Ritter aus vergangenen Tagen *PIC*

Fiedelmaxe, (vor 4569 Tagen)

Liebe Pilzexperten
, aufgrund der anhaltenden Trockenheit/Pilzarmut durchforste ich zur Bekämpfung der Entzugserscheinungen meine Bestimmlingsarchive aus der Vergangenheit, hier drei Ritterfunde aus Wiesbaden, alle im Herbst aus einem alten Eichenpark (bekannt für Raritäten), jeweils unter Quercus. Der erste ist gesichert (Tricholoma acerbum), da von Hermine Lotz/Helmut Sandau dankenswerterweise mikroskopiert; bei dem Grüngelblichen tippe ich auf T. Sejunctum, bei Nr 3/4 mutmaße ich trotz des merkwürdig schuppig-felderigen und trockenen Hutes T. ustaloides (weiße Ringzone an Stielspitze). Auch wenn nur anhand der Bilder wohl keine endgültige Klarheit geschafft werden kann, bin ich für hilfreiche Kommentare sehr dankbar.
Beste Grüße ,

Sebastian

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Re: Ritter aus vergangenen Tagen

Beorn, (vor 4569 Tagen) @ Fiedelmaxe

Hallo, Sebastian!

Ich bin zwar weiß Gott kein Experte, erst recht nicht für Ritterlinge, aber was hältst du für den dritten von Tricholoma fracticum?
T. sejunctum für den zweiten finde ich jedenfalls sehr passend.
Bin mal gespannt, was Ingo et al. dazu einfällt.

LG, pablo.

Re: Ritter aus vergangenen Tagen *PIC*

Fiedelmaxe, (vor 4569 Tagen) @ Beorn

Hallo, Sebastian!
Ich bin zwar weiß Gott kein Experte, erst recht nicht für Ritterlinge, aber
was hältst du für den dritten von Tricholoma fracticum?
T. sejunctum für den zweiten finde ich jedenfalls sehr passend.
Bin mal gespannt, was Ingo et al. dazu einfällt.
LG, pablo.

Hallo Pablo,

das war tatsächlich auch meine erste spontane Idee, da ich T. fracticum kurz zuvor ebenfalls gefunden hatte (Foto), allerdings standesgemäß unter Kiefer, und an dieser Fundstelle gibt es, wie der Name des Parks verheißt ("Unter den Eichen") weit und breit nur Quercus , was fracticum - wenn ich nicht irre- sehr unwahrscheinlich macht.

LG Sebastian

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Re: Ritter aus vergangenen Tagen

Beorn, (vor 4569 Tagen) @ Fiedelmaxe

was fracticum
- wenn ich nicht irre- sehr unwahrscheinlich macht.
LG Sebastian

Hoppla.
Das stimmt natürlich, da hatte ich nun nicht dran gedacht.
Also zurück zu ustaloides. ;)

LG, Pablo.

Re: Ritter aus vergangenen Tagen

Klaas, (vor 4569 Tagen) @ Fiedelmaxe

Hallo Sebastian,

den "Gerippten" fand ich dort leider noch nicht, das "Sejunctum-Aggregat" wächst noch rel. regelmäßig an der großen Kreuzung,
die "Fastberingten" sind eher T. ustaloides, wenn sie vorne am Straßenrand gewachsen waren. Jedenfalls nach meiner sehr
bescheidenen Erfahrung aus dem Gebiet und zur Gattung.

Ich bin dort nicht mehr so oft - besonders, weil es mir auf den S**k geht, dass dort zu Unzeiten gemäht wird, Bäume gefällt werden,
die IMHO niemanden in den nächsten 100 Jahren gefährden könnten, "Pilzfreunde" körbeweise zu "Untersuchungszwecken" Boleten heraustragen
und sich die sog. "Raritäten" immer rarer machen. Ich bin gespannt, ob sich bestimmte Amaniten nach - jedenfalls soweit ich es beobachten
konnte - Totalausfall im vergangenen Jahr in 2014 nochmals zeigen werden. Tiefe Spuren und Bodenverdichtung vom Mähen mit schwerem Gerät
nach den ersten Regenfällen... Oder eben Sammler, die schneller waren als ich mit der blöden Knipse gewappnet anstelle von Messer und Gabel.

Ich bin etwas unschlüssig, ob ich Dich bitten soll, das Gebiet nicht noch näher in Foren publik zu machen, oder eben doch noch mehr,
um viell. mal endlich irgendwann irgendwo irgendetwas "verändern" zu können. Schön wäre es, wenn immerhin einige der raren Arten dort
resistent und wieder auffindbar blieben, auch wenn dies nur ein für mich sehr seltsamer und künstlicher (dennoch einzigartiger) Standort ist.

Falls Du mal Lust auf einen fleischfresserverachtenden Pilzfreund hast, können wir uns im Gebiet einmal treffen, dieses Jahr eher nicht,
so wie der Regen hier wieder einmal nicht fällt... Ansonsten eher per PM.

Grüße
Klaas

Re: Ritter aus vergangenen Tagen

interhias ⌂, (vor 4568 Tagen) @ Fiedelmaxe

Hallo Sebastian,

aufgrund der grünen Farben und radialfasrigen Hüte sollte der zweite schon ziemlich sicher T. sejunctum sein. Ich stelle im nächsten Beitrag eine Vergleichskollektion ein.

Grüße
Hias

Re: Ritter aus vergangenen Tagen

Stephan Weißer, (vor 4568 Tagen) @ Fiedelmaxe

Wenn das T. ustaloides sein soll, müssen die Pilze stark nach Mehl gerochen und eine bittere Huthaut aufgewiesen haben. Hast du da Informationen zu?

Würden mir die Pilze in einem Korb vorgelegt und wären die Fundumstände komplett unbekannt, kämen sie mir rein optisch nicht wie T. ustaloides, sondern wie T. vaccinum oder T. pseudonictitans vor, aber wenn es am Fundort, wie geschrieben wurde, kein Nadelholz gibt, können sie dies alles natürlich nicht sein.

Ergänzung *PIC*

Stephan Weißer, (vor 4568 Tagen) @ Stephan Weißer

Hier habe ich aus meinem Archiv zum Vergleich eine T.-ustaloides-Kollektion (ebenfalls unter Eiche; vergesellschaftet mit Satanspilz und Grünem Knolli) ausgegraben. Mehlgeruch und bitterer Geschmack der Huthaut wurden geprüft.

Bei dem Hut rechts im Vordergrund kann man ein Aufschuppen des ansonsten glatt-schmierigen Hutes erahnen, was ja bei der Wiesbaden-Kollektion sehr stark auftritt; der Braun-Weiß-Übergang in der oberen Stielhälfte ist nicht immer ganz akkurat, wie das Exemplar ganz links zeigt; insgesamt kommt der Farbton des Hutes im Vergleich mit der Wiesbaden-Kollektion ganz gut hin.

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Re: Ritter aus vergangenen Tagen

Fiedelmaxe, (vor 4568 Tagen) @ Klaas

Hallo Sebastian,
den "Gerippten" fand ich dort leider noch nicht, das
"Sejunctum-Aggregat" wächst noch rel. regelmäßig an der großen
Kreuzung,
die "Fastberingten" sind eher T. ustaloides, wenn sie vorne am
Straßenrand gewachsen waren. Jedenfalls nach meiner sehr
bescheidenen Erfahrung aus dem Gebiet und zur Gattung.
Ich bin dort nicht mehr so oft - besonders, weil es mir auf den S**k geht,
dass dort zu Unzeiten gemäht wird, Bäume gefällt werden,
die IMHO niemanden in den nächsten 100 Jahren gefährden könnten,
"Pilzfreunde" körbeweise zu "Untersuchungszwecken"
Boleten heraustragen
und sich die sog. "Raritäten" immer rarer machen. Ich bin gespannt,
ob sich bestimmte Amaniten nach - jedenfalls soweit ich es beobachten
konnte - Totalausfall im vergangenen Jahr in 2014 nochmals zeigen werden.
Tiefe Spuren und Bodenverdichtung vom Mähen mit schwerem Gerät
nach den ersten Regenfällen... Oder eben Sammler, die schneller waren als ich
mit der blöden Knipse gewappnet anstelle von Messer und Gabel.
Ich bin etwas unschlüssig, ob ich Dich bitten soll, das Gebiet nicht noch
näher in Foren publik zu machen, oder eben doch noch mehr,
um viell. mal endlich irgendwann irgendwo irgendetwas "verändern"
zu können. Schön wäre es, wenn immerhin einige der raren Arten dort
resistent und wieder auffindbar blieben, auch wenn dies nur ein für mich sehr
seltsamer und künstlicher (dennoch einzigartiger) Standort ist.
Falls Du mal Lust auf einen fleischfresserverachtenden Pilzfreund hast,
können wir uns im Gebiet einmal treffen, dieses Jahr eher nicht,
so wie der Regen hier wieder einmal nicht fällt... Ansonsten eher per PM.
Grüße
Klaas

Hallo Klaas,

du hast die Fundorte schon ziemlich genau beschrieben, die beiden wuchsen in ziemlicher Nähe, sejunctum etwas weiter zur Wegkreuzung unterhalb der Straße, ustaloides mehr nach oben zur Straße hin, das waren wohl genau deine Fundstellen.
Da ich das Gebiet erst seit ca. 1 1/2 Jahren kenne und auch nur gelegentlich aufsuche, waren mir die angesprochenen Probleme nicht bewusst; Speisepilzsammler habe ich dort tatsächlich noch nie getroffen, kann mir aber durchaus vorstellen, dass dort etliche geschützte Rarität in den Korb geht; allerdings habe ich den Eindruck, dass gerade hier im Forum(so wie bei mir) ganz andere Interessen Vorrang haben als die ausschließlich kulinarischen, deswegen glaube ich nicht, dass man da irgendetwas verheimlichen müsste.
Künstlich hin oder her (das sind ja die meisten Pilzgebiete mehr oder weniger), der Park ist aus meiner Sicht ein außergewöhnich interessanter Standort, was man unter Quercus erwarten kann, wird man dort über kurz oder lang wohl auch finden (sogar edulis wächst dort unter Eiche).
Einem Treffen wäre ich durchaus nicht abgeneigt, würde sich aber tatsächlich nur bei deutlich geeigneterer Witterung lohnen ..;-)
Herzliche Grüße,

Sebastian

Re: Ritter aus vergangenen Tagen

Fiedelmaxe, (vor 4568 Tagen) @ Stephan Weißer

Wenn das T. ustaloides sein soll, müssen die Pilze stark nach Mehl gerochen
und eine bittere Huthaut aufgewiesen haben. Hast du da Informationen zu?
Würden mir die Pilze in einem Korb vorgelegt und wären die Fundumstände
komplett unbekannt, kämen sie mir rein optisch nicht wie T. ustaloides,
sondern wie T. vaccinum oder T. pseudonictitans vor, aber wenn es am
Fundort, wie geschrieben wurde, kein Nadelholz gibt, können sie dies alles
natürlich nicht sein.

Ich muss gestehen, dass
a) meine Nase leider ein Totalausfall ist(weswegen ich im Bedarfsfall die widerwillige aber hochempfindliche Nase meiner Frau "missbrauchen" muss, leider in diesem Fall nicht geschehen)
b) ich es unverzeihlicherweise versäumt habe, Geschmacksproben zu machen.
Der Standort ist aber so eindeutig wie nur Möglich unter Eiche, also kann man Nadelwald-Arten wie vaccinum bzw. pseudonicitans wohl ausschließen, außerdem wäre der Fund mit ca. 200 m Höhe für diese mehr montanen Arten eher untypisch. Im übrigen kommt auch dort der Satanspilz vor (vom Hörensagen, gefunden hab ich ihn noch nicht)

Beste Grüße, Sebastian

Re: Ritter aus vergangenen Tagen

Ingo, (vor 4568 Tagen) @ Fiedelmaxe

Hallo Sebastian,

ich denke auch, dass es sich bei den zuletzt gezeigten Exemplaren um T. ustaloides handelt.
Allein vom Standort her und auch mangels Alternativen. Eine Geruchs- und Geschmacksprobe hätte nicht
allzuviel gebracht. Alle Arten, die so daherkommen, riechen ausnahmslos mehlig und sind mehr oder weniger bitter.

Grüßlis Ingo

Re: Ritter aus vergangenen Tagen *PIC*

Mani walter, (vor 4567 Tagen) @ Ingo

Hallo Forum
Wenn ich schon am Googeln bin, dann gestatte ich mir, Tricholoma sejunctum ebenfalls zu bestätigen. Foto zum Vergleich.
LG. Mani

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