Waldfreundruebling - wer kennt sich damit aus?

Werner, (vor 8934 Tagen)

Nachdem es nun wieder langsam Zeit fuer die bei mir massenhaft vorkommenden C. dryophilas wird, wollte ich mal Euch zu Euren Erfahrungen damit befragen.

In meiner Literatur wird die Geniessbarkeit sehr unterschiedlich beurteilt - von schwach giftig ueber (meistens) ungeniessbar oder wenig schmackhaft bis zu essbar.

Der angenehme Geruch dieser Pilze macht mich aber irgendwie an und ich wuerde deshalb doch mal gerne einen 'Sahnesaucenversuch' machen. Nur, wenn es wirklich voellig fuer die Katz sein sollte oder die Dinger sogar wirklich leicht giftig sein sollten, kann ich mir das auch verkneifen.

Wer hat sie schon mal probiert oder wer weiss Naeheres dazu?

Vielen Dank im Voraus,

Werner

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Re: Waldfreundruebling - wer kennt sich damit aus?

Björn, (vor 8932 Tagen) @ Werner

Nachdem es nun wieder langsam Zeit fuer die bei mir massenhaft vorkommenden
C. dryophilas wird, wollte ich mal Euch zu Euren Erfahrungen damit
befragen.
In meiner Literatur wird die Geniessbarkeit sehr unterschiedlich beurteilt -
von schwach giftig ueber (meistens) ungeniessbar oder wenig schmackhaft
bis zu essbar.
Der angenehme Geruch dieser Pilze macht mich aber irgendwie an und ich wuerde
deshalb doch mal gerne einen 'Sahnesaucenversuch' machen. Nur, wenn es
wirklich voellig fuer die Katz sein sollte oder die Dinger sogar wirklich
leicht giftig sein sollten, kann ich mir das auch verkneifen.
Wer hat sie schon mal probiert oder wer weiss Naeheres dazu?
Vielen Dank im Voraus,
Werner

Hallo Werner
der Waldfreundrübling ist ein kleiner Pilz mit dünnen eng stehenden weißlichen
Lamellen.Der Rand ist nicht oder undeutlich scheinend gerieft. Basis mit Mycel-
fäden.
Die Art ist essbar.

Björn

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Waldfreundrübling

Kazuya Kazama, (vor 8931 Tagen) @ Björn

Hallo,
ich sehe das nicht so, das der Waldfreundrübling immer solche Merkmale haben muss. Die Species hat sich als eine komplizierte Sammelart erwiesen, nachdem viele abweichende Merkmale makroskopisch wie mikroskopisch festgestellt wurden. Ich habe letztens einen Gelbblättrigen Rübling (Collybia luteifolia) gefunden, der mit dem Waldfreundrübling nahe verwandt ist. Außer den gelben Lamellen vermag ich ihn nicht von der Typusart zu unterscheiden, was die makroskopischen Merkmale angeht. Ich kann ihn hier auch gerne mal zeigen.
schöne Grüße,
Kazuya

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Waldfreunrüblinge - Bemerkungen

Christoph ⌂, (vor 8931 Tagen) @ Kazuya Kazama

Hi Kazuya,

die Lamellen können, müssen aber nicht gelb sein bei Gymnopus ocior (="Collybia" luteifolia). Das makroskopische Hauptmerkmal ist wohl der mehr kastanienbraune Hut.

Die Waldfreundrüblinge kann man ganz gut im Mikroskop anhand der Cheilocystiden erkennen.

Makroskopisch: G. ocior - dunkel rotbrauner Hut

G. dryophilus - brauner Hut, heller, ohne Rot

G. aquosus - hellbrauner Hut, rosa-rostfarbene Rhizomorphen

Das nur ganz kurz. Gymnopus aquosus ist schon im Frühsommer sehr häufig, der "echte" Waldfreundrübling, G. dryophilus kommt meist erst später (G. aquosus wächst aber leider auch im Herbst).

Zur ursprünglichen Frage: Speisewert: Ich hab die Dinger noch nicht gegessen, kann also auch nur die allgemeine Essbarkeitsangabe machen...

Bemerkung zum Gattungsnamen "Gymnopus". Es "regt" einige auf, dass die Gattung "Collybia" auseinandergerissen wurde. Es ist nicht nur anatomisch, sondern auch ökologisch begründet:

Collybia s. str. - pilzparasitisch
Gymnopus - saprotroph bzw. Wurzelparasit
Rhodocollybia - Ektomykorrhizapilz (war schon in den 70ern gezeigt worden anhand von Kulturen. Mleczko 2001 hat die Mykorrhizen vom Butterrübling Rh. butyracea in natura gefunden. Auch Rhodocollybia maculata ist nachweislich ektotroph).

Es zeigt sich deutlich, dass die Dreiteilung sinnvoll ist. Auf alle Fälle gehören die Mykorrhizapilze als Rhodocollybia abgetrennt von den Saprotrophen

Grüße, Christoph

Hallo,
ich sehe das nicht so, das der Waldfreundrübling immer solche Merkmale haben
muss. Die Species hat sich als eine komplizierte Sammelart erwiesen,
nachdem viele abweichende Merkmale makroskopisch wie mikroskopisch
festgestellt wurden. Ich habe letztens einen Gelbblättrigen Rübling
(Collybia luteifolia) gefunden, der mit dem Waldfreundrübling nahe
verwandt ist. Außer den gelben Lamellen vermag ich ihn nicht von der
Typusart zu unterscheiden, was die makroskopischen Merkmale angeht. Ich
kann ihn hier auch gerne mal zeigen.
schöne Grüße,
Kazuya

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Zum Speisewert

Kazuya Kazama, (vor 8931 Tagen) @ Christoph

Ich habe den Waldfreundrübling einmal probiert, und ich finde, das er nicht besonders gut schmeckt. Er zählt auch nicht zu den besten Speisepilzen, in der Literatur schwanken die Angaben zwischen ungenießbar über kein guter Speisepilz bis zu essbar, aber dann gut abkochen, und empfindliche Personen sollten ihn meiden. Aber das findet sicher jeder anders, und ich denke, es kommt auch darauf an, wie man ihn zubereitet.
Viele Grüße,
Kazuya.