Wie macht man ein Exiskkat?

Rene, (vor 8450 Tagen)

hallo zusammen
Eine Sache ist mir noch so nicht klar. Wie macht man von einem (vielleicht besonderen Fund) eigentlich ein gutes Exsikkat bei welchem alle Merkmale auch nach Jahren noch nachweisbar sind und die Mermkale nicht durch die Schrumpfung durch den Wasserverlust beinflusst werden? Könnt Ihr mir da weiterhelfen?

Gruss René

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Re: Wie macht man ein Exiskkat?

Andreas ⌂, (vor 8450 Tagen) @ Rene

hallo zusammen
Eine Sache ist mir noch so nicht klar. Wie macht man von einem (vielleicht
besonderen Fund) eigentlich ein gutes Exsikkat bei welchem alle Merkmale
auch nach Jahren noch nachweisbar sind und die Mermkale nicht durch die
Schrumpfung durch den Wasserverlust beinflusst werden? Könnt Ihr mir da
weiterhelfen?
Gruss René

Hallo René,

eigentlich ist das mit dem Exsikkat ganz einfach ;-)

Man trocknet die Pilze einfach, wobei eine zügige Trocknung am besten ist. Denn wenn die Pilze zu lange brauchen, dann könnten in der Zeit manche Strukturen kollabieren, außerdem fangen die Pilze an zu schimmeln (auch wenn man das mit bloßem Auge vielleicht noch nicht erkennt). Verbrennen dürfen sie dagegen auch nicht, sonst sind auch wichtige Strukturen zerstört. Daher haben die Mykologen die Exsikkate machen - und auch viele Pilzler die "nur" Wintervorräte anlegen :-) - ein Trockengerät für Obst/Gemüse, das sich auch gut für Pilze eignet (zumindest wenn es temperaturregelbar ist). Ich habe auch schon selbergebastelte "Trockengestelle" gesehen, die aus Maschendraht gebaut wurden und als Heizung eine Glühbirne verwenden. Vor allem bei kleinen Fruchtkörpern (Helmlinge oder sowas) empfiehlt sich das, denn die müssen mit wesentlich weniger Hitze getrocknet werden als z.B. ein fetter Röhrling. So kleine Pilze trockne ich allerdings durch einfaches liegenlassen in der Wohnung, das geht auch. Tanja trocknet ihre Pilze meist auf der Lüftungsöffnung ihres Computermonitors. Möglich ist alles, es sollte eben nur schnell und mit nicht zuviel Hitze dabei gehen.
Am besten ist es, wenn man eine Kollektion mit jungen und alten Fruchtkörpern hat. Ich halbiere die meisten Fruchtkörper, weil sie dann besser trocknen und weil ich die Nachuntersuchung an halben Fruchtkörpern einfacher finde als an ganzen. Für ein Exsikkat sollten möglichst komplette Pilze gesammelt werden, also mit Stielbasis etc., nur oberflächlich gereinigt und keinesfalls "küchenfertig" geputzt, womöglich gar ohne Lamellen/Röhren.
Wenn die Pilze trocken sind (rascheltrocken und hart), dann werden sie entweder in Papierumschlägen aufbewahrt oder in Kunststoff-Druckverschlußbeuteln (letztere sind mir lieber). Ein Etikett irgendwelcher Art mit Fundort und -datum gehört natürlich auch noch dazu, Notizen über Merkmale des Frischpilzes sind auch wertvoll (Geruch, Farbe o.ä.) oder gar ein Foto.

Wenn Du noch spezielle Fragen hast, melde Dich gerne nochmal!

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Wie macht man ein Exiskkat?

Jürgen, (vor 8449 Tagen) @ Andreas

Hallo Tanja & Andreas,

"Tanja trocknet ihre Pilze meist auf der Lüftungsöffnung ihres Computermonitors"

Wenn ich da an das Gekrümel unter meinem Gitterrost denke: Empfehlt ihr diese unkonventionelle Methode vorbehaltlos zur Nachahmung???

Übrigens eignet sich die "Glühbirnen-Methode" durchaus auch für fette Röhrlinge, das kann aber - wenn nicht dünn genug geschnitten, 24 h dauern...

Viele Grüße, Jürgen

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Re: Wie macht man ein Exiskkat?

Gerd-A, (vor 8449 Tagen) @ Andreas

Hallo zusammen,

den Ausführungen von Andreas ist kaum was zuzufügen.

Außer:
- Auch in Druckverschluss-Beutel (die ich auch bevorzuge) muss(abhängig von der Lagerung) nach einigen Jahren nachgetrocknet werden.
- Und, ich fülle die vom Trocknen noch warme Fruchtkörper in die Tüte, strecke einen Trinkhalm rein, drücke den Verschluss zusammen, sauge die Luft ab, und dann (nach Herausziehen des Halmes) verschließe ich den Beutel endgültig.
===> Ob das was bringt, weiß ich nicht.

Grüße Gerd

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Re: Wie macht man ein Exiskkat?

Rene, (vor 8449 Tagen) @ Andreas

Hallo René,
Man trocknet die Pilze einfach, wobei eine zügige Trocknung am besten ist.

Hallo Andreas

Besten Dank für deine ausführliche Antwort. Das mit dem Trocknen war mir schon klar. Das dabei die makroskopischen Eigenschaften massiv verändert werden ist mir auch klar. Habe aber noch nie vertrocknete Sporen, Basidien, Hyphen etc. unter dem Mikroskop untersucht. Wie steht es mit den mikroskopischen Merkmalen. Bleiben die den bei diesen "Dörrlingen" soweit erhalten das sie noch zu erkennen und mit der Literatur (von Frischpilzen) vergleichbar sind? Oder beschreitet man gar den Weg das man vertrocknete Pilze mit vertrockneten Exiskkaten vergleicht?

Gruss René

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Sporenmessung vom Exiskkat?

Gerd-A, (vor 8448 Tagen) @ Rene

Hallo René,

(1) Die Angaben in der Literatur beziehen sich auf ausgereifte Sporen, ohne Berücksichtigung evtl. vorhandener Skulpturen.
(2) Natürlich, die Spore wird durch das Trocknen schrumpfen. Aber, nach dem Quellen in Flüssigkeit erneut +- zur alter Form und Größe aufquellen.

(2) Beim Messen von Sporen (aus der Lamelle der Blätterpilze) von Exikkaten tendieren die Ergebnisse der Sporenmessung allerdings zu kleineren Werten, da hier auch nicht ausgereifte Sporen enthalten sind.
(3) Um sicher zu stellen, dass nur ausgereifte Sporen vermessen werden, gibt es zwei Möglichkeiten: Abwurfpräparat benutzen oder beim Exikat Sporen vom Stiel (Cortina, Ring, Ringreste) oder bei büschelig/dachzieglig übereinander wachsenden Pilzen vom Hut untersuchen.
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Eine ganz andere Frage ist wohl nicht so klar und einheitlich definiert (normiert): Wie notiere ich das Ergebnis der Sporenmessung?
- Gemessene Min-, Mittel-, Max-Werte (evtl.Extremspore am unteren und oberen Ende ignorieren)
versus
- Mittelwert und 95%-Populationsgrenze (bei angenommener Normalverteilung)
--> Benutzt Breitenbach und hat das in seinem Band 3 definiert und erklärt

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Zwei Artikel zum Thema fallen mir spontan ein:
- G. Groß: (1976), Messen von Pilzsporen, Zeitschrift für Pilzkunde, Heft B
- Der schon zitierte "Breitenbach"

Insbesondere der "Groß"-Artikel ist kurz, leicht verständlich und weist auch auf "Klippen" (Sporenmessung, wenn Sporen bei einer Art von 2- und 4-sporigen Basidien stammen) hin. Die in Bestimmungsbüchern angegebenen Sporenmaße interpretiert er als Streubereich von "Mittelwerten", also etwas völlig anderes als die eigene Messung "Min-, Mittel-, Max-Wert.
---> Will man also die eigene Messung mit den Angaben im Bestimmungsschlüssel vergleichen, so ist Alles ok, wenn der eigene Mittelwert zwischen den angegebenen Min- und Max-werten liegt.

Viele Grüße
Gerd