Bestimmung von Rotfussröhrlingen *PIC*

Ingo, (vor 4425 Tagen)

Hallo Forum,

weil es hier für die Hauptsaison momentan recht gesittet zugeht, möchte ich mal ein paar von den allseits beliebten
Rotfußröhrlingen ins Rennen schicken. Irgendwelche Exkursionen musste ich nicht unternehmen, denn die standen
allesamt auf dem Gelände des beschaulichen, Brandenburger Campingplatzes, wo ich mich in meiner Freizeit gerne
mal aufhalte. In meinem "Wohnzimmer" sozusagen.

Kollektion Nummer numero uno fand ich mal tatsächlich unter einer Eiche.

[image]

[image]

Vom Erscheinungsbild sollte nichts anderes als Xerocomellus engelii in Betracht kommen.

Kollektion Nummer zwei bereitet mir etwas Kopfzerbrechen. Eigentlich ist es gar keine echte Kollektion, da die drei
Vertreter von verschiedenen Standorten stammten. Der Linke wuchts unter einem Korkenzieherhasel, der Mittlere bei
einer Schwarzpappel und der Rechte in einer Stranddüne (meine ewige Bubalinus-Stelle) unter Sanddorn, unweit einer
weiteren Schwarzpappel. Alle drei immer nebeneinander im direkten Vergleich bieten schon eindeutige
makroskopische Unterschiede. Vor Allem das linke Exemplar gegenüber den beiden Pappelbegleitern.

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Eigentlich gibt es am Standort des linken Rotstiels immer nur X. chrysenteron. Das Exemplar im Bild sollte sich demnach
noch im Rahmen des Möglichen bewegen. Was ich von den beiden Anderen halte, könnt ihr euch sicher denken.

Zu allem Überfluss standen 20 m vom rechten Exemplar entfernt, inmitten von Jungespen, diese Kollegen herum.

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Aufgrund der eindeutigen Färbung der Hutoberfläche (in Natura fast wie Heiderotkappen!) kann hier nur
Xerocomellus rubellus infrage kommen. Was meint ihr denn dazu?

Grüßlis Ingo

Re: Bestimmung von Rotfussröhrlingen

Gernot, (vor 4425 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Koll. 1 schaut für mich nach relativ typischen X. cisalpinus aus. Der linke Frkp. von Koll. 2 ebenso.

Zu den Pappelbegleitern sag ich lieber nix, da ich X. bubalinus nicht gut genug kenne.

Rothütige Xerocomellus-Arten gibt es mehrere, also muss man deshalb nicht gleich auf X. rubellus schließen. Schade, dass die Stielbasis nicht vorhanden ist - hätte man als Anhaltspunkt auf die karottenroten Punkte von X. rubellus überprüfen können. Ansonsten würde ich halt mal das Mikro anschmeißen.

Schöne Grüße
Gernot

Hallo Forum,
weil es hier für die Hauptsaison momentan recht gesittet zugeht, möchte ich
mal ein paar von den allseits beliebten
Rotfußröhrlingen ins Rennen schicken. Irgendwelche Exkursionen musste ich
nicht unternehmen, denn die standen
allesamt auf dem Gelände des beschaulichen, Brandenburger Campingplatzes, wo
ich mich in meiner Freizeit gerne
mal aufhalte. In meinem "Wohnzimmer" sozusagen.
Kollektion Nummer numero uno fand ich mal tatsächlich unter einer Eiche.


Vom Erscheinungsbild sollte nichts anderes als Xerocomellus engelii in
Betracht kommen.
Kollektion Nummer zwei bereitet mir etwas Kopfzerbrechen. Eigentlich ist es
gar keine echte Kollektion, da die drei
Vertreter von verschiedenen Standorten stammten. Der Linke wuchts unter einem
Korkenzieherhasel, der Mittlere bei
einer Schwarzpappel und der Rechte in einer Stranddüne (meine ewige
Bubalinus-Stelle) unter Sanddorn, unweit einer
weiteren Schwarzpappel. Alle drei immer nebeneinander im direkten Vergleich
bieten schon eindeutige
makroskopische Unterschiede. Vor Allem das linke Exemplar gegenüber den
beiden Pappelbegleitern.

Eigentlich gibt es am Standort des linken Rotstiels immer nur X.
chrysenteron. Das Exemplar im Bild sollte sich demnach
noch im Rahmen des Möglichen bewegen. Was ich von den beiden Anderen halte,
könnt ihr euch sicher denken.
Zu allem Überfluss standen 20 m vom rechten Exemplar entfernt, inmitten von
Jungespen, diese Kollegen herum.

Aufgrund der eindeutigen Färbung der Hutoberfläche (in Natura fast wie
Heiderotkappen!) kann hier nur
Xerocomellus rubellus infrage kommen. Was meint ihr denn dazu?
Grüßlis Ingo

Re: Bestimmung von Rotfussröhrlingen

Ingo, (vor 4425 Tagen) @ Gernot

vorhanden ist - hätte man als Anhaltspunkt auf die karottenroten Punkte
von X. rubellus überprüfen können. Ansonsten würde ich halt mal das Mikro
anschmeißen.

Hallo Gernot,

vielen Dank einstweilen. Ich muss mal ein ernstes Wort mit den Maden sprechen.
Die versauen mir regelmäßig die schönsten Bestimmungsbilder bei den Rotfüßen.

Grüßlis Ingo

Re: Bestimmung von Rotfussröhrlingen

Gernot, (vor 4425 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

wieso denn, der durchgeschnittene Fruchtkörper schaut doch ganz madenfrei aus :p

Schöne Grüße
Gernot

Hallo Gernot,
vielen Dank einstweilen. Ich muss mal ein ernstes Wort mit den Maden
sprechen.
Die versauen mir regelmäßig die schönsten Bestimmungsbilder bei den Rotfüßen.
Grüßlis Ingo

Vorschläge

Jürgen, (vor 4425 Tagen) @ Ingo

Hallo,

Bild 1: X. cisalpinus
Bilder 2-6: links X. cisalpinus
Bilder 2-6: mitte + rechts X. rubellus agg. (incl. X. communis/engelii bzw. "bubalinus" ss. auct.)
Bild 7: X. ripariellus oder besonders roter X. cisalpinus

Gruß, Jürgen

Re: Vorschläge

Gernot, (vor 4424 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

Bilder 2-6: mitte + rechts X. rubellus agg. (incl. X. communis/engelii bzw.
"bubalinus" ss. auct.)

Könntest du bitte kurz erklären, was es mit X. bubalinus ss. auct. auf sich hat?

Schöne Grüße
Gernot

Hallo,
Bild 1: X. cisalpinus
Bilder 2-6: links X. cisalpinus
Bilder 2-6: mitte + rechts X. rubellus agg. (incl. X. communis/engelii bzw.
"bubalinus" ss. auct.)
Bild 7: X. ripariellus oder besonders roter X. cisalpinus
Gruß, Jürgen

Re: Vorschläge

Ingo, (vor 4424 Tagen) @ Jürgen

Bild 7: X. ripariellus oder besonders roter X. cisalpinus

Hallo Jürgen,

tausend Dank! "Normale Rotfüße" scheint es bei mir dann auch nicht zu geben.
Diese Erfahrung mußte ich vor Jahren schon mit Ziegenlippen machen.
Die entpuppten sich allesamt als Braune Filzröhrlinge.
Schade eigentlich, dass es die Rotfußschwemme bei uns nur alle Jubeljahre mal
gibt. Kein Wunder, wenn ich mir dann ein wenig überfordert vorkomme.

Die letzte Kollektion stand übrigens in parkähnlichem Gelände an einer Stelle mit gestörtem Boden.
Die ausgewachsenen Exemplare hatten Hutdurchmesser von 15-20 cm!

Grüßlis Ingo

Re: Bestimmung von Rotfussröhrlingen

Ingo, (vor 4424 Tagen) @ Gernot

wieso denn, der durchgeschnittene Fruchtkörper schaut doch ganz madenfrei aus

p

Hallo Gernot,

in der Tat. Die Basis ist mir abgegengen, als ich den Pilz aus dem Boden nehmen wollte. Sie war eben mal weggefault. Dementsprechend setze ich alles auf ein
Schnittbild mit dem hübschen kleinen Exemplar rechts im Bild. Den konnte ich zwar komplett bergen, aber es war definitiv kein Stielfleisch mehr vorhanden.
So schlimm fand ich's dann auch wieder nicht, weil ja "sowieso alles Rubellusse" waren.

So what - Ingo

Re: Vorschläge

Jürgen, (vor 4424 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

Assyov, Gelardi, Lannoy & Estades, Knudsen & Westerholt, Kibby u. a. geben in ihren bubalinus-Beschreibungen einen mittleren Sporen-Q von 2,3 oder 2,4 an. Dies stimmt nicht mit der Originalbeschreibung von Oolbekkink & Duin überein, die 2,7 als mittleren Sporen-Q angeben.

Ebensowenig steht in der Originalbeschreibung, dass bubalinus die für rubellus agg. typischen "flame-red dots" in der Stielbasis haben darf.

Grüße, Jürgen

Re: Vorschläge

Gernot, (vor 4424 Tagen) @ Jürgen

Danke Jürgen,

jetzt erinnere ich mich wieder, dass es da diese Widersprüche gibt.

Schöne Grüße
Gernot

Hallo Gernot,
Assyov, Gelardi, Lannoy & Estades, Knudsen & Westerholt, Kibby u. a.
geben in ihren bubalinus-Beschreibungen einen mittleren Sporen-Q von 2,3
oder 2,4 an. Dies stimmt nicht mit der Originalbeschreibung von Oolbekkink
& Duin überein, die 2,7 als mittleren Sporen-Q angeben.
Ebensowenig steht in der Originalbeschreibung, dass bubalinus die für
rubellus agg. typischen "flame-red dots" in der Stielbasis haben
darf.
Grüße, Jürgen

Re: Bestimmung von Rotfussröhrlingen

TR, (vor 4424 Tagen) @ Ingo

Hallo Forum,
weil es hier für die Hauptsaison momentan recht gesittet zugeht, möchte ich
mal ein paar von den allseits beliebten
Rotfußröhrlingen ins Rennen schicken. Irgendwelche Exkursionen musste ich
nicht unternehmen, denn die standen
allesamt auf dem Gelände des beschaulichen, Brandenburger Campingplatzes, wo
ich mich in meiner Freizeit gerne
mal aufhalte. In meinem "Wohnzimmer" sozusagen.
Kollektion Nummer numero uno fand ich mal tatsächlich unter einer Eiche.


Vom Erscheinungsbild sollte nichts anderes als Xerocomellus engelii in
Betracht kommen.
Kollektion Nummer zwei bereitet mir etwas Kopfzerbrechen. Eigentlich ist es
gar keine echte Kollektion, da die drei
Vertreter von verschiedenen Standorten stammten. Der Linke wuchts unter einem
Korkenzieherhasel, der Mittlere bei
einer Schwarzpappel und der Rechte in einer Stranddüne (meine ewige
Bubalinus-Stelle) unter Sanddorn, unweit einer
weiteren Schwarzpappel. Alle drei immer nebeneinander im direkten Vergleich
bieten schon eindeutige
makroskopische Unterschiede. Vor Allem das linke Exemplar gegenüber den
beiden Pappelbegleitern.

Eigentlich gibt es am Standort des linken Rotstiels immer nur X.
chrysenteron. Das Exemplar im Bild sollte sich demnach
noch im Rahmen des Möglichen bewegen. Was ich von den beiden Anderen halte,
könnt ihr euch sicher denken.
Zu allem Überfluss standen 20 m vom rechten Exemplar entfernt, inmitten von
Jungespen, diese Kollegen herum.

Aufgrund der eindeutigen Färbung der Hutoberfläche (in Natura fast wie
Heiderotkappen!) kann hier nur
Xerocomellus rubellus infrage kommen. Was meint ihr denn dazu?
Grüßlis Ingo

Hallo Ingo,

wegen des starken Blauens würde ich bei allen Kollektionen zunächst von X. cisalpinus (in Brandenburg wahrscheinlich die häufigste Art) ausgehen. Der rubellus-Komplex ist über die Sporenmaße, X. ripariellus (möglicherweise das letzte Bild) über die Huthautstruktur abzugrenzen. Die Hutfärbung halte ich für kein gutes Merkmal.

Gruß
Thomas

Re: Bestimmung von Rotfussröhrlingen

Ingo, (vor 4424 Tagen) @ TR

Hallo Thomas,

vielen Dank auch dir. Bei Gernot und Jürgen fiel das Urteil ja ähnlich aus.
Ich fürchte, wir werden an diesem WE und vermutlich auch in den folgenden Wochen
keine Fruchtkörper mehr finden. Eine Woche Sonnenschein mit Ostwind sind
erfahrungsgemäß wenig förderlich. In den Agrarkarten ist auch schon wieder die
höchste Waldbrandstufe vermerkt. Ich werde das aber mal in den nächsten Jahren im
Auge behalten und versuchen, ein paar Funde zu bergen.

Grüßlis Ingo