schwefelporling an pflaume?

Mison, (vor 8474 Tagen)

hallo allerseits,

mitten in der verdorrenden norddeutschen tiefebene fand ich heute in vaters garten, unten an einer pflaume, einen jungen leuchtenden schwefelporling. nun wusste ich gar nicht, dass dieser mein spezieller freund (halte den schwefelporling für einen der schönsten) auch an obstbäumen gedeiht. aussehen, konsistenz und geruch waren aber eindeutig, höchstens war die unterseite etwas sehr hell zitronengelb; oben dafür schön orange. aber einen so jungen frk. hatte ich bisher auch noch nicht gefunden. hängt ja vielleicht auch mit dem wirt zusammen (?). kann es irgendeine verwechslung geben? leider kann ich euch kein foto präsentieren, aber hätte ich den pilz an einem eichenstamm gefunden, hätte ich gar nicht erst gefragt. meripilus giganteus scheidet definitiv aus. wenn ihr jetzt sagt: "schwefelporling an pflaume - aber klar!", bin ich auch ruhig.
gruß, simon

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Re: schwefelporling an pflaume?

Gerd-A, (vor 8474 Tagen) @ Mison

hallo Simon,

das schau Dir mal folgenden Link an:

Viele Grüße in den Norden
Gerd

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Re: schwefelporling an pflaume?

Gerd-A, (vor 8474 Tagen) @ Mison

Hallo Simon,
Zitat: "schwefelporling an pflaume - aber klar!", bin ich auch ruhig.
----
Ob Du beruhigt sein kannst ?

Die Art erzeugt eine nicht sehr intensive Braunfäule im Kernholz, anfangs als Wund und Schwächeparasit (Saproparasit) an lebenden, geschwächten Bäumen und lebt nach deren Absterben oder Fällen agressiv als Saprobiont am Stumpf und im Stamm weiter. Bei Funden an Stümpfen kann davon ausgegangen werden, daß sich der Pilz bereits im noch lebenden Baum etabliert hatte, da Schwächeparasiten totes Holz in der Regel nicht infizieren können.

Grüße Gerd

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Re: schwefelporling an pflaume?

Birgit, (vor 8474 Tagen) @ Gerd-A

Hallo Gerd,

Zitat: "schwefelporling an pflaume - aber klar!", bin ich auch
ruhig.
----
Ob Du beruhigt sein kannst ?

ich glaub, du denkst nicht weit genug ;-). Hier gehts wohl um die Frage ob essbar oder nicht ;-), junge Schwefelporlinge sollen sehr schmackhaft sein und mit unserem Riesenporlingsessen ist Simon wohl auf den Geschmack gekommen ;-).
Soweit ich mich erinnern kann gibts Schwefelporlinge auch oft an Obstbäumen (selber aber leider noch nicht gefunden), dieses Frühjahr (?) gabs da mal ne Diskussion dazu, such mal im Archiv nach, Simon.

Wegen der Lauge, solltest du gerade keine Kalilauge zur Hand haben Simon, dann tuts auch richtige Seifenlauge (nicht so ne pH-neutrale Waschemulsion oder so ne Seife mit "Feuchtigkeitscreme" ;-)) für die Farbreaktion, um den zimtfarbenen Weichporling (potentiell tödlich giftig!) auszuschließen.

Die Art erzeugt eine nicht sehr intensive Braunfäule im Kernholz, anfangs als
Wund und Schwächeparasit (Saproparasit) an lebenden, geschwächten Bäumen
und lebt nach deren Absterben oder Fällen agressiv als Saprobiont am
Stumpf und im Stamm weiter. Bei Funden an Stümpfen kann davon ausgegangen
werden, daß sich der Pilz bereits im noch lebenden Baum etabliert hatte,
da Schwächeparasiten totes Holz in der Regel nicht infizieren können.

Die Pflaume wird wohl nicht mehr lange leben, das ist wohl die schlechte Nachricht.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: schwefelporling an pflaume?

Gerd-A, (vor 8474 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

viele Kommentare, auf die ich hier antworte:

Zitat: Hier gehts wohl um die Frage ob essbar oder nicht
---> Dazu kann ich nichts sagen. Noch nie gegessen
---> Fragen wir doch Josef beim nächsten Stammtisch. Der hat schon alles gegessen, was nicht sofort zum Tode führt !!!

Zitat: Soweit ich mich erinnern kann gibts Schwefelporlinge auch oft an Obstbäumen
---> Sagte ich doch, und die meisten Kartierungsfunde (laut German J. Krieglsteiner)kommen von Obstbäumen und Weide.
---> Und nicht nur in PilzePilze, auch in anderen Foren war der Schwefelporling schon mehrfach Thema der Begierde
---> Bringe Dir beim Stammtisch einen Artikel (unveröffentlich) von mir mit, in dem Du eine Menge über den Schwefelporling (sorry, außer Speisewert) nachlesen kannst.

Thema: Seife als Laugenersatz
---> Interessant, das mit der Seifenlauge. Doch leider gibt' bei mir zwar KOH zum Aufweichen von Exikkaten, aber keine Schmier- oder Kernseife (zu deren Herstellung auch Kali- bzw. Natronlauge benötigt wird).
---> Und wenn man den zimtfarbenen Weichporling mal gesehen hat, dann erkennt man den auch ohne Laugenreaktion wieder

Zitat: Die Pflaume wird wohl nicht mehr lange leben, das ist wohl die schlechte Nachricht.
---> Ganz so pessimistisch (die gute Nachricht !)darf man das nicht sehen. Denn am noch lebendem Holz ist der Schwefelporling nur ein schwacher Braunfäule-Erzeuger, der nur Kernholz abbaut. Und der Baum wird dadurch im Dickenwachstum kaum gestört und kann auch nach einer Infektion noch Jahrzehnte weiterwachsen. Richtig agressiv wird der Schwefelporling erst nach Fällen des Baumes. Also, ein Fruchkörper bedeutet noch nicht unbedingt "Alarmstufe hoch"
---> Das eigentliche Problem beim noch lebendem Baum ist, dass er mit der Zeit bei entsprechender Schädigung durch einen Sturm umgelegt wird (wegen der fehlenden Statik/Kernverholzung).

---> Und (die schlechte Nachricht !), üppige Fruchtkörper werden oft erst gebildet, wenn der Baum schon deutlich (von außen nicht unbedingt sichtbar) geschädigt ist; oft setzt die Fruchtkörperbildung erst so richtig ein, wenn der Baum schon gefällt ist.

---> Und eine weitere schlechte Nachricht: Sanierungsmaßnahmen kann man vergessen.
---> So spielt das Leben (gefressen und gefressen werden): Wir futtern den Pilz, der Pilz futtert den Baum (es geht also ziemlich gerecht zu)

Liebe Grüße

Gerd

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Re: schwefelporling an pflaume?

Mison, (vor 8473 Tagen) @ Gerd-A

hallo gerd, hallo birgit,

und vielen dank für eure ausführlichen antworten. erst einmal muss ich dir widersprechen, birgit, bevor ich gänzlich und ausschließlich zu dem pilz-allesfresser gestempelt werde, zu dem ich mich selbst schon erklärt habe (wie komm ich da bloß wieder raus?) ;-))
außerdem haben gabi und ich den schwefelporling bereits im letzten jahr erfolgreich kulinarisch verwertet, womit unser wunderbares giganteus-mahl nicht der präzedenzfall meiner porlingsgier wäre ...
nein, ich wollte lediglich wissen, ob die pflaume als opfer überhaupt in frage kommt. frage ist hinreichend beantwortet, das habe ich mit der jury besprochen, es gibt also die volle punktzahl - ta-daaah! :-))
noch eine frage zum hapalopilus rutilans, den hab ich nämlich noch nicht bewusst vor augen oder in händen gehabt: ist der so veränderlich - und vor allem so weich - dass man ihn mit laetiporus sulphureus verwechseln könnte?
schönen gruß,
simon

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Re: schwefelporling an pflaume?

Piwo, (vor 8473 Tagen) @ Mison

hallo gerd, hallo birgit,
und vielen dank für eure ausführlichen antworten. erst einmal muss ich dir
widersprechen, birgit, bevor ich gänzlich und ausschließlich zu dem
pilz-allesfresser gestempelt werde, zu dem ich mich selbst schon erklärt
habe (wie komm ich da bloß wieder raus?) ;-))
außerdem haben gabi und ich den schwefelporling bereits im letzten jahr
erfolgreich kulinarisch verwertet, womit unser wunderbares giganteus-mahl
nicht der präzedenzfall meiner porlingsgier wäre ...
nein, ich wollte lediglich wissen, ob die pflaume als opfer überhaupt in
frage kommt. frage ist hinreichend beantwortet, das habe ich mit der jury
besprochen, es gibt also die volle punktzahl - ta-daaah! :-))
noch eine frage zum hapalopilus rutilans, den hab ich nämlich noch nicht
bewusst vor augen oder in händen gehabt: ist der so veränderlich - und vor
allem so weich - dass man ihn mit laetiporus sulphureus verwechseln
könnte?
schönen gruß,
simon

Hallo Simon,

der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans) ist wie der Name schon sagt zimtfarben. Wenn du zimtfarben von schwefelgelb unterscheiden kannst, dürfte es keine Probleme geben. Die farbliche Varianz von Hapalopilus rutilans ist nach meinen Erfahrungen nicht sehr groß. Er ist auch eher weicher als der Schwefelporling.

Gruß Piwo

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Re: schwefelporling an pflaume?

Rene, (vor 8473 Tagen) @ Mison

schwefelporling für einen der schönsten) auch an obstbäumen gedeiht.
aussehen, konsistenz und geruch waren aber eindeutig, höchstens war die
unterseite etwas sehr hell zitronengelb; oben dafür schön orange.

Der Schwefelporling Laetiporus sulphureus befällt nicht nur die Eiche sondern auch gerne verschiedene Obstbäume (schon gesehen an Apfel- und Birnbaum). Hier ein Link zu einem Schwefelporling welcher an einem Apfelbaum wächst. http://www.mykonet.ch/images/Laetiporus.htm
(sorry für den Link, bin mit dem Einbinden von Bildern noch nicht so vertraut)

Gruss Rene

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Re: Zimtfarbener Weichporling

Gerd-A, (vor 8473 Tagen) @ Mison

Hallo Simon,

auf den wichtigsten Merkmalsunterschied (Farbe der Fruchtkörper) zwischen Schwefelporling und Hapalopilus rutilans (Synonym = nidulans) ist Piwo bereits eingegangen. Dem brauch nichts hinzugefügt zu werden.

Außer ein paar Links, damit Du Dir die in der Tat ziemlich konstante Farbe anschauen kannst:

-- Harry hat die Farbe hervorragend getroffen. Schaffe es leider nicht das bild direkt aufrurufen. Deshalb der Link zu den Aphollyporales:

-- Auch Kazuya bietet ein tolles Bild:
Beitrag 52991

-- Und dann noch Karl, der muss sich auch nicht verstecken:

---------
Erstaunt bin ich, dass die beiden Arten schon verwechselt wurden. Vergleiche einen Link, auf den Karl in diesem Forum schon hingewiesen hat:

Viele Grüße Gerd

PS: H. rutilans (soll übrigens auch schon an Apfelbäumen gesichtet worden sein) bildet deutlich kleinere Fruchkörper aus als der Schwefelporling

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"... Allen unsern Dank!"

Mison, (vor 8472 Tagen) @ Rene

(aus der Rede des Claudius in Hamlet).
Ja, vielen Dank also Euch allen für die guten Hinweise und Links. Den Zimtfarbenen kann man also getrost und völlig ausschließen und beiseite legen (oder heißt es jetzt etwa auch "bei Seite legen"? ;-) ).
Lieben Gruß,
Simon

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Re: schwefelporling an pflaume?

Karl Keck ⌂, (vor 8472 Tagen) @ Mison

"schwefelporling an pflaume - aber klar!", bin ich auch ruhig.

Hallo Simon und Gabi,

ich kenne den Schwefelporling auch an Birne und Kirsche. Warum also dann nicht auch an Pflaume? Ist ja auch eine Rosacee.
Viele Grüße in den Norden
Karl