Moor-Flämmling *PIC*

interhias ⌂, (vor 4589 Tagen)

Salut zusammen,

nachdem es hier in München ums Verrecken nicht mehr regnen will, grabe ich mal noch einen Fund vom vergangenen November aus.

Die hübschen und in Bayern offenbar länger nicht mehr gesichteten Pilzchen habe ich zufällig bei einer Wanderung gefunden, die gar nicht mykologisch motiviert war, sondern nur den Sinn hatte, in einem Wirtshaus zu enden.

Am Weg rund um den Staffelsee kommt man durch traumhafte Moore, bei denen es nicht verwundert, dass sie solche Schätze bergen.

Gymnopilus fulgens (J. Favre & Maire) Singer:

[image]

[image]

[image]

Wegen des Standorts in einer Moorwiese dachte ich an eine - wenn auch etwas merkwürdige - Galerina, auf einen Flämmling wäre ich nicht gekommen. Beim Bestimmen half mir ein Querverweis im Galerina-Schlüssel von Watling.

Huthaut:
[image]

Cheilozystiden:
[image]

Sporen:
[image]

[image]

Infos:
Funddaten: 09.11.2013; Fundort: MTB 8332-2-2-1, 660 m; D - By - Uffing, Obernach, Staffelsee, Tannenbach-Filz am Rand zum Obernacher Moos, im Niedermoor, auf nasser Moorwiese, zwischen Heide und Moos (an dieser Stelle wohl kein Sphagnum, aber nur ein paar Meter weiter reichlich); gesellig (>5 Fk);

Hut: 1,2-2,4 cm breit, jung flach gewölbt, reif im Zentrum auch schwach niedergedrückt mit minimalem oder ohne Buckel, Oberfläche glatt (höchstens schwach grieselig, nicht faserig), trocken, speckig glänzend, ungestreift, jung lebhaft orangebraun mit minimal hellerem Rand, später etwas matter braun, rehbraun bis kupferbraun; hygrophan,
Stiel: bis 3 x 0,2 cm, ziemlich steif, basal gleichdick, im oberen Drittel jung gelb, stielabwärts immer dunkler orangebraun bis rotbraun, nur sporadisch und schwach silbrig überfasert;
Lamellen: aufsteigend und meist ausgebuchtet angewachsen, mäßig entfernt, jung honiggelb, später dunkler braun, hutfarben; Schneiden weißlich, kaum flockig;
Fleisch: siehe Schnittbild;
Geruch: schwach pilzig, eher minimal säuerlich als mehlig;
Geschmack: schwach bitter und angedeutet mehlig;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
HDS: Cutis, Zellen ca. 3-7 breit, ziemlich dickwandig, mit Schnallen; Pigment interparietal gelb, stellenweise eher bernsteinfarbenes, körneliges und schwach inkrustierendes Dickwandpigment (vielleich auch außen?); zusätzlich intrazellulär, vakuolär braun (kleine rundliche Pigmentflecken); kein Hypoderm ausgeprägt;
Stieloberfläche: ohne Kaulozystiden; Zellen mit gelbem, schwach inkrustierendem Wandpigment;
Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden tibiiform bis kopfig lageniform, selten lageniform mit zylindrischem Hals, mit Schnallen; Maße: ca. 25-41 x 6-12 x 2,5-6 (Länge x Bauch x Apex);
Pleurozystiden: im Präparat der Lamellenschneide zwei gesichtet; in separatem Präparat ohne Schneide keine vorhanden;
Lamellentrama: interparietal gelb pigmentiert, nicht inkrustiert,
Basidien: 4-sporig, in der Mitte auffallend oft eingeschnürt, mit sehr langen Sterigmen (5-7 µm lang), mit Schnallen; Maße ca. 28-33 x 7-9;
Sporen: überwiegend citriform, Apex schwach ausgezogen und abgerundet, gelbbraun in KOH, extrem grob ornamentiert, Ornament aus groben Warzen , Graten und dicken Schollen (wie bei Phlegmacien z.B. C. praestans), bis 0,5 µm überstehend; Plage fehlend oder schwach ausgeprägt; etwas inhomogen, aber kräftig dextrinoid in Melzer; Maße: 9,7 x 6,2 (8,8-10,5 x 5,8-6,5), Q=1,56 (1,47-1,64), 20 Sp. gemessen;

Grüße aus München
Hias

Re: Moor-Flämmling

Gábor, (vor 4589 Tagen) @ interhias

Servus Hias,
Danke Dir für diese schöne Doku!
LG, Gábor

Re: Moor-Flämmling

AK_CCM, (vor 4589 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

Top dokumentiert - danke fürs Zeigen!

lustig finde ich, dass auch mykologisch motivierte Wanderungen i.d.R. im Wirtshaus enden. Man munkelte schon, Du arbeitest an einem Sulzenführer fürs Voralpenland. ;-)

Gruß, Andreas

Re: Moor-Flämmling

Gernot, (vor 4588 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

sehr schön, danke fürs Zeigen!

Schöne Grüße
Gernot

Salut zusammen,
nachdem es hier in München ums Verrecken nicht mehr regnen will, grabe ich
mal noch einen Fund vom vergangenen November aus.
Die hübschen und in Bayern offenbar länger nicht mehr gesichteten Pilzchen
habe ich zufällig bei einer Wanderung gefunden, die gar nicht mykologisch
motiviert war, sondern nur den Sinn hatte, in einem Wirtshaus zu enden.
Am Weg rund um den Staffelsee kommt man durch traumhafte Moore, bei denen es
nicht verwundert, dass sie solche Schätze bergen.
Gymnopilus fulgens (J. Favre & Maire) Singer:


Wegen des Standorts in einer Moorwiese dachte ich an eine - wenn auch etwas
merkwürdige - Galerina, auf einen Flämmling wäre ich nicht gekommen. Beim
Bestimmen half mir ein Querverweis im Galerina-Schlüssel von Watling.
Huthaut:
Cheilozystiden:
Sporen:

Infos: Funddaten: 09.11.2013; Fundort: MTB 8332-2-2-1, 660 m; D - By -
Uffing, Obernach, Staffelsee, Tannenbach-Filz am Rand zum Obernacher Moos,
im Niedermoor, auf nasser Moorwiese, zwischen Heide und Moos (an dieser
Stelle wohl kein Sphagnum, aber nur ein paar Meter weiter reichlich);
gesellig (>5 Fk);
Hut: 1,2-2,4 cm breit, jung flach gewölbt, reif im Zentrum auch schwach
niedergedrückt mit minimalem oder ohne Buckel, Oberfläche glatt (höchstens
schwach grieselig, nicht faserig), trocken, speckig glänzend, ungestreift,
jung lebhaft orangebraun mit minimal hellerem Rand, später etwas matter
braun, rehbraun bis kupferbraun; hygrophan,
Stiel: bis 3 x 0,2 cm, ziemlich steif, basal gleichdick, im oberen Drittel
jung gelb, stielabwärts immer dunkler orangebraun bis rotbraun, nur
sporadisch und schwach silbrig überfasert;
Lamellen: aufsteigend und meist ausgebuchtet angewachsen, mäßig entfernt,
jung honiggelb, später dunkler braun, hutfarben; Schneiden weißlich, kaum
flockig;
Fleisch: siehe Schnittbild;
Geruch: schwach pilzig, eher minimal säuerlich als mehlig;
Geschmack: schwach bitter und angedeutet mehlig;
Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen ca. 3-7 breit, ziemlich
dickwandig, mit Schnallen; Pigment interparietal gelb, stellenweise eher
bernsteinfarbenes, körneliges und schwach inkrustierendes Dickwandpigment
(vielleich auch außen?); zusätzlich intrazellulär, vakuolär braun (kleine
rundliche Pigmentflecken); kein Hypoderm ausgeprägt;
Stieloberfläche: ohne Kaulozystiden; Zellen mit gelbem, schwach
inkrustierendem Wandpigment;
Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden tibiiform bis kopfig lageniform,
selten lageniform mit zylindrischem Hals, mit Schnallen; Maße: ca. 25-41 x
6-12 x 2,5-6 (Länge x Bauch x Apex);
Pleurozystiden: im Präparat der Lamellenschneide zwei gesichtet; in
separatem Präparat ohne Schneide keine vorhanden;
Lamellentrama: interparietal gelb pigmentiert, nicht inkrustiert,
Basidien: 4-sporig, in der Mitte auffallend oft eingeschnürt, mit sehr
langen Sterigmen (5-7 µm lang), mit Schnallen; Maße ca. 28-33 x 7-9;
Sporen: überwiegend citriform, Apex schwach ausgezogen und abgerundet,
gelbbraun in KOH, extrem grob ornamentiert, Ornament aus groben Warzen ,
Graten und dicken Schollen (wie bei Phlegmacien z.B. C. praestans), bis
0,5 µm überstehend; Plage fehlend oder schwach ausgeprägt; etwas
inhomogen, aber kräftig dextrinoid in Melzer; Maße: 9,7 x 6,2 (8,8-10,5 x
5,8-6,5), Q=1,56 (1,47-1,64), 20 Sp. gemessen;
Grüße aus München
Hias