höhlenpilze *PIC*

spinne, (vor 8745 Tagen)

hallo,

gestern war ich nachts mehrere stunden in einem alten bergwerk unterwegs.das bergwerk ist der ehemalige mellestollen bei saalfeld, mehrere kilometer gänge mit massig hohlräumen.(natürlich offiziell abgesperrt, aber man findet immer irgendwo einen eingang). im tiefsten innern von dem berg fand ich mehrere pilze(psathyrella sp.,sporen 7-7,5 x 4-5, pulver dunkel lilabraun)an altem grubenholz und auf dem boden. leider war die speicherkarte ziemlich voll und konnte nur niedrigste qualität einstellen. trotzdem mal ganz interessant für's forum meine ich.

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gruß spinne

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Tolle Bilder! *oT*

Matthias, (vor 8745 Tagen) @ spinne

- kein Text -

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Re: höhlenpilze

bleem, (vor 8745 Tagen) @ spinne

Hi Spinne

Mich würde es nicht wundern, wenn Du noch durch die Feengrotten wandeln würdest ;-). Aber auch ich muß sagen-tolle Bilder. Man muß schon ein wenig verrückt sein, nachts durch thüringische Höhlen zu krabbeln. Ich würde auch mitkommen, da ich ebenfalls komplett verrückt bin ;-). Also bei der nächsten Tour (nächstes Jahr im Urlaub), komme ich mit.

Ciao bleem

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Irre!

Georg, (vor 8745 Tagen) @ spinne

Hi Spinne,

trotzdem mal ganz interessant für's forum meine ich.

Finde ich auch!
Interessant auch die Langstieligkeit der Fruchtkörper, fast wie bei
Pflanzen, die nach dem Licht streben. Es ist ja bekannt, dass viele Pilze
unter totalem Lichtabschluss deformierte Fruchtkörper bilden.
Anscheinend genügt aber ein kurzer Lichtimpuls um normal ausgebildete
Fruchtkörper zu induzieren. Vielleicht 'wollen' die Pilze damit sicherstellen
nicht in einem isolierten Hohlraum zu fruktifizieren statt an der Erdoberfläche.

Georg

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Re: höhlenpilze

Christoph ⌂, (vor 8745 Tagen) @ spinne

Hallo Spinne,

Exkursionen in Bergwerke mit Grubenholz lohenn immer. Ich war schon zweimal unter Tage. Der Langstielige weße Pilz sieht aus wie lentinellus adhaerens, ein sehr häufiger Bergwerkspilz. Er ist dort rein weiß (in Natura findet man ihn selten).
Wenn du suchst, wirst du möglicherweise auch Flaviporus brownii finden, einen subtropisch-tropischen Porling, der bei uns in Bergwerken wächst.
Zudem Tapinella panuoides fm. acheruntius (schüsselförmig bis resupinat),
Mycena haematopus
Gloeophyllum odoratum (bildet Hyphenmatten, die typisch riechen)
Coniophora puteana
Serpula lacrymans
Henningsomyces spp.
ach ja, man kann auch Fomitopsis rosea unter Tags finden (natürlich auf verbautem Fichtenholz)...

und eine ganze Reihe weiterer Ascos (Scutellinia etc. etc.), Cortis, Porlinge (Antrodia serialis ist häufig...), Agaricales etc. etc.

Viele wachsen absonderlich, bilden wallende Hyphenmatten oder Albinofruchtkörper, andere wachsen, als sei es ganz normal im Dunkeln zu sein...

Grüße, Christoph

hallo,
gestern war ich nachts mehrere stunden in einem alten bergwerk unterwegs.das
bergwerk ist der ehemalige mellestollen bei saalfeld, mehrere kilometer
gänge mit massig hohlräumen.(natürlich offiziell abgesperrt, aber man
findet immer irgendwo einen eingang). im tiefsten innern von dem berg fand
ich mehrere pilze(psathyrella sp.,sporen 7-7,5 x 4-5, pulver dunkel
lilabraun)an altem grubenholz und auf dem boden. leider war die
speicherkarte ziemlich voll und konnte nur niedrigste qualität einstellen.
trotzdem mal ganz interessant für's forum meine ich.


gruß spinne

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Re: höhlenpilze

spinne, (vor 8745 Tagen) @ Christoph

hallo christoph,

danke für die hinweise, dieses jahr gehe ich bestimmt noch 1-2 mal unter tage und werde die augen offen halten, ascos hatte ich auch gefunden, desweiteren 2 schleimpilze und natürlich viele "schimmelpilze"

gruß spinne

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Re: höhlenpilze

Dieter Weiss, (vor 8745 Tagen) @ spinne

Hallo,
in alten Bergwerksbüchern findet man immer Hinweise auf typische Leuchterscheinungen an Grubenholz. Es heisst das sich so Bergleute unter Tage orientieren konnten ohne das teure Lampenöl zu verbrauchen. Hast Du so etwas beobachtet ? In der Literatur wird als Ursache ein Befall des Holzes mit Hallimasch angegeben. Den gab es dort wohl nicht ?

MfG Dieter

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Re: höhlenpilze

spinne, (vor 8745 Tagen) @ Dieter Weiss

Hallo,
in alten Bergwerksbüchern findet man immer Hinweise auf typische
Leuchterscheinungen an Grubenholz. Es heisst das sich so Bergleute unter
Tage orientieren konnten ohne das teure Lampenöl zu verbrauchen. Hast Du
so etwas beobachtet ? In der Literatur wird als Ursache ein Befall des
Holzes mit Hallimasch angegeben. Den gab es dort wohl nicht ?
MfG Dieter

hallo dieter,

hallimasch habe ich nicht gefunden, das mit den leuchterscheinungen kenne ich aber vom freiland, habe im wald mal vor jahren nachts im sommer so ein leuchten beobachtet an einem metergroßen baumstumpf. ob das im bergwerk zum orientieren allerdings ausreichen würde möchte ich bezweifeln.

gruß spinne

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Re: höhlenpilze

tom, (vor 8743 Tagen) @ Dieter Weiss

Hallo,

in Höhlen habe ich öfter schon leuchtende Mycelien gesehen, meist an der Decke in Bodennähe (d.h., die Erdschicht darüber war nur wenig mächtig), allerdings an Gestein. Fruchtkörper habe ich keine gefunden, die Mycelien hatten weiße Farbe.

Grüße,

tom

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Re: höhlenpilze

Ralf, (vor 8744 Tagen) @ spinne

hallo,
gestern war ich nachts mehrere stunden in einem alten bergwerk unterwegs.das
bergwerk ist der ehemalige mellestollen bei saalfeld, mehrere kilometer
gänge mit massig hohlräumen.(natürlich offiziell abgesperrt, aber man
findet immer irgendwo einen eingang). im tiefsten innern von dem berg fand
ich mehrere pilze(psathyrella sp.,sporen 7-7,5 x 4-5, pulver dunkel
lilabraun)an altem grubenholz und auf dem boden. leider war die
speicherkarte ziemlich voll und konnte nur niedrigste qualität einstellen.
trotzdem mal ganz interessant für's forum meine ich.
gruß spinne

Hallo Spinne,

ganz prima Fotos hast du da von den Höhlenpilzen gemacht!

Als Mineraliensammler fasziniert mich die Untertagewelt der Höhlen und Bergwerke und bin deshalb öfter dort. Regelmäßig habe ich dort Pilze gefunden. Immer an Holz.

Die Palette reicht vom Rehbraunen Dachpilz (Besucherberwerk Kleinenbremen/ Porta Westfalica)über Grün- (Mehrfach, z.B Georg Forster-Erbstollen / Siegen)und Graublättrige Schwefelköpfe bis zum Zunderschwamm, der z.B. auf den Wasserrädern der Wasserkunst im Bergwerk Rammelsberg / Goslar ganze Gruppen bildet. Daneben auch immer resupinate Porlinge, Schichtpilze oder ähnliches, die ich nicht bestimmen konnte.

Noch bin ich auch auf der Suche nach Informationen über sogenannte "Bergmannsbärte", die vom Grubenholz herunterwachsen und dort feine
schleier- bzw. gardinenartige Vorhänge bilden. Um welche(n) Pilz(e) handelt es sich hier?

Um hier Klärung zu erhalten, habe ich mich bereits an die Höhlenforscher- vereinigung gewandt, die mir aber diese spezielle Frage nicht beantworten konnten.

Der Herr der dort den Fachbereich "Biologie in Höhlen" betreut, war seinerzeit sehr an Kontakten zu Pilzkennern interessiert, denen er seine zahlreichen Funde (in Alkohol konserviert) zwecks Bestimmung zuschicken könnte.

Hierfür bin leider nicht kompetent genug. Falls sich aber einer von euch dazu berufen fühlt oder jemanden kennt, der ihm helfen könnte, vermittele ich gerne den Kontakt.

Natürlich bin ich auch weiterhin am Thema "Pilze in Höhlen und Berwerken" interessiert(Literatur, Internet usw.) und wäre für Hinweise dankbar.

Gruß

Ralf