Chemische Reaktionen

Thomas Pruß, (vor 8837 Tagen)

Moin zusammen,
bei zahlreichen Bestimmungsvorgängen braucht man Chemikalien, um Farbreaktionen bei den Pilzen hervorzurufen.
Meine Frage: Gibt es eine Liste der Substanzen, die man „an Bord“ haben sollte, udn vor allem, gibt es eine tabellarische Übersicht, aus der hervorgeht, welche Pilzarten mit welchen Substanzen welche Reaktion zeigen? Oder, noch besser, falls es die nicht gibt, könnt jemand eine solche Tabelle ins Forum stellen. Ist vielleicht ’ne Menge Arbeit, würde aber für Æne Menge Klarheit sorgen.
Grüsslis aus Hamburg (Sonne, 23° C um 9.45 Uhr)
Thomas

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Chemische Reaktionen

spinne, (vor 8837 Tagen) @ Thomas Pruß

hallo,
zu den chemischen reagentien hier einen Auszug aus

Kleine Kryptogamenflora, Bd.IIb/2 Moser: Die Röhrlinge und Blätterpilze, Jena, 1978:

Makrochemische Reaktionen und Reagentien dafür:

In vielen Fällen vermag heute auch dem Amateur, der sich kein Mikro-
skop leisten kann, das Arbeiten mit einigen Reagentien weiterzuhelfen. Für
wenig Geld sind die meisten in Drogerien oder Apotheken zu bekommen,
und es beschwert bestimmt keinen Rucksack, wenn man fünf oder sechs
kleine 5 ml-Fläschchen mitführt. Zur Untersuchung bringt man einen klei-
nen Tropfen, je nachdem wie angegeben, auf die Huthaut, die frische
Schnittfläche oder die Stieloberfläche (bisw. auch Lamellen). Man ver-
wende dabei möglichst frische Stücke, vor allem aber keine zu alten oder
vom Regen stark durchnäßten Fruchtkörper. Wer sich nur ein wenig in
diese Methode einarbeitet, wird auch als Amateur damit Freude haben,
auch ohne viel Ahnung von den sich dabei abspielenden chemischen Vor-
gängen zu haben. Die dafür wichtigsten Reagentien sind:

Langen:

KOH und NaOH 30-40 %ige wässrige Lösungen. Für manche Reaktio-
nen besser nur 20 %ige Lösung (z. B. bei vielen Cortinarien).
Ammoniak: ca. 25 % (handelsüblich). Für manche Reaktionen genügt
der Dampf aus dem Fläschchen, (z. B. bei Dermocyben, Cort. elegantior
in der Stielbasis).

Säuren:

Salzsäure (HCI) handelsüblich (ca. 36-38 %).
Salpetersäure (HNO,) handelsüblich, ca. 65 %
Schwefelsäure (H,SO,) 60-70 % 13 ml Wasser + 4 ml konz. H,SO, -
Wasser zuerst vorgeben (!)]
Gelb, grünlich oder bräunlich verfärbte Säuren durch frische ersetzen!

Salzlösungen:

Eisensulfat (-Vitriol) (FeSO„): l g Kristalle in 10 ml H,O lösen, dazu ei-
nige Tropfen konz. H,SO.(. Luftempfindlich, verfärbte Lösungen nicht
mehr verwenden !—Ev. kann man auch ungelöste Kristalle für die Reak-
tion verwenden. Schnittfläche des Pilzes damit bestreichen.
Silbernitrat: (AgNOi): l g in 10 ml Wasser lösen. Lichtempfindlich!

Sonstige Reagentien:

Anilin: rein (oder als Anilinwasser, eine mit Anilin gesättigte, wäßrige
Lösung): z. B. für Schäfferreaktion: auf der Huthaut von Egerlingen
(Agaricus) wird eine Linie mit Anilin, kreuzweise darüber eine solche
mit Salpetersäure gezogen. Wenn positiv, wird die Kreuzungsstelle
feuerorange. (Licht- und luftempfindlich! Giftig!)
Benzidin: l %ige alkoholische Lösung. (Krebserregend!)
Formol (F): (Formalin, Formaldehyd), 35-110 %ige, handelsübliche Lö-
sung.
Guaiak-Tinktur (G): l Teil Guaiak-Harz in 5 Teilen 60-70 %igem Al-
kohol lösen. Jährlich frisch ansetzen! Blaue Oxidationsreaktion bei mei-
sten Arten. Daher negative Reaktion systematisch interessant.
Lugol- Lösung: l Teil Jod, 2 Teile Jodkali in 150 (od. 300) Teilen Wasser
lösen.
Melzer-Reagens: 0,5 g Jod, 1,5 g Jodkali. 20 ml Wasser. 20 ml Chloralhy-
drat. (Chloralhydrat am besten erst vor Gebrauch zusetzen). (Anwen-
dung siehe unter «amyloid», «dextrinoid» (S. 6)
a-Naphtol: 0,1 g in 2 ml Alkohol lösen. Oxidationsreaktion. Fehlen der
Reaktion systematisch bedeutsamer.
Phenol: 2-3 %ige wäßrige Lösung. (Vor Licht schützen! Ätzend!)
Sulfoformol: (SF): Formol (ca. 40 %ig) und H,SO, (60-70 %) im Ver-
hältnis l: l mischen.

Reagentien für mikroskopische Untersuchung:

Ammoniaklösung 2 %ig
Anthracengrün: 0,5 g in 100 ml 2,5 %iger Ammoniaklösung gelöst.
Baumwollblau (= Anilinblau, Methylblau, Chinablau, Wasserblau, Tin-
tenblau) Colour Index Nr. 42755:
a) 0,05 g Baumwollblau in 30 g Milchsäure gelöst; vor Gebrauch 24
Stunden stehen lassen, dann filtrieren.
b) 0,1 g in 100 ml H,O gelöst
Brillantkresylblau (= Kresylblau).
a) wäßrige, gesättigte Lösung. Weniger haltbar.
b) nach Clemencon: 0,2-0.5 g Kresylblau Ciba, 0,5 ml Invadin IFC, 17
ml Glycerin puriss., 27 ml Äthylalkohol 96 %. 55,5 ml destilliertes
Wasser. Nach einem Tag filtrieren. Lange haltbar.
Chloralhydratlösung: 20 g Chloralhydrat in 10 ml dest. Wasser.
Chlorawlschwan E (= Direkttiefschwarz EW): gelöst in L 4 (siehe dieses)
(Krebserregend!).
Essigsäure: 50 %ig.
Erythrosin: 0,5 %ige Lösung in 10 %igem Ammoniak.
FB, Fixier- und Beiztösung (zur Untersuchung siderophiler Granulation
nach Clemen(on):
5 ml Ferrichlorid krist. 10 % in 50 %iger Essigsäure
5 ml Kupferacetat krist. 10 % in dest. Wasser
5 ml Thoriumnitrat krist. l %ig in 50 %iger Essigsäure
5 ml Zirkonylchlorid krist., l % in 50 %iger Essigsäure
5 ml Pikrinsäure, gesättigte Lösung in Wasser
5 ml Ponnaldehyd, gesättigte Lösung in Wasser
l ml Bleiacetat krist, l % in 50 %iger Essigsäure.
(Lösung sehr giftig!)
Giernsa: handelsfertige Mischung.
Karminessigsäure (KES): gesättigte Lösung von Karmin in 50 %iger Essig-
säure.
KOH wird 2 %ig, 3 %ig oder 5 %ig verwendet.
Kresylblau: siehe Brillantkresylblau.
Kongorot: wäßrige Lösung des Farbstoffes.
L 4: (Untersuchungsflüssigkeit nach Clemen(on, für Frisch- und Trocken-
pilze geeignet).
0.72 g KOH p. a. 0,76 NaCI krist. p. a.
16 ml (20 g) Glycerin, 0,5 ml Invadin IFC (Ciba-Geigy)
konz., puriss.
84 ml destilliertes Wasser.
Variierbar durch Zusatz von Färbemitteln in 0,5—1 %, nach l Tag filtrie-
ren:
L4 C l % Chlorazolschwarz (siehe dieses)
L4 T l % Trypanblau (siehe dieses)
(alle von Fa. Chroma, Stuttgart-Untertürkheim)
Melzer-Reagens (siehe unter Reagentien f. makroskopische Reaktionen).
Methylblau (siehe Baumwollblau).
Methylenblau: 2 g in 100 ml 70 %igem Alkohol lösen. (Haltbare Stammlö-
sung). Gebrauchslösung: 30 ml der Stammlösung mit 100 ml destillier-
tem Wasser verdünnen und mit l ml l %iger KOH-Lösung versetzen.
(Lange haltbar, von Zeit zu Zeit filtrieren!)
Phtaxin B:
a) l %ige Lösung in Ammoniak
b) l %ige wäßrige Lösung (bei Herbarmaterial, nachdem dieses mit
3 %iger KOH gequollen wurde).
Pikroformol: (Fixierflüssigkeit).
a) nach Bouin: 15 ml konz. wäßrige Pikrinsäurelösung, 10 ml Pormol
(ca. 40 %), l ml konz. Eisessig (Essigsäure)
b) nach Holland: 100 ml Wasser, darin kalt 2,5 g Kupferacetat lösen.
dann 4 g Pikrinsäure langsam unter Rühren zusetzen, dann 10 ml
Formol (40 %ig) und 1,5 ml Hisessig zusetzen.
Sudan III: 0,1 %ige Lösung in Milchsäure oder gesättigte alkoholische Lö-
sung (oder in Chloralhydrat/Wasser l: l),
Sulfobenzaldehyd (SBA): 1,5 ml destill. Wasser, 5 ml konz. H,SO„ 4 ml
Benzaldehyd.
Sulfovanillin: 8 ml konz. Schwefelsäure zu 3 ml Wasser gießen (nicht um-
gekehrt wegen Erhitzung und Spritzgefahr) und darin l g reines Vanillin
lösen. Nur beschränkt haltbar, daher am besten jährlich frisch ansetzen.
Bei Herbarmaterial besser Lösung von Vanillin in konz. Salzsäure ver-
wenden (Chlorovanillin), da Schwefelsäure zu zu starker Schwärzung
führen kann.
Toluidinblau 0: 0,25-0.5 %ige wäßrige Lösung
Trypanblau (nach Clemenfon, modifiziert nach Mathein)'.
80 g H,O 0, l g Phenol krist.
0,8 g KOH p. a. 0,5 g Trypanblau Chroma
0,8 g NaCI 20 g Glycerin
0,5 g Invadin IFC konz.
in angegebener Reihenfolge mischen und 2 Stunden rühren. (Krebserre-
gend!)

Anwendungsbereiche:

Sporen: a) Wände: l. amyloide. Färbung mit Melzerreagens, vor Gebrauch
am Objektträger l Tropfen Reagens und l Tropfen Chloralhydratlösung
mischen, nach einigen Minuten Einwirkung absaugen und evtl. l Trop-
fen konz. Salzsäure 'zusetzen. Färbung graublau bis schwarzviolett. 2.
dextrinoide: Behandlung wie amyloide, Färbung braun bis weinrot. 3.
cyanophile: Sporen in Baumwollblaulösung (Rezept a) bringen, bei kal-
ter Behandlung einige Stunden bis Tage einwirken lassen. Beschleuni-
gung durch Aufkochen während einiger Sekunden. Die Unterscheidung
von gefärbtem Plasma und gefärbter Wand macht dem Ungeübten oft
Schwierigkeit. 4. Färbung schwer sichtbarer Wände bei farblosen Spo-
ren: Baumwollblau (Rezept a oder b), Methylenblau. 5. metachromati-
sche Wände: Brillantkresylblau
b) Ornamentationen: L amyloide: Melzerreagens (Bsp. Russulales), 2.
bei Braunsporem, z. B. Cortinarien, KOH 2—5 %ig, 3, schwersichtbare
Skulpturen farbloser Sporen (z. B. Laccana) Phloxin B (Rezept a)
BaumwoUblau.
c) Inhalt: Öltropfen v. Sporen: Sudan III
Basidien: siderophile (karminophile) Granulation:
Lamellenfragment in kleinem Glas für mindestens eine Minute in ca. 0,.
ml FB legen, dann das Stück in KES-LÖsung übertragen und mit l-:
kleinen Siedesteinchen über kleiner Flamme zum Kochen bringen (ca
50 Sekunden). Dann kurz in warmer oder langer in kalter Essigsäuri
(50 %) entfärben, schließlich ca. l Minute in Chloralhydratlösung zu
Präparataufhellung geben. Dann Schnitte oder unter Deckglas Quetsch
präparat herstellen.
Hyphenfärbungen:
Kontrastierungsfarbungen: L4 C oder L4 T, Kongorot,
Bindehyphen: schwer färbbar in Kongorot, Giernsa u. a.
generative Hyphen: Wände gut m Kongorot, Inhalt gut mit Baumwoll
blau
Skeletthyphen: Kongorot, Giernsa, bisw. Baumwollblau oder Lugol
dextrinoide, amyloide, cyanophile Hyphenwände siehe unter Sporen.
gloeozystidiale Hyphen siehe Gloeozystiden.
gelatinöse Gewehe: oft geeignet Toluidinblau 0 (Gel rotbraun, purpurn
Hyphen blaugrün), bisw. auch Methylenblau geeignet.
Protoplasma: Kresylblau, Methylenblau.
Herbarmaterial: vor sonstigen Behandlungen Aufquellen in L4, KOt
(2—5 %), Ammoniak (2 %) oder Milchsäure nötig. (Vor Färbungen aus
waschen!
Zellkerne: Färbung nach Giernsa (Methode nach Kühner)
Fragment unfixiert oder in Alkohol fixiert in ca. 8 %ige Salzsäure leger
und bei 55-60 °C 5-15 Minuten (nach Objekt) belassen. Dann in kaltes
Wasser übertragen und dieses während 15 Minuten mehrfach wechseln
Dann in absoluten Alkohol übertragen und diesen 1-2 x wechseln. Da-
nach in Röhrchen mit 3-4 Tropfen Giemsa-Lösung überführen und don
mindestens eine Stunde belassen. Darauf 4—5 ml Wasser zusetzen unc
vorsichtig mischen und bewegen. Abermals mindestens l Stunde Steher
lassen. Danach Schnitte oder Quetschpräparate herstellen und in Wassei
oder 2%ieem Ammoniak beobachten
Zystidien:
Normale Cheilozystiden u. a. dünnwandige Typen zur Kontrastfärbung in
L4 C oder L4 T beobachten.
Pseudo- und Makrozystiden der Russulales: SV, SBA (blau bzw. schwarz
färbend). Einige Zystidentypen von Cortinarien in SV orangebraun, üb-
riges Gewebe rosa.
Gloeozystiden oft selektiv färbbar mit Baumwollblau oder SV und SBA
Chrysozysiiden (Strophariaceae p. p.): lichtbrechende Körper im Inne-
ren werden mit KOH oder Ammoniak meist gelb.
Oxalatkristalle an Zystiden oder im Gewebe: Färbung mit Anthracen-
grün

gruß spinne

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Chemische Reaktionen

Oktober, (vor 8837 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

die Chemikalien, die Spinne netterweise so ausführich genannt hat, kannst Du alle in anwendungsgerechter Menge und Verdünnung bei Walter Pätzold beziehen.

http://www.pilzzentrum.de/

Pro Fläschchen kostet das so um die 2-3 EUR und Du sparst Dir die ganze Mixerei.

Gruß
Oktober

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: Chemische Reaktionen

Werner2, (vor 8837 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

die vielen Chemikalien und ihre Anwendungsmöglichkeiten in allen Ehren;
aber vieles davon braucht man wirklich nicht oder sehr selten. Außerdem kostet das Zeug ja was, in Wirklichkeit ganz wenig, aber wenn man es in so kleinen Flächen käuft, geht es ins Geld. Ich benutze eigentlich immer nur so 10 -12 Standartreagenzien, welche ich aber strecke bzw. ummixe.
Es kommt immer darauf an, was Du häufig bearbeitest und ob Du mikroskopierts. Auch das ist ein großer Unterschied.
Für die Mikroskopierer ist Immersionsöl und KOH (weicht auf) wichtig. Das letztere immer in 40 % = kostet genau so viel wie 10 oder 3 %iges, dafür kannst Du dir es mixen wie Du möchtest. Ist so billiger. Außerdem destilliertes Wasser, obwohl ich oft höre, das Leitungswasser genau so gut sein soll (z.B. für Ascomyceten).
Häufige Färbemittel fürs Mikroskop sind Kongorot und Baumwollblau. Für Täublinge wichtig: Melzers Reagenz und/oder Lugolsche Lösung. Außerdem noch Karbolfuchsin und Salzsäure unterschiedlich verdünnt sowie Sulvovanillin (= Schwefelsäure und Vanillin = macht man am besten selbst und jedes Jahr frisch).Für Porlinge braucht man u.a. Phloxin. Glycerinpuffer nach Clemencon ist auch ein sehr praktisches und brauchbares Reagenz für mikroskopische Präparate.

Wichtige Makroreagenzien: Eisensulfat = FeSO4 als Flüssigkeit oder als Körnchen.
Und Guajaktinktur, wichtig für Täublinge. Auch Ammoniak sollte man nicht vergessen. Den Rest braucht man nur sehr selten oder nie.
Gruß Werner2

Moin zusammen,

bei zahlreichen Bestimmungsvorgängen braucht man Chemikalien, um
Farbreaktionen bei den Pilzen hervorzurufen.
Meine Frage: Gibt es eine Liste der Substanzen, die man „an Bord“ haben
sollte, udn vor allem, gibt es eine tabellarische Übersicht, aus der
hervorgeht, welche Pilzarten mit welchen Substanzen welche Reaktion
zeigen? Oder, noch besser, falls es die nicht gibt, könnt jemand eine
solche Tabelle ins Forum stellen. Ist vielleicht ’ne Menge Arbeit, würde
aber für Æne Menge Klarheit sorgen.
Grüsslis aus Hamburg (Sonne, 23° C um 9.45 Uhr)
Thomas

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: Chemische Reaktionen, vielen Dank…

Thomas Pruß, (vor 8836 Tagen) @ Thomas Pruß

… für die vielen Tipps und Hinweise, Oktober und Werner2.Spinne hat mir ja die überaus ausführliche Liste der Chemikalien zugemailt. Auch dafür noch mal herzlichen Dank. Auch, wenn man nicht immer alles braucht, ist es dennoch hilfreich zu wissen, wann man was einsetzt.

Aqua dest. sollte man bei Untersuchungen und Mischungen immer den Vorzug geben vor Leitungswasser. Je nachdem, wo das Leitungswasser herkommt, können Inhaltsstoffe einem einige Reaktionen ganz schön verhageln. Und Aqua det. ist nun absolut nicht teuer – zumindest in den mengen, in denen man es zum Mischen braucht.

Aber was ich immer noch nicht gefunden habe, ist eine Liste, aus der hervorgeht, welche Pilze mit welchen Substanzen welche Farbreaktionen eingehen. Zwar habe ich gestern noch ein wenig im Internet gesucht, doch da bin ich dann wieder mal von „Kuchenbacken auf Arschbacken“ gekommen und am Schluss bei Perry Rhodan gelandet (sch… Interessenskonflikte ;-))
Grüsslis
Thomas

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: Chemische Reaktionen

Markus S, (vor 8836 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas

Schau mal auf folgender Seite rein: http://www.mgl.ch.vu/

Dort gehst Du weiter zum Untermenü "Mikroskopieren", anschliessend zu "Gebrauch der Reagenzien".

Hoffe, ich konnte Dir damit ein wenig weiterhelfen.

Gruss Markus

Moin zusammen,
bei zahlreichen Bestimmungsvorgängen braucht man Chemikalien, um
Farbreaktionen bei den Pilzen hervorzurufen.
Meine Frage: Gibt es eine Liste der Substanzen, die man „an Bord“ haben
sollte, udn vor allem, gibt es eine tabellarische Übersicht, aus der
hervorgeht, welche Pilzarten mit welchen Substanzen welche Reaktion
zeigen? Oder, noch besser, falls es die nicht gibt, könnt jemand eine
solche Tabelle ins Forum stellen. Ist vielleicht ’ne Menge Arbeit, würde
aber für Æne Menge Klarheit sorgen.
Grüsslis aus Hamburg (Sonne, 23° C um 9.45 Uhr)
Thomas

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: Chemische Reaktionen

Oktober, (vor 8836 Tagen) @ Markus S

Danke Markus,

ich finde die Übersicht insgesamt recht gut.

Leider fehlt die Melzer- Reagenz, die mikroskopisch wohl durch Lugol ersetzt werden kann, aber makroskopisch wesentlich schlechter als Melzer färbt.

Grüße
Oktober

Hallo Thomas
Schau mal auf folgender Seite rein: http://www.mgl.ch.vu/
Dort gehst Du weiter zum Untermenü "Mikroskopieren", anschliessend
zu "Gebrauch der Reagenzien".
Hoffe, ich konnte Dir damit ein wenig weiterhelfen.
Gruss Markus

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Chemische Reaktionen

Florian, (vor 8836 Tagen) @ Oktober

Hallo Thomas,
die Chemikalien, die Spinne netterweise so ausführich genannt hat, kannst Du
alle in anwendungsgerechter Menge und Verdünnung bei Walter Pätzold
beziehen.
http://www.pilzzentrum.de/
Pro Fläschchen kostet das so um die 2-3 EUR und Du sparst Dir die ganze
Mixerei.
Gruß
Oktober

Obwohl ich an besagtes Pilzzentrum mal eine Email geschickt habe, um zu erfahren, was dieses Set eigentlich alles umfasst, habe ich nie eine Antwort
bekommen. => Entweder unserioes oder wenig professionell?

Eine tabellarische Aufstellung, welche Pilze mit welchem Reagens welche
Reaktion geben findet sich in

Axel Meixner
Chemische Farbreaktionen von Pilzen
(Cramer, Vaduz, 1975)

Gruesse,
Florian

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Aqua dest. vs. Leitung, Melzer vs. Lugol

Werner, (vor 8836 Tagen) @ Thomas Pruß

Ich will hier mal kurz mein neu erworbenes Hornberger Wissen zum Besten geben, da es mir doch sehr vernuenftig erscheint.

1. H20 dest. vs. Leitungswasser. Lt. Paetzold gibt es 2 Lehrmeinungen und beide sind 'richtig'. Die Vorteile von dest. habt Ihr ja schon genannt. Allerdings gibt es auch die Meinung, dass Zellstrukturen in Aqua dest. platzen koennen, da es sich ja nicht um eine isotonische Loesung handelt. Dies erscheint plausibel, allerdings sagt Paetzold, dass er dieses Phaenomen noch nie beobachten konnte - denkbar waere es aber schon ...

2. Melzer vs. Lugol. Hier muss man schon anmerken, dass die beiden Reagenzien nicht unbeschraenkt ausgetauscht werden koennen. Ascomyceten werden NUR in Lugol angeschaut, da Melzer wesentlich konzentrierter ist und deshalb das Ergebnis verfaelschen koennte. Andere 'Vorbehalte' gibt es wohl auch noch, wenn jemand noch was weiss, wuerde es mich sehr interessieren ...

Gruss,

Werner

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Pilzzentrum

Werner, (vor 8836 Tagen) @ Florian

Obwohl ich an besagtes Pilzzentrum mal eine Email geschickt habe, um zu
erfahren, was dieses Set eigentlich alles umfasst, habe ich nie eine
Antwort
bekommen. => Entweder unserioes oder wenig professionell?

Sicherlich weder noch. Nur, die haben leider immer wieder Probleme mit der Email. Am besten rufst Du entweder an oder Du faxt. Professioneller gibt's auf dem kommerziellen deutschen Pilzsektor wohl wenig ... was nicht heissen muss, dass die Email-Computer-usw.-Anschluesse immer perfekt bedient werden - ganz abgesehen von Providerproblemen. Auch bei mir verschwinden ca. 2% aller Emails, obwohl ich mich wohl schon fast als Computerprofi bezeichnen darf - ganz im Gegensatz zu meinen Pilzkenntissen.

Eine tabellarische Aufstellung, welche Pilze mit welchem Reagens welche
Reaktion geben findet sich in
Axel Meixner
Chemische Farbreaktionen von Pilzen
(Cramer, Vaduz, 1975)

Leider ist dieses Buch in vielen Punkten nach meinen Informationen falsch und ebenfalls gnadenlos veraltet. Nach meinen Informationen sind die definitiv besten Informationen zu Makroreaktionen nach wie vor nur in den jeweiligen Monographien empfehlenswert.

Viele Gruesse,

Werner