Merkmal (fischiger Geruch)
fehlen beim Aufsammeln oft bis zumeist, das ist einfach irreführend.
Trotzdem ist die Art gut zu erahnen bzw. mit etwas Erfahrung dann meist eindeutig zu erkennen: meist "zitronenschwefelgelb",
stark verjüngender Stiel, fest im Hut und (wenn nicht nass) samtige Haut, daher auch ein deutscher Name "Pfirsich-Täubling".
Dieses samtige der Huthaut schlägt sich auch mikroskopisch nieder: wenn man ein ganz gutes Präparat der Huthaut hinkriegt,
sieht man sehr markante Haare. Wenn es zu den eben genannten Merkmalen einen violetten Stiel gibt - um so besser.
Die Sporen sind sicher nicht einzigartig in der Russula-Welt, aber man kann sie in dem Fall mal überprüfen,
ob alles passt. Wenn typisch -> keine kritische Russula, lässt sich mit einiger Erfahrung in den allermeisten Fällen
makroskopisch ansprechen.

Beste Grüße
Robin

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Re: Vielen Dank...(+ Mikro-Frage)

Gábor, (vor 4789 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

persönlich finde ich auch, dass R. violeipes zu der übersichtlichen Schar von Täublingen gehört, die man normalerweise auch recht gut aus der Hand bestimmen kann.

Wie Robin schon schrob, ist der violette Stiel und auch der Krabbengeruch als typisches Merkmal eher irreführend.
Ich denke nämlich, dass die allermeisten sich schlichtweg rein garnichts unter Krabbengeruch vorstellen, geschweige denn diesen dann auch noch von irgendwelchen anderen Meerestiergerüchen unterscheiden.
Sie haben frisch aber dennoch einen recht markanten Geruch - ich nenne das den Violeipesgeruch :-)

Mann sollte einfach mal ein Paar von diesen Pilzen in der Hand gehabt haben.
Dann fällt einem neben den leicht bereiften Frkp. und dem rel. festen Fleisch auch noch auf, dass die Hände anschließend immer etwas klebrig bleiben, wie von einer Wachskerze.

LG, Gábor

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Re: Vielen Dank...(+ Mikro-Frage)

UmUlmHerum, (vor 4789 Tagen) @ Gábor

Hallo Gábor und alle anderen!

Dieser Pfirsich-Täubling ist bei mir nicht gerade häufig. Ich hatte ihn da Ende August das erste Mal (bewußt?) in der Hand - bei Nieselregen, weswegen ich von der Pfirsichhaut nicht viel mitbekommen habe ;-)

Jedes Jahr versuche ich, ein paar weitere Täublinge kennenzulernen. Für 2013 bedeutet dies bisher Russula violeipes und R. anthracina (Lachsblättriger Schwärztäubling) - auch ein wunderschöner Pilz! Da ich inzwischen immerhin Sporen in Melzers Reagenz baden und unter dem Mirko anschauen kann, bin ich voller Hoffnung, dass sich noch weitere Täublinge für mich als bestimmbar erweisen ;-)

An dieser Stellen noch mal herzlichen Dank für all Eure Infos und Geduld!!!

Viele Grüße
Rika

Hallo Rika,
persönlich finde ich auch, dass R. violeipes zu der übersichtlichen Schar von
Täublingen gehört, die man normalerweise auch recht gut aus der Hand
bestimmen kann.
Wie Robin schon schrob, ist der violette Stiel und auch der Krabbengeruch als
typisches Merkmal eher irreführend.
Ich denke nämlich, dass die allermeisten sich schlichtweg rein garnichts
unter Krabbengeruch vorstellen, geschweige denn diesen dann auch noch von
irgendwelchen anderen Meerestiergerüchen unterscheiden.
Sie haben frisch aber dennoch einen recht markanten Geruch - ich nenne das
den Violeipesgeruch :-)
Mann sollte einfach mal ein Paar von diesen Pilzen in der Hand gehabt haben.
Dann fällt einem neben den leicht bereiften Frkp. und dem rel. festen Fleisch
auch noch auf, dass die Hände anschließend immer etwas klebrig bleiben,
wie von einer Wachskerze.
LG, Gábor

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Re: @Robin

UmUlmHerum, (vor 4789 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

Dir auch noch expilziten Dank für Deine ausführliche Makro-Beschreibung! Ansonsten schau bitte auch in meine Antwort auf Gábor Beitrag ...

Viele Grüße - Rika

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Re: Vielen Dank...(+ Mikro-Frage)

Stephan Weißer, (vor 4789 Tagen) @ UmUlmHerum

Da ich inzwischen immerhin
Sporen in Melzers Reagenz baden und unter dem Mirko anschauen kann, bin
ich voller Hoffnung, dass sich noch weitere Täublinge für mich als
bestimmbar erweisen ;-)

Ohne Frage! Was du jetzt noch bräuchtest, ist

- die entsprechende Fachliteratur, in welcher die Arten gut systematisiert sind (z. B. müsstest du dir unter den Sektionen Heterophyllinae, Griseinae, Tenellae usw. bildlich etwas vorstellen können, um einen gemachten Fund bereits "vorsortieren" zu können, sonst mikroskopierst du dich tot)
- ein Wissen, wie man in der Gattung Russula bestimmungsmethodisch vorgeht (z. B. ist die Feststellung und Interpretation des Sporenornaments nur das I-Tüpfle, nachdem man bestimmungstechnisch auf zwei, drei mögliche Arten hat eingrenzen können, so wie auch die Guajakprobe. Viel wichtiger, um überhaupt auf eine übersichtliche Anzahl der Möglichkeiten zu kommen, sind diverse makrochemische Farbreaktionen und das Anschauen der Huthaut in Kongorot)

Ich wünsche dir jedenfalls jede Menge gute Bestimmungserfolge!

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Re: Vielen Dank...(+ Mikro-Frage)

UmUlmHerum, (vor 4788 Tagen) @ Stephan Weißer

Ohne Frage! Was du jetzt noch bräuchtest, ist
- die entsprechende Fachliteratur, in welcher die Arten gut systematisiert
sind (z. B. müsstest du dir unter den Sektionen Heterophyllinae,
Griseinae, Tenellae usw. bildlich etwas vorstellen können, um einen
gemachten Fund bereits "vorsortieren" zu können, sonst
mikroskopierst du dich tot)
- ein Wissen, wie man in der Gattung Russula bestimmungsmethodisch vorgeht
(z. B. ist die Feststellung und Interpretation des Sporenornaments nur das
I-Tüpfle, nachdem man bestimmungstechnisch auf zwei, drei mögliche Arten
hat eingrenzen können, so wie auch die Guajakprobe. Viel wichtiger, um
überhaupt auf eine übersichtliche Anzahl der Möglichkeiten zu kommen, sind
diverse makrochemische Farbreaktionen und das Anschauen der Huthaut in
Kongorot)
Ich wünsche dir jedenfalls jede Menge gute Bestimmungserfolge!

Hallo Stephan,

merci für die weiteren Tipps und guten Wünsche - kann ich alles brauchen ;-)
Was die Literatur betrifft, so kämpfe ich mich tapfer und bisher relativ erfolglos durch die Schlüssel von GroPiBaWü, Bd.2 - und der große GERHARDT hat zuwenig Arten drin. Zudem übe ich erstmal Dünnschnitte, die Auswahl an Reagenzien muss auch noch deutlich erweitert werden... Andere Leute besuchen ja einen Russula-Kurs...

Viele Grüße - Rika