Re: Orangene Becher - Byssonectria, bloß welche?

UmUlmHerum, (vor 4222 Tagen) @ Joschi Siembida

Hi Joschi,

merci für Deine ausführlichen Kommentare + Bilder!

Tja, es wird nicht einfacher... Der Standort ist mitten im Fichtenforst - ohne Sand und ohne Schafe ;-) Rehe gibt´s dort. Aber Du hast ja berichtet, dass Du beide Arten schon quasi nebeneinander gefunden hast. Also vergessen wir den Standort als Indiz. Was das "dicht gedrängt" betrifft, so sehe ich, dass die Apos stellenweise so eng beieinander stehen, dass sie sich gegenseitig deformieren, siehe die ersten 3 Bilder in meinem Eingangsbeitrag. Lass die erst mal alle heranwachsen und richtig reif werden, dann wird das Gedränge schon größer.

Paraphysenform: "meine" haben durchgängig eine 90-Grad-Krümmung. Bei fast allen (sicheren?) Mikro-Fotos von B. fusispora, die ich finden konnte, waren die P. nur leicht geknickt oder wellig, wie Joschi ja auch schreibt. Und die Apos von B. terrestris waren alle mehr gelb als orange.

Aber dann habe ich noch eine B.f. - B.t. - Diskussion gefunden, Joschi war auch beteiligt: Beitrag 231575 Schaut Euch mal die Mikros dort von Harzi an, insbesondere die Form und Pigmentierung der Paraphysen sowie die Verdickung an den Sporenpolen! Seine terrestris-Fruchtkörper sehen meine reifen seehr ähnlich, Form wie auch Farbe. Also wenn Ihr damals richtig bestimmt habt, müsste mein Fund B. terrestris sein.

Noch eine andere "blöde" Frage:
Wieso heißt B. fusispora auf deutsch eigentlich "Spindelsporiger" Becherling? Die anderen Byssonectria-Arten (alle? oder nur noch B. terrestris?) haben doch auch solche "spitzen" Sporen!

Gute Nacht – Rika

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Hallo Rika,
Hier würde ich noch folgendes ergänzen / anmerken: Die Paraphysen haben
leichte Knicke und/oder Wellen
Die Paraphysen sind zwar schon sehr weit gebogen, aber so richtig
Spazierstockartig / 180° rumgebogen sind sie auch nicht
Die Apos stehen zwar teilweise schon dicht zusammen, aber das geht noch
dichter und vorallem großflächiger dichter
B. terrestris hatte ich im Wald auf einem freigescherrten Schlafplatz von Reh
oder Hirsch und auf einem Wildwechsel. Beides mal ohne Losung in der nähe
so weit ich mich noch erinnern kann. In der Mehlinger Heide fand sich B.
terrestris an gleichen Standorten wie B. fussispora. Sprich in Verbindung
mit Stierkäfer Höhlen, die darin den Schaffdung recyceln.
B. fussispora gabs in der Heide an vielen Stellen. Urin oder Dungeintrag ist
dort nie auszuschließen wegen der Beweidung mit Schafen.
Das was ich bisher gesehen habe läßt mich eher an B. fusispora denken. Aber
ich hab die beiden Arten erst einmal gefunden und untersucht. Die
Fachleute für Dungpilze sind hier andere.
Marcel ist die nächsten Tage unterwegs und wird Dir warscheinlich nicht
Antworten können.
Ich häng Dir mal noch ein Standortfoto von B. terrestris und eine
Bilderbuch-Spazierstock-Paraphyse dran.
Gruß Joschi


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