Attraktive Bäume ....

haddy, (vor 9005 Tagen)

Hallo liebes Forum,

als ich gestern so durch meinen Austernseitlingswakd spazierte, auf der Suche nach leckeren, wurmfreien Pilzchen, hab ich mich gefragt was macht einen Baum für einen Pilz wirklich interessant.

Nun gut, es gibt ja da immer die Vorlieben-vermerke in jeglicher Literatur, aber in meiner Funga-Karriere-Laufbahn kann ich nicht sagen, dass die mich wirklich weiter gebracht hätten. (Ja, ich habe mehr als ein Buch gelesen ;)))) )

Also, dieser Wald ist ein Buchen-Mischwald, gemischt mit Kiefer, Fichte und Lärche zum grössten Teil. Dominierend ist jedoch die Buche.

Vor dem geistigen Auge kann mann den Wald in einen linken und rechten Bereich teilen, das sieht dann so aus:

Links: fast nur Buchen, einige Lärchen und Fichten, viel Laub auf dem Boden, kein Gras.

Rechts. viele Buchen, ein paar Fichten, Kiefern und Lärchen, Boden ist gras bewachsen, kaum Laub.

Beide Wälder sind relativ licht.

So, also schlenderte ich so von Baumstammhaufen zu Baumstammhaufen und machte folgende Beobachtungen:

Gefunden hab ich den Austernseitling an Buchen und an Lärchen.

Im linken Teil wächst nicht ein Austernseitling, obwohl die begutachteten Baumstämme annähernd gleich aussehen (so gleich wie ein Baumstamm halt aussehen kann. Ich würd ja sagen, da liegt zu viel "Müll" für das Mycelchen, aber da der Austernseitling ja AUF den Bäumen wächst und eigentlich ein Parasit ist dürfte ihn das doch nicht so immens stören? Also muß es wohl den Baum an sich verändern damit das Mycel da nicht einziehen will. Oder?

Die Baumstämme mussten mächtig sein, da war zum Beispiel ein Stapel mit 3 Buchenstämmen. Ein mächtiger (ca 60cm Durchmesser) ein mittlerer (ca. 40cm Durchmesser) und ein kleiner (ca. 20cm Durchmesser), alle gleich bemmost und anscheinend im gleichen Zerfallsalter. Am kleinsten und mittleren wuchsen nur Judasohrenund ein paar Samtfußrüblinge und nur der große hatte Austernseitlinge zu bieten. Das mach ich mal davon abhängig, dass die krümelige Rindenzwischenschicht bei größeren Bäumen auch dicker wird (im Verhältnis gesehen) und das Mycelium da wohl besser durchkriechen kann. Wie seht ihr das?

Die eine Lärche an der ich den Pilz gefunden hab, war eher eine Ausnahme, alle anderen Lärchenstämme hatten überhaupt nix zu bieten. Bei der Beobachtung ist mir aufgefallen, dass der Seitling wohl auf glatte Flächen steht, ist ihm die Rinde der Lärche zu uneben? Diese bestimmte Lärche war nämlich schon fast ausgezogen, also ohne Rindenkleid.

ich war seitdem schon mindestens in 8 anderen Buchenwäldern, ich wohne im Harz, Wälder gibt es hier en masse, aber auch da: nix für die Pfanne, nicht ein Austernseitling weit und breit (oh, doch, einen hab ich an einer unten rum nackten Fichte gefunden)

Dieses Phänomen ist mir nun schon bei einigen Pilzen aufgefallen (also, gleiche Bedingungen -->> unterschiedliches Wachstum) und von daher frage ich mich ernsthaft, was macht einen Baum nun wirklich interessant, wenn ein Pilzchen da den Mietvertrag unterschreibt?

Das wars erstmal, liebe Grüsse und viel Glück beim Sammeln
Haddy

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Re: Attraktive Bäume ....

Thomas Pruß, (vor 9005 Tagen) @ haddy

Moin Haddy,
ein ähnliches Phänomen ist mir auch schon aufgefallen: Austernseitlinge scheinen nur dann eine Chance zu haben ihre Fruchtkörper auszubilden, wenn sie ALS ERSTE den Baum besiedeln. Ist der Baum schon von anderen Pilzen erobert, ist kaum noch mit Aupis zu rechnen. Offensichtlich scheint der Austernpilz doch in einer erheblichen zwischenartlichen Konkurrenz zu stehen. Ein wenig verwundert das, denn es gibt ja Zuchtstämme, die so aggressiv sind, dass sie sogar verschimmelten Kaffeesatz überwuchern und Fruchtkörper ausbilden.
Grüsslis
Thomas

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Re: Attraktive Bäume ....

haddy, (vor 9004 Tagen) @ Thomas Pruß

Yep, das wollte ich grad noch als "vergessen" hinzuschreiben, der Austenseitling schätzt keine Untermieter, ist da ein anderes Pilzchen, bockt er rum ;))) War heute nochmal in nem anderen Wald, voller Buchen, aber auch da, nicht ein einziger Pilz *grummel* Überhaupt nicht leiden kann er IMHO Porlinge als Baumgenossen, die waren nämlich nie zu sehen an den Bäumen.

Ausserdem denke ich das es dem Austernseitlinhg schon zu warm und den anderen Pilzen noch zu kalt ist, hier bei uns zumindest.

Oh, und dann ist mir noch aufgefallen, dass er anscheinend auf trockene, klirrend kalte Luft steht, allerdings ohne Schnee und Regen, einfach "nur kalt"

Ach ja... was macht mann sich bloß für Mühe für eintotes stück Holz ;))))

So long Haddy

Moin Haddy,
ein ähnliches Phänomen ist mir auch schon aufgefallen: Austernseitlinge
scheinen nur dann eine Chance zu haben ihre Fruchtkörper auszubilden, wenn
sie ALS ERSTE den Baum besiedeln. Ist der Baum schon von anderen Pilzen
erobert, ist kaum noch mit Aupis zu rechnen. Offensichtlich scheint der
Austernpilz doch in einer erheblichen zwischenartlichen Konkurrenz zu
stehen. Ein wenig verwundert das, denn es gibt ja Zuchtstämme, die so
aggressiv sind, dass sie sogar verschimmelten Kaffeesatz überwuchern und
Fruchtkörper ausbilden.
Grüsslis
Thomas

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Re: Attraktive Bäume ....

42, (vor 9004 Tagen) @ haddy

Yep, das wollte ich grad noch als "vergessen" hinzuschreiben, der
Austenseitling schätzt keine Untermieter, ist da ein anderes Pilzchen,
bockt er rum

'Meine' Austernseitlinge wuchsen ausschließlich an alten, dicken, lebenden
Buchen. Einzige Ausnahme war eine große, ebenfalls dicke TOTE Buche voller
Spechtlöcher und jeder Menge diverser Porlingsarten. Und die Fundzeit war/ist
normalerweise Dezember.

Thomas

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Re: Attraktive Bäume ....

Der Unwissende, (vor 9003 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo

Echt? hast Du vielleicht einen solchen Stamm? Meine hier sind alle ziemlich empfindlich gegen Kontaminationen. Die verzeihen nicht die kleinste Verunreinigung. Wäre sehr daran interessiert, kannst Du mir da vielleicht weiterhelfen? mit einem wirklich agressiv wachsendem Stamm?

Danke, uw

Moin Haddy,
ein ähnliches Phänomen ist mir auch schon aufgefallen: Austernseitlinge
scheinen nur dann eine Chance zu haben ihre Fruchtkörper auszubilden, wenn
sie ALS ERSTE den Baum besiedeln. Ist der Baum schon von anderen Pilzen
erobert, ist kaum noch mit Aupis zu rechnen. Offensichtlich scheint der
Austernpilz doch in einer erheblichen zwischenartlichen Konkurrenz zu
stehen. Ein wenig verwundert das, denn es gibt ja Zuchtstämme, die so
aggressiv sind, dass sie sogar verschimmelten Kaffeesatz überwuchern und
Fruchtkörper ausbilden.
Grüsslis
Thomas

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Re: Attraktive Bäume ....

Thomas Pruß, (vor 9003 Tagen) @ Der Unwissende

Moin „Unwissender“,
nee, leider kann ich dir da nicht weiterhelfen, da meine Kultur das Zeitliche gesegnet hat. Aber ich denke, dass es hier im Forum jemanden gibt, der dich versorgen kann (GOTTFRIIIEEED!!!!)
Grüsslis
Thomas

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Re: Aggressive Kulturstämme?

Gottfried, (vor 9003 Tagen) @ Der Unwissende

Hallo uw,
schön, nach langer Zeit wieder einmal etwas von Dir zu hören.
Die meisten im Umlauf befindlichen Kulturstämme wurden von den Züchtern weitestgehend manipuliert und sind dadurch weniger starkwüchsig!

Aus der Literatur weiß ich, das Walter (Haidvogel) AT einen derart aggressiven Stamm Pl. ostreatus hat(te), der tatsächlich Schimmel mühelos überwuchert hat.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Naturfund gemacht, wobei sich schon nach 12 Stunden (!) ein Myzelhof um die Ftk- Stücke bildet. Das ist nach meiner Meinung extrem schnell. Allerdings muß noch geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Pl. ostreatus oder eine andere Art von Pleurotus handelt.

Sehr starkwüchsig und aggressiv ist nach meinen Beobachtungen auch der Flamingoseitling (Pleurotus djamor), der nicht nur Schimmel mühelos und extrem schnell killt. Mit Abstrichen gilt das auch für den Ulmenrasling (Hypsizygus ulmarius)!
Gruß G.

Hallo
Echt? hast Du vielleicht einen solchen Stamm? Meine hier sind alle ziemlich
empfindlich gegen Kontaminationen. Die verzeihen nicht die kleinste
Verunreinigung. Wäre sehr daran interessiert, kannst Du mir da vielleicht
weiterhelfen? mit einem wirklich agressiv wachsendem Stamm?
Danke, uw