Bestimmungshilfe erbeten *PIC*

Birgit, (vor 8757 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

am Montag fand ich folgende Pilze auf der Hurlacher Heide (nördlich Landsberg/Lech), d.h. basischer sandiger Boden. Am Rand der Hurlacher Heide sind kleinere Baumgruppen aus Fichten und vereinzelt Kiefern eingestreut, die Pilze wurden unter so einer Baumgruppe gefunden. Das Sporenpulver der Pilze ist vermutlich fast weiß, mindestens hell, die haben sich mal wieder geweigert freigiebig auszusporen. Die Hutoberfläche ist leicht hygrophan, aber das seltsame marmorierte Aussehen bleibt auch im trockenen Zustand erhalten. Ich habe keine Ahnung was es sein könnte, nicht mal die Gattung (naja ich weiß eher was es nicht ist.... ;-)). Da die Sporen aber ziemlich längselliptisch, teilweise spindelig sind mit einem Sporenquotienten q von 2-3 (Mittelwert q=2,4 +- 0,3 (Standardabweichung)), denke ich daß bei diesen auffälligen Maßen doch was rauszukriegen sein müßte. Sporenmaße sind: 8-10,5 * 3-4 µm (Mittelwerte mit Standardabweichung 8,7 (+-0,7) * 3,7 (+-0.3)µm). Cheilo- oder Pleurozystiden habe ich nicht gefunden.

Der Stiel ist wohl nicht von Natur aus so hohl, da sind Mitbewohner drin.

Vielen Dank im Voraus

Birgit

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Re: Bestimmungshilfe erbeten

Harald Andres Schmid, (vor 8757 Tagen) @ Birgit

Hallo ihr Lieben,
hallo, Birgit. Interessant, dein Pilz. Habe auch keine Ahnung. Die Hutoberfläche habe ich genau so schon mal bei Clitocybe Inorata gesehen, aber da stimmen natürlich die anderen Merkmale nicht....

Bin gespannt, ob es jemand herausfindet...
Gruss, Harald Andres

Der Stiel ist wohl nicht von Natur aus so hohl, da sind Mitbewohner drin.

Vielen Dank im Voraus
Birgit

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Re: Bestimmungshilfe erbeten

Peter Reiter, (vor 8757 Tagen) @ Birgit

Hallo ihr Lieben,
am Montag fand ich folgende Pilze auf der Hurlacher Heide (nördlich
Landsberg/Lech), d.h. basischer sandiger Boden. Am Rand der Hurlacher
Heide sind kleinere Baumgruppen aus Fichten und vereinzelt Kiefern
eingestreut, die Pilze wurden unter so einer Baumgruppe gefunden. Das
Sporenpulver der Pilze ist vermutlich fast weiß, mindestens hell, die
haben sich mal wieder geweigert freigiebig auszusporen. Die Hutoberfläche
ist leicht hygrophan, aber das seltsame marmorierte Aussehen bleibt auch
im trockenen Zustand erhalten. Ich habe keine Ahnung was es sein könnte,
nicht mal die Gattung (naja ich weiß eher was es nicht ist.... ;-)). Da
die Sporen aber ziemlich längselliptisch, teilweise spindelig sind mit
einem Sporenquotienten q von 2-3 (Mittelwert q=2,4 +- 0,3
(Standardabweichung)), denke ich daß bei diesen auffälligen Maßen doch was
rauszukriegen sein müßte. Sporenmaße sind: 8-10,5 * 3-4 µm (Mittelwerte
mit Standardabweichung 8,7 (+-0,7) * 3,7 (+-0.3)µm). Cheilo- oder
Pleurozystiden habe ich nicht gefunden.

Hallo Birgit,

ich weiß im Moment auch nicht was das sein könnte, aber wie es aussieht hat sich der Stiel leicht vom Hut gelöst und die Lamellen sind frei. Da kommst du doch mit dem makroskopischen Schlüssel von "Bon" in eine bestimmte Gattungsgruppe(Agaricus, Pluteus u.a.).
Gruß,
Peter


Der Stiel ist wohl nicht von Natur aus so hohl, da sind Mitbewohner drin.

Vielen Dank im Voraus
Birgit

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Re: Bestimmungshilfe erbeten

zuehli ⌂, (vor 8757 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Birgit,

riecht er vielleicht nach Rettich? Dann könnte es in Richtung Hebeloma sinapizans gehen?!

Gruß Harald

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Re: Bestimmungshilfe erbeten

Werner2, (vor 8757 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

ich würde mal die Gattung Lyophyllum ins Auge fassen.
Die dunklen Verfärbungen auf den einzelnen Bilder, weisen für mich in diese Richtung.
Gruß Werner2

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Form von Clitocybe inornata

Helmut, (vor 8757 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Die Fruchtkörper auf Deinem Bild sehen schon etwas mitgenommen aus (Frost?). Aber schau doch mal in der "neuen" Dähncke nach (1200 Pilze), Seite 193. Da ist neben der normalen Form von Clitocybe inornata auch Deine abweichende abgebildet. Die Sporen passen auch sehr gut.

Gruß

Helmut

Hallo ihr Lieben,

am Montag fand ich folgende Pilze auf der Hurlacher Heide (nördlich
Landsberg/Lech), d.h. basischer sandiger Boden. Am Rand der Hurlacher
Heide sind kleinere Baumgruppen aus Fichten und vereinzelt Kiefern
eingestreut, die Pilze wurden unter so einer Baumgruppe gefunden. Das
Sporenpulver der Pilze ist vermutlich fast weiß, mindestens hell, die
haben sich mal wieder geweigert freigiebig auszusporen. Die Hutoberfläche
ist leicht hygrophan, aber das seltsame marmorierte Aussehen bleibt auch
im trockenen Zustand erhalten. Ich habe keine Ahnung was es sein könnte,
nicht mal die Gattung (naja ich weiß eher was es nicht ist.... ;-)). Da
die Sporen aber ziemlich längselliptisch, teilweise spindelig sind mit
einem Sporenquotienten q von 2-3 (Mittelwert q=2,4 +- 0,3
(Standardabweichung)), denke ich daß bei diesen auffälligen Maßen doch was
rauszukriegen sein müßte. Sporenmaße sind: 8-10,5 * 3-4 µm (Mittelwerte
mit Standardabweichung 8,7 (+-0,7) * 3,7 (+-0.3)µm). Cheilo- oder
Pleurozystiden habe ich nicht gefunden.

Der Stiel ist wohl nicht von Natur aus so hohl, da sind Mitbewohner drin.

Vielen Dank im Voraus
Birgit

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Re: Bestimmungshilfe erbeten

Karl Keck ⌂, (vor 8757 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

ich glaube, Helmut liegt mit seinem Tipp richtig: Ich halte Deinen Pilz auch für Clitocybe inornata, den Graublättrigen Trichterling. Gerhardt gibt in seinem "Handbuch Pilze" exakt die gleichen Sporenmaße an: 8 -10,5 x 3 - 4 µm.
Wie roch er denn? Hast Du schon mal weiße Mäuse in einem Käfig gehalten? Mein Fund roch genau wie von Gerhardt beschrieben: nach mit Mäuse-Urin getränktem Sägemehl. Die "marmorierte" Hutoberfläche kommt nach meinen Beobachtungen bei Clitocybe häufig vor. Die Ähnlichkeit Deines Pilzes mit der Abbildung von C. inornata forma bei Dähncke 1200 auf Seite 193 ist sehr groß.
Viele Grüße
Karl

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Aber die Sporenform passt da weniger dazu *oT*

Jens ⌂, (vor 8756 Tagen) @ Werner2

- kein Text -

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Dank an alle, die mitgerätselt haben

Birgit, (vor 8756 Tagen) @ Birgit

Hallo,

inzischen bin ich auch der Überzeugung, daß es um Clitocybe inornata handeln muß, die Abbildung bei Dähncke ist ja wirklich verblüffend ähnlich, besonderen Dank an Helumt. Mein Pilz roch zwar nicht parfümiert wie es Dähncke angibt, aber eigentlich auch nicht unangenehm ranzig, vielleicht lags daran, daß die Pilze eben vermutlich durch Frost schon etwas ramponiert waren. Auf Clitocybe inornata war ich wegen der spindeligen Sporen schon beim Durchblättern von den Pilzen der Schweiz gestoßen und auch ANdreas hatte im Chat diese Idee, aber mir kam das dann von der makroskopischen Beschreibung her doch zu abwegig vor.

Liebe Grüße

Birgit

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die Sporenform passt da

Wolfgang P., (vor 8756 Tagen) @ Jens

Ich zitiere aus Kuyper, Flora Neerlandica 3, S. 45:

Clitocybe inornata can microscopically be confused with Lyophyllum leucophaeatum. It has the same boletiform spores, but differs in having lamellae that become dark grey with age, siderophilous basidia and thick-walled cyanophilous spores...

Wolfgang

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Re: die Sporenform passt da

Birgit, (vor 8756 Tagen) @ Wolfgang P.

Hey Wolfgang,

Ich zitiere aus Kuyper, Flora Neerlandica 3, S. 45: Clitocybe inornata can
microscopically be confused with Lyophyllum leucophaeatum. It has the same
boletiform spores, but differs in having lamellae that become dark grey
with age, siderophilous basidia and thick-walled cyanophilous spores...

das ist unfair, wo ich mir doch schon halbwegs sicher war ;-).Die Sporen sind allerdings ziemlich dünnwandig, wie auf den Mikroaufnahmen zu sehen ist, oder was meinst du?

Liebe Grüße

Birgit

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Re: die Sporenform passt da

Wolfgang P., (vor 8754 Tagen) @ Birgit

Hey Wolfgang,
das ist unfair, wo ich mir doch schon halbwegs sicher war ;-).Die Sporen sind
allerdings ziemlich dünnwandig, wie auf den Mikroaufnahmen zu sehen ist,
oder was meinst du?
Liebe Grüße
Birgit

Hi Birgit,
so bin ich - der ewige Zweifler... ;-)

Ich glaube auch, daß es sich um Clitocybe inornata handelt. Aber nicht wegen der Dünnwandigkeit der Sporen (das wird von Gattung zu Gattung doch recht unterschiedlich ausgelegt), sondern weil Du von keiner Fleischverfärbung berichtest. Lyophyllum leucophaeatum sollte blauen und/oder schwärzen, was Kuyper an Exsikkaten natürlich nicht mehr feststellen kann.

Außerdem sind die Sporen von Lyophyllum leucophaeatum in Wasser und Melzer deutlich rauh, und nur in alkalischen Medien (Kongo, KOH, ...) löst sich die Ornamentation auf und die Sporen sind so glatt wie die von Clitocybe. Du schreibst nicht, in was Du mikroskopiert hast, aber vermutlich in Wasser?

Wolfgang

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Re: die Sporenform passt da

Birgit, (vor 8753 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang,

Ich glaube auch, daß es sich um Clitocybe inornata handelt. Aber nicht wegen
der Dünnwandigkeit der Sporen (das wird von Gattung zu Gattung doch recht
unterschiedlich ausgelegt), sondern weil Du von keiner Fleischverfärbung
berichtest. Lyophyllum leucophaeatum sollte blauen und/oder schwärzen, was
Kuyper an Exsikkaten natürlich nicht mehr feststellen kann.

ist mir nicht aufgefallen.

Außerdem sind die Sporen von Lyophyllum leucophaeatum in Wasser und Melzer
deutlich rauh, und nur in alkalischen Medien (Kongo, KOH, ...) löst sich
die Ornamentation auf und die Sporen sind so glatt wie die von Clitocybe.
Du schreibst nicht, in was Du mikroskopiert hast, aber vermutlich in
Wasser?

Ich hab in Wasser mikroskopiert, wie gut, da die Dinger so dünnwandig waren, wollte ich nämlich schon Kongo nehmen.

Danke

Birgit