Sind die Walnüsse aus meinem Wald mein ?

Verlierer, (vor 2315 Tagen)

Keiner mehr hier ?
Die Pilze wachsen doch schon.

Vielleicht könnt Ihr mir mit meinen 2 ha Wald weiter helfen, die ich dieses Jahr südwestlich von Nürnberg gekauft habe.

Zu meiner grossen veganer-freude wachsen am nördlichen Waldrand 10 Walnussbäume. Drei Grosse und so 7 junge.

Da würde ich nun vielleicht jeden Herbst zwei Wochen Urlaub machen und Nüsse sammeln.

Da gibt es rechtlich aber gleich mehrere Dinge zu bedenken.

Die Hälfte der Nüsse fallen wohl auf die Wiese und gehören dann dem Bauer.

Und ob Hundehaber auch jeden Tag aufsammeln dürfen hängt vielleicht damit zusammen, dass die Bäume

1. wild gewachsen sind und
2. noch "im" Wald stehen.

Deshalb könnte für die Nüsse das selbe gelten wie für die Pilze.

Also ich würde vielleicht wirklich Netze unter die Bäume hängen, damit

1. Die Nüsse nicht auf fremden Boden fallen und
2. die Nüsse nicht schimmeln weil ich nicht da bin.

Aber darf man in meinem Wald Netze aufhängen ?

Wird halt doof wenn ich aus 250 km Entfernung mit meinem 6 kmh Solarmobil angefahren komme und dann nichts mehr da ist.

P.S. die Eichhörnchen könnten sich trotzdem freuen weil ich nächsten Winter den umliegenden Wildwuchs umsäge damit meine lieben Walnussbäume mehr Licht bekommen.

Das Roland und Dankeschön.

Re: Sind die Walnüsse aus meinem Wald mein ?

Marcel Weymann, (vor 2310 Tagen) @ Verlierer

Hallo Roland,
mit rechtlichen Formalien kommst Du da nicht weiter.
Ein Studienkollege von mir war Besitzer eines Kastanienwäldchens in der Vorderpfalz.
Dummerweise endete ein asphaltierter landwirtschaftlicher Weg direkt am Anfang seines Wäldchens. Nach seinen Aussagen hat er da nur die Chance was zu ernten, wenn er morgens kommt. Dann kann er die auflesen, die in der Nacht zuvor gefallen sind.
Ich wohne in Kaiserslautern, da gehört der Wald komplett der Reichswaldgenossenschaft und da stehen auch einzelne Kastanien drin. Die Genossenschaft hat nichts dagegen, wenn die Leute die aufsammeln, weil sie selbst es nicht tut.
Wenn dann jemand aus Kaiserslautern in die Vorderpfalz kommt, ist dem unter Umständen überhaupt nicht klar, dass das da Privatwälder sind und es Diebstahl ist, die aufzulesen.
Die Walnussbäume stehen bei uns im Wiesengelände und da gilt folgendes Gewohnheitsrecht:
Hat der Besitzer unter den Bäumen die Wiese gemäht, darf man sie nicht auflesen. Wenn nicht, dürfen sie aufgelesen werden.
Es wird Dir keiner verbieten können, Netze unter die Bäume zu hängen, aber es kann durchaus sein, dass Dir einer verbieten kann, zu Beispiel weitere Bäume zu pflanzen oder den "Wildwuchs" zu entfernen. Es könnte für den Naturraum, in dem dein Wald sich befindet, Vorschriften geben, die das verbieten.

Gruß,
Marcel

Re: Sind die Walnüsse aus meinem Wald mein ?

Verlierer, (vor 2310 Tagen) @ Marcel Weymann

Oh sogar Erfahrungen mit Nussbäumen, Dankeschön.

Ich denke wenn die Bäume auf Wiesen stehen ist es immer Landwirtschaftsfläche und dann gehören die Früchte am Baum immer dem Baumbesitzer, die gefallenen Nüsse dem auf dessen Grund sie gefallen sind.

Ob ich Netze über den Grund meines Wiesennachbars spannen dürfte bin ich mir nicht sicher.
Der Nachbar hat wohl die Verjährungsfrist von 5 Jahren hier in Bayern versäumt, so dass die bestehenden Bäume weiter über seine Wiese ragen dürfen. Aber künstliche Netze ?

Problem sehe ich mit dem Status meiner Bäume als Wald.
Die Pilze im Privatwald darf doch auch jeder sammeln ? Darum poste ich ja hier :-)

Wer kennt das passende Gesetz. Denn ich fürchte, die Walnüsse gehören dazu.

Wenn ich Glück habe irre ich mich aber:

Pilzsuche: Recht des Waldbesitzers achten
Wenn Sie Pilze sammeln möchten, sollten Sie dies nach Möglichkeit in einem Waldstück tun, das unter öffentlicher Verwaltung steht. Vorsicht ist hingegen bei Privatwäldern geboten. Manche Waldeigentümer haben zwar nichts dagegen, wenn Sie auf ihrem Grund Pilze suchen – trotzdem sollten Sie das vorher klären, um Streit zu vermeiden.
https://www.t-online.de/leben/essen-und-trinken/id_60848680/pilze-sammeln-was-erlaubt-u...

Ob man einen Wald anders nutzen darf als Holz wachsen zu lassen bin ich mir nicht sicher.
Ich darf den Wald zum Beispiel sicher nicht in eine Nussplantage umwandeln.

Der Wald bestand aus Fichten, die 2007 bei der großen Dürre wegen Borkenkäfer komplett abgeholzt wurde.
Dann würde er sich selbst überlassen und besteht nun aus einem 6-8 Meter Ahorn / Kornelkirsche Dickicht. Beides lässt sich für mich wieder prima als Niederwald bewirtschaften.

Aber ja, ich muss mich darum kümmern dass die Gemeinde nicht eigenmächtig ein Biotop draus macht.

Drei meiner Walnussbäume haben teils schon 15-20 Meter Höhe und stehen am nördlichen Waldrand. Die haben die Eichhörnchen also schon vor der Rodung dort verbuddelt.

Re: Sind die Walnüsse aus meinem Wald mein ?

Marcel Weymann, (vor 2310 Tagen) @ Verlierer

Hallo Roland,
zunächst einmal gehört alles, was in deinem Wald wächst Dir. Du wirst keine Gesetze finden, in denen was anderes steht.
In Südtirol ist es auch teilweise festgeschrieben, dass da kein anderer Pilze sammeln darf. (z.B. Welschnofen und Tiers)
In Deutschland kann mal als Waldbesitzer in manchen Bundesländern sogar ein Betretungsverbot für den eigenen Wald erlassen.
Vor Naturschutzgebiet gibt es bei uns noch ein paar andere Institutionen, die Dir Vorschriften machen.
Mein Vater besaß ein Wochenendgrundstück und da gab es einen Entwicklungsplan für das ganze Tal, der Ihm zum Beispiel verbot, sich einen 2x2 Meter großen Geräteschuppen hinzustellen. Letztes Jahr versuchte ein Ortsbürgermeister in einem als Wochenendgrundstücksgelände beschriebenen Gebiet ein Nächtigungsverbot durchzusetzen, weil er mit seinem Feuerwehrauto auf dem Weg dahin in den Graben gefahren war. Da wohnten aber einige Leute seit 20 Jahren permanent und die klagten erfolgreich.
Walnüsse sind rechts kapriziös, tragen nicht jedes Jahr, nur in fortgeschrittenem Alter und sind getrenntgeschlechtlich. Wild gewachsene geben deutlich kleinere Nüsse, deshalb haben wir die früher immer veredelt.
Ich weiß nicht, ob das mit den Netzen funktionieren wird. Mein Vater machte früher immer Netze an seine Kirschbäume. Immer wieder verhedderten sich Vögel in den Netzen und er musste dann die Netze aufschneiden, um sie wieder zu befreien.
Das kann man natürlich nur machen, wenn man jeden Tag einmal hin kommt.
Wenn Du eine Plantage hättest und man deine Netze von den gegenüberliegenden Hängen über 5km sehen würde, könnte sich einer beschweren, aber sonst?
Bei der Frage, was mit den Nüssen ist, die beim Bauern aufs Gelände fallen, wäre zunächst mal zu klären, ob das tatsächlich das Gelände des Bauern ist.
Bauern tendieren dazu bei jedem Pflügen ein Stück vom Nachbargrundstück mit unter den Pflug zu nehmen, wenn der Nachbar das nicht kontrolliert.
Gruß,
Marcel

Re: Sind die Walnüsse aus meinem Wald mein ?

Marcel Weymann, (vor 2310 Tagen) @ Verlierer

Hallo Roland,
zunächst einmal gehört alles, was in deinem Wald wächst Dir. Du wirst keine Gesetze finden, in denen was anderes steht.
In Südtirol ist es auch teilweise festgeschrieben, dass da kein anderer Pilze sammeln darf. (z.B. Welschnofen und Tiers)
In Deutschland kann mal als Waldbesitzer in manchen Bundesländern sogar ein Betretungsverbot für den eigenen Wald erlassen.
Vor Naturschutzgebiet gibt es bei uns noch ein paar andere Institutionen, die Dir Vorschriften machen.
Mein Vater besaß ein Wochenendgrundstück und da gab es einen Entwicklungsplan für das ganze Tal, der Ihm zum Beispiel verbot, sich einen 2x2 Meter großen Geräteschuppen hinzustellen. Letztes Jahr versuchte ein Ortsbürgermeister in einem als Wochenendgrundstücksgelände beschriebenen Gebiet ein Nächtigungsverbot durchzusetzen, weil er mit seinem Feuerwehrauto auf dem Weg dahin in den Graben gefahren war. Da wohnten aber einige Leute seit 20 Jahren permanent und die klagten erfolgreich.
Walnüsse sind rechts kapriziös, tragen nicht jedes Jahr, nur in fortgeschrittenem Alter und sind getrenntgeschlechtlich. Wild gewachsene geben deutlich kleinere Nüsse, deshalb haben wir die früher immer veredelt.
Ich weiß nicht, ob das mit den Netzen funktionieren wird. Mein Vater machte früher immer Netze an seine Kirschbäume. Immer wieder verhedderten sich Vögel in den Netzen und er musste dann die Netze aufschneiden, um sie wieder zu befreien.
Das kann man natürlich nur machen, wenn man jeden Tag einmal hin kommt.
Wenn Du eine Plantage hättest und man deine Netze von den gegenüberliegenden Hängen über 5km sehen würde, könnte sich einer beschweren, aber sonst?
Bei der Frage, was mit den Nüssen ist, die beim Bauern aufs Gelände fallen, wäre zunächst mal zu klären, ob das tatsächlich das Gelände des Bauern ist.
Bauern tendieren dazu bei jedem Pflügen ein Stück vom Nachbargrundstück mit unter den Pflug zu nehmen, wenn der Nachbar das nicht kontrolliert.
Gruß,
Marcel

Re: Sind die Walnüsse aus meinem Wald mein ?

Verlierer, (vor 2309 Tagen) @ Marcel Weymann

zunächst einmal gehört alles, was in deinem Wald wächst Dir. Du wirst keine
Gesetze finden, in denen was anderes steht.

Ja da habt Ihr mich schnell überzeugt :-)
Das kleine Dickicht in dem vor ein paar Jahren lauter Steinpilze sprossen hätte also tatsächlich vom Besitzer exklusive genutzt werden dürfen. Allerdings hätte er allein die vielen Steinis ja gar nicht ernten dürfen. Darum ist es wohl üblich, dass man Pilze überall sammeln kann..

In Deutschland kann mal als Waldbesitzer in manchen Bundesländern sogar ein
Betretungsverbot für den eigenen Wald erlassen.

Ja das ginge wohl in Bayern nach https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayNatSchG-33 wenn mir die ganzen Nüsse "gestohlen" würden, oder der Dickichtbesitzer keine einzigen Steinis mehr abbekommen hätte. Aber Zaun ziehen wäre mir zu egoistisch.

Mein Vater besaß ein Wochenendgrundstück und da gab es einen Entwicklungsplan
für das ganze Tal, der Ihm zum Beispiel verbot, sich einen 2x2 Meter
großen Geräteschuppen hinzustellen.

Es ist wohl allgemein gültig, dass im Aussenbereich keine privaten Gebäude aufgestellt werden dürfen.
Wenn der Waldbesitzer über mehrere hundert Kilometer anreisen muss, ist es in Bayern zwar denkbar, wird aber wohl auch selten erlaubt. Meine 135 km zum meinem Wald östlich von Nürnberg haben jedenfalls keinen Eindruck gemacht.

Möglich ist aber eine Schutzhütte für Wanderer. Die ist nämlich schlicht verfahrensfrei :-) Ausser im Naturschutzgebiet :-/
Solch eine Schutzhütte darf keinen verschlossenen Raum haben.
Aber ich überlege mir, so eine Schutzhütte auf meinem "Felsen" zu bauen, und im Boden eine "Schatztruhe" samt Elektroseilwinde fest einzubauen..

Für meinen neuen Wald südwestlich von Nürnberg träume ich von einem Holzlager. Hat eine untere Naturschutzbehörde (woanders) nichts gegen einzuwenden. Es gäbe halt Waldbesitzer die bauen sich die tollsten Dinger.
Ich fahre südwestlich von Edelsfeld auch immer an so einem schmucken Ziegelgedeckten offenen "Holzhaus" neben der Straße im Wald vorbei. Das ist halt komplett mit 1 Meter Holz voll geschlichtet.

So etwas überlege ich mir vielleicht mir gebrauchten Dünnschicht Solarmodulen als Dach. Da bekommt man den Quadratmeter schon für 5-6 Euro. Und ich hätte 1-2 kW Solarenergie für meine Akkukettensäge: https://youtu.be/ESXQNod02BM
Den Dachstuhl könnte ich als Gerätelager zubauen. Wäre ja mit 1 Meter Höhe in der Mitte kein Aufenthaltsraum.

Als E-Bike Ladestation wäre das durchaus eine Schutzhütte..

Walnüsse sind rechts kapriziös, tragen nicht jedes Jahr, nur in
fortgeschrittenem Alter und sind getrenntgeschlechtlich. Wild gewachsene
geben deutlich kleinere Nüsse, deshalb haben wir die früher immer
veredelt.

Mein Bäume stammen wahrscheinlich alle von einem wirklich gigantischen Walnussbaum am Ortsrand ab der auch richtig große Nüsse haben soll.
Und tragen tun meine Bäume schon Nüsse. Muss halt im Oktober mal hin und schaun wie groß sie geworden sind.

Ich weiß nicht, ob das mit den Netzen funktionieren wird. Mein Vater machte
früher immer Netze an seine Kirschbäume. Immer wieder verhedderten sich
Vögel in den Netzen und er musste dann die Netze aufschneiden, um sie
wieder zu befreien.

Ja da mache ich mir auch schon sorgen. Am Ende bleiben noch die Eichhörnchen drin hängen :'(

Schöner wird sein ich mache zur Erntezeit doch 2-3 Wochen Urlaub, sammele die Nüsse und säge/spalte das Holz mit meinem Solarpavilion: https://youtu.be/FRQ9LSivxdg

Bei der Frage, was mit den Nüssen ist, die beim Bauern aufs Gelände fallen,
wäre zunächst mal zu klären, ob das tatsächlich das Gelände des Bauern
ist.
Bauern tendieren dazu bei jedem Pflügen ein Stück vom Nachbargrundstück mit
unter den Pflug zu nehmen, wenn der Nachbar das nicht kontrolliert.

Ja bin schon mit dem GPS vom Smartphone die Grenze entlang, die Walnussbäume stehen wirklich ziemlich sehr nah an der Grenze zur 0,7 Hektar Wiese, welche der Bauer alle 6 Wochen abmäht.

Danke für die Antworten, ich denke, dass ich mich durchaus auf eigene Nüssen freuen könnte. Mal sehn wie sich das die nächsten Jahre entwickelt.