Mit Rahmen... *PIC*

Karl-Heinz ⌂, (vor 3396 Tagen)

macht sich das noch besser..
Grüße
Karl-Heinz

[image]

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

Karl-Heinz ⌂, (vor 3396 Tagen) @ Stephan Weißer

... schönes Dreierrätsel ;-)
FG
Stephan

Warum nicht, gute Idee!

Grüße
Karl-Heinz

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

Orcalina, (vor 3396 Tagen) @ Karl-Heinz

Bin dabei :-)
1. S.s.
2. C.l.
3. L.v.
LG Orcalina

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

Gernot, (vor 3396 Tagen) @ Stephan Weißer

F. s. (*Neid*)

C. l.

L. v. s. l.

Tolle Fotos!

Schöne Grüße
Gernot

Re: Dann mal fleißig losgeraten! *PIC*

Karl-Heinz ⌂, (vor 3396 Tagen) @ Gernot

F. s. (*Neid*)
C. l.
L. v. s. l.
Tolle Fotos!
Schöne Grüße
Gernot

Ja da war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Hier noch mal die verschiedenen Altersstufen. Ich habe jetzt 5 Einzelbilder zu einem Bild zusammengefügt.

Viele Grüße
Karl-Heinz

[image]

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

Orcalina, (vor 3396 Tagen) @ Karl-Heinz

Super Bilder Karl-Heinz!
Aber was ist F.s.?
und was ist s.l. angehängt an L.v.?
Gruss Orcalina

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

Karl-Heinz ⌂, (vor 3396 Tagen) @ Orcalina

Super Bilder Karl-Heinz!
Aber was ist F.s.?
und was ist s.l. angehängt an L.v.?
Gruss Orcalina

Hallo Orcalina,

das gehört doch zum Rätsel...ich denke mal das sind die Abkürzungen der "schlauen" Namen für die zu erratenden Pilze.

Das Rätsel wird morgen Abend aufgelöst.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

Krötenhocker, (vor 3396 Tagen) @ Orcalina

Hallo Orcalina, Karl-Heinz und Gernot,

s.l. steht für "sensu lato" (latein) und bedeutet übersetzt "im weiteren Sinne". s.l. wird benutzt, wenn es verschiedene Artauffassungen gibt und/oder um eine Art verschiedene Arten vermutet werden.
Und bei F.s. gebe ich dir noch die jeweils 2.Buchstaben: Fl.st.

Ich schliesse mich bei den Ratepilzen Gernot an, bis auf das s.l. Da würde ich gerne wissen, wieso...

LG, Jens

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

Andreas ⌂, (vor 3395 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

Ich schliesse mich bei den Ratepilzen Gernot an, bis auf das s.l. Da würde
ich gerne wissen, wieso...

weil L. v. eine Sammelart ist, die in Europa aus drei unterschiedlichen Arten besteht. Unter anderem ist die Länge der setenartigen Hutdeckschichthyphen zu prüfen.
Der gezeigte Fund könnte L. v. sein oder auch L. oedematopus, aber aufgrund der intensiven Färbung nicht Lactarius subv.

beste Grüße,
Andreas

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

krötenhocker, (vor 3395 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

ich kenne L. volemus nur aus Schweden. Da wäre ich nicht auf die Idee einer Sammelart gekommen.
Die haben doch früher bei ihren Neubeschreibungen nicht die Länge der HDS-Hyphen gemessen, oder??? Hast du denn schon differenzierbare Aufsammlungen gemacht?
Ich bin doch sehr skeptisch geworden, was die ganzen Umkombinationen und Neubeschreibungen auf der Basis von Sequenzierungen betrifft. Und das wird schlimmer, je mehr ich darüber weiß, nicht besser.
Ich schau jetzt mal in die FN.. ähm, wohl lieber morgen..

LG, Jens

Re: Dann mal fleißig losgeraten!

Andreas ⌂, (vor 3395 Tagen) @ krötenhocker

Hallo Andreas,
ich kenne L. volemus nur aus Schweden. Da wäre ich nicht auf die Idee einer
Sammelart gekommen.
Die haben doch früher bei ihren Neubeschreibungen nicht die Länge der
HDS-Hyphen gemessen, oder??? Hast du denn schon differenzierbare
Aufsammlungen gemacht?
Ich bin doch sehr skeptisch geworden, was die ganzen Umkombinationen und
Neubeschreibungen auf der Basis von Sequenzierungen betrifft. Und das wird
schlimmer, je mehr ich darüber weiß, nicht besser.
Ich schau jetzt mal in die FN.. ähm, wohl lieber morgen..
LG, Jens

Hallo Jens,

ja, ich denke dass ich alle drei Taxa aus eigener Anschauug kenne.
Ich hatte auch Gelegenheit, nicht nur die entsprechende Literatur zu lesen und zu testen, sondern auch mit der Autorin und ihrer Professorin darüber zu diskutieren. Nebst den Erfahrungen anderer die sich an der Bestimmung der Taxa versucht haben.
Ich habe damit überhaupt keine Probleme, mich hat diese Studie überzeugt. Selbst das L. subvolemus in manchen Fällen nicht eindeutig morphologisch abgrenzbar ist, kann ich akzeotieren. Nur weil wir (derzeit noch) keine morphologischen Merkmale kennen heißt das für mich nicht automatisch dass es keine verschiedenen Arten sein KÖNNEN. Muss natürlich auch nicht immer.

Skepsis ist immer gut in einer Disziplin die nichts wirklich beweisen kann sondern nur plausibel argumentiert. Neubschreibungen und Umkombination die ausschließlich auf Sequenzierungsergebnissen beruhen halte ich auch für kritisch, aber solche Fälle gibt es auch nicht so sehr viele. Bei der Aufspaltung von Gattungen eher. Aber Artbeschreibungen nur aufgrund der Sequenz, ohne dass es eine morphologische Diskussion dazu gibt, das dürfte doch recht selten sein.

Übrigens gibt es in den Tropen und Subtropen noch sehr viel mehr Volemi, ich glaube über 100 Arten weltweit, die alle SEHR ähnlich aussehen ...

beste Grüße,
Andreas

Wenn die Hutfarbe jetzt ausreicht....

Krötenhocker, (vor 3394 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

mich wundert ein wenig, wieso als einzige morphologische Unterscheidung die Hutfarbe herhalten muß (volemus versus subvolemus). Das hätte sogar ich schon vor Jahren als Artdifferenzierung belächelt. Forma vielleicht. Aber Art???
Nur durch irgendeine Sequenzdifferenz wird jetzt zusätzlich zur Hutfarbe gleich eine Artbeschreibung möglich? Macht das wirklich Sinn?
Kann man dann nicht lieber eine Varietät oder eben Forma beschreiben, wenn sonst alles gleich ist? Sonst denkt noch jemand, die anderen "neuen" Arten könnte man nicht essen... :-))
Ich weiß nicht, wo das hinführen soll. Die Taxonomie sollte doch eigentlich ein Hilfmittel sein, die Arten, Gattungen usw. einzuordnen und evolutionäre Schlüsse ziehen zu können. Letzteres traue ich der Genetik viel eher zu. Das wird aber doch durch solche Artbeschreibungen ad absurdum geführt. Hutfarbe?? Und dann steht da noch, dass es Überschneidungen der Hutfarbe gibt. Ob da womöglich noch eine Art dazwischen steht???? (Ironie)
Wenn irgendwer den Artikel für mich hat?(Fungal Biology - Volume 120, Issue 1, Pages 1-124 (January 2016) Er intersssiert mich. Die Diskussion zur Artabgrenzung fände ich spannend. Huthaarlänge hier und Farben dort. Dann sollte man ja im Umkehrschluß dauernd neue Arten beschreiben. Irgendwo wird man (zur Not später mal) schon einen Sequenzabschnitt finden, der ein paar evolutionär alte und eben die Differenz der zeitnahen Gene zeigt.
Dieter hat im Nachbarforum gezeigt, wie und wo man solange rummanipuliert, bis man mit seinen Sequenzen etwas anfangen kann. Und das ist bestimmt nicht der einzige Weg, fehlende Abschnitte oder zu kurze Abschnitte aufzuhübschen.
Wieso legt man nicht fest, das neue Arten erst ab signifikanten Differenzen für diese Gattung geltend, gültig beschrieben werden dürfen.

LG, Jens

P.s.: Ich bin ja eigentlich ein Freund von Statistik(Stochiastik), aber die bei der Sequenzierung angewandten Methoden halte ich für nicht besonders aussagestark. Aber ich weiß auch noch nicht alles darüber...

Re: Wenn die Hutfarbe jetzt ausreicht....

Gernot, (vor 3394 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo, zusammen,

den Artikel gibt's hier: https://www.researchgate.net/publication/283173055_Lactifluus_volemus_in_Europe_Three_s....

Gerade im Bereich der "Umwelt-Sequenzierungen" werden uns wohl zahlreiche Neubeschreibungen nur anhand von DNA-Sequenzen bevorstehen. Erst kürzlich ist diesbezüglich eine interessante Publikation erschienen: https://link.springer.com/article/10.1007/s13225-017-0382-4

@Andreas: Was mich noch interessieren würde: Hast du (oder jemand anders) schon einmal eine langhaarige Art aus dieser Gruppe mikroskopiert und die langen Haare festgestellt? Wenn ja, kannst du dich noch erinnern, wie häufig die ungefähr waren und welche Schnitttechnik du verwendet hast? Im Bayern-Forum hatten wir auch gerade eine Diskussion zu diesem Thema.

Schöne Grüße
Gernot

@gernot

toco, (vor 3394 Tagen) @ Gernot

Gerade im Bereich der "Umwelt-Sequenzierungen" werden uns wohl
zahlreiche Neubeschreibungen nur anhand von DNA-Sequenzen bevorstehen.

gerade im Bereich der eDNA ist noch längst nicht alles ausdiskutiert, da sollte man abwarten bis mensch voreilige Schlüsse zieht. Aber ich gebe dir Recht, auch ich sehe das mit Sorge und hoffe, dass es sich noch nicht allzu schnell von der Morphologie entfernt. Immerhin, die Estländer gehen einen Kompromiss ein, den ich für vertretenswert halte.

grüße ttt

Re: @gernot

Gernot, (vor 3394 Tagen) @ toco

Du hast schon recht, man sollte abwarten, wie sich das entwickelt. Über kurz oder lang würde es mich jedenfalls nicht wundern, wenn uns das "blüht" – derzeit gibt natürlich noch einige Stimmen, die sich dagegen aussprechen. Man wird sehen!

Schöne Grüße
Gernot

Vielen Dank für die links... *oT*

Krötenhocker, (vor 3393 Tagen) @ Gernot

- kein Text -

Re: Wenn die Hutfarbe jetzt ausreicht....

toco, (vor 3394 Tagen) @ Krötenhocker

Wieso legt man nicht fest, das neue Arten erst ab signifikanten Differenzen
für diese Gattung geltend, gültig beschrieben werden dürfen.

genau das macht man doch!?

lg ttt

Re: Wenn die Hutfarbe jetzt ausreicht....

Krötenhocker, (vor 3393 Tagen) @ toco

Hallo ttt,

genau das macht man doch!?

Kannst du das dnn bitte erklären?

LG, Jens

der Artbegriff ....

Andreas ⌂, (vor 3394 Tagen) @ Krötenhocker

.... ist doch sowieso etwas künstliches - die Natur kennt solche Schubladen nicht die wir hier mit unserer Systematik produzieren. Ab welcher Abweichung von einer Population zur nächstähnlichen von "Art" oder "Varietät" gesprochen wird, liegt IMMER im Bemessen des Betrachters. Drum ist es eigentlich völlig müßig, sich darüber zu echauffieren, was wer in dieser Beziehung macht. Lass doch jedem seine eigene Auffassung, die du ja nicht teilen musst. Ich würde erst mal davon ausgehen, dass 99% der Mykologen versuchen ihren Job so gut als möglich zu machen. Ob du die Artauffassung tgeilst oder nicht, welche Merkmale du wichtiger findest, ob du kryptische Taxa anerkennst oder nicht - das ist alles dir persönlich überlassen. VORSCHREIBEN zu wollen, was sinnvoll ist und was nicht, hielte ich für ziemlich arrogant (was ich dir nicht unterstelle!!!)

Insofern hilft eigentlich immer nur: Lest Euch die betreffende Arbeit dazu durch, versucht sie anhand eigenem Material nachzuvollziehen, und dann kann man sich mit der Zeit eine eigene Meinung bilden, die aber eben auch wiederum nur für den eigenen Erfahrungsschatz und -radius aussagekräftig ist.

beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,
mich wundert ein wenig, wieso als einzige morphologische Unterscheidung die
Hutfarbe herhalten muß (volemus versus subvolemus). Das hätte sogar ich
schon vor Jahren als Artdifferenzierung belächelt. Forma vielleicht. Aber
Art???
Nur durch irgendeine Sequenzdifferenz wird jetzt zusätzlich zur Hutfarbe
gleich eine Artbeschreibung möglich? Macht das wirklich Sinn?
Kann man dann nicht lieber eine Varietät oder eben Forma beschreiben, wenn
sonst alles gleich ist? Sonst denkt noch jemand, die anderen
"neuen" Arten könnte man nicht essen... :-))
Ich weiß nicht, wo das hinführen soll. Die Taxonomie sollte doch eigentlich
ein Hilfmittel sein, die Arten, Gattungen usw. einzuordnen und
evolutionäre Schlüsse ziehen zu können. Letzteres traue ich der Genetik
viel eher zu. Das wird aber doch durch solche Artbeschreibungen ad
absurdum geführt. Hutfarbe?? Und dann steht da noch, dass es
Überschneidungen der Hutfarbe gibt. Ob da womöglich noch eine Art
dazwischen steht???? (Ironie)
Wenn irgendwer den Artikel für mich hat?(Fungal Biology - Volume 120, Issue
1, Pages 1-124 (January 2016) Er intersssiert mich. Die Diskussion zur
Artabgrenzung fände ich spannend. Huthaarlänge hier und Farben dort. Dann
sollte man ja im Umkehrschluß dauernd neue Arten beschreiben. Irgendwo
wird man (zur Not später mal) schon einen Sequenzabschnitt finden, der ein
paar evolutionär alte und eben die Differenz der zeitnahen Gene zeigt.
Dieter hat im Nachbarforum gezeigt, wie und wo man solange rummanipuliert,
bis man mit seinen Sequenzen etwas anfangen kann. Und das ist bestimmt
nicht der einzige Weg, fehlende Abschnitte oder zu kurze Abschnitte
aufzuhübschen.
Wieso legt man nicht fest, das neue Arten erst ab signifikanten Differenzen
für diese Gattung geltend, gültig beschrieben werden dürfen.
LG, Jens
P.s.: Ich bin ja eigentlich ein Freund von Statistik(Stochiastik), aber die
bei der Sequenzierung angewandten Methoden halte ich für nicht besonders
aussagestark. Aber ich weiß auch noch nicht alles darüber...

Re: (klassische) Definition der Art

michel, (vor 3393 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

- die Natur kennt solche Schubladen
nicht die wir hier mit unserer Systematik produzieren.

Na ja, Kreuzungsbarrieren gibt es normalerweise schon, die dann in der Natur zur Abgrenzung von Arten führen. Gerade bei Mykorrhizapilzen sind die klarerweise nur schwer nachzuvollziehen. Aber die Art ist doch im Gegensatz etwa zur Unterart oder Gattung keine künstlich gefasste Schublade?

LG, michel

Re: (klassische) Definition der Art

toco, (vor 3393 Tagen) @ michel

Aber die Art ist doch im
Gegensatz etwa zur Unterart oder Gattung keine künstlich gefasste
Schublade?

doch! Und abhängig davon, welchem Konzept mensch folgt, dem natürlichen, dem biologischen, dem genetischen Konzept. Alles Konzepte - alle künstlich (damit der Mensch der Natur Namen geben kann).
Das erfolgreichste, bzw. momentan am meisten angewendete ist das genetische. Und selbst hierbei gibt es enorme Differenzen was die Durchführung betrifft.

@krötenhocker: du bist doch statistisch bewandert, hier ein gutes Beispiel wie man es m.E. machen sollte:
https://unite.ut.ee/faq.php

ps: Unterarten (ssp.), Varietäten (var.) und Formen (forma) sind bei den Pilzen offiziell sowieso obsolet.

lg ttt

Re: (klassische) Definition der Art

Krötenhocker, (vor 3393 Tagen) @ toco

Hallo ttt,

Das erfolgreichste, bzw. momentan am meisten angewendete ist das genetische.

sehe ich nicht so. Das muß man noch mehr differenzieren. Großpilze, die wir auch essen, kann man nicht jedesmal vorher sequenzieren. Da benötigt man eindeutige Artkonzepte, die ohne Sequenzen funzen.
Bei Hefen oder z.B. pathologischen Pilzen kann die Sequenzierung womöglich elementar sein.

Und selbst hierbei gibt es enorme Differenzen was die Durchführung
betrifft.

.. die sich in differenten Ergebnissen wiederfinden dürfte...

@krötenhocker: du bist doch statistisch bewandert, hier ein gutes Beispiel
wie man es m.E. machen sollte: https://unite.ut.ee/faq.php

Who the fuck is unite??? Aber diskussionsfrei und gattungsunabhängig 1% Differenz vorzugeben halte ich für fragwürdig. Das wird zwar noch abgestaffelt, aber woher kommt die Erkenntnis?

ps: Unterarten (ssp.), Varietäten (var.) und Formen (forma) sind bei den
Pilzen offiziell sowieso obsolet.

Kannst du das belegen und/oder begründen? Für mich ist das neu.

LG, Jens

Re: (klassische) Definition der Art

Andreas ⌂, (vor 3393 Tagen) @ michel

Hallo Andreas,
Na ja, Kreuzungsbarrieren gibt es normalerweise schon, die dann in der Natur
zur Abgrenzung von Arten führen. Gerade bei Mykorrhizapilzen sind die
klarerweise nur schwer nachzuvollziehen. Aber die Art ist doch im
Gegensatz etwa zur Unterart oder Gattung keine künstlich gefasste
Schublade?
LG, michel

Hallo Michel,

da kann man sich natürlich drum streiten, und das gleitet dann wohl auch mehr ins philosophische ab - ich bin mir nicht so sicher ob es wirklich definierte Arten gibt. Jede Art muss sich ständig der Evolution stellen und sich auf veränderte Bedingungen und Konkurrenzsituationen einstellen und wird sich an jedem Standort (in jeder Region ...) nach und nach verändern.

beste Grüße,
Andreas

weiter gefasst..

Krötenhocker, (vor 3393 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

das "Art" eine selbstgestrickte Schublade ist, ist mir klar. Trotzdem kann man sagen, dass daurch, das es viele einer Art gibt, die Natur diese Nische eben mit diesen sich ähnelnden Individuen ausfüllt.
Ich schrieb doch selbst schon, dass die Taxonomie ein Hilfsmittel ist. Alles fliesst, auch die uns jetzt bekannten "Arten" entwickeln sich weiter oder sterben irgendwann aus. Klar.
Mein Gedankengang ging gar nicht gegen das Beschreiben von neuen Erkenntnissen, sondern ob immer alles gleich eine neue Art sein muß. Denn das macht es ggf. unübersichtlicher und komplizierter, als für was dieses Hilfsmittel(Systematik / Taxonomie) entwickelt wurde, nämlich die Möglichkeit, wieder bis in diese Schublade zu schlüsseln.
Damit will ich sagen, dass es natürlich toller ist, wenn jemand sich einen Namen mit einer neu erkannten Art machen kann, als mit einer Varietät. Es kann aber für die Taxonomie viel sinnvoller sein, die Erkenntnisse nur als Varietäten zu beschreiben. Klar, Varietät ist auch eine selbstgetrickte Schublade, aber die wirft nicht gleich soviel über den Haufen.
Das ist aber, empfinde ich so, voll eingerissen. Oder beschreibt noch irgendwer irgendwo eine Varietät auf der Basis von Sequenzierungen? Das Merkmal Sequenzierung wird anscheinend einfach so hoch bewertet, dass es immer gleich eine neue Art sein muß und womöglich noch gleich in einer neuen Gattung...
Aber ich muß gestehen, den Artikel (dank Gernot hab ich ihn ja jetzt) habe ich noch nicht durchgelesen und dort wird bestimmt die Unterscheidung auf Artrang begründet.
Vielleicht kann man sich ja auch Gedanken darüber machen, eine morpholgische Systematik und eine davon getrennte sequenzielle Systematik zu beschreiben. Es darf dann ja gerne Querverweise unter beiden geben, aber sinnvoller erscheint mir momentan die Trennung.

LG, Jens

.... ist doch sowieso etwas künstliches - die Natur kennt solche Schubladen
nicht die wir hier mit unserer Systematik produzieren. Ab welcher
Abweichung von einer Population zur nächstähnlichen von "Art"
oder "Varietät" gesprochen wird, liegt IMMER im Bemessen des
Betrachters. Drum ist es eigentlich völlig müßig, sich darüber zu
echauffieren, was wer in dieser Beziehung macht. Lass doch jedem seine
eigene Auffassung, die du ja nicht teilen musst. Ich würde erst mal davon
ausgehen, dass 99% der Mykologen versuchen ihren Job so gut als möglich zu
machen. Ob du die Artauffassung tgeilst oder nicht, welche Merkmale du
wichtiger findest, ob du kryptische Taxa anerkennst oder nicht - das ist
alles dir persönlich überlassen. VORSCHREIBEN zu wollen, was sinnvoll ist
und was nicht, hielte ich für ziemlich arrogant (was ich dir nicht
unterstelle!!!)
Insofern hilft eigentlich immer nur: Lest Euch die betreffende Arbeit dazu
durch, versucht sie anhand eigenem Material nachzuvollziehen, und dann
kann man sich mit der Zeit eine eigene Meinung bilden, die aber eben auch
wiederum nur für den eigenen Erfahrungsschatz und -radius aussagekräftig
ist.
beste Grüße,
Andreas

Re: weiter gefasst..

Andreas ⌂, (vor 3393 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

gefühlt 99,9% der Varietäten bei Pilzen werden beschrieben, weil sich der Beschreiber noch nicht so ganz sicher ist, ob es wirklich eine neue Art ist die er da hat. Und erst mal schauen will, wie die Community das neue Taxon aufnimmt ....
Ich halte Varietäten/Subspezies für überflüssig - Forma sowieso.

Ferner bin ich nicht der Meinung, dass man verschiedene Artkonzepte braucht. Aufgabe der Taxonomie ist es die verschiedenen Taxa zu beschreiben, die der Systematik ist es die Verwandtschaft dieser Taxa zueinander zu erforschen. Ob dabei Mittel verwendet werden die wir Amateure nachvollziehen können ist völlig unerheblich, genauso ob die resultate uns schmecken oder nicht.
Natürlich wird es immer praxisbezogene Pilzführer oder ähnliches geben, die dann im möglichen Maße vereinfachen oder zusammenfassen. Aber deshalb sich dagegen zu sträuben, dass es z.B. drei Lactarius-Arten gibt nur weil wir die momentan nicht sauber morphologisch trennen können, ist bissel engstirnig meiner Meinung nach. Für die Praxis des Üilzsammlers hat das keine Bedeutung, da eh alle essbar sind, dabei kann man es bewenden lassen. Wer Lust hat sich die Dinger mikroskopisch anzuschauen, der kann überprüfen ob das angebotene morphologische Merkmal der Huthaarlänge was taugt oder nicht. DASS aber drei getrennte clades von Brätlingen bestehen, genetisch gesehen, das ist unzweifelhaft. Ob das bedeutet dass es verschiedene Arten sind, das ist wiederum ein ganz anderer Diskussionspunkt. Geht man allerdings davon aus, dass DNA-Untersuchungen nicht per se sinnfrei sind, dann muss man schon sagen das wir in Europa in verschiedenen Stellen Brätlinge haben, die in drei "Gruppen" zerfallen.

beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,
das "Art" eine selbstgestrickte Schublade ist, ist mir klar.
Trotzdem kann man sagen, dass daurch, das es viele einer Art gibt, die
Natur diese Nische eben mit diesen sich ähnelnden Individuen ausfüllt.
Ich schrieb doch selbst schon, dass die Taxonomie ein Hilfsmittel ist. Alles
fliesst, auch die uns jetzt bekannten "Arten" entwickeln sich
weiter oder sterben irgendwann aus. Klar.
Mein Gedankengang ging gar nicht gegen das Beschreiben von neuen
Erkenntnissen, sondern ob immer alles gleich eine neue Art sein muß. Denn
das macht es ggf. unübersichtlicher und komplizierter, als für was dieses
Hilfsmittel(Systematik / Taxonomie) entwickelt wurde, nämlich die
Möglichkeit, wieder bis in diese Schublade zu schlüsseln.
Damit will ich sagen, dass es natürlich toller ist, wenn jemand sich einen
Namen mit einer neu erkannten Art machen kann, als mit einer Varietät. Es
kann aber für die Taxonomie viel sinnvoller sein, die Erkenntnisse nur als
Varietäten zu beschreiben. Klar, Varietät ist auch eine selbstgetrickte
Schublade, aber die wirft nicht gleich soviel über den Haufen.
Das ist aber, empfinde ich so, voll eingerissen. Oder beschreibt noch
irgendwer irgendwo eine Varietät auf der Basis von Sequenzierungen? Das
Merkmal Sequenzierung wird anscheinend einfach so hoch bewertet, dass es
immer gleich eine neue Art sein muß und womöglich noch gleich in einer
neuen Gattung...
Aber ich muß gestehen, den Artikel (dank Gernot hab ich ihn ja jetzt) habe
ich noch nicht durchgelesen und dort wird bestimmt die Unterscheidung auf
Artrang begründet.
Vielleicht kann man sich ja auch Gedanken darüber machen, eine morpholgische
Systematik und eine davon getrennte sequenzielle Systematik zu
beschreiben. Es darf dann ja gerne Querverweise unter beiden geben, aber
sinnvoller erscheint mir momentan die Trennung.
LG, Jens

Re: weiter gefasst..

Krötenhocker, (vor 3390 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

gefühlt 99,9% der Varietäten bei Pilzen werden beschrieben, weil sich der
Beschreiber noch nicht so ganz sicher ist, ob es wirklich eine neue Art
ist die er da hat. Und erst mal schauen will, wie die Community das neue
Taxon aufnimmt ....
Ich halte Varietäten/Subspezies für überflüssig - Forma sowieso.

Was ist denn dann mit den Albinos? Es ist doch praktisch, wenn ich (wie gerade im Beitrag von Alis) im Schlüssel sehe, dass es eine f.alba gibt oder eine f. bisporis, wenn die Sporengröße so gar nicht passen will.

Das sind doch wichtige Hinweise....?

Ferner bin ich nicht der Meinung, dass man verschiedene Artkonzepte braucht.
Aufgabe der Taxonomie ist es die verschiedenen Taxa zu beschreiben, die
der Systematik ist es die Verwandtschaft dieser Taxa zueinander zu
erforschen. Ob dabei Mittel verwendet werden die wir Amateure
nachvollziehen können ist völlig unerheblich, genauso ob die resultate uns
schmecken oder nicht.

Das mit unterschiedlichen Artkonzepten war Brainstorm. Und zwar wegen:
- Milch farblos ...
- Milch bräunlich verfärbend, bitte Sequenz vergleichen... 2
2 IK 871644 Lf. volemus
2* JK 06082011 Lf. subvolemus
2** KVP R 12-001 Lf. oedematopus

Ist jetzt übertrieben, aber falls die Farbe und Haarlänge sich nicht sauber trennen lässt, landen wir bei Gezeigtem.

Das die Thematik nicht ohne ist, sehe ich auch. Trotzdem möchte ich (über kurz oder lang) die "Mittel" verstehen. Sonst brauchen wir doch alle demnächst gar keine Neubeschreibungen mehr lesen. Verstehen wir ja sowie nicht. Oder wie siehst du das?

Natürlich wird es immer praxisbezogene Pilzführer oder ähnliches geben, die
dann im möglichen Maße vereinfachen oder zusammenfassen. Aber deshalb sich
dagegen zu sträuben, dass es z.B. drei Lactarius-Arten gibt nur weil wir
die momentan nicht sauber morphologisch trennen können, ist bissel
engstirnig meiner Meinung nach. Für die Praxis des Üilzsammlers hat das
keine Bedeutung, da eh alle essbar sind, dabei kann man es bewenden
lassen. Wer Lust hat sich die Dinger mikroskopisch anzuschauen, der kann
überprüfen ob das angebotene morphologische Merkmal der Huthaarlänge was
taugt oder nicht. DASS aber drei getrennte clades von Brätlingen bestehen,
genetisch gesehen, das ist unzweifelhaft.

Unzweifelhaft sehe ich nicht und kann es bei Maximumlikelihood wohl nur selten geben, aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht abzulehnen, mag sein.

Ob das bedeutet dass es
verschiedene Arten sind, das ist wiederum ein ganz anderer
Diskussionspunkt. Geht man allerdings davon aus, dass DNA-Untersuchungen
nicht per se sinnfrei sind, dann muss man schon sagen das wir in Europa in
verschiedenen Stellen Brätlinge haben, die in drei "Gruppen"
zerfallen.

Also sinnfrei sind die Untersuchungen bestimmt nicht. Immerhin spiegelt sich in der DNA unsere Evolution und natürlich auch die der Pilze wieder. Welche Relevanz aber wo in der (r)DNA die Vergleiche haben, dass ist anscheinend immer noch "Geschmackssache". Könnten die Unterschiede z.B. in verschieden Mykorrhiza-Partnern liegen? DNA-Abschnitte können ja an- und abgeschaltet werden. Das ist nicht mit in die Veröffentlichung eingegangen oder ich hab`s überlesen.

Leider sind die sequenzierten Aufsammlungen aus Schweden vor Öland (wo auch ich in die Pilze gehe) nur "normale" volemus. Ich hätte mir gern ein eigenes Bild machen können....

LG, Jens

Das geht mir genauso

Fulgor, (vor 3395 Tagen) @ Orcalina

1A Bilder, wie immer Profi, danke. Leider habe ich diesen Pilz noch nie gesehen und denke es ist was seltenes. Leider kann ich unter F.?was auch immer. in meinen Pilzbüchern nicht viel finden. Auch die Hilfe von Jens mit Fl.st. bringt mich da nicht weiter, denn unter der Gattung Fl. finde ich nur Flammulina, also z.B. den Samtfussrübling. Darum gebe ich auf

LG Thomas

Super Bilder Karl-Heinz!
Aber was ist F.s.?
und was ist s.l. angehängt an L.v.?
Gruss Orcalina

Re: Das geht mir genauso

Doris, (vor 3395 Tagen) @ Fulgor

Erstmal, traumhafte Bilder.

Den 1. habe ich wahrscheinlich selbst noch nie gesehen, meine Fleißarbeit führt mich zu Ph.f. Zumindest war das der Ähnlichste, den ich finden konnte. Bin sehr gespannt.

2 und 3 sind ja klar.

Grüße
Doris

Re: Das geht mir genauso

Matthias, (vor 3395 Tagen) @ Fulgor

1A Bilder, wie immer Profi, danke. Leider habe ich diesen Pilz noch nie
gesehen und denke es ist was seltenes. Leider kann ich unter F.?was auch
immer. in meinen Pilzbüchern nicht viel finden. Auch die Hilfe von Jens
mit Fl.st. bringt mich da nicht weiter, denn unter der Gattung Fl. finde
ich nur Flammulina, also z.B. den Samtfussrübling. Darum gebe ich auf
LG Thomas

Hallo Thomas,
die Art ist wirklich selten und wohl in Standartbüchern nicht zu finden, die Bilder sind wenn ich mich nicht irre bei der Tagung der BMG in Ebrach entstanden in der Nähe von Würzburg. Ohne die Tagung wäre mir der Pilz auch unbekannt, also einfach auf die Auflösung warten,
viele Grüsse
Matthias

Re: Das geht mir genauso

Orcalina, (vor 3395 Tagen) @ Matthias

In der Zwischenzeit habe auch ich die Gattung Fl herausgefunden. Der Pilz ist echt perfekt hübsch - im Gegensatz zu Squamanita schreieri, den ich vermutet habe und der eher etwas ungepflegt aussieht ;-)
LG Orcalina

Rätsel - Auflösung

Karl-Heinz ⌂, (vor 3395 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo an alle Miträtsler,

es sollte ja eigentlich gar kein Rätsel sein, wollte ja lediglich zeigen wie man aus mehreren Fotos ein Bild erstellen kann.
Fand dann aber die Idee von Stephan sehr gut, der hier ein Rätsel anregte, dass ja auch einige knacken konnten.
Das obere Bild zeigt Floccularia straminea, den Schwefelgelben Schuppenritterling.
Dieser Pilz ist gefährdet. In der aktuellen Roten Liste als "sehr selten", Bestand mäßig rückläufig" ausgewiesen.
Die Biotope wo er fruktifiziert werden wie folgt beschrieben:
Sommerwarme, basenreiche, nähstoffarme Trockenrasen über Muschelkalk(Krieglsteiner, A. Gminder).
Das mittlere Foto zeigt den Tiegelteuerling, crucibulum laeve, das Untere den Brätling, Lactarius volemus s. l.
Mir war auch nicht bekannt, dass dieser Pilz in 3 Arten/Taxa vorkommen kann.

Viele Grüße
Karl-Heinz

Re: Rätsel - Auflösung

Doris, (vor 3394 Tagen) @ Karl-Heinz

...und ich habe einen neuen Pilz kennen gelernt.
Danke Thomas, auch für den Tipp zur Bildgestaltung.

Grüße
Doris