Gyromitra *PIC*

Goldsucher, (vor 4581 Tagen)

War zuletzt in Polen, nördlich von Warschau in Kiefernwäldern unterwegs. Dort spriesen diese Frühjahrs-Lorcheln derzeit massenhaft aus dem Boden eines Kiefernschlages (Monokultur). Freunde von Lettland und Littauen haben mir versichert, dass sie diese Pilze essen. Ich habe ihnen gesagt, dass die sehr giftig sind.
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Re: Gyromitra

Stephan Weißer, (vor 4581 Tagen) @ Goldsucher

War zuletzt in Polen, nördlich von Warschau in Kiefernwäldern unterwegs. Dort
spriesen diese Frühjahrs-Lorcheln derzeit massenhaft aus dem Boden eines
Kiefernschlages (Monokultur). Freunde von Lettland und Littauen haben mir
versichert, dass sie diese Pilze essen. Ich habe ihnen gesagt, dass die
sehr giftig sind.

Die Finnen, Esten und Polen essen sie auch; dort werden die Pilze sogar auf dem Markt angeboten. In Deutschland gelten sie als tödlich giftig und dürfen vom Pilzberater nicht freigegeben werden.

Re: Gyromitra

UmUlmHerum, (vor 4581 Tagen) @ Stephan Weißer

Die Finnen, Esten und Polen essen sie auch; dort werden die Pilze sogar auf
dem Markt angeboten. In Deutschland gelten sie als tödlich giftig und
dürfen vom Pilzberater nicht freigegeben werden.

Die letale Dosis für den Menschen liegt bei 30 bis 50 mg Gyromitrin pro Kilogramm Körpergewicht. Aufgrund der Flüchtigkeit von Gyromitrin reicht schon die bloße Präsenz der Giftpilze in einem schlecht gelüfteten Raum aus, um eine Vergiftung über die Atemwege hervorzurufen.

... das Lorchelgift Gyromitrin ist in Wasser vollkommen löslich und wird beim Kochen auch mit dem Wasserdampf entfleuchen, weshalb man die Nase nicht unbedingt direkt über den Kochtopf halten sollte. Für gute Durchlüftung sollte man sorgen - besser wäre die Zubereitung über einer offenen Feuerstelle im Freien - und das Kochwasser ist wegzuschütten.

Siehe auch http://www.pilzepilze.de/gyrom.html

M.E. muss man nicht unbedingt alles essen wollen ;-)

Viele Grüße - Rika

Re: Gyromitra

Toffel, (vor 4581 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Die letale Dosis für den Menschen liegt bei 30 bis 50 mg Gyromitrin pro
Kilogramm Körpergewicht. Aufgrund der Flüchtigkeit von Gyromitrin reicht
schon die bloße Präsenz der Giftpilze in einem schlecht gelüfteten Raum
aus, um eine Vergiftung über die Atemwege hervorzurufen.
... das Lorchelgift Gyromitrin ist in Wasser vollkommen löslich und wird beim
Kochen auch mit dem Wasserdampf entfleuchen, weshalb man die Nase nicht
unbedingt direkt über den Kochtopf halten sollte. Für gute Durchlüftung
sollte man sorgen - besser wäre die Zubereitung über einer offenen
Feuerstelle im Freien - und das Kochwasser ist wegzuschütten.
Siehe auch http://www.pilzepilze.de/gyrom.html
M.E. muss man nicht unbedingt alles essen wollen ;-)

diese Eigenschaften können dazu führen, dass ein Koch, der Giftlorcheln zubereitet und selbst nichts davon isst, vergiftet wird, während seine Gäste ihre Mahlzeit unbeschadet überstehen.

Dennoch wird immer wieder vom Genuss der Pilze abgeraten, weil auch trotz angemessener Zubereitung noch Todesfälle auftreten. Eventuell spielen da auch noch andere Faktoren mit rein (individuelle Verträglichkeit, Allergie, Giftgehalt, Hitzeeinwirkung beim Kochen, ...), die noch nicht genau bekannt sind. Aufgrund dessen würde auch ich generell vom Genuss der Pilze abraten.

Viele Grüße
Steffen