Mein groesster halber Champignon 8-) ist das wirklich ein Baumpartner ? (125 KB Bilder) *PIC*

MUFTI, (vor 9850 Tagen)

Hallo,

Heute habe ich den groessten halben
Champignon meines Lebens gefunden,
und zwar am Anfang eines Reitwegs.

[image]

http://www.csv.ica.uni-stuttgart.de/homes/js/pilze/riesenchamp.jpg

[image]

http://www.csv.ica.uni-stuttgart.de/homes/js/pilze/riesenchamp2.jpg

Ich denke, das ist die gleiche Sorte wie der juengere Pilz,
den ich am Ende dieses Reitwegs gefunden habe.

[image]

http://www.csv.ica.uni-stuttgart.de/homes/js/pilze/riesenchamp_jung.jpg

Sehr seltsam finde ich, dass es auchgerechnet auf diesem
Reitweg immer Champignons (verschiedene Arten)
gibt, aber 2 Meter weiter weg keine.
Irgendjemand meinte wohl mal, die Sorte Champignons
muesste auch ein Baumpartner sein, aber wie
erklaert sich die Tatsache, dass nur auf
diesem Weg die Champignons spriessen ?

Welchen Zusammenhang kann es geben, dass
trotz des Baumpartnerstatus die Hottis
offensichtlich entscheidend sind ?

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Re: Mein groesster halber Champignon 8-) ist das wirklich ein Baumpartner ? (125 KB Bilder)

Boris, (vor 9850 Tagen) @ MUFTI

Welchen Zusammenhang kann es geben, dass
trotz des Baumpartnerstatus die Hottis
offensichtlich entscheidend sind ?

Hi, Mufti. Viele Champignonarten lieben schlicht und einfach den Pferdemist! Das war deshalb auch lange Zuchtsubtrat für Kulturchampignons, bis man zur Kultur auf Tierkörpermehl umstieg (Würg!). Zum Glück kommt man davon zur Zeit wieder ab (BSE in Champignons? ;-) )

Lasst euch eure selbstgesammelten Wildpilze schmecken! Boris

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Re: Mein groesster halber Champignon 8-) ist das wirklich ein Baumpartner ? (125 KB Bilder)

MUFTI, (vor 9850 Tagen) @ Boris

Welchen Zusammenhang kann es geben, dass
trotz des Baumpartnerstatus die Hottis
offensichtlich entscheidend sind ?

Viele Champignonarten lieben schlicht und einfach den Pferdemist!

Nicht dass ich dich irgendwie kritisieren wollte, aber:
Gibt es eigentlich auch eine weniger gefuehlsduslige
Erklaerung ? 8-)

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Re: Mein groesster halber Champignon 8-) ist das wirklich ein Baumpartner ? (125 KB Bilder)

Boris, (vor 9850 Tagen) @ MUFTI

Nicht dass ich dich irgendwie kritisieren wollte, aber:
Gibt es eigentlich auch eine weniger gefuehlsduslige
Erklaerung ? 8-)

Wie meinst du das? :-) Champignons sind keine Mykorrhizapilze, sie sind sehr substratspezifische Saprophyten. Allein das sollte doch schon einiges erklären. Der Kompostchampignon z.B. wächst nicht auf Mist, sondern auf Komposthaufen. Viele Champignons lieben dagegen die Anwesenheit von Pferdemist, der ist nämlich im Gegensatz zu Kuhmist etc. zur "Heißrotte" unter Wärmebildung fähig. Reden wir gerade aneinander vorbei?

Boris

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Re: Mein groesster halber Champignon 8-) ist das wirklich ein Baumpartner ? (125 KB Bilder)

Bruno, (vor 9850 Tagen) @ Boris

Nicht dass ich dich irgendwie kritisieren wollte, aber:
Gibt es eigentlich auch eine weniger gefuehlsduslige
Erklaerung ? 8-)

Wie meinst du das? :-) Champignons sind keine Mykorrhizapilze, sie sind sehr substratspezifische Saprophyten. Allein das sollte doch schon einiges erklären. Der Kompostchampignon z.B. wächst nicht auf Mist, sondern auf Komposthaufen. Viele Champignons lieben dagegen die Anwesenheit von Pferdemist, der ist nämlich im Gegensatz zu Kuhmist etc. zur "Heißrotte" unter Wärmebildung fähig. Reden wir gerade aneinander vorbei?
Boris

Hallo Boris, hallo Mufti,

Vielen Dank für diesen Gag zum Feierabend!
Bruno

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Re: Großsporiger Egerling ?

MHeidenreich, (vor 9850 Tagen) @ MUFTI

Hallo !

Kann es sein, daß es sich bei dem Champignon
um den seltenen großsporigen Egerling handelt,
der angeblich einen bis zu 50 cm (!) großen Hut
tragen kann ?

Gruß MH

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Re: Großsporiger Egerling ?

Boris, (vor 9850 Tagen) @ MHeidenreich

Hallo !
Kann es sein, daß es sich bei dem Champignon
um den seltenen großsporigen Egerling handelt,
der angeblich einen bis zu 50 cm (!) großen Hut
tragen kann ?
Gruß MH

Der hat aber doch nie einen schuppigen Hut wenn ich mich nicht irre??

Boris

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Re: Großsporiger Egerling ?

MHeidenreich, (vor 9850 Tagen) @ Boris

Der hat aber doch nie einen schuppigen Hut wenn ich mich nicht irre??
Boris

Genaueres über den Pilz ist mir leider nicht bekannt

Grüße MH

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Re: Großsporiger Egerling ?

MUFTI, (vor 9849 Tagen) @ Boris

großsporigen Egerling handelt,
der angeblich einen bis zu 50 cm (!) großen Hut
tragen kann ?

So gross war mein Examplar nun auch
nicht, nicht mal entfernt so gross...

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Re: Mein groesster halber Champignon 8-) ist das wirklich ein Baumpartner ? (125 KB Bilder)

MUFTI, (vor 9849 Tagen) @ Boris

Wie meinst du das? :-) Champignons sind keine Mykorrhizapilze, sie sind sehr substratspezifische Saprophyten.

Wirklich alle Champignon-Arten und ausschliesslich
ohne Ausnahme ?
Das ist ja genau das, was ich bezweifle.

Bei Champignon scheinen alle sofort an eine Wiese
zu denken....

Mein Pilzbuch hat zwar keine Einteilung

Mykorrhiza Saprophyt

aber bei den paar Champignons die da
drinstehen sind einige dabei,
wo dabei steht "in Nadelwaeldern".

Ich denke daher, dass es auch Champignons
gibt die Baumpartner sind, z.B. der einzige
Champignon in diesem Buch, der einen
schuppigen Hut hat (wie diese Exemplare)
heisst auf Deutsch "Waldchampignon" (Wald
das ist da, wo die Baeume wachsen).

Andererseits scheint die Fundstelle auf
Saprophytenlebensweise hinzudeuten.

Moegliche Schlussfolgerungen waeren:

- Die Trennung Mykorrhiza/Saprophyt ist
nicht immer klar, es gibt auch Pilze
die beides koennen.

oder

- Trotz Mykorrhizastatus gibt es fuer
diese Pilze in einer Hottihinterlassenschaft
Dinge, die im nutzen, ohne dass sie
unmittelbar was mit Energiezufuhr zu tun haben.
z.B. besondere Naehrsalze oder Waerme oder sonst was

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Re: Überlebenskünstler

Boris, (vor 9849 Tagen) @ MUFTI

- Die Trennung Mykorrhiza/Saprophyt ist
nicht immer klar, es gibt auch Pilze
die beides koennen.

Du hast recht und unrecht gleichermassen. Es gibt Saproparasiten, die auch Mykorrhiza mit Pflanzen eingehen können, z.B. der Überlebenskünstler Hallimasch. Aber ich denke Pilze haben meistens einen Schwerpunkt in ihrer Lebensweise, und der scheint bei Champignons ganz klar auf der saprophytischen Seite zu liegen. Die Vorliebe für Wald kann auch durch eine Vorliebe für verrottendes Fallaub vorgetäuscht sein. So galt der violette Ritterling lange als Mykorrhizapilz, bis man rausfand dass er sich auf Laubbeeten ohne Wurzelkontakt auch wunderbar züchten ließ.

Champignons haben mitunter sehr spezielle Substratansprüche. So wächst der Salzwiesenchampignon (Agaricus bernardii) immer auf Wiesen mit erhöhtem Salzanteil. Im Inland ist er gelegentlich an Autobahnrändern zu finden.

Noch ein Beispiel für vorgetäuschte Mykorrhiza ist die Frühjahrslorchel, die "in Kiefernwäldern wächst". Dieser Pilz hat, genau wie Morchella conica einfach eine Vorliebe für verrottende Kiefernborke (man verzeihe mir die "gefühlsbetonte" Ausdrucksweise :-) . Möglicherweise ist er auch möglich, Mykorrhiza mit den Wurzeln einzugehen, aber die gewaltigsten Lorcheln finde ich regelmäßig auf Holzlagerplätzen. Einmal fand ich eine Gruppe von 20 Stück um einen Hügel aus Borke kreisförmig verteilt. Ein andernmal fünf Lorcheln auf(!) liegenden Kiefernstämmen. Die Pilze sind also in keinster Weise auf die Mykorrhiza angewiesen, wenn sie die Nährstoffe bereits aufgeschlossen und konzentriert vorfinden können sie auch saprophytisch wunderbar wachsen. Bei den Orchideen ists übrigens genauso, allen Gerüchten zum Trotz sind sie nicht auf die Mykorrhiza angewiesen, sondern schätzen mitunter auch einen mineralischen Dünger oder Nährboden.

Der Vorteil von spezialisierten Mykorrhizapilzen und -Pflanzen ist dass sie auch dort wachsen können, wo es kaum Nährstoffe gibt. Sie "brauchen" die armen Böden nicht, sondern können sie "ertragen" und sind auf solchen Standorten der Konkurrenz im Vorteil!

Gruß, Boris