Über einige merkwürdige Röhrlingsfunde, von Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8687 Tagen)

Hallo,
im Jahr 2002 habe ich 2 Funde von Röhrlingen verzeichnet, die mir noch bis heute sehr merkwürdig vorkommen und die ich von daher gerne mal zeigen möchte.
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Zum einen sind es diese kleinen, rotbraungefärbten Fruchtkörper, von denen ich zwei an einem moosigen Wegrand fand. Durch die gelbe Stielbasis ist diese Art so gut wie eindeutig in die Gattung Chalciporus einzuordnen. Der Pfefferröhrling (C. piperatus) selbst ist jedoch ein recht großer Pilz mit Hutbreite von mindestens 5 cm. Hier betrug die Breite aber nicht mal (oder knapp) 1 cm. Die Hutoberfläche war fein samtig bis fast flaumig. Die Röhren waren rotbraun und ziemlich bauchig. Der Stiel im Vergleich zur Länge und auch zum Hut auffallend dünn.
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Und zum anderen ist dieser völlig gelbe Röhrling nirgends zuzuordnen. Er kommt von der Beschaffenheit der Fruchtkörper ganz einem Filzröhrling (Xerocomus) gleich, besonders dem Rotfußröhrling (X. chrysenteron). Es ist bekannt, dass der Rotfuß sehr variabel ist, aber eine völlig gelbe Form ist mir weder in der Natur noch in der Literatur begegnet.
Viele Grüße,
Kazuya

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Re: Über einige merkwürdige Röhrlingsfunde, von Ka

Huperzia ⌂, (vor 8687 Tagen) @ Notizbrettbildservice

....Durch die gelbe Stielbasis ist

diese Art so gut wie eindeutig in die Gattung Chalciporus einzuordnen. Der
Pfefferröhrling (C. piperatus) selbst ist jedoch ein recht großer Pilz mit
Hutbreite von mindestens 5 cm. Hier betrug die Breite aber nicht mal (oder
knapp) 1 cm. Die Hutoberfläche war fein samtig bis fast flaumig. Die
Röhren waren rotbraun und ziemlich bauchig. Der Stiel im Vergleich zur
Länge und auch zum Hut auffallend dünn....

Hallo Kazuya,

Die Größenangabe "mindestens 5cm" ist sicher arg übertrieben. Ich hab ihn ja schon oft gefunden, aber ich glaub nicht, daß auch nur einer wirklich über 5cm groß war. Meist finde ich ihn mit etwa 3-4cm Durchmesser ....oder auch kleiner.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Über einige merkwürdige Röhrlingsfunde, von Ka

zuehli ⌂, (vor 8686 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,

der erste Pilz ist meiner Meinung mit Sicherheit C.piperatus. Ich finde ihn oft so klein. Eine Geschmacksprobe hätte wahrscheinlich überzeugt.
Gruß Harald

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Re: Über einige merkwürdige Röhrlingsfunde, von Ka

Andreas ⌂, (vor 8686 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo,
im Jahr 2002 habe ich 2 Funde von Röhrlingen verzeichnet, die mir noch bis
heute sehr merkwürdig vorkommen und die ich von daher gerne mal zeigen
möchte.

Zum einen sind es diese kleinen, rotbraungefärbten Fruchtkörper, von denen
ich zwei an einem moosigen Wegrand fand. Durch die gelbe Stielbasis ist
diese Art so gut wie eindeutig in die Gattung Chalciporus einzuordnen. Der
Pfefferröhrling (C. piperatus) selbst ist jedoch ein recht großer Pilz mit
Hutbreite von mindestens 5 cm. Hier betrug die Breite aber nicht mal (oder
knapp) 1 cm. Die Hutoberfläche war fein samtig bis fast flaumig. Die
Röhren waren rotbraun und ziemlich bauchig. Der Stiel im Vergleich zur
Länge und auch zum Hut auffallend dünn.

Und zum anderen ist dieser völlig gelbe Röhrling nirgends zuzuordnen. Er
kommt von der Beschaffenheit der Fruchtkörper ganz einem Filzröhrling
(Xerocomus) gleich, besonders dem Rotfußröhrling (X. chrysenteron). Es ist
bekannt, dass der Rotfuß sehr variabel ist, aber eine völlig gelbe Form
ist mir weder in der Natur noch in der Literatur begegnet.
Viele Grüße,
Kazuya

Hallo Kazuya,

ich halte das erste Bild auch ohne Zweifel für den Pfeffer-Röhrling.
Das zweite Bild sieht, wie Du schon vermutet hast, nach einer Farbmutation (fehlendes Rot) vom Rotfußröhrling oder (vieleicht noch eher) von der Ziegenlippe aus. Interessant! Hab' ich auch noch nie gesehen.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Über einige merkwürdige Röhrlingsfunde, von Ka

Pilzpeter, (vor 8686 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Zum einen sind es diese kleinen, rotbraungefärbten Fruchtkörper, von denen
ich zwei an einem moosigen Wegrand fand. Durch die gelbe Stielbasis ist
diese Art so gut wie eindeutig in die Gattung Chalciporus einzuordnen. Der
Pfefferröhrling (C. piperatus) selbst ist jedoch ein recht großer Pilz mit
Hutbreite von mindestens 5 cm. Hier betrug die Breite aber nicht mal (oder
knapp) 1 cm. Die Hutoberfläche war fein samtig bis fast flaumig. Die
Röhren waren rotbraun und ziemlich bauchig. Der Stiel im Vergleich zur
Länge und auch zum Hut auffallend dünn.

Und zum anderen ist dieser völlig gelbe Röhrling nirgends zuzuordnen. Er
kommt von der Beschaffenheit der Fruchtkörper ganz einem Filzröhrling
(Xerocomus) gleich, besonders dem Rotfußröhrling (X. chrysenteron). Es ist
bekannt, dass der Rotfuß sehr variabel ist, aber eine völlig gelbe Form
ist mir weder in der Natur noch in der Literatur begegnet.
Viele Grüße,
Kazuya

Hallo Kazuya,

also beim ersten pilz geht es mir wie Huperzia, auch ich habe noch keinen Pfefferröhrling über 5 cm gefunden. Dein bild ähnelt aber auch dem sehr seltenen Chalciporus pierrhuguesii (Boud.) Bon, der zudem etwas kleiner als Ch. piperatus ist.
Beim zweiten Bild hätte ich ohne weiteres X. subtomentosus gesagt.

Gruß Peter

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Re: Über einige merkwürdige Röhrlingsfunde (Bild) *PIC*

Georg, (vor 8686 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hi Kazuya,
also ich denke das erste ist klar ein Pfefferröhrling. Die sind oft
sehr schmächtig.

Das zweite ist meiner Meinung nach eine gelbe Ziegenlippe. Etwas ähnliches habe ich am 20.10.2001
bei Karlsruhe gefunden:

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Georg

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Re: Über einige merkwürdige Röhrlingsfunde, von Ka

Berliner--_OPERAB__-tkmftCxM0GgSs+WTB56pyG, (vor 8686 Tagen) @ zuehli

Icke jloobe der weisse Pilz issen Elfenbeenröhling!

Hallo Kazuya,
der erste Pilz ist meiner Meinung mit Sicherheit C.piperatus. Ich finde ihn
oft so klein. Eine Geschmacksprobe hätte wahrscheinlich überzeugt.
Gruß Harald

--_OPERAB__-tkmftCxM0GgSs+WTB56pyG

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Aber schau dir mal die Stielbekleidung an *oT*

Werner2, (vor 8686 Tagen) @ Georg

- kein Text -

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Re: Aber schau dir mal die Stielbekleidung an

Andreas ⌂, (vor 8686 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,

die Stielrippen sind zwar sehr ausgeprägt, aber für eine Ziegenlippe (s.l.) nicht außergewöhnlich.
So stark und netzig ausgebildete Rippen irritieren zugegebenermaßen, vor allem auch diejenigen, die mit einem Bestimmungsschlüssel auf die Gattung Xerocomus kommen wollen, denn die Filzröhrlinge haben ja alle kein (echtes) Stielnetz ....

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Aber schau dir mal die Stielbekleidung an

Werner2, (vor 8685 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
ich glaube Du hast mich mißverstanden, ich finde die Stielrippen für die weiße Ziegenlippe ja in Ordnung. Habe eigentlich den glatten, und untypischen Stiel des ersten Fotos gemeint, welches ich nicht bei X. subtomentosus unterbringen kann.
Gruss Werner2:

Hallo Werner,

die Stielrippen sind zwar sehr ausgeprägt, aber für eine Ziegenlippe (s.l.)
nicht außergewöhnlich.
So stark und netzig ausgebildete Rippen irritieren zugegebenermaßen, vor
allem auch diejenigen, die mit einem Bestimmungsschlüssel auf die Gattung
Xerocomus kommen wollen, denn die Filzröhrlinge haben ja alle kein
(echtes) Stielnetz ....
Beste Grüße,
Andreas

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Re: Aber schau dir mal die Stielbekleidung an

Andreas ⌂, (vor 8685 Tagen) @ Werner2

Hallo Andreas,
ich glaube Du hast mich mißverstanden, ich finde die Stielrippen für die
weiße Ziegenlippe ja in Ordnung. Habe eigentlich den glatten, und
untypischen Stiel des ersten Fotos gemeint, welches ich nicht bei X.
subtomentosus unterbringen kann.
Gruss Werner2: Hallo Werner,

Auch den finde ich nicht gerade untypisch, ich habe auch shcon öfters Ziegenlippen praktisch oder völlig ohne Stielrippen gefunden.

Was mich eigentlich noch am meisten wundert bei der Ziegenlippe von Kazuya ist aber, dass die Druckstelle auf den Poren weder blaut (X. ferruginosus) noch bräunt (X. subtomentosus).

Beste Grüße,
Andreas

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Besser spät als nie ;-)

Christoph ⌂, (vor 8685 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hi Kazuya,

also Pilz eins ist, wie ja alle schon gesagt haben, ein Pfefferröhrling. Die größe variiert beträchtlich. Über 5 cm Hutdurchmesser kann er haben, aber nur sehr selten.
Pilz 2 ist interessant. Ich sage zu Filzröhrlingen im weiten Sinne eigentlich ungern was ohne Mikroskop. Gerade bei auffälligen Farbformen. Erst mal müsste man prüfen, ob in der HDS auffällige Pigmente außen an der Zellwand inkrustieren (Endabschnitte der Hyphen), oder diese glatt sind. Sind die krusten drauf, so ist's aus der Rotfußverwandtschaft.
Weiterhin, wie die Oberfläche der Rhizomorphenhyphen aussieht. Glatt? -> Rotfüßße s.l.
Punktiert -> Ziegenlippen, also Xerocomus s. str.

Dann: sind die Sporen glatt, oder sehr fein, oder deutlich längsgestreift? Sind die Sporen hinten abgerundet, minimal trunkat (etwas flacher hinten als zu erwarten = Xer. chrysenteron s. str.), hinten deutlich abgeflacht, oder gar eingestülpt.
Dann wär interessant, ob der Stiel auf Druck blaut/bräunt etc.
Hat der Hut ne rote Subcutis?

Im Pilzbuch ists einfach, weil nur wenige Filzröhrlinge beschrieben werden. Es gibt aber ne ganze Reihe an Formen, Arten etc., auch noch unbeschriebene. Prüfen muss man auch, ob die Sporen (frisch, vital) stark amyloid sind (gibts auch in Europa, werde ich bald beschreiben).

Filzröhrlinge hat m.E. der Teufel gesehen, das macht sie aber auch so interessant. Gibt es einen Herbarbeleg? Dann hätte ich Interesse, das Teil anchzubestimmen. Kann etwas dauern, da ich noch einige "Altlasten" aufarbeiten will/muss.

Rein gefühlsmäßig würde ich so in die Ecke um Xer. pruinatus tendieren, aber ohne rote Pigmente... ist aber nur komplett geraten und phantasiert, weil ich auch bei maximaler Vergröerung am Bildschirm das Sporenornament und die HDS-Zellgrößen so schwer erkennen kann ;-)))

Grüße
Christoph

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Re: Aber schau dir mal die Stielbekleidung an

Holger, (vor 8683 Tagen) @ Andreas

Auch den finde ich nicht gerade untypisch, ich habe auch shcon öfters
Ziegenlippen praktisch oder völlig ohne Stielrippen gefunden.
Was mich eigentlich noch am meisten wundert bei der Ziegenlippe von Kazuya
ist aber, dass die Druckstelle auf den Poren weder blaut (X. ferruginosus)
noch bräunt (X. subtomentosus).
Beste Grüße,
Andreas

Die "gelbe Ziegenlippe" kommt auch im vorderen Odenwald häufig vor (einige sichere Standorte). Geblaut haben die noch nie - vielleicht fehlt bei dieser var. einiges... Schmecken tun sie ja trotzdem einigermassen.

Der erste Piz könnte auch ein sehr kleines Exemplar eines Hohlfussröhrling sein - der Hut ist so schuppig (hab ich bei Pfefferröhringen noch nie so gesehen)- Allerdings werden die wesentlich größer!