Heute im schwäbischen Wald

Toni, (vor 8779 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

ich war heute für ein Stündlein in einem "fremden" Wald unterwegs, und siehe da: in nullkommanix war der Korb voll mit den schönsten madenfreien Maronen. Darüber hinaus konnte ich heute einen Pilzreichtum - sowohl was schiere Masse als auch was die Artenfülle angeht - bewundern, wie er mir heuer noch gar nicht untergekommen ist.
Vor fünf Tagen war ich in meinen heimischen Pilzwäldern (ca. 40 km vom heutigen Wald entfernt) in Nordschwaben unterwegs, und dort war wirklich absolut tote Hose, nur hie und da ein total vergammelter unidentifizierbarer Pilz.
Ich frag mich jetzt: sind die Pilze erst in den letzten Tagen aus dem Boden geschossen, oder liegt's tatsächlich an diesen lumpigen paar Kilometern Entfernung bzw. am "Kleinklima"? Vom Biotop her war der heutige Wald mit meinem heimischen absolut vergleichbar, wenn ich's nicht besser gewußt hätte, hätte ich denken können, ich wär "daheim".
Leider hab ich in den nächsten Tagen keine Zeit für vergleichende Wald-und-Pilz-Untersuchungen, aber hat jemand vielleicht in den letzten Tagen ähnliche Erfahrungen gemacht?

Wie dem auch sei, ich freu mich jedenfalls über den unverhofften Pilzsegen und hoffe, daß er noch ein wenig andauert (und sich evtl. noch der ein oder Steinpilz rauswagt ;-)

Beste Grüße,
Simone

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Re: Heute im schwäbischen Wald

Tomps, (vor 8779 Tagen) @ Toni

Wie dem auch sei, ich freu mich jedenfalls über den unverhofften Pilzsegen
und hoffe, daß er noch ein wenig andauert (und sich evtl. noch der ein
oder Steinpilz rauswagt ;-)

Hoffen wirs...heute war ich in der Nähe, bei Welzheim. Zwei Stunden durch den Wald getigert, aber kaum was für die Küche gefunden. Es gab viele kleine Totholzpilze, zwei Maronen, zwei Parasole, einen Goldröhling und zwei Ziegenlippen. Keinen Steinpilz, keine Fliegenpilze.

Höhe 400m, verschiedenen Waldtypen: Laub-Hochwald, Fichtenschonungen, Hänge und Ebenen...ich habe das Gefühl, der Pilzsegen ist sehr punktuell verteilt.

Tom

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Kleinklima und dgl - Beobachtungen

Werner, (vor 8779 Tagen) @ Toni

Vorab - mich wuerden andere langjaehrige Beobachtungen zu diesem Thema auch interessiert.

Meine persoenlichen Erfahrungen:

1. Ich denke, innerhalb von 5 Tagen kann sich viel zu viel aendern, als dass man da von gleichen Bedingungen sprechen kann. Ich selbst machte schon des oefteren die Beobachtungen am gleichen Fleck, dass ein paar Tage 'die Welt bedeuten'.

2. Ich denke, dass also nur Funde innerhalb von 24 Std. bestenfalls und innerhalb eines Radius von vielleicht 20-30 km als 'kleinklimamaessig' gleichwertig gelten koennen - vorausgesetzt es handelt sich um gleiche Waldtypen und ebenso vorausgesetzt, dass beispielsweise nicht ein Fundort am Fluss liegt, der andere im Trockenen.

3. Es ist wohl schon meist ein ziemlich grosser Unterschied, ob man an einem Nordhang oder einem Suedhang und dgl. sucht.

4. Selbst wenn alle o.g. Bedingungen aehnlich sind, kann immer noch einiges an Ueberraschungen drin sein. So gehe ich gerne an neue Stellen und halte dann an bis zu 3 verschiedenen Orten in einem Umkreis von ein paar km. Sehr oft stelle ich fest, dass ich oft schon nach zwei Orten aufgeben wollte und dann am 3. vergleichsweise viele Pilze finde. Selbst wenn sich die Bedingungen rein aeusserlich gesehen stark aehneln.

Meine Theorie dazu ist, dass bestimmte Waelder bzw. Ecken mehr windexponiert, etwas waermer, etwas aelter usw. sind. Dadurch ergiebt sich m.E. eine geringfuegig fruehere oder spaetere Fruktifikation der gleichen Pilzart. Das macht dann oft aus, dass man in ein paar 100 m Entfernung Pilze findet, die am Originalort eigentlich vorhanden sein muessten, aber entweder schon fruktifiziert haben oder erst spaeter kommen.

Soweit meine Theorie. Ich lasse mich natuerlich gerne korrigieren und wuerde mich freuen, ueber andere Theorien oder gar belegbares Wissen zu hoeren.

Werner

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gerade bei Inversionslagen...

Holger, (vor 8779 Tagen) @ Werner

im Herbst macht sich deren Einfluß ernorm bemerkbar. Die ersten Fröste im Tal und Maronen (sogar Steinpilze) 150 Hm weiter oben habe ich schon öfter erlebt.