Unbekannte Pilze im Ring *PIC*

Mani walter, (vor 4570 Tagen)

Hallo Forum
Vor drei Tagen fand ich am Rand eines Bruchwaldes mit Kiefern, Birken, Salweiden, Eschen , Liguster- und Hartriegelbüschen in Ringform etwa 20 Exemplare dieser bis 3cm breiten, nicht büschelig wachsenden Pilze. Die angrenzende Wiese wird seit mehreren Jahren eher intensiv von Pferden beweidet.
Nun ich dachte vorerst mal an Tintlinge (Coprinus), doch die Lamellen sind angewachsen bis ausgebuchtet angewachsen und auch die Sporengrössen und Hutform passten nicht.
Anhand der dunklen Lamellenfarbe bzw. der schwarzen Sporenpulverfarbe wechselte ich zu den Ackerlingen (Agrocybe) und zu den Faserlingen (Psathyrellas ==> Psath. spadiceogrisea?)
Hier steh ich nun ..... hahaha -- und würde mich auf eure Ideen und Gedanken freuen.
Ich bin mir noch nicht sicher, ob meine Anhänge genügend Aussagekraft haben. Ich probier dies nun einfach einmal. Kratz ... kratz!
Liebe Grüsse Mani

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Re: Unbekannte Pilze im Ring

Stephan Weißer, (vor 4570 Tagen) @ Mani walter

Psathyrella (spadiceogrisea) gefällt mir als Idee.
Solche leicht bohnen- bis nierenförmige Sporen in dieser Größe habe ich bei dieser Art unter dem Mikroskop auch schon gesehen.

Jetzt noch die Frage zu den Zystiden: wo genau waren die: nur an der Schneide oder auch an der Lamellenfläche? Trugen manche Kristallablagerungen oder nicht (so wie du sie gezeichnet hast, offenbar nicht!)?
Dann kannst du eigentlich schon mit dem Schlüsseln anfangen.

Re: Unbekannte Pilze im Ring

Mani walter, (vor 4570 Tagen) @ Stephan Weißer

Psathyrella (spadiceogrisea) gefällt mir als Idee.
Solche leicht bohnen- bis nierenförmige Sporen in dieser Größe habe ich bei
dieser Art unter dem Mikroskop auch schon gesehen.
Jetzt noch die Frage zu den Zystiden: wo genau waren die: nur an der Schneide
oder auch an der Lamellenfläche? Trugen manche Kristallablagerungen oder
nicht (so wie du sie gezeichnet hast, offenbar nicht!)?
Dann kannst du eigentlich schon mit dem Schlüsseln anfangen.

Hallo Stephan
Ja OK, die Zystiden zeigten sich ohne kristalline Ablagerungen; meine ich.
Ob es Cheilos oder Pleuros waren, bin ich mir nicht sicher; denn beide Präparate sind zwischen den Gläsern völlig auseinander geschmolzen, wie Spargelspitzen auf der Zunge.
Weil ich noch über getrocknetes Material mit Lamellen verfüge, starte ich morgen Samstag nochmals einen Versuch, um dies herauszufinden. Ich denke, dass dies mit solchem Material noch möglich sein wird.
Geschlüsselt hatte ich schon auf Teufel komm raus - verfüge allerdings neben dem guten M.Moser nur Funga Nordica - und darin sehe ich eben, ohalätz, dass die Zystiden meines Favoriten Kristallablagerungen haben sollten. Ich hatte mich etwas zu stark auf die Sporengrössen verlassen. ==> also nochmals rein in die Bücher! (.... Internet - Schlüssel?)
Danke dir bestens und verbleibe mit Gruss Mani

Re: Unbekannte Pilze im Ring

UmUlmHerum, (vor 4570 Tagen) @ Mani walter

==> also nochmals rein in die Bücher! (.... Internet - Schlüssel?)

Hallo Mani,

falls Du noch einen Psathyrella-Schlüssel (Internet) suchst und diesen noch nicht kennen solltest:
"Provisorischer Schlüssel: Psathyrella" von Andreas Melzer
http://www.vielepilze.de/selten/psat/key/key.pdf
http://www.vielepilze.de/selten/psat/psat.html

Viel Erfolg bei der Bestimmung!

Viele Grüße - Rika

Re: Unbekannte Pilze im Ring *PIC*

Mani walter, (vor 4569 Tagen) @ Stephan Weißer

Psathyrella (spadiceogrisea) gefällt mir als Idee.
Solche leicht bohnen- bis nierenförmige Sporen in dieser Größe habe ich bei
dieser Art unter dem Mikroskop auch schon gesehen.
Jetzt noch die Frage zu den Zystiden: wo genau waren die: nur an der Schneide
oder auch an der Lamellenfläche? Trugen manche Kristallablagerungen oder
nicht (so wie du sie gezeichnet hast, offenbar nicht!)?
Dann kannst du eigentlich schon mit dem Schlüsseln anfangen.

Besten Dank euch.
Wie erwähnt, befasste ich mich noch einmal mit Schwerpunk auf die Zystiden.
Die bereits skizzierten und alle neu gefundenen Elemente fanden sich an den Schneiden der Lamellen. Es gibt offensaichtlich keine Pleurozystiden. Kaum eine der Zystiden zeigte Inkrustierungen.
OK - ich starte nun mal mit dem Schlüsseln.
Gruss Mani

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Re: Unbekannte Pilze im Ring

Stephan Weißer, (vor 4568 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,
schöne Dokumentation der Mikromerkmale. Jetzt weißt du, was es heißt, eine so schnell dahingesagte Art wie Psathyrella spadiceogrisea sicher zu bestimmen.
Liebe Grüße und weiterhin schöne Funde
Stephan

Re: Unbekannte Pilze im Ring

Mani walter, (vor 4568 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Mani,
schöne Dokumentation der Mikromerkmale. Jetzt weißt du, was es heißt, eine so
schnell dahingesagte Art wie Psathyrella spadiceogrisea sicher zu
bestimmen.
Liebe Grüße und weiterhin schöne Funde
Stephan

Hoi Stephan
Es ist schon so, wie du schreibst. Unsere Pilzbestimmungsarbeiten erfordern sehr viel Zeit. Doch wenn wir dies gerne tun, sind plötzlich hundert, dreihundert und gar mehr Pilze (gegenwärtig etwa meine Grössenordnung) mit den Schlüsseln bestimmt. Doch bei unseren kleineren Braunen werde ich wohl kaum je zum Spezialisten werden.
Die Unterstützung aus unserem Forum ist gerade deshalb auch Motivation zu Mehr.
Vielen Dank und liebe Grüsse Mani

Re: Unbekannte Pilze im Ring

pilzmel ⌂, (vor 4568 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,
ich habe erst jetzt mitbekommen, um was es hier geht. Bin etwas skeptisch mit spadiceogrisea, will diese Art aber nicht ausschließen. Es sollten eigentlich häufige Pleurozystiden vorhanden sein, auch nicht selten Cheilozystiden, die aber inmitten zahlreicher ballonförmiger Zellen an der Lamellenschneide fast untergehen. Funde größerer Psathyrellen im Frühjahr sind allerdings zumeist spadiceogrisea...oder etwas dicht dran.
Beste Grüße!
Andreas

Re: Unbekannte Pilze im Ring

Mani walter, (vor 4567 Tagen) @ pilzmel

Hallo Mani,
ich habe erst jetzt mitbekommen, um was es hier geht. Bin etwas skeptisch mit
spadiceogrisea, will diese Art aber nicht ausschließen. Es sollten
eigentlich häufige Pleurozystiden vorhanden sein, auch nicht selten
Cheilozystiden, die aber inmitten zahlreicher ballonförmiger Zellen an der
Lamellenschneide fast untergehen. Funde größerer Psathyrellen im Frühjahr
sind allerdings zumeist spadiceogrisea...oder etwas dicht dran.
Beste Grüße!
Andreas

Hallo alle zusammen
Nun vorerst mal vielen Dank an dich Andreas. Ganz toll, was du hier geschaffen hast. Dazu ist echte Leidenschaft erforderlich - super!
Nun habe ich mich bereits mehrmals aufs Glatteis der Psathyrellas gewagt; stelle ich fest, und dabei bin ich stets am Rotieren ... Hahahaha -- mmmhh!
Also mein Pilz besitzt an der Lamellenschneide auch ballonförmige 10 bis 20 My grosse Zellen. Und deren Hutbreite erreichte natürlich nie die Grösse von viel über 30mm. Zystiden anderseits sind generell rar!
Mit dem Buch von M.Moser kam ich mit Schlüsseln auf P. vernalis.
Mit Funga Nordica S623 findet sich auch P. spadiceaogrisea Schaeff. syn. P. vernalis Lange u. Moser, doch dieser Pilz müsste gemäss FN kristallisierte Pleuros haben.
Nicht zuletzt auch mit deinem interessanten Schlüssel gibt es nun noch die Alternativen von P. pseudocorrigis (FUNO-618) und P. Phlegeophila.
Beim ersteren von pinkigen Lamellenschneiden geschrieben wie in deinem Schlüssel.
Habe wohl etwas verspätet und schliesslich vergebens danach gesucht.
Dies sind also meine Favoriten. Wie nun weiter frage ich mich?
Andreas: Unter http://www.micologiaiberica.com/viewtopic.php?f=64&t=13060#p69612
hast du einmal auf eine P. pseudocorrigis in englischer Sprache reagiert - es würde mich interessieren, was daraus wurde, denn die dortige Foto zeigt etwa gleichen Habitus mit etwa gleichen Macromerkmalen wie meiner.Z.B. Hut oben in Farbe und Riefung und St. ockerlich und Spitze weisslich.
Klar ich bleibe noch dran und grüsse euch Mani