Märzschneckling

UmUlmHerum, (vor 1307 Tagen)

Hallo miteinander!

Heute fand ich in einem Fichtenwald (lehmiger Sand, leicht basisch) ein Pilzbruchstück, das vermutlich ein Reh "verschussert" hat. Es war nur ein Stück, ca. 3cm x 4cm groß, von einem völlig verwachsenem Hut mit weißen "großen" Lamellen (5-6 mm breit). Die Huthaut war schwarzgraubräunlich mit Erde drauf – hier war was Seltsames: die Huthaut war runzelig! Ähnlich wie beim Wurzelnden Schleimrübling (Xerula radicata) oder das Hutzentrum bei manchen Dachpilzen, z.B. Runzeligen Dachpilz (Pluteus phlebophorus). Kein wahrnehmbarer Geruch.

Bis auf die runzelige Huthaut passt alles recht gut zum Märzschneckling. Und mir fällt kein verwechselbarer Pilz mit großen, weißen Lamellen ein, der um DIESE Jahreszeit bei Fichte wachsen würde!?

Im Umkreis von 2m habe ich das ganze Gelände abgesucht – es ist sehr unübersichtlich, ein Nordwest-Hang, zwischen den Fichten auch Laubbäume, entsprechend viel Laub an Boden, Äste und Totholz, hohes Moos, Grasbüschel. Jedenfalls habe ich NICHTS gefunden.

Und jetzt mein Drama: Ich packte das Stück in ein Ahornblatt und steckte es in meine Tüte, in der ich FiZa-Rüblinge sammelte, um es gleich heute Abend unters Mikro zu legen. So hätte ich bestimmt zumindest Sporen gefunden, könnte Zystiden ausschließen usw., so war der Plan. Auf der Fluch vor dem einsetztenden Regen wieder zurück im Auto zog ich die Tüte aus der Anoraktasche und ... der Pilz war weg! Die Tüte hatte ein Loch! (Um die FiZaRü wär´s ja nicht schade gewesen, aber die waren zum größten Teil noch drin.) Ich hatte am Fundort nicht einmal ein Foto davon gemacht! Ich könnt´ mich in den H...... beissen – das wäre ein Erstfund für den Hochsträß gewesen.

Aber um der Sache ein bisschen näher zu kommen meine Fragen an die Kenner dieser Art:
(1) Kann Hygrophorus marzuolus so eine runzelige Huthaut haben?
(2) Kennt Ihr mögliche Verwechslungskandidaten?

Und jetzt noch ein Gag aus dem Web: https://pilzbestimmer.de/Detailed/10288.html
Soviel zum Thema "Pilzbestimmung im Internet" – ob der mit einer Pilz-APP bestimmt worden war???

Viele Grüße – Rika

Re: Märzschneckling

42, (vor 1307 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

leider habe ich nur einmal in meinem Leben Märzschnecklinge gefunden (und das auch nur, weil sie mir gezeigt wurden). Auf den vielen Bildern im Netz kann ich aber keine mit runzeliger Huthaut finden; Verwechslungsarten fallen mir auch keine ein.

Und jetzt noch ein Gag aus dem Web:
https://pilzbestimmer.de/Detailed/10288.html
Soviel zum Thema "Pilzbestimmung im Internet" – ob der mit einer
Pilz-APP bestimmt worden war???

Die Bestimmung des Bildes ist schon richtig - das Bild heißt "393-Schneeweisser_Ellerling.jpg", es wurde nur offensichtlich dem falschen Text zugeordnet :-)

Beste Grüße
Thomas "42" Wallner

P.S.: Hier (Würzburg) ist von Morcheln & Co. noch nichts zu sehen

Re: Märzschneckling

UmUlmHerum, (vor 1307 Tagen) @ 42

Hallo Rika,
leider habe ich nur einmal in meinem Leben Märzschnecklinge gefunden (und das
auch nur, weil sie mir gezeigt wurden). Auf den vielen Bildern im Netz
kann ich aber keine mit runzeliger Huthaut finden; Verwechslungsarten
fallen mir auch keine ein.
Die Bestimmung des Bildes ist schon richtig - das Bild heißt
"393-Schneeweisser_Ellerling.jpg", es wurde nur offensichtlich
dem falschen Text zugeordnet :-)
Beste Grüße
Thomas "42" Wallner
P.S.: Hier (Würzburg) ist von Morcheln & Co. noch nichts zu sehen

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Hi Thomas,

merci für Deine Antwort!

Was die HDS betrifft: Jetzt sollte ich halt wissen, was für eine Zellstruktur sich darunter verbirgt. Ich könnte mir vorstellen, dass sich so eine runzelige Oberfläche durch den verdrehten Wuchs u.U. schon bilden könnte, also zusammen geschoben wird. Ich hatte das Web natürlich auch durchforstet ohne auf passende Bilder zu stoßen – aber wer fotografiert schon abweichende Formen?

Hier noch ein Zitat aus der Homepage von Lothar Krieglsteiner (https://www.pilzkunde.de/index.php/pilz-des-monats/pilz-des-monats-aeltere-beitraege/pilz-des-monats-2016?start=8):
"Zur Frühjahrszeit gibt es keine Pilzart, mit der der Märzschneckling verwechselt werden könnte..."

Wenn mal wieder besser Wetter ist, werde ich mich dort erneut auf die Suche machen. Die Märzschnecklingssaison dürfte hier auf rund 600 mNN noch nicht vorbei sein (die Lamellen waren ja noch weiß, ah – noch was: das Teil war festfleischig – würde auch passen). Vielleicht mit einem Stock zum Verdächtige-Erhebungen-Checken?

Zu dem Link: Da ist nicht nur der Text mit dem Bild vertauscht. Lies Dir mal die Beschreibung durch, da ist auch einiges völlig verwurschelt bzw. widersprüchlich, z.B. Zitat:
"Fleisch: dick, weich, schwammig, fest, hart, zäh, verfärbend: Fleisch blauend, Fleisch schwärzend
Hutoberfläche: glatt glänzend schmierig, schleimig, fettig, klebrig faserig, schuppig, haarig, borstig seidig, samtig, lederig, filzig fleckig"

Von Gemörch ist hier auch noch keine Spur zu sehen, aber ein paar nette Ascos sind unterwegs – eigener Thread.

Schönes Wochenende mit hoffentlich viieel Regen
wünscht – Rika

Re: Märzschneckling *PIC*

Rainer Albert, (vor 1306 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

meine ersten "Bruchstücke" habe ich auch so gefunden/gesehen. Aufgewühltes Moos und
noch etwas Stiel und ein paar Hutbruchstücke.
Zuerst dachte ich an "schlimme" Sammler, die nur Herausreißen kennen, jetzt neige ich auch zu Rehen.
Gerade heute waren wir wieder unterwegs und sahen einige dieser Stellen. Glücklicherweise gab es dann noch ganze Exemplare -
eines als Bild mit den typischen großen, breiten Lamellen.
Die Hutfarben gehen von grau/weiß bis schwarz, je nach Standort und Feuchtigkeit.
Runzlig (?) - im Alter "schrumpeln" sie schon - das ist ein österreichischer Fachausdruck.
Und noch etwas - sie stehen ziemlich lange im Walde und vergehen nicht.

Ich würde nochmals "erweitert" nachsehen, bei mir hat sich der Einzelplatz jetzt doch zu einer 1 Hektar großen
Fichtenwaldfläche vergrößert, wo sie recht gesellig vorkommen. Als Anzeiger dienen uns dann die Fraßstellen.

Viel Glück und ganz viele Grüße aus Basel sendet Dir

Rainer

Hallo miteinander!
Heute fand ich in einem Fichtenwald (lehmiger Sand, leicht basisch) ein
Pilzbruchstück, das vermutlich ein Reh "verschussert" hat. Es
war nur ein Stück, ca. 3cm x 4cm groß, von einem völlig verwachsenem Hut
mit weißen "großen" Lamellen (5-6 mm breit). Die Huthaut war
schwarzgraubräunlich mit Erde drauf – hier war was Seltsames: die Huthaut
war runzelig! Ähnlich wie beim Wurzelnden Schleimrübling (Xerula radicata)
oder das Hutzentrum bei manchen Dachpilzen, z.B. Runzeligen Dachpilz
(Pluteus phlebophorus). Kein wahrnehmbarer Geruch.
Bis auf die runzelige Huthaut passt alles recht gut zum Märzschneckling. Und
mir fällt kein verwechselbarer Pilz mit großen, weißen Lamellen ein, der
um DIESE Jahreszeit bei Fichte wachsen würde!?
Im Umkreis von 2m habe ich das ganze Gelände abgesucht – es ist sehr
unübersichtlich, ein Nordwest-Hang, zwischen den Fichten auch Laubbäume,
entsprechend viel Laub an Boden, Äste und Totholz, hohes Moos,
Grasbüschel. Jedenfalls habe ich NICHTS gefunden.
Und jetzt mein Drama: Ich packte das Stück in ein Ahornblatt und steckte es
in meine Tüte, in der ich FiZa-Rüblinge sammelte, um es gleich heute Abend
unters Mikro zu legen. So hätte ich bestimmt zumindest Sporen gefunden,
könnte Zystiden ausschließen usw., so war der Plan. Auf der Fluch vor dem
einsetztenden Regen wieder zurück im Auto zog ich die Tüte aus der
Anoraktasche und ... der Pilz war weg! Die Tüte hatte ein Loch! (Um die
FiZaRü wär´s ja nicht schade gewesen, aber die waren zum größten Teil noch
drin.) Ich hatte am Fundort nicht einmal ein Foto davon gemacht! Ich
könnt´ mich in den H...... beissen – das wäre ein Erstfund für den
Hochsträß gewesen.
Aber um der Sache ein bisschen näher zu kommen meine Fragen an die Kenner
dieser Art: (1) Kann Hygrophorus marzuolus so eine runzelige Huthaut
haben?
(2) Kennt Ihr mögliche Verwechslungskandidaten?
Und jetzt noch ein Gag aus dem Web:
https://pilzbestimmer.de/Detailed/10288.html
Soviel zum Thema "Pilzbestimmung im Internet" – ob der mit einer
Pilz-APP bestimmt worden war???
Viele Grüße – Rika

[image]

Re: Märzschneckling

UmUlmHerum, (vor 1306 Tagen) @ Rainer Albert

Hallo Rika,
meine ersten "Bruchstücke" habe ich auch so gefunden/gesehen.
Aufgewühltes Moos und
noch etwas Stiel und ein paar Hutbruchstücke.
Zuerst dachte ich an "schlimme" Sammler, die nur Herausreißen
kennen, jetzt neige ich auch zu Rehen.
Gerade heute waren wir wieder unterwegs und sahen einige dieser Stellen.
Glücklicherweise gab es dann noch ganze Exemplare -
eines als Bild mit den typischen großen, breiten Lamellen.
Die Hutfarben gehen von grau/weiß bis schwarz, je nach Standort und
Feuchtigkeit.
Runzlig (?) - im Alter "schrumpeln" sie schon - das ist ein
österreichischer Fachausdruck.
Und noch etwas - sie stehen ziemlich lange im Walde und vergehen nicht.
Ich würde nochmals "erweitert" nachsehen, bei mir hat sich der
Einzelplatz jetzt doch zu einer 1 Hektar großen
Fichtenwaldfläche vergrößert, wo sie recht gesellig vorkommen. Als Anzeiger
dienen uns dann die Fraßstellen.
Viel Glück und ganz viele Grüße aus Basel sendet Dir
Rainer

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Hallo Rainer,

hab´ herzlichen Dank für´s Mutmachen mit Deinen Erfahrungen! Da werde ich auf alle Fälle noch des öftern hingehen und suchen, suchen, suchen... Nach diesem einen Bruchstück ist der Ehrgeiz erwacht, jetzt möchte ich auch noch (zumindest) einen ganzen Märzi finden + dokumentieren.

Viele Grüße – Rika

Re: Märzschneckling *PIC*

UmUlmHerum, (vor 1305 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rainer,
hab´ herzlichen Dank für´s Mutmachen mit Deinen Erfahrungen! Da werde ich auf
alle Fälle noch des öftern hingehen und suchen, suchen, suchen... Nach
diesem einen Bruchstück ist der Ehrgeiz erwacht, jetzt möchte ich auch
noch (zumindest) einen ganzen Märzi finden + dokumentieren.
Viele Grüße – Rika

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Hallo miteinander!

Am Nachmittg war ich tatsächlich stundenlang in diesem Waldstück unterwegs, habe aber keine Märzis gefunden :-(

Nun habe ich einen neuen Verdacht: Kann es sein, das Rehe die Märzis fressen?

In dem fraglichen Bereich gab es nämlich so komische "Löcher" im Waldboden, auf ziemlich runden Stellen Ø 15 – 20 cm war das Moos bzw. der Waldboden ein paar cm tief "geöffnet". In dieser Größe stelle ich mir die Märzi-Büschel vor!? Ein Wildschwein pflügt normalerweise größere Flächen um, das Reh scharrt kahle runde, flache Flächen frei mit Ø ca. 40 cm. Einen aktiven Dachsbau gibt es dort auch.

Weiß jemand, ob Rehe Märzschnecklinge fressen?
Sie mögen ja auch andere Pilze recht gern, z.B. den Gelbstieligen Nitrat-Helmling (Mycena renati) und den Grünblättrigen Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Immerhin fand ich heute den ersten Saitenstieligen Knoblauchschwindling...

Viele Grüße – Rika

[image]

Re: Märzschneckling

42, (vor 1305 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika,

Von Gemörch ist hier auch noch keine Spur zu sehen, aber ein paar nette Ascos
sind unterwegs – eigener Thread.

Gestern hatten wir eine kleine Exkursion und sahen ca. 10 Böhmische Verpeln. Außerdem gab es auf dem Unigelände eine schönen Stadtchampignon. Ich denke, es geht langsam los ... :-)

Beste Grüße
Thomas "42" Wallner