Bestimmungshilfe Gelber Klumpfuß auf Sand (Kiefer) *PIC*

Ingo, (vor 3250 Tagen)

Hallo Schleierlingsfreunde,

ich verschleppe mein kleines Bestimmungsproblem mal hierhin, in der Hoffnung,
dass es nicht ganz so schnell übersehen wird. Im Adventsrätselforum macht das
momentan nicht so viel Sinn. Ich gebe ehrlich zu, dass ich geschlampt habe.
Ich hatte KOH im Auto, aber keinen der Phlegmacien mitgenommen. Das Einzige, was
ich noch dazu sagen kann, ist der Umstand, dass die Hutdurchmesser verhältnismäßig
klein waren. maximal 5-6 cm!

Mit meinen bescheidenen Gattungskenntnissen lande ich in der Sektion der
Multiformes. Vielleicht kann mir ja hier Jemand weiter helfen.
Geruch und Geschmack waren mild - kaum wahrnehmbar. Den Original-Bericht hatte ich
im EU-Pilzforum platziert. leider klappt die Verlinkung des Beitrages eben nicht.
Weitere Bilder hätte ich jedenfalls noch da.

Grüßlis Ingo

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Re: Bestimmungshilfe Gelber Klumpfuß

Andreas ⌂, (vor 3250 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

leider fehlen wichtige Merkmale, u.a. eben eine KOH-Reaktion (im Fleisch, auf dem Hut ist sie sicher negativ), aber auch Geruch und Begleitbäume.

Ich glaube nicht an eine Art der Multiformes, dazu ist erstens die Knolle zu deutlich, vor allem aber die Lamellenfarbe zu olivgrün.
Das sollte eine Art der Fulvi sein, irgendeiner mit blasser Trama, sowas wie z.B. C. flavovirens oder H. humolens.

beste Grüße,
Andreas

Re: Bestimmungshilfe Gelber Klumpfuß *PIC*

Ingo, (vor 3249 Tagen) @ Andreas

leider fehlen wichtige Merkmale, ....aber auch Geruch und Begleitbäume.

Hallo Andreas,

danke erstmal für die Rückmeldung.
Geschmack und Geruch waren völlig unspezifisch. Begleitbäume 100% Kiefern.
Untergrund: Sand und nochmals Sand. Die standen nicht mal in der Nähe von irgendeinem geschotterten Weg.
Markante Cortinarien im Umfeld: mucosus und quarcitictus.

Ich glaube nicht an eine Art der Multiformes, dazu ist erstens die Knolle zu
deutlich, vor allem aber die Lamellenfarbe zu olivgrün.
Das sollte eine Art der Fulvi sein, irgendeiner mit blasser Trama, sowas wie
z.B. C. flavovirens oder H. humolens.

...schlechtes Bild ausgesucht. Ich hänge nochmal welche an.
Die Farben waren irgendwie zwischen beige und ocker-zimtfarben. Direkte Grüntöne habe ich nicht gesehen.

Im www. habe ich eine aktuellere Arbeit über die Multiformes gefunden.
Daran waren auch Gerhard Wölfel und Günter Saar beteiligt. Allerdings ist das nicht meine Baustelle.
Vielleicht gibt es demnächst auch so etwas über die Sektion Genuina bei den braunen Ritterlingen. ;-))

Grüßlis Ingo

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Re: Bestimmungshilfe Gelber Klumpfuß auf Sand (Kie *PIC*

Ingo, (vor 3249 Tagen) @ Ingo

Noch ein Bild...

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noch ein Bild.. *PIC*

Ingo, (vor 3249 Tagen) @ Ingo

und noch eines.

Wenn mich eben mein Bildschirm nicht täuscht, sind im Schnitt, im Bereich der Knolle und auch im Stiel, ganz schwache Blautöne erkennbar. Sieht das noch Jemand?

GR Ingo

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Re: noch ein Bild.. *PIC*

coco, (vor 3248 Tagen) @ Ingo

Hi Ingo,

mein Workflow ist farbverbindlich durchkalibriert. Ich hab das letze Foto mal von Adobe RGB nach sRGB konvertiert und so neutral wie möglich ausgefiltert. Auf meinem Monitor sind zur Stielrinde hin eindeutig Grüntöne zu erkennen, die wiederum aus Blau auf gelbem Grund bestehen dürften.

LG Coco

P.S.: sRGB ist im Netz sinnvoller, als RGB, weil es einheitlicher dargestellt wird. Den RGB-Farbraum können die meisten Monitore sowieso nicht abbilden, dafür ergeben sich üble Farbschwächen, besonders in den Rottönen.

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Re: noch ein Bild..

Ingo, (vor 3248 Tagen) @ coco

mein Workflow ist farbverbindlich durchkalibriert. Ich hab das letze Foto mal
von Adobe RGB nach sRGB konvertiert und so neutral wie möglich
ausgefiltert. Auf meinem Monitor sind zur Stielrinde hin eindeutig
Grüntöne zu erkennen, die wiederum aus Blau auf gelbem Grund bestehen
dürften.
P.S.: sRGB ist im Netz sinnvoller, als RGB, weil es einheitlicher dargestellt
wird. Den RGB-Farbraum können die meisten Monitore sowieso nicht abbilden,
dafür ergeben sich üble Farbschwächen, besonders in den Rottönen.

Hi Coco,

vielen Dank dafür! Ich habe mir meine Original-Bilder einmal vergleichsweise auf
einem normalen Büromonitor angeschaut. Da sind definitiv keine Blautöne zu sehen.
Nicht einmal ansatzweise. Beim konvertierten Bild - du hast recht - kann man diese erkennen.

Der Monitor bei mir zu Hause hingegen ist ein etwas besseres IPS Panel. Da kann
ich diese Farben auch schon so erkennen. Bei sRGB umso besser.
Also existieren blaue Farben im Fleisch. Vielleicht handelt es sich hier ja auch
um einen entfärbten C. glaucopus. Der würde auch eher ins Revier passen.

Güßlis Ingo

Re: noch ein Bild..

Krötenhocker, (vor 3248 Tagen) @ Ingo

Hallo zusammen,

jetzt sehe ich die Töne auch. Da die aber so schwach und nur einseitig sind, könnte man aber auch an eine Reaktion mit Eisen oder einem der Legierungselemente von Stahl der Klinge denken. Ingo, ist dein Messer rostfrei?

LG, Jens

Re: noch ein Bild..

Andreas ⌂, (vor 3248 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo zusammen,
jetzt sehe ich die Töne auch. Da die aber so schwach und nur einseitig sind,
könnte man aber auch an eine Reaktion mit Eisen oder einem der
Legierungselemente von Stahl der Klinge denken. Ingo, ist dein Messer
rostfrei?
LG, Jens

Hallo Jens,

das ist mir noch nie aufgefallen, dass Eisen eine bläuliche Reaktion im Fleisch hinterlassen würde, kommt sowas tatsächlich vor?`Reagieren solche Arten dann auch mit Eisensulfat?

beste Grüße,
Andreas

Re: noch ein Bild..

Krötenhocker, (vor 3248 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

das ist mir noch nie aufgefallen, dass Eisen eine bläuliche Reaktion im
Fleisch hinterlassen würde, kommt sowas tatsächlich vor?`Reagieren solche
Arten dann auch mit Eisensulfat?

Das weiß ich beides nicht. Aber es gibt ja noch mehr Reaktionen mit Eisenionen, zB. zu Eisen(2)hydroxyd (grünlich). Wenn man mit einer Klinge mit Flugrost drauf, (säurhaltige?) Lebensmittel schneidet, kommt es jedenfalls teils zu unappetitlich aussehenden Schnittflächen. Auch schon beim Apfeldurchschneiden, oder beim Zwiebelnschneiden (da hab ich Schwarz in Erinnerung).
Da, wo der Fruchtkörper fester ist, Übergang Hut/Stiel und Knollenbereich, wo man also mehr Abrieb von der Klinge vermuten könnte, ist auch die Farbreaktion stärker. Aber ist ja alles nur eine Vermutung.

...oder an den festeren Stellen sind mehr Zellen zerstört und es findet die Oxidation nur mit intrazellulärem Inhalt statt.

...oder Ingo hat eine neue Cuttermesser-Abrechklinge verwendet. Die Klingen sind geölt (das Öl versauert mit der Zeit) und die Reaktion findet mit Ionen des Pilzes und den Säuren im Öl statt..

...oder es könnte ja sogar sein, dass Ingo vorher mit dem Messer ein saures Gürkchen gehälftet hat... ;-)

Also, worauf ich hinaus will und das kannst wohl eher du beantworten: kann solch eine minimale Farbreaktion überhaupt bestimmungsrelevant sein?

LG, Jens

Re: noch ein Bild..

Ingo, (vor 3248 Tagen) @ Krötenhocker

...oder Ingo hat eine neue Cuttermesser-Abrechklinge verwendet. Die Klingen
sind geölt (das Öl versauert mit der Zeit) und die Reaktion findet mit
Ionen des Pilzes und den Säuren im Öl statt..
...oder es könnte ja sogar sein, dass Ingo vorher mit dem Messer ein saures
Gürkchen gehälftet hat... ;-)

Hallo Jens,

worüber du dir so Gedanken machst!?! Ich hatte zuvor Braune Ritterlinge geviertelt. Wie immer mit dem Messer mit der beschichteten ES-Klinge! Insofern müsste geklärt werden, ob wir die Ritterlinge für die Färbung haftbar machen können. Die Ritterlinge selbst verhalten sich allerdings völlig uncoloriert.

Das wäre aber mal eine interessante Aufgabe für das nächste Jahr. Einfach mal eine Tüte Essig mitnehmen und die Messerklinge vor der Pilzsektionierung darin einlegen. So 2 - 3 Stunden könnten schon genügen. You know? ;-))

GR Ingo

Re: noch ein Bild..

Andreas ⌂, (vor 3247 Tagen) @ Krötenhocker

Hallo Jens,

Also, worauf ich hinaus will und das kannst wohl eher du beantworten: kann
solch eine minimale Farbreaktion überhaupt bestimmungsrelevant sein?

das ist keine Farbreaktion, sondern der letzte Rest des flüchtigen blauen Pigments. Das ist bei Cortinarius doch ganz üblich, dass as/die blaue/n Pigment/e relativ schnell verschwinden - schau Dir nur mal junge und ältere Cortinarius anserinus an z.B.! Das Pigment diffundiert von innen nach außen weg, am längsten hält es sich in der Stielrinde am Hut-Stiel-Übergang (dickste Stelle), im Hutfleisch am Hutrandbereich und in der untersten Stielbasis (sieht Cortinarius cyanobasalis, der nichts anderes ist als ein C. largus wo das blaue Pigment eben gerade noch unten in der Stielbasis zu sehen ist -> einen Tag später wäre es kein cyanobasalis mehr gewesen ...)

beste Grüße,
Andreas

Re: noch ein Bild..

Krötenhocker, (vor 3246 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

damit wird dann natürlich auch ein Rest von Farbe noch relevant. Das es ein schon vorhandener Pigmentrest ist, hatte ich halt nicht auf dem Schirm. C. anserinus kenne ich nicht aus eigener Anschauung. Ich weiß aber von den violetten Cortinarien im Fichtenwald, dass sie auch im Alter extrem "ausblassen" und fast ockerbräunlich werden. Da wird es sich dann wohl um ein ähnliches Pigment handeln!?
Vielen Dank für die Aufklärung und ich hoffe, Ingo schaut auch noch in deinen Beitrag.

LG, Jens

Re: noch ein Bild..

Ingo, (vor 3244 Tagen) @ Krötenhocker

Vielen Dank für die Aufklärung und ich hoffe, Ingo schaut auch noch in deinen
Beitrag.

Hallo Jens,

warum auch nicht. Dass die Pigmente bei C. anserinus mit der Zeit verschwinden,
konnte ich auch schon beobachten. Wenn die älter sind, schauen diese Schleierlinge
nur noch bräunlich aus. Deshalb ist es ja von Vorteil, auch einige Jungexemplare
zu finden. Die gab es in diesem Fall aber nicht (mehr).
Da sollte ich in den kommenden Jahren noch einmal genauer hinschauen.

GR Ingo

Re: noch ein Bild..

Andreas ⌂, (vor 3248 Tagen) @ Ingo

Hi Coco,
vielen Dank dafür! Ich habe mir meine Original-Bilder einmal vergleichsweise
auf
einem normalen Büromonitor angeschaut. Da sind definitiv keine Blautöne zu
sehen.
Nicht einmal ansatzweise. Beim konvertierten Bild - du hast recht - kann man
diese erkennen.
Der Monitor bei mir zu Hause hingegen ist ein etwas besseres IPS Panel. Da
kann
ich diese Farben auch schon so erkennen. Bei sRGB umso besser.
Also existieren blaue Farben im Fleisch. Vielleicht handelt es sich hier ja
auch
um einen entfärbten C. glaucopus. Der würde auch eher ins Revier passen.
Güßlis Ingo

Hallo,

schön dass Coco das mit dn Blautönen ein bisschen rauskitzeln konnte. Die sind zwar sehr vergänglich, aber so komplett unwichtig eben doch auch nicht.
An eine Art der Glaucopodes hatte ich zunächst nicht gedacht, weil mir die Hutoberfläche eher glatt-schleimig wirkte und nicht eingwachsen-faserig. Das ist auf dem kleinen Bild allerdings zugegebermaßen kaum wirklich zu erkennen.
Ich könnte mir auch eine Art aus dem riederi-anomalo-ochrascens-Artenkreis vorstellen. Die hätten soweit ich weiß alle recht große Sporen, während die Glaucopodes ja eher kleinere haben.

beste Grüße,
Andreas

Re: noch ein Bild..

Ingo, (vor 3248 Tagen) @ Andreas

An eine Art der Glaucopodes hatte ich zunächst nicht gedacht, weil mir die
Hutoberfläche eher glatt-schleimig wirkte und nicht eingwachsen-faserig.
Das ist auf dem kleinen Bild allerdings zugegebermaßen kaum wirklich zu
erkennen.

Hallo Andreas,

damit dürften diese (Glaucopodes) auch aus dem Rennen sein. Die Hutoberfläche
hatte ein ähnliche Strukur wie die zuvor gefundene Tricholoma stans. Glatt und
leicht speckig mit einer gewissen Tendenz, bei Berührung zu zerbröseln.
Die Multiformes sollten doch auch eher faserig-eingewachsene Hüte haben, oder?

Gibt es in den betreffenden Sektionen überhaupt Arten, die für saure Nadelwälder typisch sind?

Grüßlis Ingo