Frage zur Unverträglichkeit

Sollingschreck, (vor 4790 Tagen)

Liebe Forengemeinde,

in der Pilzberatung ist mir folgendes vorgetragen worden. Die ganze Familie ist Steinpilze, der Mutter wird nach 2-3 Stunden schlecht und bekommt Kolikartige Schmerzen, anschließend verbringt sie eine unangenehme Stunde auf der Toilette.

Sie probiert in der Folgezeit noch 2 Mal Steinpilze und alles nimmt wieder den gleichen unangenehmen Weg. Dem Rest der Familie, Mann und Kinder, geht es gut, sie haben keinerlei Beschwerden. Die Betroffene gibt weiter an, dass sie Zuchtpilze und auch Wildgerichte mit Pilzen immer gut vertragen hat.

Ich habe intensiv nachgefragt, wie frisch die Pilze waren, wie transportiert, wie und wie lange gelagert, das war alles ok. Hat schon einmal jemand von Euch so einen Fall gehabt?

Mich interessiert das sehr, denn ich habe Rheuma bei dem ich durch bestimmte Lebensmittel, wie Schweinefleisch, Spargel usw. vermehrte Probleme habe. Das Gleiche Problem habe ich auch nach dem Genuss von Steinpilzen,bei anderen "Wildpilzen" nicht. Diese Problematik habe ich vor einiger Zeit schon einmal mit Christof Hahn besprochen, wir sind aber zu keinem richtigen Ergebnis gekommen.

Ich bin daher immer noch auf der Suche nach Erklärungen, auch für die Unverträglichkeit der o.g. Ratsuchenden.
Besten Gruß
Holger

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Re: Frage zur Unverträglichkeit

Joschi Siembida ⌂, (vor 4790 Tagen) @ Sollingschreck

Hallo Holger,

individuelle Unverträglichkeiten dürfte es wohl auf alle möglichen Lebensmittel geben. Wieso also nicht auch auf Steinpilze.

Wende Dich mit dem geschilderten Fall und Deinen eigenen Erfahrungen doch mal an den DGfM Toxicologen Prof. Dr. Siegmar Berndt. Sollche Fälle sind sicher genauso bedeutend wie akute Vergiftungsfälle.

Gruß Joschi

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Re: Frage zur Unverträglichkeit

Sollingschreck, (vor 4790 Tagen) @ Joschi Siembida

Danke Joschi, das werde ich auch noch machen, aber ich habe erst einmal das meist frequentierte Forum als Plattform nutzen wollen.
Beste Grüße
Holger

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Re: Frage zur Unverträglichkeit

Snowwhite ⌂, (vor 4789 Tagen) @ Sollingschreck

Habe mal zwei Portionen Steinpilz-Carpaccio gegessen und landete mit Pilzvergiftung im Bett. Das war mitten in der Pilzgruppe mit fachkundiger Leitung. Absolut keine Wechslungsgefahr. Auflösung: Kreuzallergie. Ich bin tierisch gegen Schimmelpilze allergisch. Bis zu diesem Datum habe ich auch alles an Rohpilzen vertragen (ins. Champignons). Jetzt koche ich alles sorgfältig durch und esse nicht zu viel. Hatte vor Jahren Massen an Steinpilzen gefunden. Jahre danach konnte ich sie nicht schmecken, die Steinpilzen (nur die Steinis) waren geschmacksfrei und gummiartig im Mund. Das hat sich inzwischen gelegt.

Fällt mir gerade ein - hat die Familie Schimmelpilze im Haus, Keller, Dachboden, Bad? Vielleicht ist die Mutter unbewusst Schimmelpilzne ausgesetzt.

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Re: Frage zur Unverträglichkeit

Mischi, (vor 4788 Tagen) @ Sollingschreck

Hallo Holger

Danke für deine Hartnäckigkeit und dein Nachfragen.

Ich könnte dir vielleicht helfen bei deiner Frage.

Seit ca. 8 Jahren bin ich Steinpilzallergiker.
Angefangen hat dies so: Als ich vor 26 Jahren als Laborant im Amt für Lebensmittelkontrolle eintrat wurde ich vom damaligen Kantonschemiker gefragt, ob ich Interesse hätte, mich zum Pilzfachmann ausbilden zu lassen. Dem sagte ich natürlich gerne zu, denn das Thema Pilze interessierte mich sehr.
Nach bestandener Pilzkontrolleuren-Prüfung begann ich in amtlicher Funktion Pilze zu kontrollieren. Auf dem Markt, in den Läden, frisch, getrocknet, in Konserven - bis eines Tages etwas komisches geschah: Beim untersuchen getrockneter Steinpilze aus China stellte ich fest, dass mir die Augen tränten - ich musste plötzlich niesen und mir war unwohl.

Zwei Tage später - es war Juni - ging ich an eine bekannte Stelle, an der ich seit Jahren Somemersteinpilze gefunden hatte - und prompt standen sie da, die schönen Deckel! Ich pflückte sie und weil sie so herrlich pilzig rochen, biss ich einen Teil des Hutes ab und kaute ihn. Nach einigen Sekunden staunte ich darüber, dass ich so ein seltsames Gefühl im Rachen spürte, es war wie etwas im Hals steckengeblieben war.

3. Erlebnis: Ich war bei Kollegen beim Steinpilze-Essen eingeladen: Natürlich konnte ich nicht wiederstehen - mir wurde elend schlecht dabei.

4. Erlebnis: Meine Frau bestellte sich im Restaurant ein mit Steinpilzen gefülltes Cordon-bleu. Es schmeckte ihr herrlich, doch sie wurde nicht fertig mit der üppigen Portion. Ich hatte noch ein wenig Hunger und wollte ihr helfen - es hatte ja nur noch etwas Käse und Sauce in der Füllung, Steinpilze waren keine mehr sichtbar - nach dem ersten Bissen ging es bloss einige Sekunden - mir ging durch den Kopf: wieviele Meter ist es bis zur Toilette? Ich schaffte es knapp bis dorthin, aber dort entlud sich mein ganzer Mageninhalt...

Jetzt hab ich endgültig genug Steinpilze verspiesen! Ich habe ihn von meiner Liste gestrichen. Interessanterweise ist es der einzige Pilz, den ich nicht vertrage, auch Maronenröhrlinge gehen problemlos.

Ich denke ich habe diese Allergie langsam aber stetig erworben. Schade, denn suchen tue ich die Dinger eben immer noch gerne.

Liebe Grüsse, Mischi

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Re: Frage zur Unverträglichkeit

Peter, (vor 4788 Tagen) @ Sollingschreck

Hallo Holger,

früher hatte ich gerne Steinpilze gegessen. Sogar roh als Carpaccio mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer, das war richtig fein.

Irgendwann schlug das plötzlich um. Wenn ich jetzt im Wald ein kleines Stückchen Steinpilz roh esse, muss ich kurz danach bereits unweigerlich spucken.
Mein Appetit auf Steinpilze ist gestillt.

Erklärungen dafür kann ich keine bieten.

Freundliche Grüße
Peter

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Re: Frage zur Unverträglichkeit

Sollingschreck, (vor 4787 Tagen) @ Peter

Hallo zusammen und vielen Dank für Eure Erfahrungsberichte. Also gibt es doch perönliche Unverträglichkeiten. Ich werde mal weiter nachhaken und mich anschließend noch einmal melden.
Beste Grüße
Holger

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Re: Frage zur Unverträglichkeit

Toffel, (vor 4787 Tagen) @ Sollingschreck

Hallo Holger,

der Steinpilz enthält Allergene, die offenbar durch den Antikörper Immunglobulin E allergische Reaktionen hervorrufen können. Eine Untersuchung zu diesem Thema: A. Helbling, N. Bonadies, K. A. Brander, W. J. Pichler: Boletus edulis: a digestion-resistant allergen may be relevant for food allergy. Clinical and Experimental Allergy 2002; 32: S. 771–775.

Viele Grüße
Steffen