Inocy *PIC*

Schirmling88, (vor 4552 Tagen)

Hallo Zusammen,

nach den Streifzügen der letzten Wochen habe ich den Eindruck, dass die Rötlinge verschlafen haben. Bisher kein einziges Exemplar hier. Würde mich interessieren, ob es derzeit überhaupt irgendwo Rötlinge zu finden gibt.

Dafür gibt es hier u.A. schon so Einiges an Risspilzen, wie beispielsweise diesen hier. Da ich mich mit der Gattung so gut wie gar nicht auskenne, bräuchte ich mal wieder Hilfe.

Gefunden habe ich sie im Auwald auf tonig-lehmigem, gut mit Basen versorgtem Untergrund unter Buche und Fichte. Zunächst hatte ich an eine mixtilis gedacht, was ich aber anschließend recht schnell wieder verwarf. Hier eine Kurzbeschreibung:

Hut: ocker-bräunlich, zunächst recht feinfaserig und nach dem Regen ziemlich schmierig

Lamellenfarbe: recht lange weißlich bleibend, dann grauend und schließlich hellbraun

Stiel: weißlich, längsrillig, basal stark knollig (fast gerandet) und beim trocknen auf nahezu ganzer Länge (mind. zweidrittel) stark bräunend und schließlich sogar schwärzend; Bereifung nicht beachtet

Geruch: neutral, spermatisch nicht feststellbar

Sporen: 9,5-12,5 x 7,5-9,5 überwiegend 11-12 lang und überwiegend asterospora

Zystiden: Hymenialcystiden schlank bis bauchig, flaschenförmig; die meisten ca. 65-75 x 15-19, einige wenige sogar fast 90µ lang, dickwandig, z.T. über 3µ, in 3%iger KOH weiterhin hyalin; Kaulocystiden stellenweise büschelig vorhanden, Größe und Form ähnlich wie Hymenialcystiden (vielleicht überwiegend etwas kleiner), fast alle (Hymenial und Kaulo) deutlich metuloid

Nach meinem bisherigen Stand sollen die Kandidaten dieses Artenkreises noch nicht weitestgehend geklärt sein. In dem Schlüssel der GPBW komme ich am ehesten auf I. praetervisa. Diese soll jedoch nach anderen Autoren nicht im Exsikkat bräunen bzw. schwärzen. Daher denke ich doch eher in Richtung I. xanthomelas, die in FN mit I.praetervisa sympatisiert. Da würde auch der Geruch sehr gut passen. Allerdings sollen sich die Cystidenwände von Xanthomelas in KOH gelblich verfärben. Das konnte ich nicht feststellen. Die I. substellata soll ja zudem auch recht ähnlich sein, mit dem Unterschied, dass sich die Cystidenwände nicht in KOH verfärben. Daher wäre das ja ebenfalls eine Option.

Vielleicht hat sich ja mittlerweile innerhalb dieses Artenkreises etwas getan. Würde mich freuen, wenn mir da jemand weiterhelfen könnte.

Anbei die Bilder, bei denen ich die Qualität entschuldigen muss, da mir da ziemlich viel Dreck in die Kamera gerutscht ist :-) (Mal schauen, was das Repaircafe so schafft).

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Sporen

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Hym.Cys

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Sporen

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Hym.Cys

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Hym.Cys

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Hym.Cys

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Hym.Cys

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Hym.Cys

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Kaulocystiden

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Kaulo

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Kaulo

Beste Grüße von der Bergstrasse
Michael

Re: Inocybe xanthomelas/substellata?

Violet, (vor 4550 Tagen) @ Schirmling88

...war eigentlich die Überschrift :-(

Grüß dich, Michael. Die Hüte sind sehr nass, man sieht also nicht so recht, wie die Textur und die Farbe eigentlich sind (vielleicht findest du sie ja bei Trockenheit nochmal und kannst noch ein Foto machen). In der Gruppe gibt es mehr Arten als angenommen - beispielsweise gibt es allein drei verschiedene "praetervisas" in den Genbanken - also mit jeweils unterschiedlicher Sequenz. Auch hier ist also akuter Handlungsbedarf. Ich habe mehrfach eine Inocybe mit starken Höckern wie deine, in moorigem Grund wachsend, gefunden, die ich keiner bekannten Inocybeart zuordnen konnte - und sie hat auch in der Tat eine (alnea nahestehende) unbekannte Sequenz.
Die Form der Sporen deiner Aufsammlung würde eher zu xanthomelas als zu praetervisa passen, die bräunenden Stiele auch, und die Zystidenwände sind bei unseren Aufsammlungen oft auch sehr hell - allerdings nie hyalin.

Herzliche Grüße aus meiner Mittagspause,
Ditte

Re: Inocybe xanthomelas/substellata? *PIC*

Schirmling88, (vor 4546 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

vielen Dank, dass Du deine Mittagspause geopfert hast um mir hier weiterzuhelfen.

Ich habe heute die Stelle noch einmal aufgesucht, doch leider waren keine Fruchtkörper mehr vor Ort. Ich werde sie aber weiterhin im Auge behalten.

Die Hüte waren m.E. schon extrem feinfaserig, so dass sie fast glatt zu sein schienen. Auch deshalb hatte ich schon Zweifel an einer praetervisa, die ja eine recht grobfaserige Textur besitzen soll. Im GPBW Schlüssel kam ich nicht direkt auf xanthomelas, da der Schlüssel als Alternative zu praetervisa von "meist kürzeren Sporen" spricht. Das "meist" hatte ich überlesen. Allerdings gehst Du auf deiner Seite tatsächlich von kürzeren Sporen (bis 10µ) aus. Auch die Hymenialzystiden geben Kühn. und Bours. um Einiges kürzer an. Ich denke aber auch, dass xanthomelas hier am wahrscheinlichsten ist. Vielleicht gibt es am Ende ja auch verschiedene xanthomelas, also so, wie es bei praetervisa der Fall zu sein scheint.
Anbei noch ein Foto des Exsikkats, welches mittlerweile ein richtig schönes Raucherbein bekommen hat.

Viele Grüße
Michael

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