Struppiges Tintlingsproblem mit Bildern *PIC*

Werner2, (vor 8740 Tagen)

Hallo zusammen.
Die nachfolgend abgebildeten Tintlinge wachsen bei mir seit Wochen auf einem Komposthaufen dicht büschelig bis vereinzelt zwischen Meerschweinchendung. Die FK sind sehr unterschiedlich groß,
zwischen zierlich grazil bis kurzstielig stämmig und leicht kräftig.
Die Hüte sind ausgebreitet zwischen 1,5 - 4 cm breit. Jung sind sie eichelförmit-zylindrisch, von der Grundfarbe her (unter dem struppig-weißgrauen Velum) dunkelschiefergrau.
Die Stiele von fein dünn, helmlingartig, sind bei den größeren FK bis zu 10 cm lang und bis zu 0,5 - 1 cm breit. Die Stiele sind anfangs fein weiß beflockt, werden aber schnell kahl und bleiben reinweiß.
Die Bestimmung ist nicht schlüssig. Die Sporen sind sehr groß, d.h. zwischen 12 - 16 (18)µ lang und zwischen 6 - 8 µ breit. Der Keimporus sitzt durchweg gerade (daher kein C. flocculosus). Die Sporenfarbe in Wasser liegt bei dunkel-rotbraun. Die Velumhyphen (langzylindrisch) sind abgebildet. Ebenso die Cheilozystiden. Pleurozystiden dürften vorhanden sein, war aber schwierig herauszumikroskopieren.
Auch C.niveus wie auch C. cinereus können nicht in Frage kommen.
Welcher Kenner dieser Gattung hat eine Idee.
Gruss Werner2

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Re: Struppiges Tintlingsproblem mit Bildern *PIC*

Boletus ⌂, (vor 8739 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner

Welcher Kenner dieser Gattung hat eine Idee.

Bin nicht Kenner der Gattung aber eine Idee geistert mir trotzdem im Kopf herum. Leider kann ich meine Gedanken im Moment nicht überprüfen, ich bin am Arbeiten :-( und da fehlt die Literatur.
Ich habe an Coprinus lagopus, die Hasenpfote gedacht. Diesen Herbst hab ich den Pilz zum ersten mal gefunden.

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Mein Fund von diesem Jahr

Wer weiss, vielleicht kann die Art auch büschelig (wie in deinen Bildern) erscheinen.

Gruss
Sepp

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Re: Könnte passen ! Hier noch ein Link

Werner2, (vor 8739 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,
danke für die Hilfe und dem schönen Link.
An C. lagopus habe ich auch schon gedacht, und die Fotos sind z.T. auch sehr ähnlich. Die Huthaut und auch die Cheilozystiden würden passen.
Meine Sporen sind aber deutlich größer und breiter, und auch der Standort und das Wachstum passen nicht zur Hasenpfote. Die habe ich in meinem Garten einmal vor Jahren gefunden und zwar als Einzelexemplar im Gras. Das soll eigentlich kein Dung oder Mistbewohner sein.
Das irritierende am meinen FK sind die unterschiedlichen Größenverhältnisse
(s. Bild 1: die büscheligen Ex. und das kleine Pilzchen daneben sind das gleiche) und der Standort auf verrottetem Heu bzw. Meerschweinchenstreu.
Vielleicht ist es ja ein "Ausreisser" in der Sporengröße und im Standort.

Gruss Werner2

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Re: Könnte passen ! Hier noch ein Link

Boletus ⌂, (vor 8739 Tagen) @ Werner2

An C. lagopus habe ich auch schon gedacht, und die Fotos sind z.T. auch sehr
ähnlich. Die Huthaut und auch die Cheilozystiden würden passen.
Meine Sporen sind aber deutlich größer und breiter, und auch der Standort und
das Wachstum passen nicht zur Hasenpfote. Die habe ich in meinem Garten
einmal vor Jahren gefunden und zwar als Einzelexemplar im Gras. Das soll
eigentlich kein Dung oder Mistbewohner sein.
Das irritierende am meinen FK sind die unterschiedlichen Größenverhältnisse
(s. Bild 1: die büscheligen Ex. und das kleine Pilzchen daneben sind das
gleiche) und der Standort auf verrottetem Heu bzw. Meerschweinchenstreu.
Vielleicht ist es ja ein "Ausreisser" in der Sporengröße und im
Standort.
Gruss Werner2

Hallo Werner 2

B+K verweisen bei den Bemerkungen zu C. lagopus auf Kühner & Romagnesi, die in ihrem Bestimmungsschlüssel noch auf eine Form von lagopus, nämlich C. macrosporus mit Sporen von 12.5-16 x 6.5-8 mü erwähnen. Leider hab ich keine weiteren Angaben zu dieser Spezis, auch im Web hab ich keine weiteren Angaben dazu gefunden. Vieleicht kann ja jemand weiterhelfen.

Herzliche Grüsse
Sepp

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Re: Struppiges Tintlingsproblem mit Bildern

Wolfgang P., (vor 8739 Tagen) @ Werner2

Die Bestimmung ist nicht schlüssig. Die Sporen sind sehr groß, d.h. zwischen
12 - 16 (18)µ lang und zwischen 6 - 8 µ breit. Der Keimporus sitzt
durchweg gerade (daher kein C. flocculosus

Hallo Werner,

weißt Du dass es auf der Homepage von Ulje ein Bestimmungsprogramm für u.A. Coprinus (DetPro) kostenlos zum 'runterladen gibt?

Damit kommst Du mit Deinen Angaben schnell zu radiatus, macrocephalus und lagopus als wahrscheinlichste Arten. Die 3 kannst Du dann mit dem Programm tabellarisch gegenüberstellen . (natürlich nicht als Webseite - da hatte ich noch meine Finger 'drin ;-) )

Wahrscheinlich mußt Du demnach nochmal die Größe der Cheilocystiden messen, aber C.radiatus kommt am nächsten.

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Re: Struppiges Tintlingsproblem mit Bildern

Pilzpeter, (vor 8738 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner 2,

schau mal in den Artikel über den Struppigen Tintling und die ausführliche Diskussion zu einigen anderen ähnlichen Arten im Tintling 5/2001 auf S. 23 ff

Gruß pilzpeter

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Re: Struppiges Tintlingsproblem mit Bildern

Peter K., (vor 8738 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner2,

wenn Du Bestimmungsprobleme mit Tintlingen hast, schau einfach auf die coprinus-sites.

http://www.grzyby.pl/coprinus-site-Kees-Uljee/species/lagopus_.htm

Wenn Du mit den Schlüsseln nicht klar kommst, kannst Du K. Uljé auch direkt anschreiben. Er freut sich bestimmt übner solch schöne Aufnahmen wie die von der Hasenpfote.

Servus, Peter

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Danke für die Hinweise

Werner2, (vor 8737 Tagen) @ Werner2

Hallo zusammen. :

Vielen Dank für die Hinweise und Ideen von euch, die von der Artbestimmung her doch ziemlich beieinander standen.
Sicher dürfte sein, dass es sich um eine Art des Stirps Lagopus handelt.
Die genaue Zuordnung ist mir aber noch nicht 100%ig gelungen.
C. radiatus ist eine sehr kleine Art, die nicht ansatzweise die Größe der FK in meinem Garten erreicht.
C. lagopus, die Hasenpfote, wächst nicht büschelig und auch nicht auf Dung obwohl sonst Ähnlichkeiten durchaus vorhanden sind.
C. macrocephalus (agg.) kommt noch ganz gut, bzw. am besten hin, soll aber nicht wurzelnd sein. Habe heute bei den kräftigeren FK eine deutlich langwurzelnd ausgespitzte Stielbasis gefunden.
Man sollte hierzu die kritischen Komentare in der ZfM 48(1) von 1982 zu den Funden von Enderle und den Text von Krieglsteiner und Bender einmal lesen.
Ich denke, dass ich dem Ratschlag von P. Karrasch folge, und die Hilfe von dem Holländer Kees Ulje zu Hilfe nehme. Ich kenne zwar seine Homepage und seine Bilder. Den Schlüssel hatte ich mir bisher noch nicht heruntergeladen.
Das Ergebnis, wenn es überhaupt eins gibt, teile ich dem Forum mit.

Gruss Werner2