Kennt jemand diesen Träuschling ? *PIC*

Georg, (vor 8997 Tagen)

Diese büschelig wachsende Stropharia fand ich im August letzten Jahres
in mit Holzhäcksel gemulchten Beeten in der Innenstadt von Akureyri (Nordisland).
Mikroskopische Merkmale hab ich keine, da ich keine Exsikkate herstellen
konnte.
Was könnte das sein?

[image]

Georg

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weiß ich leider nicht, aber...

tom, (vor 8997 Tagen) @ Georg

Innenstadt von Akureyri

...das war doch sicher im botanischen Garten, oder? Schon erstaunlich so weit nördlich eine fast tropisch anmutende Flora zu finden...!
Was hast Du sonst an Pilzfauna auf Island gesichtet? 1989, Juli-August, bin ich dort über gar nichts gestolpert...

Grüße,

tom

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Träuschling ?

Karl Keck ⌂, (vor 8997 Tagen) @ Georg

Hallo Georg,

könnte das vielleicht gar kein Träuschling, sondern eine Agrocybe, ein Ackerling, sein?
Gruß Karl

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Re: Kennt jemand diesen Träuschling ?

Oktober, (vor 8997 Tagen) @ Georg

Hallo Georg,

ich denke Karl hat recht.
Die Dinger sehen aus, wie stattliche Exemplare von Agrocybe praecox.

Gruß
Oktober

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Re: Kennt jemand diesen Träuschling ?

Werner2, (vor 8996 Tagen) @ Georg

Hallo Georg,
ich kenne A. praecox recht gut; diese häufige Art wuchs bei mir einige Jahre zu Hunderten auf Holzhächsel im Garten, aber irgendwie passt dein Bild nicht gut.
Eine Stropharia ist es vermutlich nicht. In die engere Wahl sollte man aber auch Psilocybe percevalii (Berk. & Br.) Orten ziehen. Dies ist der "Holzmull-Klebkopf". Die Art wird bis zu 8 cm breit, hat jung fast orange ockerliche Hutfarben und wächst auf Holzmulch. Sie ist in England in Nordeuropa und zunehmend auch in der BRD verbreitet.
Gruss Werner2:

Diese büschelig wachsende Stropharia fand ich im August letzten Jahres

in mit Holzhäcksel gemulchten Beeten in der Innenstadt von Akureyri
(Nordisland).
Mikroskopische Merkmale hab ich keine, da ich keine Exsikkate herstellen
konnte.
Was könnte das sein?

Georg

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Re: Kennt jemand diesen Träuschling ? (Bild) *PIC*

Georg, (vor 8996 Tagen) @ Werner2

Hi Werner2,
also A. praecox ist es sicher nicht. Den kenn ich nämlich ebenfalls sehr gut. In Karlsruhe
im April/Mai Massenpilz. Ich hatte ja zuerst an Stropharia hornemanii gedacht. Dein Tip mit Psilocybe percevalii scheint mir aber eher
zu passen. Hier noch ein Bild vom selben Standort:

[image]

Dieses Bild aus Holland passt auch ganz gut:

http://home.wanadoo.nl/abiemans/e_psil_perc.html

Georg

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Re: weiß ich leider nicht, aber...

Georg, (vor 8996 Tagen) @ tom

Hi Tom,
der Standort war in der Innenstadt von Akureyri in angelegten Mulchbeeten
für Zierbüsche. Im Botanischen Garten war ich natürlich auch und der
ist wirklich beeindruckend. Was da alles wächst fast am Polarkreis ist
schon faszinierend. An Pilzen hab ich dort nur einige Hasenpfoten und Röhrlinge
(Birkenpilze und Goldröhrlinge) gesehen.
Ansonsten sind in Island überraschend viele Pilze zu finden.
Ich denke ich habe in den 3 1/2 Wochen die ich letztes Jahr dort war an die 100 Arten gesehen.
Die Zwergstrauchheiden sind reich an Mykorrhizapilzen, die oft höher
als ihre Wirtsbäume (Zwergweiden, Zwergbirken etc.) werden. In Stadtnähe
gibt es vielfach kleine angelegte Wälder die meist auch pilzreich sind. Daneben
ist die Ruderalpilzflora recht ausgeprägt (z.B. Düngerlinge und Tintlinge).

Georg

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Re: Kennt jemand diesen Träuschling ?

Andreas Gminder, (vor 8996 Tagen) @ Georg

Diese büschelig wachsende Stropharia fand ich im August letzten Jahres
in mit Holzhäcksel gemulchten Beeten in der Innenstadt von Akureyri
(Nordisland).
Mikroskopische Merkmale hab ich keine, da ich keine Exsikkate herstellen
konnte.
Was könnte das sein?

Georg

Hallo Georg,

das ist Stropharia percevalii, der Rostfüßige Träuschling (nach Noordeloos jetzt Psilocybe percevalii).
Siehe den Beitrag von Fredi Kasparek in der Südwestdeutschen Pilzrundschau 33(2): 22-25, 1997.

Die Art ist auch bei uns schon gefunden worden. Hier ein Auszug aus Band 4 der Großpilzflora Ba.-Wü. vorab:

9.11 Stropharia percevalii (Berkeley et Broome 1879) Saccardo 1887
Psilocybe percevalii (Berkeley et Broome) Orton 1969
Rostfüßiger Träuschling

Morphologie:Hut 2-8 cm breit, konvex bis flach gewölbt, nicht hygrophan, jung dotter- bis ockergelb, mit wenigen, gleichfarbenen oder etwas dunkleren, faserigen, anliegenden Schüppchen, Hutrand ungerieft, lange eingerollt. Lamellen beigegrau,später grauviolett, mit Lameletten untermischt, Schneiden fast weiß bewimpert. Stiel 3-12 x 0, 4-1,2 cm, enghohl, gleich dick, oberhalb der Ringzone glatt, mit kleinen weißen Flöckchen, darunter faserig. Sporenpulver schwarzbraun. Basidien 4-sporig, Cheilo- und Pleurocystiden vorhanden, teilweise als Chrysocystien ausgebildet.

Ökologie: Park- und Friedhofanlagen, Gartenbeete, Häckseldeponien auf sauren, trocken-sandigen, nährstoffarmen Böden, auf Holzhäcksel-Rindenmulch und Sägmehl-Strohmischungen.

Verbreitung in Baden-Württemberg: Einziger Fund: Schwarzwald, 7917/1, Schwenninger Friedhof, auf Holzhäcksel, Ende September 1996, KASPAREK, MÜNZMAY und SAAR. – Ein zweiter Fund (ohne genauere Funddaten) gelang SCHWÖBEL (Karlsruhe).

Allgemeine Verbreitung: Europa. Berichtet aus West- (Niederlande, Großbritannien), Mitteleuropa (Deutschland), Dänemark. In Deutschland 1978 von STEINDL bei Hamburg, 1988 von KREISEL bei Rostock, 1984 von L. KRIEGLSTEINER in Mainfranken (Bayern), um 1985 im Großraum Berlin von LUDWIG gefunden. Inzwischen wurde die Art ein zweites Mal bei Hamburg sowie einmal in Hessen und einmal in Westfalen nachgewiesen.

Beste Grüße,
Andreas

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Danke *oT*

Georg, (vor 8996 Tagen) @ Andreas Gminder

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