Welche "Trüffel"? *PIC*

UmUlmHerum, (vor 2266 Tagen)

Hallo miteinander!

Hier UmUlmHerum gibt es nachwievor zu wenig Niederschläge und entsprechend wenige Pilze. Gestern war ich in einem schattigen (= dichten) Wald mit Lösslehmauflage – ein bisserl was ist gegangen. Wenn man die Knopfstieligen- und die Rote Lacktrichterling-Kolonien abzieht, kann man den Rest an Fruchtkörpern an 10 Fingern abzählen... aber ein spannendes Teil war darunter:

Jemand hat mir mal wieder eine Trüffel hingelegt (die Letzte hatte mir "jemand" auf einen Baumstumpf gelegt, siehe Beitrag 337681 – ganz am Schluss Art-Nr. 8). Diesmal lag der Frk. im Moos in einem relativ jungen Mischwald (ehemalige Windbruchfläche) mit hauptsächlich Fichten. Deshalb kann ich so manches wie genauer Standort oder Rhizomorphen nicht nennen. An der Fundstelle ist sie jedenfalls sicher nicht gewachsen... und ausgereift ist sie auch nicht. Jedenfalls krieg´ ich sie nicht raus. Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen?

Makroskopisch:
Das Teil hat Ø ca. 3 cm.
Weißliche Peridie, die sich weder beim Reiben noch nach dem Durchschneiden verfärbt; einschichtig, fest mit Gleba verbunden, ± 1 mm dick. An der Basis etwas weinrötlich bis bräunlich gefärbt. Im unteren Drittel spärlich mit schwarzbraunen Würzelchen überzogen – ich weiß aber nicht, ob die tatsächlich zu der Trüffel gehören – siehe Mikro-Beschreibung
Gekammerte Gleba , weißlich bis gelb-orange getönt.
Sehr starker, aufdringlicher Geruch: eine Mischung aus süßlich + vergorenem Obst + verfaultem Kohl.

Mikroskopisch:
Sporen rund; annähernd farblos (unreif !?); stark ornamentiert (zylindrische + konische Stacheln, an der Spitze abgerundet, aber teilw. auch nur flachwarzig); sehr dickwandig (Dicke 1-2 µm) – oder gehört die "Rinde" zum Ornament? Inhalt entweder viele kugelige oder eine große Guttule. Größe gemessen mit "Rinde" ohne erhabenes Ornament: 16 ... 19 µm. Manche Sp. mit langen Apiculus – siehe Foto.
Ich konnte keine Basidien finden, die Sporen wirkten so, als säßen sie mit dem Apiculus direkt an den Wänden der Glebakammern???
Hyphen ohne Schnallen; die dunklen Außenwürzelchen dagegen mit deutlichen Schnallen, falls sie wirklich dazu gehören – siehe Kollage.
Verschieden lange "Donnerkeile" in den Glebakammern – siehe Auflicht- und Mikrofoto – Zystiden?

Fotos:
Am Fundort
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Nr. 1: von außen

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Nr. 2: Schnitt

Auflicht
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Nr. 3: Peridie mit feinen dunklen Würzelchen (20x)

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Nr. 4: Schnitt durch Gleba (20x)

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Nr. 5: Zystiden (Haare) an den Kammerrändern? (aus 80x)

Mikro:
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Nr. 6: Kollage Hyphen ohne Schnallen + 1 Hyphe (Würzelchen" mit Schnalle (aus 800x)

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Nr. 7: "Donnerkeil" – Zystide? Haar? (aus 320x)

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Nr. 8: Sporenhäufen in der Gleba (aus 320x)

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Nr. 9: Spore mit langem Apiculus (aus 320x)

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Nr. 10: Sporen (800x)

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Nr. 11: Sporen (800x)

Eigentlich sollte die Bestimmung gar nicht soo schwer sein mit so großen + runden + ornamentierten Sporen, aber ich komm´ in GpBaWü Bd. 2 nicht weiter... Wer hilft?

Danke & viele Grüße – Rika

Re: Welche "Trüffel"?

Peter, (vor 2266 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

das kleine zerfressene Teil erinnert mich sehr an die Mäandertrüffel.
In den Großpilzen Baden-Württembergs wirst du die nicht finden. Da fehlen die Ascomyceten.
Und du hast recht, die sind noch nicht richtig reif.

Du kannst sie im Kühlschrank (gut verpackt) nachreifen lassen. Dann hast du Sporen, die lassen sich glatt als Coronaviren verkaufen.

Vergleiche mal hier: https://www.trueffelsuche.de/forum/exkursionen/129-choiromyces-maeandriformis.html

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=38023.msg279534#msg279534

Freundliche Grüße
Peter

Re: Welche "Trüffel"? *PIC*

UmUlmHerum, (vor 2266 Tagen) @ Peter

Hallo Rika,
das kleine zerfressene Teil erinnert mich sehr an die Mäandertrüffel.
In den Großpilzen Baden-Württembergs wirst du die nicht finden. Da fehlen die
Ascomyceten.
Und du hast recht, die sind noch nicht richtig reif.
Du kannst sie im Kühlschrank (gut verpackt) nachreifen lassen. Dann hast du
Sporen, die lassen sich glatt als Coronaviren verkaufen.
Vergleiche mal hier:
https://www.trueffelsuche.de/forum/exkursionen/129-choiromyces-maeandriformis.html
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=38023.msg279534#msg279534
Freundliche Grüße
Peter

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Hallo Peter,

merci für Deine schnelle Antwort!
Mäandertrüffel meinst Du?! Wenn ich u.a. die Sporenbilder so vergleiche, sieht es sehr danach aus! Ich hatte die Mä.trü. schon öfter, aber die haben noch nie so penetrant gestunken. Habe sie auch schon probiert, was mir beim aktuellen Fund nicht im Traum einfallen würde. Und dabei ist das Ding ja noch ziemlich unreif. Außerdem hatten meine früheren Funde eine rotbraune Peridie, aber vielleicht waren sie nur älter? Diese sackförmigen Asci habe ich diesmal auch nicht gefunden. Wenn ich die angehäuften Sporen in den Glebanischen durchzählte, kam ich nie auf 8 Sporen - ich hatte schon auch an einen Asco gedacht. Aber wie Du siehst, hat alles nicht so richtig zusammengepasst.

Unten mein Mikro-Bild von einem Fund im Juli 2015: die war auch noch unreif, aber ordentlich verpackt je 8 Sporen in einem "Beutel" – so lass´ ich mir das gefallen ;-).

Den angeschnittenen Frk. habe ich im Wald gelassen. Falls ihn inzwischen nicht alle möglichen Viecher aufgefressen haben, kann ich nachmikroskopieren. Aber ich denke schon, dass Du mit Choiromyces maeandriformis recht hast.

Viele Grüße – Rika

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