Unreife weiße Trüffel - bestimmbar? PIC* *PIC*

UmUlmHerum, (vor 4779 Tagen)

Hallo miteinander!

Am Freitag fand ich im Chromosera-Wald (620m üNN) eine junge, weiße Trüffel:

Gewachsen ist das Ding in einer Wurzelverzweigungshöhle einer Fichtenstubbe in der verrotteten Mulcherde, aus einem weißen, grobfädigen Myzel. Größe des flach-rundlichen Frk.: Ø 20 mm, Dicke 10 mm. Außen feinstriegelige Hülle, ca. 0,1 - 0,2 mm dick, Farbe weiß mit hellgelb und lachsrosa - nach Berührung altrosa - fleischfarben. Innen reinweiß. Sporen ca. 9 x 3,5, ellipsoid mit relativ spitzen Enden, teilweise mit 2 Tröpfchen drin (bisher nicht septiert). Aufdringlicher Geruch nach warmem Celluloid (erinnern sich die Älteren von Euch an diesen Geruch unserer Kindheit? Z.B. wenn man Schwesterleins Puppe angekokelt hatte).

Da die Gleba noch komplett weiß ist, werden die massenhaft im Wasser schwimmenden Sporen aber noch unreif sein?! Mit welcher Reagenz färbe ich am besten? Ich habe ein Scheibchen unter dem Mikro gehabt - unter 100x mit Licht von oben und unten eine tolle Reise durch die Glebakammern... schade, dass ich noch keine Fotos am Mikro machen kann ;-(

Könnte Ihr mir weiterhelfen?

Viele Grüße - Rika

[image]

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: Unreife weiße Trüffel - bestimmbar? PIC*

GH, (vor 4778 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo miteinander!
Am Freitag fand ich im Chromosera-Wald (620m üNN) eine junge, weiße Trüffel:
Gewachsen ist das Ding in einer Wurzelverzweigungshöhle einer
Fichtenstubbe in der verrotteten Mulcherde, aus einem weißen, grobfädigen
Myzel. Größe des flach-rundlichen Frk.: Ø 20 mm, Dicke 10 mm. Außen
feinstriegelige Hülle, ca. 0,1 - 0,2 mm dick, Farbe weiß mit hellgelb und
lachsrosa - nach Berührung altrosa - fleischfarben. Innen reinweiß. Sporen
ca. 9 x 3,5, ellipsoid mit relativ spitzen Enden, teilweise mit 2
Tröpfchen drin (bisher nicht septiert). Aufdringlicher Geruch nach warmem
Celluloid (erinnern sich die Älteren von Euch an diesen Geruch unserer
Kindheit? Z.B. wenn man Schwesterleins Puppe angekokelt hatte).
Da die Gleba noch komplett weiß ist, werden die massenhaft im Wasser
schwimmenden Sporen aber noch unreif sein?! Mit welcher Reagenz färbe ich
am besten? Ich habe ein Scheibchen unter dem Mikro gehabt - unter 100x mit
Licht von oben und unten eine tolle Reise durch die Glebakammern...
schade, dass ich noch keine Fotos am Mikro machen kann ;-(
Könnte Ihr mir weiterhelfen?
Viele Grüße - Rika

Hallo Rika,

das ist eine junge Wurzeltrüffel.

Viele Grüße
Gunnar

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Unreife weiße Trüffel - bestimmbar? PIC*

UmUlmHerum, (vor 4778 Tagen) @ GH

Hallo Rika,
das ist eine junge Wurzeltrüffel.
Viele Grüße
Gunnar

Hallo Gunnar,

herzliche Dank für Deine Antwort! Da traute sich wohl sonst niemand dran... aber zum Glück gibt es ja Dich als Trüffelexperten. Was waren Deine entscheidenden Merkmale für die Gattung Wurzeltrüffel? Zum Einen denke ich die Sporenform - und was noch?

Ermutigt durch Deine Einschätzung schlage ich Hysterangium rubricatum vor: dünne Peridie, rötend (wobei das andere auch tun), dicke Myzelstränge...

Oder kann man das in diesem Alter (besser Jugend) nicht wirklich sagen?

Viele Grüße - Rika

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Trüffel-Nachtrag zum Geruch

UmUlmHerum, (vor 4778 Tagen) @ UmUlmHerum

Bei meinen Hysterangium-Recherchen bin ich über den Geruch gestolpert: da hat jemand den Geruch von der Rötenden Wurzeltrüffel mit einem bekannten Parfüm, dessen Namen er vergesen hatte, beschrieben. Und mir ist er inzwischen eingefallen: angekokeltes Celluliod riecht wie Patschuli!!! Und das kennen auch vielleicht auch die Jüngeren unter Euch ;-)

Viele Grüße - Rika

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Unreife weiße Trüffel - bestimmbar? PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4777 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

... Gattung Wurzeltrüffel? ... schlage ich Hysterangium rubricatum vor:...

den Gedankensprung kann ich jetzt nicht so ganz nachvollziehen, wie Du von der Gattung Würzeltrüffel Rhizopogon auf die Gattung Schwanztrüffel Hysterangium kommst.

Ich halte Deinen Fund auch für eine der rötenden Wurzeltrüffel Rhizopogon.

Ob die sich auch unreif bestimmen läßt kann Dir nur Gunnar sagen.

Gruß Joschi

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Unreife weiße Trüffel - bestimmbar? PIC*

Stephan Weißer, (vor 4777 Tagen) @ UmUlmHerum

Ich hätte gern zu der Trüffel Rhizopogon roseolus oder Rhizopogon vulgaris gesagt. Allerdings kenne ich beide Arten aus dem lichten Kiefernwald, dagegen nicht aus dem Fichtenwald. Eine Kiefer war nicht auch in der Nähe?

Hysterangium scheidet hier m. E. völlig aus, das hätte eine kräftig-stabile, lederhautartige Außenhülle und dunkle Gleba.

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Unreife Trüffel - Antwort an alle

UmUlmHerum, (vor 4777 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Ihr alle!

Den Sprung von Rhizopogon zu Hysterangium schaffte ich durch die aufgeführten Synonyme bei http://www.pilzbestimmer.de/Detailed/22189.html ... wie ich mal wieder sehe, darf man nicht alles glauben. Dabei kenne ich immerhin Hysterangium stoloniferum (Rissige Schwanztrüffel), die letztes und dieses Jahr am gleichen Standort kam. Ist es richtig, dass die Schwanztrüffeln schon von jung an eine dunkle (hier grüne) Gleba haben?

Als Trüffel- (und Mikro-) Anfängerin weiß ich noch nicht, inwieweit sich diese Trüffeln beim Älterwerden noch prinzipiell verändern - z.B. Dicke der Peridie, Größe der Sporen, Farbe der Gleba. Nachdem, was ich bisher im Netz gefunden habe, verändert sich die Glebafarbe bei den Wurzeltrüffeln von anfangs weißlich zu reif bräunlich. Und angeblich wachsen Rh. luteorubescens(??), vulgaris und roseolus (hypogäisch und) semiepigäisch bis fast epigäisch, während alle anderen Rh.-Arten nur unterirdisch vorkommen?! In einer spanischen Beschreibung (bei www.fungipedia.es) wird Rh. vulgaris als Synonym von Rh. roseolus gehandelt?!

Was den Standort betrifft: Es handelt sich um einen ehemaligen Fichtenforst, der Richtung Rotbuche umgebaut wird. Die morschen Stubben sind meist Rotfichte, die erwachsenen, lebenden Bäume Rotbuche und Schwarzkiefer (+ vereinzelt Fichte/Lärche/Eiche). Die bewußte Trüffel befand sich ziemlich tief in dieser Wurzelverzweigungshöhle einer morschen Stubbe, die ich für Fichte halte, Kiefer aber nicht ausschließen kann. Da es sich bei Rhizopogon um einen Mykorrhizapilz handeln soll, wäre die Art der toten Stubbe ja eh wurscht.

Auf Gunnars HP steht über Rhizopogon leider auch nicht viel... Gunnar, möchtest Du nicht ein Stück von diesem Fund untersuchen? Oder kann mir jemand Angaben über relevante Mikro-Merkmale schicken?

Auf alle Fälle bin ich oft in diesem Waldstück und werde mal schauen, ob ich nicht noch erwachsene Fruchtkörper finde - vielleicht komme ich dann ja weiter...

Viele Grüße - Rika

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Unreife Trüffel - Antwort an alle *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4777 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

... während alle anderen Rh.-Arten nur unterirdisch vorkommen?!

die Gelbliche Wurzeltrüffel R. obtextus / luteolus finde ich bei uns recht häufig. Als unterirdisch würde ich die nicht bezeichnen wollen. Wenn die Streudicke es zuläßt ist die auch ohne zu kratzen sofort zu entdecken. Im Alter wird das Innere übrigens flüssig und stinkt erbärmlich nach Jauche. Ich hänge Dir mal ein altes Handy Foto an.

Gruß Joschi

[image]