riesenbovist in der innenstadt - essbar?

maz, (vor 8484 Tagen)

hallo pilzkenner,
mit meinen bescheidenen mykologischen kenntnissen
habe ich im garten meiner eltern einen riesenbovisten
bestimmt, der seit einigen jahren, jedes jahr einen
wunderschönen (riesigen;-) fruchtkörper bildet.
der garten meiner eltern liegt nur leider mitten in
nürnberg und die fruchtkörper wachsen ca. 20m von
einer mittelbefahrenen strasse entfernt (duch eine hecke abgegrenzt).

kann man ihn verzehren ohne angst vor schwermetallen zu haben?
wie ist das generell mit pilzen an strassenrändern und in strassennähe?
gibt es indikatoren für belastete böden?
schon mal danke für eure antworten!
----->maz

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Re: riesenbovist in der innenstadt - essbar?

Wolfgang, (vor 8484 Tagen) @ maz

hallo pilzkenner,
mit meinen bescheidenen mykologischen kenntnissen
habe ich im garten meiner eltern einen riesenbovisten
bestimmt, der seit einigen jahren, jedes jahr einen
wunderschönen (riesigen;-) fruchtkörper bildet.
der garten meiner eltern liegt nur leider mitten in
nürnberg und die fruchtkörper wachsen ca. 20m von
einer mittelbefahrenen strasse entfernt (duch eine hecke abgegrenzt).
kann man ihn verzehren ohne angst vor schwermetallen zu haben?
wie ist das generell mit pilzen an strassenrändern und in strassennähe?
gibt es indikatoren für belastete böden?
schon mal danke für eure antworten!
----->maz

Hallo Maz,

wie immer, alles nur eine Frage der Dosis. Eine akute Schwermetallvergiftung wirst Du Dir niemals von einem Bovisten holen, und für eine langsame Akkumulation muß man ja regelmäßig belastete Nahrung zu sich nehmen.

Aber das tust Du ja auch, wenn Du das Gemüse isst, das links und rechts der Autobahn angebaut wird!

Da sich in Deutschland mittlerweile bleifreies Benzin durchgesetzt hat, wird sich die Schwermetallbelastung an Straßenrändern auch (langsam) abmildern.

Mein Vorschlag:
versuch' nicht, jede Woche gezielt an Straßenrändern eine Pilzmahlzeit zu ergattern, aber wenn sich ein solcher seltener Glücksfall ergibt, dann nimm die Gelegenheit war und mach' einen ganz besonderen Genuß daraus! Das ist wahrscheinlich letztendlich immer noch gesünder als ein Besuch an der nächsten Pommes-Bude.

Grüße,

Wolfgang

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Re: riesenbovist in der innenstadt - essbar?

Harry, (vor 8484 Tagen) @ maz

hallo pilzkenner,
mit meinen bescheidenen mykologischen kenntnissen
habe ich im garten meiner eltern einen riesenbovisten
bestimmt, der seit einigen jahren, jedes jahr einen
wunderschönen (riesigen;-) fruchtkörper bildet.
der garten meiner eltern liegt nur leider mitten in
nürnberg und die fruchtkörper wachsen ca. 20m von
einer mittelbefahrenen strasse entfernt (duch eine hecke abgegrenzt).
kann man ihn verzehren ohne angst vor schwermetallen zu haben?
wie ist das generell mit pilzen an strassenrändern und in strassennähe?
gibt es indikatoren für belastete böden?
schon mal danke für eure antworten!
----->maz

Hallo maz,

ich würde keine Pilze von den von dir beschriebenen Standorten in meinen Speisezettel aufnehmen. Es gibt immer noch zu viele benzin.- oder dieselbetriebene Fahrzeuge die allerhand Schadstoffen auf die Weg bzw. Strassenräder blasen.

Deine Neugierde bezüglich des Geschmackes von L. gigantea kann ich sicher verstehen, es entgeht dir aber nichts, der Eigengeschmack des Pilzes ist eher schwach. Mit viel Gewürz, paniert und in der Pfanne gebraten kann er enfernt an ein Schnitzel erinnern. Aber wirklich nur mit sehr viel Phantasie.

Gruß

Harry

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Re: riesenbovist in der innenstadt - essbar?

Huperzia ⌂, (vor 8483 Tagen) @ maz

hallo pilzkenner,
mit meinen bescheidenen mykologischen kenntnissen
habe ich im garten meiner eltern einen riesenbovisten
bestimmt, der seit einigen jahren, jedes jahr einen
wunderschönen (riesigen;-) fruchtkörper bildet.
der garten meiner eltern liegt nur leider mitten in
nürnberg und die fruchtkörper wachsen ca. 20m von
einer mittelbefahrenen strasse entfernt (duch eine hecke abgegrenzt).
kann man ihn verzehren ohne angst vor schwermetallen zu haben?
wie ist das generell mit pilzen an strassenrändern und in strassennähe?
gibt es indikatoren für belastete böden?
schon mal danke für eure antworten!
----->maz

Hallo maz,

wenn´s eine mittelbefahrene Straße ist und nicht grad eine Autobahn, die einen ohnehin schon den Apetit verdirbt, hätte ich keine Probleme, den Pilz zu probieren.
Ich nasch auch ab und an Pilze vom Straßenrand oder klaue dort Kirschen oder ähnliches - den Hauptteil der Nahrung macht es eben nicht aus.
Als Ausgleich kann man ja etwas mehr Biogemüse kaufen, was dann entsprechend weniger belastet ist ;-).

Viele Grüße,

Tanja

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Re: riesenbovist in der innenstadt - essbar?

Andreas ⌂, (vor 8483 Tagen) @ maz

[...]

kann man ihn verzehren ohne angst vor schwermetallen zu haben?

Ich würde ihn nicht essen, aber nur weil ich ihn nicht mag. Wegen der möglichen Schwermetallbelastung wär's mir nicht!

wie ist das generell mit pilzen an strassenrändern und in strassennähe?

Pilze an solchen Orten sind sicherlich höher belastet, wobei ich malirgendwo gelesen habe, dass die Hauptbelastung im Boden ab 1 Meter bis 10 Meter Entfernung am höchsten sei, weildie Schadstoffe eben erst aufgewirbelt werden und dadurch nicht DIREKT neben der Straße niedergehen.

gibt es indikatoren für belastete böden?

Nicht dass ich wüßte, wenn man mal von ein paar speziellen Pflanzenarten (Unterarten) absieht die auf bestimmten Halden wachsen. Jedenfalls istmir nichts für den "Hausgebrauch" bekannt.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: riesenbovist in der innenstadt - essbar?

Gerd-A, (vor 8480 Tagen) @ maz

Hallo Maz,

mit dem Thema "Schwermetallbelastung in Pilzen" habe ich mich vor Jahren mal beschäftigt und in einem Vortrag für unsere Ulmer Pilzfreunde zusammengestellt. In diesem Vortrag habe ich die damals verfügbare Literatur ausgewertet.

Soweit ich mich erinnere, kamen die besten Beiträge von Seeger/Würzburg (?) und Dietl (Ulm).

Danach wurde das Thema kaum mehr wissenschaftlich behandelt. Eigentlich vergleichbar mit "Radio-Nukleiden" in Pilzen. Das war vor Tschernobyl (wegen der oberirdischen Atomwaffenversuche; kein Thema für die Presse)und wenige Jahre nach Tschernobyl (wegen der Horror-Berichtserstattung der Presse) ein Thema.

Grund meiner Recherche bezüglich "Schwermetallen" war, dass das Gesundheitsministerium 2-mal vor regelmäßigem Genuß von Wildpilzen warnte. Diese Warnung wurde übrigens von der "Presse" (wie üblich !!!) nur verfälscht weitergegeben.

Interessant bei Schwermetallen ist (soweit ich mich erinnere) nur Cadmium. Da wurde nämlich von der Uni Saarbrücken erstmalig eine Anreicherung im Wiesenchampignon festgestellt. Dies hat sich allerdings als "Messfehler" herausgestellt, da hier "gelbes Plastikbesteck" verwendet wurde.
Pech, die "Gelbfärbung" wird durch Cadmium-Salze erzeugt.
---> Ängstliche sollten kein gelbes Plastik für Nahrung verwenden !!!

Die Nachprüfung durch andere Wissenschaftler ergab, dass der Wiesenchampignon
(gehört zu den Rötenden) nicht belastet ist; aber bei den "Gilbenden Champignons" hat man bis zu 500-fache Bodenkonzentration des Cadmiums festgestellt.

Ansonsten wurde noch über Quecksilber-/Blei-Belastung diskutiert. Doch da gibt es Nahrungsmittel, die erheblich stärker belasted sind als Pilze.
-- Und was die Belastung in Autobahnnähe angeht, die geht exponential zurück.
-- Übrigens, in Wohngebieten muss man mit höheren Cadmium-Belastungen (wegen der Heizungen) rechnen.
-- Und Raucher (dazu gehöre ich) nehmen erhebliche Mengen an Cadmium mit jeder Zigarette auf.
-- Cadmium ist ein Langzeitgift, dass bei regelmäßigem Genuss (0,350 mg/Tag) nach ca. 40 Jahren zu chronischen Schäden führt.

Und, um auf den Riesenbovisten zurück zu kommen. Da kann ich mich nicht erinnern, dass der besdonders belastet ist.

Viele Grüße Gerd

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Re: riesenbovist in der innenstadt - essbar?

42, (vor 8479 Tagen) @ Gerd-A

Soweit ich mich erinnere, kamen die besten Beiträge von Seeger/Würzburg (?)
und Dietl (Ulm).

Soweit ich mich erinnern kann, hat Prof. Dr. Ruth Seeger hat damals vor gilbenden Champignons eindringlichst gewarnt! Aufgrund der extrem hohen Belastung soll Sie sowas ähnliches gesagt haben wie: "Bevor ich nochmals einen der Gilbenden (Champignons) esse, esse ich lieber Kahle Kremplinge, Frühjahrslorcheln etc.".
Leider ist dieser Ausspruch nur ein Gedächtnisprotokoll meinerseits - ich habe keinen relevanten Literaturnachweis.

Gruss
Thomas

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Re: riesenbovist in der innenstadt - essbar?

Gerd-A, (vor 8479 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

Zitat:

Soweit ich mich erinnern kann, hat Prof. Dr. Ruth Seeger hat damals vor
gilbenden Champignons eindringlichst gewarnt! Aufgrund der extrem hohen
Belastung soll Sie sowas ähnliches gesagt haben wie: "Bevor ich
nochmals einen der Gilbenden (Champignons) esse, esse ich lieber Kahle
Kremplinge, Frühjahrslorcheln etc."

Ich habe von Prof. Seeger einige Artikel gelesen. Doch dieses "Zitat" stand da gewiss nicht drin. Besonders lesenswert: R. Seeger, Toxische Schwermetalle in Pilzen, Deutsche Apothekerzeitung, 122. Jahrg. Nr. 37, 16.09.82.

Übrigens, ich habe in meinen Aufzeichnungen doch noch etwas über den Riesenbovisten gefunden: Der mag Quecksilber (Hg) und befindet sich in guter Gesellschaft mit "Fisch, Steinpilz, gilbenden Champignons etc., die (nach Seeger) vergleichbare Belastungen aufweisen.

Grüße Gerd