Diese büschelig wachsende Stropharia fand ich im August letzten Jahres
in mit Holzhäcksel gemulchten Beeten in der Innenstadt von Akureyri
(Nordisland).
Mikroskopische Merkmale hab ich keine, da ich keine Exsikkate herstellen
konnte.
Was könnte das sein?
Georg
Hallo Georg,
das ist Stropharia percevalii, der Rostfüßige Träuschling (nach Noordeloos jetzt Psilocybe percevalii).
Siehe den Beitrag von Fredi Kasparek in der Südwestdeutschen Pilzrundschau 33(2): 22-25, 1997.
Die Art ist auch bei uns schon gefunden worden. Hier ein Auszug aus Band 4 der Großpilzflora Ba.-Wü. vorab:
9.11 Stropharia percevalii (Berkeley et Broome 1879) Saccardo 1887
Psilocybe percevalii (Berkeley et Broome) Orton 1969
Rostfüßiger Träuschling
Morphologie:Hut 2-8 cm breit, konvex bis flach gewölbt, nicht hygrophan, jung dotter- bis ockergelb, mit wenigen, gleichfarbenen oder etwas dunkleren, faserigen, anliegenden Schüppchen, Hutrand ungerieft, lange eingerollt. Lamellen beigegrau,später grauviolett, mit Lameletten untermischt, Schneiden fast weiß bewimpert. Stiel 3-12 x 0, 4-1,2 cm, enghohl, gleich dick, oberhalb der Ringzone glatt, mit kleinen weißen Flöckchen, darunter faserig. Sporenpulver schwarzbraun. Basidien 4-sporig, Cheilo- und Pleurocystiden vorhanden, teilweise als Chrysocystien ausgebildet.
Ökologie: Park- und Friedhofanlagen, Gartenbeete, Häckseldeponien auf sauren, trocken-sandigen, nährstoffarmen Böden, auf Holzhäcksel-Rindenmulch und Sägmehl-Strohmischungen.
Verbreitung in Baden-Württemberg: Einziger Fund: Schwarzwald, 7917/1, Schwenninger Friedhof, auf Holzhäcksel, Ende September 1996, KASPAREK, MÜNZMAY und SAAR. – Ein zweiter Fund (ohne genauere Funddaten) gelang SCHWÖBEL (Karlsruhe).
Allgemeine Verbreitung: Europa. Berichtet aus West- (Niederlande, Großbritannien), Mitteleuropa (Deutschland), Dänemark. In Deutschland 1978 von STEINDL bei Hamburg, 1988 von KREISEL bei Rostock, 1984 von L. KRIEGLSTEINER in Mainfranken (Bayern), um 1985 im Großraum Berlin von LUDWIG gefunden. Inzwischen wurde die Art ein zweites Mal bei Hamburg sowie einmal in Hessen und einmal in Westfalen nachgewiesen.
Beste Grüße,
Andreas