Hallo MArcus,
Die Täublingsregel ist in mindestens 2 Fällen etwas unkorrekt: Zum einen soll
der Rotstielige Ledertäubling - zumindest ungenügend erhitzt - giftig
wirken (aber dazu sollte Christoph genaueres sagen können)
meines Wissens nach verursacht der rotstielige Ledertäubling gehäuft individuelle Unverträglichkeitsreaktionen. Unverträglichkeitsreaktionen können auch recht drastisch ausfallen beim Hallimasch kommt das wohl öfters vor. Wo hier die Grenze zur Giftigkeit zu ziehen ist ist wohl nicht leicht zu beantworten, ich denk das entscheidet sich an der Zahl der Erkrankten im Vergleich zur Zahl der gesund Gebliebenen. Mir ist berichtet worden, daß der rotstielige Ledertäubling jahrelang im Mischgericht bei Pilzseminaren an die Teilnehmer verfüttert wurde und nie! etwas passiert ist. Ein anderer Pilzberater meinte hingegen, daß er rotstielige Ledertäublinge nicht mehr freigeben würde, da er schon zu viele Unverträglichkeitsreaktionen mitbekommen habe.
Zum anderen schmeckt der Ockertäubling in einigen Regionen, wie z.B. dem
Vogtland, (leider, denn da finde ich ihn sehr häufig) scharf, während er
in anderen Gegenden mild sein soll. Woran das liegt kann ich aber nicht
sagen (obwohl es mich sehr interessieren würde).
Du kannst auch die scharfen Ockertäublinge sammeln, die werden beim Braten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mild (paß bloß auf die Gallentäublinge auf, die nicht nur mild sondern auch giftig sind), und sind mit Sicherheit nicht giftig (Ein Testessen kostet ja nix und Christoph Hahn hat ja im DGFM-Forum davon erzählt). Es gibt ja auch einige scharfe Milchlinge (Pfeffermilchling, wolliger Milchling), die ihre Schärfe nach dem Braten verlieren. Einen ähnlichen Mechanismus könnte ich mir auch für einige scharfe Täublinge vorstellen, allerdings sind ja sehr viele davon wirklich giftig, also ist da kein Selbstttest angesagt.
Gruß
Birgit