Bitte um Bestimmungshilfe (3 Bilder, 160 Kb ) *PIC*

Karl-Heinz ⌂, (vor 8515 Tagen)

Hallo,
ich komme hier (makroskopisch) zu P. inquilinus, gefunden am Wochenende in der Eifel; oder gehts bei den Dachpilzen tatsächlich nur mikroskopisch?

Hutdurchmesser 2 cm.

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Vielen Dank im voraus
Karl-Heinz

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe (3 Bilder, 160 Kb )

Werner E., (vor 8515 Tagen) @ Karl-Heinz

Servus Karl-Heinz,

leider kann ich Dir nicht sagen, welcher Dachpilz das ist.
Aber eins kann ich Dir versichern:
Die Fotos sind Spitze.

Gruß Werner E.

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe (3 Bilder, 160 Kb )

Werner2, (vor 8515 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
man müsste wirklich schon die Huthaut mikroskopieren, um sicher zu sein.
Spontan würde ich diesen Pilz eher als P. semibulbosos bzw. P. depauperatus ansprechen, das sind Arten/Sippen die seit ca. 1990 unter dem Sammelbegriff P. plautus geführt werden, was nicht jeden (mich auch nicht) befriedigt.
P.inquilinus ist mir bisher noch nicht begegnet. Diese Art gilt als sehr selten und ist nach Romagnesi "winzig", d.h. kaum mehr als 1 cm breit, was ich auf dem Foto nicht so erkenne. Ob die Funde aus Baden-Würtemberg (Band 4) alle diesem Artenkonzept entsprechen (bis 3 cm breit) ??
Wenn aber sehr große, ausschließlich kugel- bis kugelig-keulenförmige Zellen die Hutdeckschicht bestimmen, dürfte "P. plautus s.l." rausfallen und P. inquilinus wahrscheinlich werden.
Gruss Werner2

Hallo,

ich komme hier (makroskopisch) zu P. inquilinus, gefunden am Wochenende in
der Eifel; oder gehts bei den Dachpilzen tatsächlich nur mikroskopisch?
Hutdurchmesser 2 cm.

Vielen Dank im voraus
Karl-Heinz

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weiße Dachpilze

Huperzia ⌂, (vor 8514 Tagen) @ Werner2

man müsste wirklich schon die Huthaut mikroskopieren, um sicher zu sein.

.....ach, wenn das doch reichen würde!!!

Hallo Karl-Heinz und Werner,

Wir haben gestern ganze drei weiße Dachpilze von verschiedenen Stellen gesammelt, die den Bildern teils sehr ähnlich sehen. Ich vermute,daß eszwei Arten sind ....mehr leider nicht. Sicher irgendwas um semibulbosus/inquilinus etc.

Die Huthaut besteht aus eher birnförmigen zystidenartigen Auswüchsen,die den Hyphen entspringen. Ebensolche finden sich auch am Stiel und eben an der Lamellenschneide. Auf der Lamellenfläche sitzen deutlich spindelförmige Zystiden.

(@Andreas2: Wenn sie trocken sind, bekommst du ein Päckchen ;-).)

Ich kann mirgut vorstellen,daß der Pilz von Karl-Heinz dasselbe ist.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: weiße Dachpilze

Werner2, (vor 8514 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,
das hört sich im Prinzip schon an wie P. semibulbosus sensu Lange und Orten.
Diese Art wurde zwischenzeitlich (indirekt) mit P. inquilinus synonymisiert
(was mir nie gefallen hat). Man müsste mal das Durchmesser der Huthautzellen messen. In die Eucellulodermini gehört der Fund mit großer Wahrscheinlichkeit.
In den neueren Schlüsseln gibt es P. semibulbosus sensu Lange / Orten leider nicht mehr (= P.alborugosus Kühner und damit offensichtlich vermengt mit P. inquilinus).
Wie ich bereits schrieb: P. inquilinus ist von der Originalbeschreibung her eine winzige Art (bis 1 cm breit) die auf Resten / Abfällen von Segge (Carex)und Schilf (Phragmites)wächst und die extrem große rundliche Huthautzellen besitzt, welche fast doppelt so groß werden können (sollen), wie die von P. semibulbosus.
(Nicht zu verwechseln natürlich mit P. semibulbosus sensu Moser = P. depauperatus = inzwischen P. plautus mit langgestreckten Huthauzellen (Sektion Hispidodermini).

Gruss Werner2

.....ach, wenn das doch reichen würde!!!

Hallo Karl-Heinz und Werner,
Wir haben gestern ganze drei weiße Dachpilze von verschiedenen Stellen
gesammelt, die den Bildern teils sehr ähnlich sehen. Ich vermute,daß
eszwei Arten sind ....mehr leider nicht. Sicher irgendwas um
semibulbosus/inquilinus etc.
Die Huthaut besteht aus eher birnförmigen zystidenartigen Auswüchsen,die den
Hyphen entspringen. Ebensolche finden sich auch am Stiel und eben an der
Lamellenschneide. Auf der Lamellenfläche sitzen deutlich spindelförmige
Zystiden.
(@Andreas2: Wenn sie trocken sind, bekommst du ein Päckchen ;-).)
Ich kann mirgut vorstellen,daß der Pilz von Karl-Heinz dasselbe ist.
Viele Grüße,
Tanja

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Re: weiße Dachpilze

Huperzia ⌂, (vor 8514 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,

Man müsste mal das Durchmesser der Huthautzellen
messen. In die Eucellulodermini gehört der Fund mit großer
Wahrscheinlichkeit.

Die Hutzellen hatte ich gemessen: etwa 50-70x25µ. Selbstverständlich mal etwas mehr,mal weniger, aber alles ungefähr in dem Bereich und vor allem dieser Form.
Die Zellen stehen senkrecht ab - zumindest beim einen Pilz - was man gut unter der Stereolupe sehen kann.
Der eine andere Pilz, den ich für einen jungen Fruchtkörper des obigen halte, sieht aus/ist wie mit Velum bedeckt. Aber wie gesagt, der war reichlich jung, noch ohne reife Sporen. (Beide etwa 1,3cm Durchmesser und zumindest erserer deutlich halbkugelig.....und weil´s dazu gehört: Sporen 8-9x6,5µ)

Der dritte,der sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch anders aussieht unterscheidet sich eigentlich in allen Schlüsselmerkmalen nicht von den obigen beiden. (Wir haben ihn als nachzubestimmende Mycena galericulata mitgenommen *grins*-etwa 1,5-2cm Durchmesser mit helmförmigen Hut.)

Nach Moser bin ich ziemlich direkt zu einem P. godeyi gekommen und mir gefällt die Abbildung im Lange ausgesprochen gut. (Andreas nicht, da unser Fund eher weiß als grau war wie dort abgebildet.)
Was hältst du von dem, der ja nun leider in irgendeiner Synonymie verschwunden scheint?

Viele Grüße,

Tanja

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Re: weiße Dachpilze

Karl Keck ⌂, (vor 8514 Tagen) @ Werner2

Wie ich bereits schrieb: P. inquilinus ist von der Originalbeschreibung her
eine winzige Art (bis 1 cm breit) die auf Resten / Abfällen von Segge
(Carex)und Schilf (Phragmites)wächst und die extrem große rundliche
Huthautzellen besitzt, welche fast doppelt so groß werden können (sollen),
wie die von P. semibulbosus.

Hallo Dachpilzler,

Manfred Enderle beschreibt in Heft 1 der "Ulmer Pilzflora" (1986) zwei Kollektionen aus Auwäldern an der Donau. Einmal war der Hut 2 cm breit ("auf schwarzer Erde") und bei der anderen Kollektion (6 Frk) bis 3 cm ("zwischen Laubholzresten").
Enderle beschreibt in diesem Heft "18 in hiesigen Auwäldern gefundene Pluteus-Sippen detailliert".
Das Heft, das auch eine Übersetzung des Pluteus-Bestimmungsschlüssels von Vellinga & Schreurs (1985) enthält, ist übrigens noch erhältlich. Siehe:
http://karl.keck.bei.t-online.de/UPF.htm

Grüße, Karl

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Re: weiße Dachpilze

Werner2, (vor 8514 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,
die Größe der Huthautzellen wäre wieder absolut typisch für P. inquilinus.
Schade das mir diese Art (in dieser Form ??) bisher nicht begegnet ist. Ich habe vor vielen Jahren P. semibulbosus mit kleineren, rundlichen Huthautzellen gefunden und bisher an der Trennung festgehalten.
Das Enderle-Werk von 1986, welches Karl Keck erwähnt, war mir leider entfallen -man wird halt älter. Habe mir eben dort mal die Beschreibungen durchgelesen und die Mikrozeichnungen angeschaut. Auch dort werden 2 etwas größere Funde von P. inquilinus beschrieben, welche ebenfalls die größeren, rundlich-birnenförmigen Huthautzellen aufweisen.
Ich muss mal die nächsten Tage versuchen Manfred Meusers zu ereichen.
Er hielt (soweit ich mich erinnern kann) eigentlich immer an der Eigenständigkeit dieser beiden Arten fest.

P. godey sensu Moser ist - ich glaube von Vellinga und Schreurs - mit P. thomsonii synonymisiert worden.
P. thomsonii scheint wohl eine sehr große Variabilität zu besitzen. Ich kenne die Art (weder godey noch thomsonii )hier aus dem Rhein-Main-Gebiet nicht, habe sie aber schon in Baden-Würtemberg gesehen (frag jetzt nicht wo - vermutlich mal in Hornberg).

Gruss Werner2

Hallo Werner,

Die Hutzellen hatte ich gemessen: etwa 50-70x25µ. Selbstverständlich mal
etwas mehr,mal weniger, aber alles ungefähr in dem Bereich und vor allem
dieser Form.
Die Zellen stehen senkrecht ab - zumindest beim einen Pilz - was man gut
unter der Stereolupe sehen kann.
Der eine andere Pilz, den ich für einen jungen Fruchtkörper des obigen halte,
sieht aus/ist wie mit Velum bedeckt. Aber wie gesagt, der war reichlich
jung, noch ohne reife Sporen. (Beide etwa 1,3cm Durchmesser und zumindest
erserer deutlich halbkugelig.....und weil´s dazu gehört: Sporen 8-9x6,5µ)
Der dritte,der sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch anders aussieht
unterscheidet sich eigentlich in allen Schlüsselmerkmalen nicht von den
obigen beiden. (Wir haben ihn als nachzubestimmende Mycena galericulata
mitgenommen *grins*-etwa 1,5-2cm Durchmesser mit helmförmigen Hut.)
Nach Moser bin ich ziemlich direkt zu einem P. godeyi gekommen und mir
gefällt die Abbildung im Lange ausgesprochen gut. (Andreas nicht, da unser
Fund eher weiß als grau war wie dort abgebildet.)
Was hältst du von dem, der ja nun leider in irgendeiner Synonymie
verschwunden scheint?
Viele Grüße,
Tanja

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Re: weiße Dachpilze

Werner2, (vor 8514 Tagen) @ Karl Keck

Hallo Karl,
da hast Du mich mit deinem treffenden Hinweis wirklich überrascht.
Das Enderle-Werk von 1986 war mir irgendwie völlig entfallen und ich habe es eben mal herausgekramt und mir die Mikros angesehen.
Die Huthautzellen haben schon die typische Größe der Originalbeschreibung, wenn auch die Größe deutlich abweicht.
Ich habe die beiden Arten bisher (im Kopf) völlig getrennt, wobei ich
P. inquilinus im Sinne der Orignalbeschreibung von Romagnesi bisher nicht kenne, sondern nur P. semibulbosus sensu Orten.
Ich habe Tanja schon gemailt, dass ich versuchen werde, Manfred Meusers - der ja seinerzeit das unveröffentlichte und seltene "Superkompendium der Dachpilze" geschrieben hat - in den nächsten Tagen mal anzurufen.
Vielleicht sagt er mir mal was dazu und bringt mich auf den aktuellen Stand.
Gruss aus Frankfurt
Werner2

Hallo Dachpilzler,

Manfred Enderle beschreibt in Heft 1 der "Ulmer Pilzflora" (1986)
zwei Kollektionen aus Auwäldern an der Donau. Einmal war der Hut 2 cm
breit ("auf schwarzer Erde") und bei der anderen Kollektion (6
Frk) bis 3 cm ("zwischen Laubholzresten").
Enderle beschreibt in diesem Heft "18 in hiesigen Auwäldern gefundene
Pluteus-Sippen detailliert".
Das Heft, das auch eine Übersetzung des Pluteus-Bestimmungsschlüssels von
Vellinga & Schreurs (1985) enthält, ist übrigens noch erhältlich.
Siehe: http://karl.keck.bei.t-online.de/UPF.htm
Grüße, Karl