Trüffelchen

Huperzia ⌂, (vor 8853 Tagen)

Hallo,

Ich hab mich gerade drangesetzt, meine Niedersachsen-Pilze zu begucken und bei einem kleinen Krümel angefangen, von dem ich noch zweifelte, ob es überhaupt ein Pilz wär. Es ist ein kleines unterirdisches Kügelchen, etwas gelblich innen und außen, etwa 3-4mm Durchmesser.

Ich hab ein Stückchen aus dem (trocknen) Ding herausgepflückt und mir ist aufgefallen, daß es recht leicht ging und es luftig gekammert ist (zumindest trocken).
In Wasser sind mir zuerst gelbliche "Zystiden" aufgefallen, die sehr dickwandig (2 µm), sehr bauchig spindelig und mit langen Hals aus dem Krams herausstachen: Gesamt etwa 20-30µm lang und 11-15µm breit.
Da es ja nun kein Schlauchpilz zu sein schien, suchte ich natürlich nach Basidien - Sporen waren nicht eindeutig auszumachen - und ich fand Basidien mit Sterigmen.

Dann hab ich dasselbe Präparat (weil der Pilz ja so schrecklich klein ist) noch mit etwas Kalilauge vermischt, etwas mehr gequetscht und nochmal geguckt. Nun sind mir gelbe Hasenköpfe aufgefallen: etwas gelbes rundes, aus dem zwei Ohren wachsen und im Laufe des Weiterguckens hab ich vermutet, daß es sich eventuell um aktive Basidien handeln könnte, die versuchen die übergroßen Sporen auszubilden? Denn dort, wo es im Hintergrund sehr gelb war, lagen viele kleine Klumpen herum, die im übrigen Präparat auch verteilt lagen - nur eben größer: etwa 20-25µm große (Durchmesser), aber in der Größe sehr unterschiedliche eingeschnürte, unregelmäßige Klumpen.
Es gab auch weiterhin die spindelig-flaschigen gelben Dinger, aber eben auch eine Menge Hasenköpfe und einer davon saß zwischen einem Grüppchen farbloser Basidien mit nur Sterigmen und seine gelben Ohren waren schon relativ dick.

Ansonsten sind mir zylindrische Elemente aufgefallen, die etwa 26µmx6µm groß waren und meist zweifach septiert, darunter waren sie dann deutlich dünner. Schnallen gab es an diesen Dingern aber sehr deutlich an jedem Segment und besonders dann an der Basis, wie überhaupt der ganze Pilz sehr schnallig war.

Hat irgendjemand irgendeine Idee bevor ich das Pilzchen noch mehr zerpflücke?

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Trüffelchen

christine, (vor 8853 Tagen) @ Huperzia

Hallo,
Ich hab mich gerade drangesetzt, meine Niedersachsen-Pilze zu begucken und
bei einem kleinen Krümel angefangen, von dem ich noch zweifelte, ob es
überhaupt ein Pilz wär. Es ist ein kleines unterirdisches Kügelchen, etwas
gelblich innen und außen, etwa 3-4mm Durchmesser.
Ich hab ein Stückchen aus dem (trocknen) Ding herausgepflückt und mir ist
aufgefallen, daß es recht leicht ging und es luftig gekammert ist
(zumindest trocken).
In Wasser sind mir zuerst gelbliche "Zystiden" aufgefallen, die
sehr dickwandig (2 µm), sehr bauchig spindelig und mit langen Hals aus dem
Krams herausstachen: Gesamt etwa 20-30µm lang und 11-15µm breit.
Da es ja nun kein Schlauchpilz zu sein schien, suchte ich natürlich nach
Basidien - Sporen waren nicht eindeutig auszumachen - und ich fand
Basidien mit Sterigmen.
Dann hab ich dasselbe Präparat (weil der Pilz ja so schrecklich klein ist)
noch mit etwas Kalilauge vermischt, etwas mehr gequetscht und nochmal
geguckt. Nun sind mir gelbe Hasenköpfe aufgefallen: etwas gelbes rundes,
aus dem zwei Ohren wachsen und im Laufe des Weiterguckens hab ich
vermutet, daß es sich eventuell um aktive Basidien handeln könnte, die
versuchen die übergroßen Sporen auszubilden? Denn dort, wo es im
Hintergrund sehr gelb war, lagen viele kleine Klumpen herum, die im
übrigen Präparat auch verteilt lagen - nur eben größer: etwa 20-25µm große
(Durchmesser), aber in der Größe sehr unterschiedliche eingeschnürte,
unregelmäßige Klumpen.
Es gab auch weiterhin die spindelig-flaschigen gelben Dinger, aber eben auch
eine Menge Hasenköpfe und einer davon saß zwischen einem Grüppchen
farbloser Basidien mit nur Sterigmen und seine gelben Ohren waren schon
relativ dick.
Ansonsten sind mir zylindrische Elemente aufgefallen, die etwa 26µmx6µm groß
waren und meist zweifach septiert, darunter waren sie dann deutlich
dünner. Schnallen gab es an diesen Dingern aber sehr deutlich an jedem
Segment und besonders dann an der Basis, wie überhaupt der ganze Pilz sehr
schnallig war.
Hat irgendjemand irgendeine Idee bevor ich das Pilzchen noch mehr zerpflücke?
Viele Grüße,
Tanja

Hallo Tanja,

bei welchen Bäumen hast dies niedliche Ding denn gefunden?
Was für Gestein/Bodenbeschaffenheit ist vorherrschend im Fundgebiet?
Geht der Pilz noch zu scannen?

Viele Grüße
Christine

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Re: Trüffelchen

Huperzia ⌂, (vor 8853 Tagen) @ christine

bei welchen Bäumen hast dies niedliche Ding denn gefunden?

Hallo Christine,

Ich meine, daß es vor allem Buchen waren, bin aber auch hier nicht mehr ganz sicher. Begleitpilz war Hysterangium stoloniferum.

Was für Gestein/Bodenbeschaffenheit ist vorherrschend im Fundgebiet?

Kalk

Geht der Pilz noch zu scannen?

dann siehst du ein zwei Kügelchenhälfte, die pechschwarz sind, weil ganz trocken und etwa 2-3mm Durchmesser haben :-(.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Trüffelchen unter Profis..;-)

Franz, (vor 8852 Tagen) @ Huperzia

Liebe Tanja,

mensch - da fällt mir nichts mehr zu ein ;-) !

"Es ist ein kleines unterirdisches Kügelchen, etwas

gelblich innen und außen, etwa 3-4mm Durchmesser"

Sach mal ... läufst Du mit dem Mikroskop durch den Wald ? ;-)

Bei dieser Körnung ( 3-4 mm Pilze)würde ich eher an verdörrtem
Pillendreher denken ..;-)

Aber - das scheint schon der Unterschied zwischen Profis und Amateuren
zu sein. ;-)

Akribischer geht es ja wohl nicht mehr.

Hinter Dir im Wald noch einen Pilz zu finden ist ja schon aussichtslos!

Ist wirklich keine Ironie - von mir ...;-)

Nur - ich käme nie auf die Idee einen schwarzen Krümel von 3-4 mm noch zu bestimmen.Mein Gott - was habe ich schon Trüffelchen verpennt...wenn ich das so lese ..;-)

Bin halt nur ein Amateur!!

Viele Pilze ( aber große..) und pure Natur

LG

franz

(:-)

Hallo,
Ich hab mich gerade drangesetzt, meine Niedersachsen-Pilze zu begucken und
bei einem kleinen Krümel angefangen, von dem ich noch zweifelte, ob es
überhaupt ein Pilz wär. Es ist ein kleines unterirdisches Kügelchen, etwas
gelblich innen und außen, etwa 3-4mm Durchmesser.
Ich hab ein Stückchen aus dem (trocknen) Ding herausgepflückt und mir ist
aufgefallen, daß es recht leicht ging und es luftig gekammert ist
(zumindest trocken).
In Wasser sind mir zuerst gelbliche "Zystiden" aufgefallen, die
sehr dickwandig (2 µm), sehr bauchig spindelig und mit langen Hals aus dem
Krams herausstachen: Gesamt etwa 20-30µm lang und 11-15µm breit.
Da es ja nun kein Schlauchpilz zu sein schien, suchte ich natürlich nach
Basidien - Sporen waren nicht eindeutig auszumachen - und ich fand
Basidien mit Sterigmen.
Dann hab ich dasselbe Präparat (weil der Pilz ja so schrecklich klein ist)
noch mit etwas Kalilauge vermischt, etwas mehr gequetscht und nochmal
geguckt. Nun sind mir gelbe Hasenköpfe aufgefallen: etwas gelbes rundes,
aus dem zwei Ohren wachsen und im Laufe des Weiterguckens hab ich
vermutet, daß es sich eventuell um aktive Basidien handeln könnte, die
versuchen die übergroßen Sporen auszubilden? Denn dort, wo es im
Hintergrund sehr gelb war, lagen viele kleine Klumpen herum, die im
übrigen Präparat auch verteilt lagen - nur eben größer: etwa 20-25µm große
(Durchmesser), aber in der Größe sehr unterschiedliche eingeschnürte,
unregelmäßige Klumpen.
Es gab auch weiterhin die spindelig-flaschigen gelben Dinger, aber eben auch
eine Menge Hasenköpfe und einer davon saß zwischen einem Grüppchen
farbloser Basidien mit nur Sterigmen und seine gelben Ohren waren schon
relativ dick.
Ansonsten sind mir zylindrische Elemente aufgefallen, die etwa 26µmx6µm groß
waren und meist zweifach septiert, darunter waren sie dann deutlich
dünner. Schnallen gab es an diesen Dingern aber sehr deutlich an jedem
Segment und besonders dann an der Basis, wie überhaupt der ganze Pilz sehr
schnallig war.
Hat irgendjemand irgendeine Idee bevor ich das Pilzchen noch mehr zerpflücke?
Viele Grüße,
Tanja

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Re: Trüffelchen unter Profis..;-)

Piwo, (vor 8852 Tagen) @ Franz

Liebe Tanja,
mensch - da fällt mir nichts mehr zu ein ;-) !
"Es ist ein kleines unterirdisches Kügelchen, etwas
Sach mal ... läufst Du mit dem Mikroskop durch den Wald ? ;-)
Bei dieser Körnung ( 3-4 mm Pilze)würde ich eher an verdörrtem
Pillendreher denken ..;-)
Aber - das scheint schon der Unterschied zwischen Profis und Amateuren
zu sein. ;-)
Akribischer geht es ja wohl nicht mehr.
Hinter Dir im Wald noch einen Pilz zu finden ist ja schon aussichtslos!
Ist wirklich keine Ironie - von mir ...;-)
Nur - ich käme nie auf die Idee einen schwarzen Krümel von 3-4 mm noch zu
bestimmen.Mein Gott - was habe ich schon Trüffelchen verpennt...wenn ich
das so lese ..;-)
Bin halt nur ein Amateur!!
Viele Pilze ( aber große..) und pure Natur
LG
franz
(:-)

Hallo Franz,
so ist das halt, den einen interessieren kiloweise "Steinis", "Pfiffis" (keine Vierbeiner), und "Flockis" und "Hexis" und die andere interessiert sich für "Kleinigkeiten".
Gruß Piwo

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Dein Stat war schon vorprogrammiert (:-)... *oT*

Franz, (vor 8851 Tagen) @ Piwo

- kein Text -

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Re: Trüffelchen unter Profis..;-)

Lothar, (vor 8848 Tagen) @ Franz

Hallo Franz,
nur soviel: Pilze mit 3 mm Größe sind für mich eher schon ziemlich groß. Ich finde oft mit dem bloßen Auge noch Pilze, die im Bereich von einem bis wenigen Zehntelmillimetern Größe liegen. (ohne angeben zu wollen). Trüffeln sind allerdings bei nur 3-4 mm Größe meist unreif. Sie wachsen dann noch und bilden dann erst ihre Sporen aus.
Gruß von
Lothar

Liebe Tanja,
mensch - da fällt mir nichts mehr zu ein ;-) !
"Es ist ein kleines unterirdisches Kügelchen, etwas
Sach mal ... läufst Du mit dem Mikroskop durch den Wald ? ;-)
Bei dieser Körnung ( 3-4 mm Pilze)würde ich eher an verdörrtem
Pillendreher denken ..;-)
Aber - das scheint schon der Unterschied zwischen Profis und Amateuren
zu sein. ;-)
Akribischer geht es ja wohl nicht mehr.
Hinter Dir im Wald noch einen Pilz zu finden ist ja schon aussichtslos!
Ist wirklich keine Ironie - von mir ...;-)
Nur - ich käme nie auf die Idee einen schwarzen Krümel von 3-4 mm noch zu
bestimmen.Mein Gott - was habe ich schon Trüffelchen verpennt...wenn ich
das so lese ..;-)
Bin halt nur ein Amateur!!
Viele Pilze ( aber große..) und pure Natur
LG
franz
(:-)

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Re: Trüffelchen

Christoph ⌂, (vor 8852 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

habe gerade im DGfM-Forum ausfürhlicher geantwortet... ohne Sporen wird sicherlich nicht gehen, um die Gattung/Art anzusprechen.

Hysterangium ist es ja wohl nicht, denn da hätte man den "Batz" im inneren auch schon bei jungen Fruchtkörpern.
Waren den Hyphenmatten im Boden, wo der Fruchtkörper wuchs?

Grüße, Christoph

Hallo,
Ich hab mich gerade drangesetzt, meine Niedersachsen-Pilze zu begucken und
bei einem kleinen Krümel angefangen, von dem ich noch zweifelte, ob es
überhaupt ein Pilz wär. Es ist ein kleines unterirdisches Kügelchen, etwas
gelblich innen und außen, etwa 3-4mm Durchmesser.
Ich hab ein Stückchen aus dem (trocknen) Ding herausgepflückt und mir ist
aufgefallen, daß es recht leicht ging und es luftig gekammert ist
(zumindest trocken).
In Wasser sind mir zuerst gelbliche "Zystiden" aufgefallen, die
sehr dickwandig (2 µm), sehr bauchig spindelig und mit langen Hals aus dem
Krams herausstachen: Gesamt etwa 20-30µm lang und 11-15µm breit.
Da es ja nun kein Schlauchpilz zu sein schien, suchte ich natürlich nach
Basidien - Sporen waren nicht eindeutig auszumachen - und ich fand
Basidien mit Sterigmen.
Dann hab ich dasselbe Präparat (weil der Pilz ja so schrecklich klein ist)
noch mit etwas Kalilauge vermischt, etwas mehr gequetscht und nochmal
geguckt. Nun sind mir gelbe Hasenköpfe aufgefallen: etwas gelbes rundes,
aus dem zwei Ohren wachsen und im Laufe des Weiterguckens hab ich
vermutet, daß es sich eventuell um aktive Basidien handeln könnte, die
versuchen die übergroßen Sporen auszubilden? Denn dort, wo es im
Hintergrund sehr gelb war, lagen viele kleine Klumpen herum, die im
übrigen Präparat auch verteilt lagen - nur eben größer: etwa 20-25µm große
(Durchmesser), aber in der Größe sehr unterschiedliche eingeschnürte,
unregelmäßige Klumpen.
Es gab auch weiterhin die spindelig-flaschigen gelben Dinger, aber eben auch
eine Menge Hasenköpfe und einer davon saß zwischen einem Grüppchen
farbloser Basidien mit nur Sterigmen und seine gelben Ohren waren schon
relativ dick.
Ansonsten sind mir zylindrische Elemente aufgefallen, die etwa 26µmx6µm groß
waren und meist zweifach septiert, darunter waren sie dann deutlich
dünner. Schnallen gab es an diesen Dingern aber sehr deutlich an jedem
Segment und besonders dann an der Basis, wie überhaupt der ganze Pilz sehr
schnallig war.
Hat irgendjemand irgendeine Idee bevor ich das Pilzchen noch mehr zerpflücke?
Viele Grüße,
Tanja