Re: "es kommte darauf an......"

adi rehm, (vor 9061 Tagen) @ Werner2

Den Pilzen ist es wirklich (fast) egal, ob sie geschnitten oder herausgedreht
werden, vorausgesetzt, man dreht sie wirklich ab und "reisst"
sie nicht aus dem Boden heraus (aber das ist ein anderes Thema).
Dann scheiden sich aber doch die Geister, denn es kommt nun
1. auf den Kenntnisstand des Sammlers und
2. auf den Grund an, warum er einen Pilzfruchtkörper mitnimmt .
A) Der Speisepilzsammler mit fundierten Kenntnissen kann natürlich alle
sicher erkannten Fruchtkörper abschneiden. Das hat den Vorteil, dass das
Sammelgut meist schon im Korb ziemlich sauber bleibt. Das macht man z.b.
bei leicht kenntlichen Arten wie Maronen und anderen gut bekannten
Speiseröhrlingen oder z.B. auch bei der Krausse Glucke.
(Manchmal kann aber das Abschneiden eines Steinpilzes schon wieder fast ein
Frevel sein, nämlich dann, wenn ein großer Teil des Stieles noch im Boden
steckt).
B) Speisepilzsammler mit nicht so fundierten Kenntnissen (Anfänger oder
Gelegenheitssammler) sollten erst mal das Abschneiden grundsätzlich sein
lassen. Gerade wenn man z.B. Perlpilze, vermeintliche Champignons oder
andere, nur grob als Speisepilze eingeschätzte Pilze mitnimmt, ist der
komplette Stiel für eine genaue Bestimmung doch sehr wichtig. Dies gilt
sowohl für die Nachbestimmung zuhause als auch für die eventuelle spätere
Kontrolle durch einen Pilzsachverständigen.
Von abgeschnittenen Hüten, die lediglich nur noch Stielfragmente tragen,
sollte man sowieso besser Abstand nehmen. In den meisten Beratungsstellen
werden solche Teile kaum freigegeben (von einigen Ausnahmen natürlich
abgesehen). Ganz kritisch kann das Abschneiden solcher Hüte gerade bei den
beliebten, und doch nicht immer sicher bestimmten
"Stockschwämmchen" sein.
C) Für unbekannte Arten, d.h. solche welche man später selbst zuhause
nachbestimmen oder durch einen Sachverständigen nachbestimmen lassen
möchte, ist der komplette Stiel, also der herausgedrehte Fruchtkörper,
geradezu eim "Muss" !!
Diese Regel gilt sowohl für Anfänger als auch für Profis.
Bei vielen Arten, wie z.B. den Risspilzen, darf man ja nicht mal den Stiel
mit den Fingern berühren. Die FK. werden vorsichtig mit einem Messer aus
dem Boden gehoben und dann sorgfältig, fast unberührt für die Bestimmung
verpackt.
Alles klar ??
Gruss Werner2

hallo, lieber werner 2,

in der sache hast du ausführlich den vernünftigsten standpunkt wiedergegeben.
ist das herausdrehen eine so schwierige sache? wenn auch nur einige aspekte dafür stehen, und die stehen dafür,so werde ich "drehen", außer, ich sitze in einem riesigen eierschwammerlfeld, ernte hallimasch oder bringe einen anderen dichtstehenden und eindeutigen fund ein. ich habe mir das herausdrehen ganz einfach angewöhnt!
eins möchte ich aber doch noch erwähnen: vor ca. 4o jahren, als ich zum erstenmal auf diese frage gestoßen war, machte ich an meinem Ia-perlpilzplatz
(der war im nördlichen bereich des heutigen deutsch-österreichischen autobahngrenzüberganges walserberg bei salzburg) -zugegebenermaßen sehr laienhafte - diesbezügliche versuche.im bereich der geschnittenen pilze blieben die nach 3 jahren aus, 2o m weiter erntete ich bis zur zerstörung dieses pilzbiotopes nach wie vor meine a.rubescens.
vielspaß beim drehen und schneiden im jahr 2002!
adi

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