Totalausfall?

pilzmel ⌂, (vor 8718 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!
Ich glaube, ich taue gar nicht wieder auf. Nach den permanenten Minusgraden stellte sich
nun auch noch ein höllischer Schneezentimeter ein, so daß ich meiner akribischen
Räum- und Streupflicht nachkam. [Wo steckt eigentlich der immer wohlvorbereitete
Winterdienst? - Lokale Presse: "Es krachte im Minutentakt." - Auch der örtliche
Sportplatz mußte als Medicopterlandeplatz herhalten, und die Sirene kam nicht
zur Ruhe. - Es gibt hier also doch noch Leben!] Wo war ich gleich stehengeblieben?
Ach ja: Die Farbe der Landschaft erinnerte mich an ein Phänomen, an dem ich schon einige Zeit rätsle. Tangiert die aktuelle Umfrage [Viel Interessantes, aber nix Eßbares, und wenn, dann glaubt es keiner]. Einige absolut nicht kryptische, also weithin sichtbare Arten habe ich in diesem Jahr partout nicht entdecken können, als da sind: Feld-Champignon, Rosablättriger Egerlingsschirmpilz [wieder mal geschafft, den Namen zu schreiben], Großer Scheidling. Alle drei sind m.o.w. weiß und sonst in beträchtlicher Menge vorhanden. Jetzt Totalausfall. Gibt es ähnliche Beobachtungen? Ich meine keine Arten, die von Hause aus selten sind oder an derem Standort man mal eben nicht vorbeischaute.
Beste Grüße! pm.

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Re: Totalausfall?

gunter, (vor 8718 Tagen) @ pilzmel

hallo

kannn deinen beobachtungen hier im südlichen brandenburg nur beipflichten,weder rosablättrige schirmlinge noch großer scheidling waren dieses jahr hier zu finden voriges jahr zuweilen der halbe acker voll aber ich glaube das war dieses jahr mit fast allen herbstpilzen so außer lepista nuda und l. nebularis die gab´s.

tschüß gunter

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Re: Totalausfall!!

Thomas Pruß, (vor 8718 Tagen) @ pilzmel

Moin pm

Auch in NF sind dieses Jahr so ziemlich alle gängigen Pilze ausgefallen. Bei den Campignons wundert mich das nicht: Die Koppeln werdden mehrmals im Jahr tot gegüllt, und sobald das Gras etwa die Länge der Haare auf der Glatze eines Skinheads hat, wird’s gemäht und zu Silage verarbeitet. Da findet man Champis nur noch in unserem „Hochgebirge“ – sprich Deichen, die nicht gedüngt werden dürfen (wahrscheinlich hat man Angst, dass sie dann wachsen?!).
Dafür gab’s aber eine Menge anderer Pilze, die für vieles entschädigt haben (Kaffeebrauner Gabeltrichterling, Winter,- Blut,- und Rillstieliger Helmling usw.). Sie waren zwar nicht unbedingt essbar, aber persönliche Erstfunde.
Übrigens bei mehrfacher Erwähnung kompliziert zu schreibender Begriffe wie „Großengurumuschmagnetklippenleuchtturmswärter“ oder „Rosablättriger Egerlingsschirmpilz“ nutze ich die „copy-Fkt.“ Dann braucht man die Wörter nur einmal falsch zu schreiben ;-)
Grüsslis
Thomas

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Warum darf der Deich nicht gedüngt werden?

Frank Adam, (vor 8717 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallööle Thomas und alle anderen, hab` mir Heute die Frage mit zur Arbeit genommen und einige Leute gefragt.
Aus berufenem Mund - ein norddeutscher Kollege, der scheinbar alles weiß,- wurde mir folgende Weisheit zu Teil:
Auf den Deichen grasen Schafe, die den Boden dabei festtreten, denn es gibt keine Rasenmäher, die das kurze Gras abmähen können. Würde man den Deich düngen, würde das Gras schneller wachsen und damit auch die Wurzeln. Das brächte dann die Fauna in der Erde zur Überpopulation und die würden dann den Deich durchlöchern und aufweichen, zumindest dessen Oberfläche.
Nun, vielleicht ist da etwas wahres dran. Nur was etwas??
Grüße: Frank

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Re: Warum darf der Deich nicht gedüngt werden?

Thomas Pruß, (vor 8716 Tagen) @ Frank Adam

Moin Frank,
hm, hm, die Antwort deines Kollegen klingt nicht ganz eineuchtend. Aber es ist so, dass die Schafzucht auf den Nordseedeichen extensiv ist. Gedüngt wird der Deich schon, nämlich mit den „Schafsköteln“. Was man auf jeden Fall vermeiden möchte ist, dass der Dünger (die Gülle) von den Deichen ins Meer resp. Watt geschwemmt wird. Dort hätte sie höchst fatale Auswirkungen.
Auch die Flussdeiche an Eider und Treene werden aus den selben Gründen nicht gegüllt. Es reicht auch so schon, was an Gülle über die Sielzüge in die Flüsse kommt. Aus diesem Grunde hatten wir letzten Sommer (2002) auch Sauerstoffmangel in der Eider, was uns einige Tonnen an Fisch gekostet hat. Petrus sei Dank besitzen aber Eider (und auch Treene) eine so hohe Selbstreinigungskraft, dass solche Situationen die Ausnahme bleiben.
Aber weil die Intensivdüngung auf den Deichen ausbleibt, kann man hier z. B. den Papageiengrünen Saftling finden (pers. Erstfund 2001 am Eiderdeich zwischen Horst und Nordfeld bei Fluss-Km 73) ;-), dazu eine Reihe von Champignons (nur dieses Jahr nicht – war wohl nicht das Jahr für Champis bei uns).
Grüsslis
Thomas

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Juhu, kein lokales Problem! Danke! *oT*

pilzmel ⌂, (vor 8717 Tagen) @ pilzmel

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