Bad Bramstedt (lang!) *PIC*

Thomas Pruss, (vor 4778 Tagen)

Moin zusammen,
immer über 60 km zu fahren, um Pilze einzusammeln, ist schlussendlich etwas teuer, daher habe ich mich heute bei traumhaftem Wetter aufgemacht in ein Waldgebiet bei Bilsen in der Nähe von Bad Bramstedt.

Auf Goggel sieht das Gebiet so aus:
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Man erkennt sofort die dunkelgrünen Nadelwald- und die weniger grünen Mischwaldsektionen (das Bild wurde wohl im Frühjahr gemacht).

Vom Boden aus:
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Das Gebiet nennt sich „Moorkaten“. Im Wald liegt ein Friedhof für Soldaten des letzten Weltkriegs und KZ-Opfer. Das ganze Gebiet ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz, und besonders der Bereich, in dem mit Enduros gefahren wird, ist noch einer näheren Betrachtung wert.
Aber erst Mal bin ich in den Wald hinein.
Kurz vorher allerdings nötigten mir diese Pilze eine Vollbremsung ab:
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Ich frohlockte schon geistig über eine Mahlzeit von Riesenschirmlingen, doch dann kamen mir Zweifel. Ich habe sie dann stehen gelassen und mich damit getröstet, dass es doch eher etwas klein geratene Gift-Riesenschirmlinge (Macrolepiota venenata) waren. Vor allem die fette „Knolle“ war sehr verräterisch.

Doch nun:
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Gefühlte Ewigkeiten nicht mehr gefunden: das Kuhmaul (Gomphidius glutinosus)

Die Geflecktblättrigen Flämmlinge (Gymnopilus penetrans) [image]leuchteten mit den Falschen Pfifferlingen um die Wette aus dem Moos, das den Boden so dick bedeckte, dass man den Eindruck hatte, auf einem kuschelweichen Teppich zu laufen. Maronenröhrlings-Gebiet. Aber die waren wohl gerade auf Sonntagsausflug, und die paar, die ich fand, standen am Wegrand, fast auf dem Schotter.

Auch am Wegesrand, aber ein bisschen getarnt unter Gras standen diese Leckereien:
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Fichtenreizker (Lactarius deterrimus), auch schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr gefunden. Die hatten etwas weiter aber noch einen besseren Auftritt:
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Die standen da so am Wegesrand und Hinz und Kunz, ebenfalls auf Pilzpirsch, liefen einfach so dran vorbei. Konnte ich kaum glauben: Die ganze Pracht (von dieser Gruppe gab es mehrere!) „à part moi“!

Zwischendurch mal was Faserlingsartiges, das sich bis jetzt einer Bestimmung erfolgreich widersetzt.
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Ich glaube, der Kleine ist noch zu jung. Ich habe das was von einem Wolligen Faserling (Psathyrella artemisia) faserln hören, aber nix genaues weiß man nicht. Kann auch ein Ungekämmter Faserling sein. Zumal das Bürschlein ein Eremiten-Dasein im Schotter des Weges führte.

Dann wurde es scheinbar höchst gefährlich (Melodie vom „Weißen Hai“ setzt ein):
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Ich finde die Flockenstieligen Hexenröhrlinge Boletus erythropus) immer wieder höchst beeindruckend. Vor allem dann, wenn sie im Verband daher kommen:
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Was ein Glück, dass sie geschmacklich auch so beeindrucken wie sie es optisch tun.

Zwischendurch mal wieder was giftiges (man gewöhnt sich sonst so an den Geschmack;-)):
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Fliegenpilz /Amanita muscaria) unter Birken.

Und unter Birke/Kiefer am Wegesrand ein paar Zwerge, die sich zwar in unschuldiges Weiß kleiden, aber dennoch ziemlich giftig sind:
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Bleiweiße Trichterlinge (Clitocybe phyllophila).

Dagegen finde ich diesen Trichterling sehr gerne, nicht nur, weil er gut riecht, sondern auch schmeckt:
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Anistrichterling (C. odorata.

Zum Schluss gab es dann noch ein paar Braune Filzröhrlinge (Xerocomus spadiceus (oder ist der jetzt auch zu Pseudoboletus umkombiniert?)), die glaubten, in einem altem Mannloch meinem adlergleichen Blick zu entgehen ;-):
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Außerdem gab es noch jede Menge Perlpilze, massenhaft Helmlinge und 2 bis 12 andere Pilzsucher. Wirklich jede Haltebucht und Waldeinfahrt war mit Autos zugestellt. Aber das Gebiet ist so weitläufig, dass man sich dort recht kommod aus dem Weg gehen kann. Aber das ist der Preis dafür, im Speckgürtel von Hamburg Pilze suchen zu gehen.

Grüßlis
Thomas

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Hoppla!

Thomas Pruss, (vor 4778 Tagen) @ Thomas Pruss

Gerade falle ich über Gernots lange Fotoliste: Könnte mein Faserling auch eine Inocybe sein? der sieht jedenfalls so aus wie Gernots Nr. 7. Geruchsmäßig kann ich nix dazu sagen.
Grüßlis

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Re: Bad Bramstedt (lang!)

Gernot, (vor 4778 Tagen) @ Thomas Pruss

Hallo Thomas,

Ich frohlockte schon geistig über eine Mahlzeit von Riesenschirmlingen, doch
dann kamen mir Zweifel. Ich habe sie dann stehen gelassen und mich damit
getröstet, dass es doch eher etwas klein geratene Gift-Riesenschirmlinge (
Macrolepiota venenata ) waren. Vor allem die fette „Knolle“ war sehr
verräterisch.

Sieht nach Chlorophyllum rachodes aus.

Zwischendurch mal was Faserlingsartiges, das sich bis jetzt einer Bestimmung
erfolgreich widersetzt.

Hätte auch eher auf Inocybe getippt.

Zum Schluss gab es dann noch ein paar Braune Filzröhrlinge ( Xerocomus
spadiceus (oder ist der jetzt auch zu Pseudoboletus umkombiniert?)),
die glaubten, in einem altem Mannloch meinem adlergleichen Blick zu
entgehen ;-):

In der Gattung Pseudoboletus gibt's in Europa nur P. parasiticus. Dein Filzröhrling heißt Xerocomus ferrugineus.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Bad Bramstedt (lang!)

Thomas Pruss, (vor 4778 Tagen) @ Gernot

Moin Gernot,

Sieht nach Chlorophyllum rachodes aus.

Schiet, hätte ich doch mitnehmen können …

In der Gattung Pseudoboletus gibt's in Europa nur P. parasiticus. Dein
Filzröhrling heißt Xerocomus ferrugineus.

Ähem, wie das? Im Bon steht er als "spadiceus".

Grüßlis
Thomas

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Re: Bad Bramstedt (lang!)

pilzipilzfreiburg, (vor 4778 Tagen) @ Thomas Pruss

Moin Gernot,
Schiet, hätte ich doch mitnehmen können …

Wie machst du das mit Safranschirmlingen? Ich habe nur die Info, dass man die essbaren von den "giftigen" nicht unterscheiden kann außer dass der eine mehr Schnallen hat als der andere, aber auch nur eventuell, und ich hab kein sowieso kein Mikroskop. Daher ess ich keine, die Safranschimrlinge sind (also keine Natterung am stiel haben) - lieg ich damit richtig oder falsch?

VG

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Re: Bad Bramstedt (lang!)

Thomas Pruss, (vor 4778 Tagen) @ pilzipilzfreiburg

Wie machst du das mit Safranschirmlingen?

Ich nehme nur Safranschirmlinge mit, die ich im Fichtenwald in der Streu finde und die eindeutig röten. Alles andere bleibt stehen. Diese hier wuchsen unter einer Hainbuchenhecke.
Grüßlis
Thomas