Cortinarien JEC14, unbestimmt *PIC*

interhias ⌂, (vor 4288 Tagen)

Hallo nochmal,

jetzt noch zwei unbestimmmte Aufsammlungen.

Eine recht stämmige Telamonia mit großen Sporen aus dem sauren Fichtenwald:
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Die Sporen messen 10,1 x 6,4 (9-11,4 x 6,0-7,1), Q=1,57.

Die Bovini sollten keine blauen Töne im Fleisch haben. Ich weiß nicht, wo ich den einordnen soll.

Zum Schluss noch ein typischer "kleiner Brauner" aus einem Erlenbruch mit Fichte und Weide, der mit sehr kleinen Sporen (6,6 x 4,5 µm im Schnitt) daherkommt:

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Alle übrigen Infos zu den beiden Kollektionen findet ihr auf meiner Telamönchen-Seite unter den Nummern 8 bzw. 43.

Beste Grüße
Hias

Re: Cortinarien JEC14, unbestimmt

Andreas ⌂, (vor 4288 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

das erste wäre für mich klassischer Cortinarius solis-occasus. Was spricht dagegen?

beste Grüße,
Andreas

Cortinarius solis-occasus *PIC*

interhias ⌂, (vor 4288 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

da spricht eigentlich überhaupt nichts dagegen;-)
Höchstens die nicht ganz vorschriftsmäßigen, dunklen, purpurbraunen Lamellen des jungen Fruchtkörpers. Die haben mich sicherlich irritiert.
Trotzdem hätte ich wenigstens an die Art denken können, denn schon im September 2014 hatte ich im Zillertal einen sehr schönen und typischen C. solis-occasus auf saurem Boden gefunden:

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Auf dem folgenden Foto sieht man schon beim jungen Fk die lebhaft ziegelroten Lamellen, und die hatte der Fund aus Oberhof nicht.
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Die Sporenmaße passen jedenfalls perfekt.

Besten Dank für den Hinweis!
Hias

Re: Cortinarius solis-occasus

Andreas ⌂, (vor 4288 Tagen) @ interhias

Hallo Matthias,

C. solis-occasus und/oder C. laniger hatten wir ja während der JEC-Tagung in vielen Kollektionen ausliegend. Und es war für mich erhellend zu sehen, dass die Hälfte der Leute die Kollektionen solis-occasus und die andere Hälfte sie als laniger beschriftet hatten. Kollektionen, die aus demselben Gebiet stammten und sehr wahrscheinlich auch aus dem selben Myzel. gerade die Exkursion "Siegelbach bei Luisenthal" erbrahcte ja einen Unmenge von diesen Pilzen.
Und dieses Dilemma der Teilnhemer der JEC spiegelte genau meine Erfahrung mit solis-occasus wider: Die Art scheint nicht an basischen Boden gebunden zu sein, und der violette Farbton kann sehr stark schwanken. Manche Kollektionen sind so blau, dass man an C. malachius denken könnte, andere wiederum haben überhaupt kein Violett und könnten (zusammen mit der Ökologie) genausogut als velumschwache laniger angesprochen werden.

da spricht eigentlich überhaupt nichts dagegen;-)
Höchstens die nicht ganz vorschriftsmäßigen, dunklen, purpurbraunen Lamellen
des jungen Fruchtkörpers. Die haben mich sicherlich irritiert.
Trotzdem hätte ich wenigstens an die Art denken können, denn schon im
September 2014 hatte ich im Zillertal einen sehr schönen und typischen C.
solis-occasus auf saurem Boden gefunden:
Auf dem folgenden Foto sieht man schon beim jungen Fk die lebhaft ziegelroten
Lamellen, und die hatte der Fund aus Oberhof nicht.

beste Grüße,
Andreas

Re: Cortinarius solis-occasus *PIC*

Helmut, (vor 4287 Tagen) @ interhias

Servus Hias und Andreas,

"mein" C. laniger aus den armen, sauren Sandkiefernwäldern der Oberpfalz hatten - soweit ich mich erinnern kann - noch nie violette Farbtöne - egal in welchem Alter. Kann das wirklich sein, dass ein und dieselbe Telamonien-Art sowohl auf Kalkboden als auch auf so extrem armem und saurem Sandboden wachsen kann?

Gruß

Helmut

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Re: Cortinarius solis-occasus

Andreas ⌂, (vor 4287 Tagen) @ Helmut

Servus Hias und Andreas,
"mein" C. laniger aus den armen, sauren Sandkiefernwäldern der
Oberpfalz hatten - soweit ich mich erinnern kann - noch nie violette
Farbtöne - egal in welchem Alter. Kann das wirklich sein, dass ein und
dieselbe Telamonien-Art sowohl auf Kalkboden als auch auf so extrem armem
und saurem Sandboden wachsen kann?
Gruß
Helmut

Hallo Helmut,

ich wollte jetzt nicht behaupten, dass laniger und solis-occasus nicht trennbar wären. Aber ich tue mir sehr schwer, die Grenze zu ziehen. Natürlich habe ich auch diese rein ziegelfarbenen Kollektionen aus Biotopen wie Du sie beschreibst (auch Fichtenwälder), mit üppigem, fast wollig-wattigem weißen Velum. Typische laniger.
Aber die Kollektionen auf oberflächenversauerten Böden in jungen Fichtenforsten, die bereiten mir Schwierigkeiten. Wenn da nicht reiche Kollektionen da sind, wo einige Fruchtkörper Violetttöne aufweisen, dann finde ich das sehr schwierig. Und mitten im Thüringer Wald auf 800 m NN, in der reinen Fichtennadelstreu zwischen Boletus calopus, edulis, Fliegenpilzen und Pfeffer-Röhrlingen - da ist halt nunmal kein Kalk. Auch nicht ein bischen ....
Und trotzdem scheine ich in solchen Wäldern nahezu ausschließlich C. solis-occasus zu haben. Die Art scheint somit wesentlich häufiger und biotopunabhängiger zu sein als C. laniger. Das erstaunt mich halt ein wenig.

beste Grüße,
Andreas