Hallo Rainer,
Dass man die Pilze angeblich unbedingt abkochen muss, habe ich in diversen
Pilz- und Pilzkochbuechern gelesen. Gerade gestern hatte ich eins in
der Hand, das stand sinngemaess was von "enthalten eine Substanz, die
rote Blutkoerperchen zerstoert ... und die durch Abkochen ...usw. "
(hoert sich gruselig an, nicht wahr?)
Hab' das Buch gerade nicht zur Hand, ich meine es war ein Pilzführer aus
dem Dausien-Verlag, war schon einige Jahre alt (70-er oder 80-er).
ääääh vielleicht solltest du dir mal ein aktuelles gutes Buch zulegen, z.B. Gerhardt oder Laux.
Ich staune immer wieder was alles in alten oder vielleicht nur schlechten Büchern drinsteht.
Richtig ist, daß viele Pilze roh hämolysierende Stoffe, die die roten Blutkörperchen zersetzen enthalten. Im TIntling gabs da mal nen Artikel (Heft 4/2000, von D. Winterstein, Hämolysine in Pilzen), da waren ungelogen min. 50 essbare Pilze aufgeführt, unter anderem Lepista nuda, L. personata, L. gilva, aber auch so nette PIlze wie Sommersteinpilz, Ziegenlippe, Marone und Rotfußröhrling, der extra viel Hämolysine enthält, die will aber keiner abkochen. Diese Stoffe werden zerstört oder unwirksam durch das Erhitzen, min. 10 min ordentlich über 70°C erhitzen. Die Rötelritterlinge können natürlich auch wie alle Speisepilze individuelle Unverträglichkeiten auslösen, allerdings meines Wissens nach nicht häufiger als andere "normale" Speisepilze auch. Der violette Rötelritterling soll blutdrucksenkende Wirkung haben, obs stimmt weiß ich nicht.
schönen Gruß
Birgit