Unbekannter Pilz 3 *PIC*

mushroomfrank, (vor 3643 Tagen)

Hallo zusammen,

weiter geht`s mit Pilzen, die ich nicht zuordnen kann...
Dieser Pilz stand in großer Anzahl in einem feuchten Buchenmischwald in Südhessen. Substrat: Erde, Geruch: Für mich unauffällig.
Kann ihn jemand zuordnen?

LG

Frank

[image]

Re: Unbekannter Pilz 3

mushroomfrank, (vor 3642 Tagen) @ Krötenhocker

Hi Jens,

bin jetzt mal die Entoloma-Arten durchgegangen... Entoloma rhodopolium könnte es sein... Pilzbestimmung ist ja unglaublich diffizil.... Blümchen sind da deutlich einfacher!!!! :-)

LG und Danke

Frank

Re: Unbekannter Pilz 3

Krötenhocker, (vor 3642 Tagen) @ mushroomfrank

Hallo nochmal, Frank
gerade weil es so diffizil ist, kann man oft gar nicht genug Fakten im Vorfeld sammeln. Werner hat in einer anderen Antwort an dich mal grob zusammengestellt, was wichtig ist oder sein kann.
Dazu kommen dann irgendwann einmal auch noch gattungsspezifische Tests, wie chemische oder mechanische (z.B kann man die Lamellen einfach abschieben (lepista versus Clitocybe), wie weit lässt sich die Huthaut abziehen (z.B. Russula)) usw.
Du kannst aber auch mal einen Kurs bei einem der begnadeten Mykologen machen.
Eine Liste findest du hier und einer der bekannstesten Mykologen, der hier in diesem Forum auch ab und an mitdiskutiert, ist Andreas Gminder, der am Ende der folgenden Liste aufgeführt ist:

http://www.dgfm-ev.de/category/hauptmen%C3%BC/beratung-ausbildung/psv-dgfm/ausbildungsst%C3%A4tten

Ganzen Link kopieren und einfügen...

LG, Jens

Hi Jens,
bin jetzt mal die Entoloma-Arten durchgegangen... Entoloma rhodopolium könnte
es sein... Pilzbestimmung ist ja unglaublich diffizil.... Blümchen sind da
deutlich einfacher!!!! :-)
LG und Danke
Frank

Re: Unbekannter Pilz 3

mushroomfrank, (vor 3641 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo nochmal, Frank
gerade weil es so diffizil ist, kann man oft gar nicht genug Fakten im
Vorfeld sammeln. Werner hat in einer anderen Antwort an dich mal grob
zusammengestellt, was wichtig ist oder sein kann.
Dazu kommen dann irgendwann einmal auch noch gattungsspezifische Tests, wie
chemische oder mechanische (z.B kann man die Lamellen einfach abschieben
(lepista versus Clitocybe), wie weit lässt sich die Huthaut abziehen (z.B.
Russula)) usw.
Du kannst aber auch mal einen Kurs bei einem der begnadeten Mykologen machen.
Eine Liste findest du hier und einer der bekannstesten Mykologen, der hier in
diesem Forum auch ab und an mitdiskutiert, ist Andreas Gminder, der am
Ende der folgenden Liste aufgeführt ist:
http://www.dgfm-ev.de/category/hauptmen
%C3%BC/beratung-ausbildung/psv-dgfm/ausbildungsst%C3%A4tten
Ganzen Link kopieren und einfügen...
LG, Jens

Hallo Jens,

herzlichen Dank für Link und weiterführende Informationen!
Mal schauen, wennn die Termine 2017 in Thüringen stehen. Ansonsten schaue ich mal, was hier vor Ort angeboten wird - es scheint wohl nicht anders zu gehen.
Ich hatte gehofft, dass sich Pilze - ähnlich wie Pflanzen oder auch z.B. Wirbellose mit klassischen Bestimmungsbüchern, die von Schritt zu Schritt führen, bestimmen lassen. Das gibt es aber wohl ( noch ) nicht, oder ist dadurch gebremst, dass sich makroskopische Parameter bald erschöpfen.
Ich möchte Dir sehr für deine Mühe und Deinen Langmut danken!

LG

Frank

Re: Unbekannter Pilz 3

Stephan Weißer, (vor 3641 Tagen) @ mushroomfrank

Ich hatte gehofft, dass sich Pilze - ähnlich wie Pflanzen oder auch z.B.
Wirbellose mit klassischen Bestimmungsbüchern, die von Schritt zu Schritt
führen, bestimmen lassen. Das gibt es aber wohl ( noch ) nicht, oder ist
dadurch gebremst, dass sich makroskopische Parameter bald erschöpfen.

Hallo Frank,

es liegt vielleicht auch an der Auswahl der Pilzarten, die du so fotografierst. Du wählst ganz oft solche, die niemand per Foto bzw. ohne Mikroskop-Einsatz auf die Art bestimmen kann. Das lässt darauf schließen, dass du dir möglicherweise bei der Auswahl nicht viel Mühe machst und einfach immer die Pilze, die du gerade zufällig auf dem Boden bemerkst, ablichtest. Wie wäre es, wenn du dir Ziele setzt in der Weise, Fotos von ganz bestimmten Arten zu erhaschen - indem du dir im Vorfeld eine Artenliste erstellst, von denen du Fotos haben willst und dann genau diese suchst. Das ist für alle Beteiligten doch viel spannender, für dich als Fotograf und auch für die, die dir hinterher deine Pilze benennen sollen.

Es liegt aber auch an den Einstellungen (nicht die am Fotoapparat, sondern die der Bildszenen). Nur zwei Beispiele. Du fotografierst Pilze, zu deren Bestimmung man die Stielbasis braucht, ohne die Stielbasis zu zeigen. Oder Pilze, zu deren Bestimmung man die Lamellenfarbe und Lamellenhaltung braucht, ohne den Blick auf die Lamellen. Das frustriert diejenigen, die hinterher die Pilze benennen sollen, enorm, und führt manchmal zum Gefühl, verar***t zu werden. Gehe doch einfach mal von dir selber aus: ein Werner oder ein Stephan oder... stellt ein Pilzfoto ein und bittet dich, es zu benennen. Hast du nicht auch bestimmte Vorstellungen davon, wie das Anfragefoto sein müsste?

FG
Stephan

Re: Unbekannter Pilz 3

Birgit, (vor 3640 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stefan,

ganz schön hohe Ansprüchen an Frank, der ja vermutlich noch gar keine Ahnung hat, wo er anfangen soll. Als absoluter Anfänger hat man halt noch keine Ahnung bezüglich Gattungen und wie man diese bestimmen kann, geschweige denn welche Arten häufig sind. Ich kann mir jahrezehntelang vornehmen Haasiella venustissima zu bestimmen und danach zu suchen ohne Erfolg zu haben.
Frank, leg Dir noch ein Buch zu: Grundkurs Pilzbestimmung von Rita Lüder und evtl. noch 1x1 des Pilzesammelns von Walter Pätzold. In beiden Büchern wird mehr auf Gattungsmerkmale eingegangen und es sind einfache Bestimmungsschlüssel enthalten. So kannst Du die Zeit bis zum ersten Kurs sinnvoll überbrücken.

herzliche Grüße

Birgit

Re: Unbekannter Pilz 3

mushroomfrank, (vor 3640 Tagen) @ Birgit

Hallo Stefan,
ganz schön hohe Ansprüchen an Frank, der ja vermutlich noch gar keine Ahnung
hat, wo er anfangen soll. Als absoluter Anfänger hat man halt noch keine
Ahnung bezüglich Gattungen und wie man diese bestimmen kann, geschweige
denn welche Arten häufig sind. Ich kann mir jahrezehntelang vornehmen
Haasiella venustissima zu bestimmen und danach zu suchen ohne Erfolg zu
haben.
Frank, leg Dir noch ein Buch zu: Grundkurs Pilzbestimmung von Rita Lüder und
evtl. noch 1x1 des Pilzesammelns von Walter Pätzold. In beiden Büchern
wird mehr auf Gattungsmerkmale eingegangen und es sind einfache
Bestimmungsschlüssel enthalten. So kannst Du die Zeit bis zum ersten Kurs
sinnvoll überbrücken.
herzliche Grüße
Birgit

Hallo Birgit,

herzlichen Dank für den Tipp! Wenn ich erst einmal so weit wäre, dass ich zu den Gattungen komme, wäre ich schon einen Riesenschritt weiter!
Buch wird besorgt!

LG

Frank

Re: Unbekannter Pilz 3

Krötenhocker, (vor 3640 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

es liegt vielleicht auch an der Auswahl der Pilzarten, die du so
fotografierst. Du wählst ganz oft solche, die niemand per Foto bzw. ohne
Mikroskop-Einsatz auf die Art bestimmen kann. Das lässt darauf schließen,
dass du dir möglicherweise bei der Auswahl nicht viel Mühe machst und
einfach immer die Pilze, die du gerade zufällig auf dem Boden bemerkst,
ablichtest. Wie wäre es, wenn du dir Ziele setzt in der Weise, Fotos von
ganz bestimmten Arten zu erhaschen - indem du dir im Vorfeld eine
Artenliste erstellst, von denen du Fotos haben willst und dann genau diese
suchst.

Also so oft, wie Frank gefragt hat, ob dies denn nun eine Nebelkappe sei, hat er doch genau das von dir vorgeschlagene schon praktiziert...

Das ist für alle Beteiligten doch viel spannender, für dich als
Fotograf und auch für die, die dir hinterher deine Pilze benennen sollen.
Es liegt aber auch an den Einstellungen (nicht die am Fotoapparat, sondern
die der Bildszenen). Nur zwei Beispiele. Du fotografierst Pilze, zu deren
Bestimmung man die Stielbasis braucht, ohne die Stielbasis zu zeigen. Oder
Pilze, zu deren Bestimmung man die Lamellenfarbe und Lamellenhaltung
braucht, ohne den Blick auf die Lamellen.

Woher soll das denn ein Anfänger wissen? Ich finde, seine Fotos wurden immer aussagekräftiger und im Gegensatz zu den schlechten Handybildern, die ich schon zu oft betrachtet habe, haben seine Fotos sogar richtig was.

Das frustriert diejenigen, die
hinterher die Pilze benennen sollen, enorm, und führt manchmal zum Gefühl,
verar***t zu werden. Gehe doch einfach mal von dir selber aus: ein Werner
oder ein Stephan oder... stellt ein Pilzfoto ein und bittet dich, es zu
benennen. Hast du nicht auch bestimmte Vorstellungen davon, wie das
Anfragefoto sein müsste?

Also ich fühlte mich kein Mal verarscht oder frustiert. Ich habe bemerkt, dass da jemand das ästhetische Potential von Pilzen erkannt hat und gerne etwas zu seinen Funden gewußt hätte.
Wenn du dir die Beiträge mal durchliest, wirst du bemerken, dass ich deine Ansprüche an die Fotos, die ja auch die meinigen sind, so peu à peu vermittelt habe.
Als dann die Clitocybe mit dem Schnittbild kam, hast du das aber leider auch wieder kritisiert, obwohl wir alle mehr Fakten sehen wollten. Wie soll ein Anfänger denn wissen, wann es mal keinen Schnitt benötigt?

Wie Frank ja schon schrieb, hat er sich die Bestimmung viel einfacher vorgestellt. Das kann dann leider auch ganz schnell in Frust umschlagen und da finde ich deinen Tonfall nicht gerade hilfreich. Ich hoffe, dass er trotzdem dabei bleibt und dann macht er uns in ein paar Jahren was vor.. ;-)
...ausser sein Geruchssinn wird nicht besser.

LG, Jens

Re: Unbekannter Pilz 3

mushroomfrank, (vor 3640 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Stephan,
Also so oft, wie Frank gefragt hat, ob dies denn nun eine Nebelkappe sei, hat
er doch genau das von dir vorgeschlagene schon praktiziert...
Woher soll das denn ein Anfänger wissen? Ich finde, seine Fotos wurden immer
aussagekräftiger und im Gegensatz zu den schlechten Handybildern, die ich
schon zu oft betrachtet habe, haben seine Fotos sogar richtig was.
Also ich fühlte mich kein Mal verarscht oder frustiert. Ich habe bemerkt,
dass da jemand das ästhetische Potential von Pilzen erkannt hat und gerne
etwas zu seinen Funden gewußt hätte.
Wenn du dir die Beiträge mal durchliest, wirst du bemerken, dass ich deine
Ansprüche an die Fotos, die ja auch die meinigen sind, so peu à peu
vermittelt habe.
Als dann die Clitocybe mit dem Schnittbild kam, hast du das aber leider auch
wieder kritisiert, obwohl wir alle mehr Fakten sehen wollten. Wie soll ein
Anfänger denn wissen, wann es mal keinen Schnitt benötigt?
Wie Frank ja schon schrieb, hat er sich die Bestimmung viel einfacher
vorgestellt. Das kann dann leider auch ganz schnell in Frust umschlagen
und da finde ich deinen Tonfall nicht gerade hilfreich. Ich hoffe, dass er
trotzdem dabei bleibt und dann macht er uns in ein paar Jahren was vor..
;-)
...ausser sein Geruchssinn wird nicht besser.
LG, Jens

Hallo Jens,

vielen Dank für Deinen Beitrag.
Ich denke, dass es bezüglich meiner Fotos und deren geringem Informationsgehalt zu Missinterpretationen gekommen ist.
Ich hoffe, dass meine zukünftigen Aufnahmen weniger Anlass zu Ärger liefern werden.
Und ja, ich war ordentlich frustriert. Sowohl davon, dass ich trotz Literatur, wirklich nicht weiter kam und wegen des Gegenwinds, der mir teilweise bei meinen Bestimmungsanfragen entgegenblies.
Deine Hilfe hat mir sehr gut getan, dennoch muss ich Dich enttäuschen.
Ich werde wohl niemals eine Koryphäe werden!!! ;-) Das bin ich auch bei den Pflanzen nicht, und ... ich fürchte, mein Geruchssinn ist wirklich etwas schwach...
Immerhin, die Nebelkappe war immerhin ein Pilz, dessen geruch ich bemerkenswert von - vielleicht ein Anfang. :-)
Aber... vielleicht ist es auch so, dass ich, wenn ich erst einmal weiß, was rettichartig usw. ist, diese Gerüche auch erkennen und wieder entdecken kann.
Mich würde es jedenfalls sehr freuen, wenn ich weiterhin mit meinen Pilzfragen auf eine hilfreiche Antwort hoffen kann.
Ich hoffe, dass nun alle Unklarheiten beseitigt sind und wir uns wieder dem zuwenden können, was uns so Freude macht.
Das Finden, Bestimmen und Zeigen wunderschöner Pilze.

LG

Frank

Re: Unbekannter Pilz 3

Stephan Weißer, (vor 3638 Tagen) @ mushroomfrank

Hallo Frank,

ich bitte um Entschuldigung, dass ich mich im Ton vergriffen habe. Eigentlich stand mir nicht zu, dein Vorgehen in irgendeiner Weise zu kritisieren. Ich habe verstanden, dass dein momentanes Anliegen einfach ist, Pilze zu fotografieren und Leute im Internet nach den Namen dazu zu fragen.

Ich werde wohl niemals eine Koryphäe werden!!! ;-)

Willst du es denn überhaupt? Das hatte ich stillschweigend und vielleicht unberechtigt angenommen.

Mich würde es jedenfalls sehr freuen, wenn ich weiterhin mit meinen
Pilzfragen auf eine hilfreiche Antwort hoffen kann.
Ich hoffe, dass nun alle Unklarheiten beseitigt sind und wir uns wieder dem
zuwenden können, was uns so Freude macht.
Das Finden, Bestimmen und Zeigen wunderschöner Pilze.

Ja, wir können das so weitermachen wie bisher. Du zeigst das Foto, und ich bemühe mich drum, dir einfach einen Pilznamen dazu herauszufinden. Mehr als das steht mir nicht zu, das sehe ich mittlerweile ein.

FG
Stephan

Re: Unbekannter Pilz 3

mushroomfrank, (vor 3638 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Frank,
ich bitte um Entschuldigung, dass ich mich im Ton vergriffen habe. Eigentlich
stand mir nicht zu, dein Vorgehen in irgendeiner Weise zu kritisieren. Ich
habe verstanden, dass dein momentanes Anliegen einfach ist, Pilze zu
fotografieren und Leute im Internet nach den Namen dazu zu fragen.
Willst du es denn überhaupt? Das hatte ich stillschweigend und vielleicht
unberechtigt angenommen.
Ja, wir können das so weitermachen wie bisher. Du zeigst das Foto, und ich
bemühe mich drum, dir einfach einen Pilznamen dazu herauszufinden. Mehr
als das steht mir nicht zu, das sehe ich mittlerweile ein.
FG
Stephan

Guten Morgen Stephan,

nicht notwendig, ich denke, es hat ein Missverständnis vorgelegen.

Mein Ziel ist es tatsächlich nicht, eine Koryphäe zu werden. Mein Wunsch ist es, die Pilze, die ich unterwegs finde, zunächst einmal den Familien zuzuordnen.
Wenn ich dann etwas sicherer bin, den Gattungen nähern usw.
Das schaffe ich aber autodidaktisch nicht.
Daher bin ich über Eure Hilfe sehr dankbar. Ich erwartete gar nicht, dass mir die Pilze artbestimmt frei Haus geliefert werden. Am meisten bringt es mir, wenn mir kleine Tipps gegeben werden, in welche Richtung es geht und weshalb, damit ich dann weiter recherchieren kann.

Ich kann aber auch verstehen, dass meine Unwissenheit als Faulheit ausgelegt werden konnte und daher recht kritisch betrachtet wurde.

So war es aber von meiner Seite nicht, ich habe immer erst versucht, irgend einen Anhaltspunkt zu finden. Allerdings fehlte mir der allzu häufig....

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

VG

Frank

Re: Unbekannter Pilz 3

mushroomfrank, (vor 3640 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Frank,
es liegt vielleicht auch an der Auswahl der Pilzarten, die du so
fotografierst. Du wählst ganz oft solche, die niemand per Foto bzw. ohne
Mikroskop-Einsatz auf die Art bestimmen kann. Das lässt darauf schließen,
dass du dir möglicherweise bei der Auswahl nicht viel Mühe machst und
einfach immer die Pilze, die du gerade zufällig auf dem Boden bemerkst,
ablichtest. Wie wäre es, wenn du dir Ziele setzt in der Weise, Fotos von
ganz bestimmten Arten zu erhaschen - indem du dir im Vorfeld eine
Artenliste erstellst, von denen du Fotos haben willst und dann genau diese
suchst. Das ist für alle Beteiligten doch viel spannender, für dich als
Fotograf und auch für die, die dir hinterher deine Pilze benennen sollen.
Es liegt aber auch an den Einstellungen (nicht die am Fotoapparat, sondern
die der Bildszenen). Nur zwei Beispiele. Du fotografierst Pilze, zu deren
Bestimmung man die Stielbasis braucht, ohne die Stielbasis zu zeigen. Oder
Pilze, zu deren Bestimmung man die Lamellenfarbe und Lamellenhaltung
braucht, ohne den Blick auf die Lamellen. Das frustriert diejenigen, die
hinterher die Pilze benennen sollen, enorm, und führt manchmal zum Gefühl,
verar***t zu werden. Gehe doch einfach mal von dir selber aus: ein Werner
oder ein Stephan oder... stellt ein Pilzfoto ein und bittet dich, es zu
benennen. Hast du nicht auch bestimmte Vorstellungen davon, wie das
Anfragefoto sein müsste?
FG
Stephan

Hallo Stephan, vielen Dank für diesen wohlmeinenden Beitrag.
Du hast vollkommen recht, dass ich nicht gezielt nach Arten suche, sondern die fotogenen Pilze fotografiere, dennen ich begegne. Ich wähle lediglich die Landschaftsform bzw. die Art des Waldes aus, in dem ich auf Suche gehe.
Gezielt nach Arten zu suchen, das schaffe ich bei Blühpflanzen nach vorheriger Internetrecherche, aber bei Pilzen würde ich, da ich keinerlei Vorwissen habe, wohl monatelang suchen! :-)
Durch die, zum Teil recht kritischen, Beiträge habe ich inzwischen eine stattliche Sammlung von Kriterien, auf die ich zu achten habe. Diese muss ich noch in meinem Kopf verarbeiten und sortieren...
Keinesfalls wollte ich den Eindruck erwecken, dass ich die Bilder so hinrotze und Euch zum Bestimmen vorwerfe. Es war und ist lediglich meiner Unbedarftheit geschuldet, da ich einfach nicht wusste, welches Kriterium benötigt wird.
Ich habe mich bemüht, weitere Kriterien zu zeigen, so kommt es auch einmal zu "unglücklichen" Schnittbildern bei Trichterlingen... ;-)
Wenn ich Blühpflanzen bestimme, und ein Bild erhalte, bei dem die Bestimmungsmerkmale nicht sichtbar sind, bitte ich um Detailaufnahme dieser Teile (Internodien, Unterseite Kelchbätter usw. ) und gehe erst einmal nicht von arbeitsscheuem Vorsatz aus.
Ich fand es sehr schön, wie ich von einigen Forenteilnehmern in die richtige Bestimmungsrichtung geschubst wurde, oder mir die Kriterien genannt wurden ( z.B. Ring nicht verschiebbar, Stiel nicht genattert ... ). Das hilft mir richtig weiter, weil ich so beim nächten Mal ( hoffentlich ) weiß, auf was ich zu achten habe.
Zuguterletzt, ich gebe mir Mühe, immer ausagekräftigere Bilder abzuliefern, dennoch werden mir wohl immer wieder Missgeschicke unterlaufen. Dies ist keine böse Absicht oder Faulheit. Gebt mir etwas Zeit.... :-)

VG

Frank

Pilzbestimmung für Anfänger

Werner, (vor 3640 Tagen) @ mushroomfrank

Hallo Frank,

selbst wenn mal ein Posting als zu harsch empfunden wird oder vielleicht im Detail wirklich daneben ist (z.B. Kritik am Schnittbild Trichterling), das darf Dich nicht demotivieren.

Ich kann mich nur zu gut an meine Anfänge ernsthafter Pilzbestimmung Ende des letzten Jahrtausends bei Walter Pätzold erinnern und in den ersten beiden Kursen stand ich auch vor einer "Wand aus Pilzen". Gerade als Anfänger ist man versucht, sich Namen geben zu lassen und diese Pilze dann abzuhaken.

Aus meiner eigenen Erfahrung: davon habe ich so gut wie nie etwas gelernt und kam damit auch nie weiter. Denn tlw. war schon am nächsten Tag der gleiche Pilz mir wieder genauso unbekannt wie beim Erstfund.

Erst als ich begann, systematisch vorzugehen und mich ausführlich mit jedem einzelnen Pilz zu beschäftigen, kamen die ersten Aha-Effekte. Ganz wichtig dabei ist auch, dass man sich am Anfang nicht zu viele Pilze mitnimmt bzw. zu bestimmen versucht. Je nach Zeit sind 3 - 5 Arten, die man möglichst noch in Kollektionen mitnimmt (jung, mittelalt und alt) völlig ausreichend.

Weiter unten bei Deinem Champignon-Posting habe ich Dir schon ein paar Tips gegeben. Es bleibt nur was hängen, wenn man sich auch mal Papier und Bleistift in die Hand nimmt und mal alles aufnimmt, was ein Pilz einem so makroskopisch zeigt.

Dazu gehört auch, dass man sich mal Pilze vornimmt, die man schon kennt und das mit den Büchern abgleicht. So hatte ich anfangs z.B. mit vielen Begriffen der Mykologen Schwierigkeiten. Beispiel: Was sind freie Lamellen oder welche mit "Burggraben"? Dazu nahm ich dann damals z.B. einen Fliegenpilz und einen mir bekannten Ritterling (es ist gar nicht so wichtig, dass man dann dazu schon einen Artnamen hat). Das macht man ein paar Mal und plötzlich ist es klar, was Lamellen frei oder mit Burggraben bedeutet. Oder Sporenpulverfarben: was ist "Mykologen"-Rosa? Man nimmt da z.B. einen Rötling (Entoloma). Da ist es noch klar. Wenn man seinen ersten Mehlräsling findet, sollte man dann dessen Spp. auch mal anschauen - das hält jetzt nicht unbedingt jeder Anfänger für eindeutig "Rosa". Die Sporenpulverfarben der Täublinge sind dann weitere für die Bestimmung wichtige Indikatoren. Wenn man da ein paar Arten absporen lässt und vielleicht zwischen zwei Objektträgern, die mit Tesa zusammengepappt sind, aufhebt, geht ein weiteres Licht auf. Usw. usf.

Wichtig ist dann auch noch z.B. die Huthaut. Für Anfänger auch nicht leicht zu beurteilen. Was ist sparrig-schuppig, was ist glatt, was ist schleimig usw. Dazu kann man wieder wunderbare Eigenversuche anstellen. Hast Du z.B. einen Pilz bestimmt bekommen, der in den Büchern als schleimig bezeichnet wird, Deiner war aber aufgrund von Trockenheit für Dich alles andere als schleimig? Dann nimmst Du einen Tropfen Wasser (oder etwas Spucke) auf den Finger und tippst auf die Huthaut. Meistens wird dann auch klar, was gemeint ist.

Dies nur ein paar kleine Tips, die das Lernen viel erfreulicher machen - weil bald ein Grundgerüst entsteht, das man hat. Als ich derlei Dinge von Walter gelernt hatte, gingen mir ganze Lichterparks auf. Vorher sah ich hunderte von Pilzen, hatte einen Namen und dachte immer, ich hätte was begriffen. Weit gefehlt - denn der gleiche Pilz sieht je nach Wetter, Alter, Standort usw. anders aus. Wenn man aber konsequent die Merkmale mal notiert hat, wird es viel, viel leichter. Ein gutes Beispiel ist auch der Unterschied Stockschwämmchen/Gifthäubling. Man kann da auch prima im Internet Vergleichsbilder finden - in den Foren. (Allerdings generell Vorsicht bei Internetbestimmungen, immer nur als Zusatzhilfsmittel hernehmen, nie als alleinige Bestimmung). Hat man sich mal die Stiele beider Pilze in vielen Ausprägungen dazu angesehen, wird auch wieder so einiges klar.

Gerüche: Ich habe als Raucher auch viele Probleme damit. So rieche ich z.B. das "spermatisch" bei Inocyben fast nie, den Jodoform-Geruch von Russula turci nicht mehr. Aber es gibt Unmengen von Pilzen mit so eindeutigen Gerüchen - wie z.B. die Anis-Champignons - da habe selbst ich keinerlei Probleme. Wenn es z.B. bei Kälte oder Nässe nicht auf Anhieb klappt, kann man immer noch den Pilz an diversen Stellen ankratzen (z.B. Lamellen, Stiel) oder aufschneiden oder zuhause in einem geschlossenen Plastikbecher oder Glas ein, zwei Stunden im Warmen liegenlassen (nicht zu lang, sonst riechst Du nur noch Gammel).

Am besten baust Du Dir mal eine makroskopische Grundcheckliste, was Du alles bei einem Pilz anstellen kannst, um der Bestimmung näher zu kommen. Das ist keine Hexerei und unheimlich hilfreich. Nur so habe ich damals wirklich Fortschritte gemacht. Und das macht dann auch richtig Freude.

Und noch einmal: fange mit Pilzen an, die Du schon kennst. Nimm dann erst Deine Checkliste, schreibe alles auf, was Du dazu am Pilz findest. Dann nimm ein Pilzbuch und lese die Beschreibung sorgfältig durch. Bei allem, was in der Beschreibung für Dich jetzt nicht auf Anhieb klar ist, sehe am Pilz nach. Du wirst vielleicht mal einzelne Merkmale lt. Buch nicht an Deinem Exemplar klar sehen können, aber Du lernst unheimlich viel dabei.

Dies nur mal als Hilfestellung dafür, dass die Pilze bald kein Buch mit sieben Siegeln mehr sind. Ganz wichtig ist dabei das eigene Erarbeiten - und das selber Aufschreiben auf einem Blatt Papier. Denn nur mal so drüberschauen und geistig "vermerken" bleibt bei Weitem nicht so gut hängen wie das wirklich Erarbeitete. Glaube es mir, eigene (leidvolle) Erfahrung.

Re: Pilzbestimmung für Anfänger

mushroomfrank, (vor 3638 Tagen) @ Werner

Hallo Frank,
selbst wenn mal ein Posting als zu harsch empfunden wird oder vielleicht im
Detail wirklich daneben ist (z.B. Kritik am Schnittbild Trichterling), das
darf Dich nicht demotivieren.
Ich kann mich nur zu gut an meine Anfänge ernsthafter Pilzbestimmung Ende des
letzten Jahrtausends bei Walter Pätzold erinnern und in den ersten beiden
Kursen stand ich auch vor einer "Wand aus Pilzen". Gerade als
Anfänger ist man versucht, sich Namen geben zu lassen und diese Pilze dann
abzuhaken.
Aus meiner eigenen Erfahrung: davon habe ich so gut wie nie etwas gelernt und
kam damit auch nie weiter. Denn tlw. war schon am nächsten Tag der gleiche
Pilz mir wieder genauso unbekannt wie beim Erstfund.
Erst als ich begann, systematisch vorzugehen und mich ausführlich mit jedem
einzelnen Pilz zu beschäftigen, kamen die ersten Aha-Effekte. Ganz wichtig
dabei ist auch, dass man sich am Anfang nicht zu viele Pilze mitnimmt bzw.
zu bestimmen versucht. Je nach Zeit sind 3 - 5 Arten, die man möglichst
noch in Kollektionen mitnimmt (jung, mittelalt und alt) völlig
ausreichend.
Weiter unten bei Deinem Champignon-Posting habe ich Dir schon ein paar Tips
gegeben. Es bleibt nur was hängen, wenn man sich auch mal Papier und
Bleistift in die Hand nimmt und mal alles aufnimmt, was ein Pilz einem so
makroskopisch zeigt.
Dazu gehört auch, dass man sich mal Pilze vornimmt, die man schon kennt und
das mit den Büchern abgleicht. So hatte ich anfangs z.B. mit vielen
Begriffen der Mykologen Schwierigkeiten. Beispiel: Was sind freie Lamellen
oder welche mit "Burggraben"? Dazu nahm ich dann damals z.B.
einen Fliegenpilz und einen mir bekannten Ritterling (es ist gar nicht so
wichtig, dass man dann dazu schon einen Artnamen hat). Das macht man ein
paar Mal und plötzlich ist es klar, was Lamellen frei oder mit Burggraben
bedeutet. Oder Sporenpulverfarben: was ist "Mykologen"-Rosa? Man
nimmt da z.B. einen Rötling (Entoloma). Da ist es noch klar. Wenn man
seinen ersten Mehlräsling findet, sollte man dann dessen Spp. auch mal
anschauen - das hält jetzt nicht unbedingt jeder Anfänger für eindeutig
"Rosa". Die Sporenpulverfarben der Täublinge sind dann weitere
für die Bestimmung wichtige Indikatoren. Wenn man da ein paar Arten
absporen lässt und vielleicht zwischen zwei Objektträgern, die mit Tesa
zusammengepappt sind, aufhebt, geht ein weiteres Licht auf. Usw. usf.
Wichtig ist dann auch noch z.B. die Huthaut. Für Anfänger auch nicht leicht
zu beurteilen. Was ist sparrig-schuppig, was ist glatt, was ist schleimig
usw. Dazu kann man wieder wunderbare Eigenversuche anstellen. Hast Du z.B.
einen Pilz bestimmt bekommen, der in den Büchern als schleimig bezeichnet
wird, Deiner war aber aufgrund von Trockenheit für Dich alles andere als
schleimig? Dann nimmst Du einen Tropfen Wasser (oder etwas Spucke) auf den
Finger und tippst auf die Huthaut. Meistens wird dann auch klar, was
gemeint ist.
Dies nur ein paar kleine Tips, die das Lernen viel erfreulicher machen - weil
bald ein Grundgerüst entsteht, das man hat. Als ich derlei Dinge von
Walter gelernt hatte, gingen mir ganze Lichterparks auf. Vorher sah ich
hunderte von Pilzen, hatte einen Namen und dachte immer, ich hätte was
begriffen. Weit gefehlt - denn der gleiche Pilz sieht je nach Wetter,
Alter, Standort usw. anders aus. Wenn man aber konsequent die Merkmale mal
notiert hat, wird es viel, viel leichter. Ein gutes Beispiel ist auch der
Unterschied Stockschwämmchen/Gifthäubling. Man kann da auch prima im
Internet Vergleichsbilder finden - in den Foren. (Allerdings generell
Vorsicht bei Internetbestimmungen, immer nur als Zusatzhilfsmittel
hernehmen, nie als alleinige Bestimmung). Hat man sich mal die Stiele
beider Pilze in vielen Ausprägungen dazu angesehen, wird auch wieder so
einiges klar.
Gerüche: Ich habe als Raucher auch viele Probleme damit. So rieche ich z.B.
das "spermatisch" bei Inocyben fast nie, den Jodoform-Geruch von
Russula turci nicht mehr. Aber es gibt Unmengen von Pilzen mit so
eindeutigen Gerüchen - wie z.B. die Anis-Champignons - da habe selbst ich
keinerlei Probleme. Wenn es z.B. bei Kälte oder Nässe nicht auf Anhieb
klappt, kann man immer noch den Pilz an diversen Stellen ankratzen (z.B.
Lamellen, Stiel) oder aufschneiden oder zuhause in einem geschlossenen
Plastikbecher oder Glas ein, zwei Stunden im Warmen liegenlassen (nicht zu
lang, sonst riechst Du nur noch Gammel).
Am besten baust Du Dir mal eine makroskopische Grundcheckliste, was Du alles
bei einem Pilz anstellen kannst, um der Bestimmung näher zu kommen. Das
ist keine Hexerei und unheimlich hilfreich. Nur so habe ich damals
wirklich Fortschritte gemacht. Und das macht dann auch richtig Freude.
Und noch einmal: fange mit Pilzen an, die Du schon kennst. Nimm dann erst
Deine Checkliste, schreibe alles auf, was Du dazu am Pilz findest. Dann
nimm ein Pilzbuch und lese die Beschreibung sorgfältig durch. Bei allem,
was in der Beschreibung für Dich jetzt nicht auf Anhieb klar ist, sehe am
Pilz nach. Du wirst vielleicht mal einzelne Merkmale lt. Buch nicht an
Deinem Exemplar klar sehen können, aber Du lernst unheimlich viel dabei.
Dies nur mal als Hilfestellung dafür, dass die Pilze bald kein Buch mit
sieben Siegeln mehr sind. Ganz wichtig ist dabei das eigene Erarbeiten -
und das selber Aufschreiben auf einem Blatt Papier. Denn nur mal so
drüberschauen und geistig "vermerken" bleibt bei Weitem nicht so
gut hängen wie das wirklich Erarbeitete. Glaube es mir, eigene (leidvolle)
Erfahrung.

Guten Morgen Werner,

herzlichen Dank für die hilfreichen Worte.
Mir geht es exakt so, wie Du beschrieben hast. Im Moment sieht für mich ein Pilz aus wie der andere. Grob gesagt, ähneln sich für mich Helmling und Rötling usw.
Ich denke, ich werde Deine Vorschläge annehmen und auch mal einen Pilz mit nach Hause nehmen, um ihn eingehend zu analysieren.
Nahziel ist, dass ich die Pilze erst einmal den Familien zuordnen kann, damit wäre ich erst einmal schon einen großen Schritt weiter.
Und dann schrittweise tiefer einarbeiten...
Entsprechende Literatur wurde und wird angeschafft, Pilzkurse sondiert! :-)

VG

Frank

Re: Pilzbestimmung für Anfänger

Werner, (vor 3638 Tagen) @ mushroomfrank

Servus Frank,

Mir geht es exakt so, wie Du beschrieben hast. Im Moment sieht für mich ein
Pilz aus wie der andere.

Nun, das dürfte wohl jedem Anfänger so gehen. Ich lerne auch gerade zwei Pilzinteressierte an. Ganz wichtig ist, die Leute selbst bestimmen zu lassen. Das geht schon autodidaktisch, auch wenn es natürlich in einem Kurs oder mit einem Kenner zusammen leichter ist.

Ganz wichtig ist: man soll sich nicht zu viel auf einmal vornehmen. Ich hatte früher auch oft 10 oder mehr Arten im Korb, die eine Hälfte vergammelte oder blieb unbenamst, die andere Hälfte erhielt von irgendwoher einen Namen, den ich prompt wieder - entweder - vergessen oder aber jedenfalls nicht wirklich mit den Merkmalen zusammen richtig "gespeichert" hatte. Das ging ziemlich lange so, bis ich kapierte, dass ich mich beschränken muss. Erst dann wurden relativ schnell die Gattungen größtenteils jedenfalls glasklar. Dann passiert auch folgendes nicht mehr:

Grob gesagt, ähneln sich für mich Helmling und
Rötling usw.

Ganz genau. Wenn man die bloß flüchtig ansieht, sind die "gleich". Dazu kann ich Dir erst mal den Spp.abwurf wärmstens empfehlen. Wenn Du das 20x gemacht hast, hast Du selbst eigene Bestimmungen vollzogen - was ein Helmling und was ein Rötling ist. Wenn Du dann den rosa Spp.abwurf einer Entoloma hast, siehst Du Dir den Pilz noch mal genauer an. Dann wirst Du vermutlich auch den typischen rosa Schein in den Lamellen erkennen. Bemerkung dazu: sammle anfangs nie nur zu junge oder zu alte Fk.

Und ja, es gibt auch ein paar wenige Ausreisser - wie z.B. Helmlinge mit rosalichen Lamellen. Aber denen kommst Du bald auf die Spur.

Ich denke, ich werde Deine Vorschläge annehmen und auch mal einen Pilz mit
nach Hause nehmen, um ihn eingehend zu analysieren.

Das solltest Du mit vielen Pilzen aus verschiedenen Gattungen machen. Am meisten sagen die Lamellen beim ersten Blick aus. Nach Betrachten dieser fallen schon mal immer viele Gattungen raus (L. frei, dunkel oder hell, rosa, sonstwie farbig, herablaufend, gerade angewachsen, "Burggraben" usw.)

Dann die Huthaut. (Ist die schuppig, sparrig-schuppig, glatt, schleimig usw.). Auch da fallen dann wieder viele raus.

Usw. usf.

Aber Du solltest anfangs immer mal einen Spp.abwurf machen. Dadurch kannst Du schon mal einen Rötling ausschliessen, wenn Du reinweisses Spp. hast - z.B.

Nahziel ist, dass ich die Pilze erst einmal den Familien zuordnen kann, damit
wäre ich erst einmal schon einen großen Schritt weiter.
Und dann schrittweise tiefer einarbeiten...
Entsprechende Literatur wurde und wird angeschafft, Pilzkurse sondiert! :-)

Genau das lernst Du mit systematischem Vorgehen. Du brauchst jetzt erst mal nicht viel mehr Literatur, als Du schon hast. Im Gerhard z.B. sind die Pilze ja eh schon nach Spp.farbe geordnet. Wenn Du jetzt was helmlingsartiges mit weissen Sp. hast, einfach mal alle Weißsporer durchblättern. Nicht sklavisch die Abbildungen mit Deinem Pilz vergleichen, aber schon mal alles, was so gar nicht passt, ausschliessen. Dann hast Du z.B. Helmlinge und Scheinhelmlinge übrig. So wirst Du sicher bald schöne Bestimmungserfolge haben - vielleicht nicht auf die Art herunter, aber bei den Gattungen wirst Du bei 90% von dem, was im Wald so häufig rumsteht, sicher. Erst danach ist es der nächste Schritt, bis auf die Art herunter bestimmen zu können. Kleinere Schritte am Anfang bringen Dich viel schneller weiter, als jetzt z.B. ein Artname für einen Helmling, den gerade mal Leute mit 10 oder mehr Jahren Erfahrung makroskopisch halbwegs sicher bestimmen können.

Gruß,

Werner

Re: Pilzbestimmung für Anfänger

mushroomfrank, (vor 3636 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

leider ist ja nun die Pilzsaison beendet und ich hoffe, dass ich mir alle Ratschläge für nächstes Jahr merken kann.
Resümmierend möchte ich feststellen, dass ich sehr blauäugig an die Pilzbestimmung herangegangen bin. Ich ging davon aus, dass sich Pilze ähnlich wie Blühpflanzen makroskopisch leicht zuordnen lassen. Daher auch meine "naiven" Erstbeiträge. Nun weiß ich, dass für eine zuverlässige Pilzbestimmung deutlich in die Tiefe gegangen werden muss....
Ich freue mich auf die nächste Saison und die damit verbundenen Entdeckungen!

LG

Frank

Re: Pilzbestimmung für Anfänger

Werner, (vor 3636 Tagen) @ mushroomfrank

Ich ging davon aus, dass sich Pilze
ähnlich wie Blühpflanzen makroskopisch leicht zuordnen lassen.

Das ist auch so. Ca. 90% aller Funde - und damit meine ich reale Funde im Wald, nicht aber die Seltenheiten, die man eben nur sehr, sehr selten sieht - kann man makroskopisch bestimmen. Ein paar Leute aus unserem Pilzverein (München) sind so gut, dass sie da mit viel makroskopischer Erfahrung bei einer Wanderung auf locker 90% kommen - ich selber höchstens 80%.

Bleiben die Seltenheiten und schwierigen Gattungen, wie Inocybe, Cortinarius (Tel.), Galerina, Mycena und einige andere. Bei denen geht halt manchmal wirklich nur mit dem Mikroskop was bis runter zur Art - manchmal nicht mal dann sicher.

Aber bis zur Gattung runter komme ich auch bei ca. 98% aller Funde auf Anhieb, wenn ich sie in die Hand nehmen kann. Das geht - mit Erfahrung.

Ich bin mir sicher, dass es bei Blütenpflanzen auch Exemplare gibt, die man nicht so einfach aus der Hand raus bestimmen kann. Vielleicht muss man nicht mikroskopieren, aber lange in Werken rumblättern und sauber vergleichen muss man sicher auch.

Es ist natürlich klar, dass bestimmte seltenere ökologische Bedingungen auch mal einen niedrigeren Prozentsatz an makroskopisch bestimmbaren Arten ergibt - Beispiel Magerrasen. Dort wachsen halt z.B. viele Entolomen, die doch zu den makroskopisch schwierigeren Gattungen gehören. Dafür dürften in einem stinknormalen Fichtenforst weit mehr als 80% der gefundenen Pilze bestimmbar sein, ohne dass man sich einen Arm ausreissen muss.

Wie gesagt: mach Dir einen Zettel, auf dem alles draufsteht, was Du Dir noch an Ort und Stelle ansehen solltest. Wenn Du aus meinen Postings und denen von anderen mal alles rausschreibst, was Dir so auffällt, dann kannst Du diese Checklist wunderbar aufstellen. Also z.B. Hutform, -farbe, -oberfläche (schuppig, glatt, klebrig usw.), -rand (gekerbt, glatt usw.), -haut (abziebar usw.), Cortinareste am Rand hängend? usw. ....

Wenn Du das nun fortsetzt und ein paar Pilze vom Hut bis zur Stielbasis und dann noch mit den ökologischen Gegebenheiten notiert hast, weißt Du bald, worauf es ankommt.

Ich selber benutze dazu immer ein Diktaphon, moderne Handies können das ja wohl genauso. Dazu noch ein Foto, möglichst noch 3 Pilze in unterschiedlichen Altersstufen und Du wirst bald kein Buch mit sieben Siegeln mehr vor Dir haben.

Das Foto und die Notizen oder Diktaphonaufnahmen sind am Ende oft sehr wichtig, weil oft die Pilze daheim schon nicht mehr ganz so toll aussehen und weil man auch vergessen hat, wo man sie genau gefunden hat (auf Streu, auf Holz, bei Buche usw.). Gerade am Anfang, wenn man sehr viel sieht, was man nicht kennt.

Re: Unbekannter Pilz 3

Krötenhocker, (vor 3643 Tagen) @ mushroomfrank

wohl auch eine Entoloma...