Viele kleine Pilze - Helmlinge (Mycena), v. Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8425 Tagen)

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1) Wie sicher ersichtlich, führe ich die Helmlinge in alphabetischer Reihenfolge auf. Da ich in den letzten Tagen noch zusätzliche Helmlingsarten nachweisen konnte, werden diese am letzten Beitrag angehängt.

2) Die Arten

Ein nicht ganz so häufiger Helmling ist der Farnhelmling (Mycena pterigena). Zudem zählt diese Art zu den kleinen Helmlingsarten, die ohnehin leicht zu übersehen sind. Und wer sucht schon in Farnbeständen nach Helmlingen, geschweige denn nach Becherlingen? Das können nicht nur die Experten, sondern auch Pilzinteressierte, die nicht ganz soviel Wissen über die Pilzflora haben und trotzdem immer etwas Neues entdecken wollen. Dazu eignet sich der Farnhelmling am Besten. In seinen Merkmalen (Hut < 10 mm) mit dem relativ kleinen, rosafarbenen Hut und den dunkelrosa bis rosaroten Lamellenschneiden kann die Art am Standort nicht verwechselt werden. Sie ist wahrscheinlich häufiger als angenommen und erscheint von August bis November.
Farnhelmling - MYCENA PTERIGENA
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Farnhelmling (makro, ca. 6 - fach) - LAMELLENSCHNEIDEN
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Der Rettich-Helmling (Mycena pura) ist wahrscheinlich einer der bekanntesten Helmlinge, ist er doch sogar in den kleinsten Pilzbüchern aufzufinden. Hierbei handelt es sich um einen giftigen Helmling, der aber relativ geringe Mengen an Muscarin, einem Nervengift, enthält und somit nicht tödlich wirken kann. Der Hut des eher mittelgroßen Helmlings wird bis 40 (50) mm breit und ist im feuchten Zustand schön violett bis braunviolett gefärbt. Da der Hut hygrophan ist, blasst er im trocknen Zustand in ein helles lilabraun aus. Der Rand ist deutlich gerieft und meist heller. Die Lamellen sind schmal bis gerade angewachsen und hellviolett bis weißlich. Der zylindrische bis etwas keulige Stiel wird kaum mehr als 50 mm lang und ist auf ganzer Länge fast einheitlich violett gefärbt (gegen die Basis oft hellviolett bis weiß). Auffallend ist der namensgebende Geruch (rettichartig), der an frischen Fruchtkörpern eindeutig zu erkennen ist.
Rettichhelmling - MYCENA PURA
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Ich erinnere mich, die folgende Art mit Mycena vulgaris (deutscher Name fällt mir jetzt nicht ein, wird im folgenden Beitrag aber geklärt) verwechselt zu haben: der Schleimstiel-Helmling (Mycena rorida). Eigentlich ist diese Art unverwechselbar, aber ich war halt unerfahren, wie es immer so ist, wenn man anfängt, sich mit einer Gattung (Mycena) auseinanderzusetzen. Der Hut des kleinen Helmlings wird kaum mehr als 20 mm breit und ist blassbräunlich bis fast weißlich gefärbt, vor allem gegen den Rand (im Vergleich zur eher dunklen Mitte). Der Rand ist auffallend nach unten gebogen, gekerbt und durchscheinend bis fast zur Mitte gerieft. Die Lamellen sind weiß und laufen etwas am Stiel herab. Der zylindrische Stiel gibt das wichtigste Merkmal preis: Er ist von einer recht dicken Schleimschicht überzogen, die sich sogar ohne Lupe deutlich vom hellgrauen Stiel abhebt (siehe Foto), da die Schicht selbst hyalin ist. Die Art ist meines Wissens an den typischen Standorten (Brennnessel- und Brombeerbestände) recht schnell aufzufinden. Sie erscheint ab Juli, ist meist aber erst ab September zu finden.
Schleimstiel-Helmling - MYCENA RORIDA
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3) Worterläuterungen

pterigena = von Pteridium aquilinum (Adlerfarn), einer bis zu 2 m hoch werdenden Farnart. Mit "pteriGENA" wird die Vorliebe für dieses Substrat hervorgehoben. Der Farnhelmling kann aber auch an Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) gefunden werden).

Lamellenschneiden = Schneide einer Lamelle, also praktisch die Kante, vergleichbar mit einer Messerschneide. Auf der Schneide befinden sich bei vielen Lamellenpilzen mikroskopisch wichtige Elemente (Cheilozystiden). Besonders bei den Helmlingen kann sie eine andere (meist dunklere) Farbe aufweisen als die Fläche.

4) Schluss

Bis zu einer weiteren Folge...

Beste Grüße,
Kazuya

Eintrag gesperrt

Re: Viele kleine Pilze - Helmlinge (Mycena), v. Ka

Hellmut, (vor 8424 Tagen) @ Notizbrettbildservice


1) Wie sicher ersichtlich, führe ich die Helmlinge in alphabetischer
Reihenfolge auf. Da ich in den letzten Tagen noch zusätzliche
Helmlingsarten nachweisen konnte, werden diese am letzten Beitrag
angehängt.
2) Die Arten
Ein nicht ganz so häufiger Helmling ist der Farnhelmling (Mycena pterigena).
Zudem zählt diese Art zu den kleinen Helmlingsarten, die ohnehin leicht zu
übersehen sind. Und wer sucht schon in Farnbeständen nach Helmlingen,
geschweige denn nach Becherlingen? Das können nicht nur die Experten,
sondern auch Pilzinteressierte, die nicht ganz soviel Wissen über die
Pilzflora haben und trotzdem immer etwas Neues entdecken wollen. Dazu
eignet sich der Farnhelmling am Besten. In seinen Merkmalen (Hut
Farnhelmling (makro, ca. 6 - fach) - LAMELLENSCHNEIDEN

Der Rettich-Helmling (Mycena pura) ist wahrscheinlich einer der bekanntesten
Helmlinge, ist er doch sogar in den kleinsten Pilzbüchern aufzufinden.
Hierbei handelt es sich um einen giftigen Helmling, der aber relativ
geringe Mengen an Muscarin, einem Nervengift, enthält und somit nicht
tödlich wirken kann. Der Hut des eher mittelgroßen Helmlings wird bis 40
(50) mm breit und ist im feuchten Zustand schön violett bis braunviolett
gefärbt. Da der Hut hygrophan ist, blasst er im trocknen Zustand in ein
helles lilabraun aus. Der Rand ist deutlich gerieft und meist heller. Die
Lamellen sind schmal bis gerade angewachsen und hellviolett bis weißlich.
Der zylindrische bis etwas keulige Stiel wird kaum mehr als 50 mm lang und
ist auf ganzer Länge fast einheitlich violett gefärbt (gegen die Basis oft
hellviolett bis weiß). Auffallend ist der namensgebende Geruch
(rettichartig), der an frischen Fruchtkörpern eindeutig zu erkennen ist.
Rettichhelmling - MYCENA PURA

Ich erinnere mich, die folgende Art mit Mycena vulgaris (deutscher Name fällt
mir jetzt nicht ein, wird im folgenden Beitrag aber geklärt) verwechselt
zu haben: der Schleimstiel-Helmling (Mycena rorida). Eigentlich ist diese
Art unverwechselbar, aber ich war halt unerfahren, wie es immer so ist,
wenn man anfängt, sich mit einer Gattung (Mycena) auseinanderzusetzen. Der
Hut des kleinen Helmlings wird kaum mehr als 20 mm breit und ist
blassbräunlich bis fast weißlich gefärbt, vor allem gegen den Rand (im
Vergleich zur eher dunklen Mitte). Der Rand ist auffallend nach unten
gebogen, gekerbt und durchscheinend bis fast zur Mitte gerieft. Die
Lamellen sind weiß und laufen etwas am Stiel herab. Der zylindrische Stiel
gibt das wichtigste Merkmal preis: Er ist von einer recht dicken
Schleimschicht überzogen, die sich sogar ohne Lupe deutlich vom hellgrauen
Stiel abhebt (siehe Foto), da die Schicht selbst hyalin ist. Die Art ist
meines Wissens an den typischen Standorten (Brennnessel- und
Brombeerbestände) recht schnell aufzufinden. Sie erscheint ab Juli, ist
meist aber erst ab September zu finden.
Schleimstiel-Helmling - MYCENA RORIDA

3) Worterläuterungen
pterigena = von Pteridium aquilinum (Adlerfarn), einer bis zu 2 m hoch
werdenden Farnart. Mit "pteriGENA" wird die Vorliebe für dieses
Substrat hervorgehoben. Der Farnhelmling kann aber auch an Wurmfarn
(Dryopteris filix-mas) gefunden werden).
Lamellenschneiden = Schneide einer Lamelle, also praktisch die Kante,
vergleichbar mit einer Messerschneide. Auf der Schneide befinden sich bei
vielen Lamellenpilzen mikroskopisch wichtige Elemente (Cheilozystiden).
Besonders bei den Helmlingen kann sie eine andere (meist dunklere) Farbe
aufweisen als die Fläche.
4) Schluss
Bis zu einer weiteren Folge...
Beste Grüße,
Kazuya

Hallo Kazuya,

immer wieder ein Vergnügen Deine Abhandlungen zu verfolgen.

Herzliche Grüße Hellmut

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Frage an Georg:

Thomas Pruß, (vor 8424 Tagen) @ Notizbrettbildservice

es wäre recht hilfreich, wenn du Kazuyas Berichte in deiner Homepage unter Pilzgeschichten ablegen könntest, da die Bilder bei Joachims Notizbrett ja irgendwann mal gelöscht werden. So hätte man ein sehr gutes Online-Nachschlagewerk, gerade, wenn es umn die weniger bekannten Arten geht.
Grüsslis
Thomas

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Stimmt

Georg, (vor 8424 Tagen) @ Thomas Pruß

es wäre recht hilfreich, wenn du Kazuyas Berichte in deiner Homepage unter
Pilzgeschichten ablegen könntest, da die Bilder bei Joachims Notizbrett ja
irgendwann mal gelöscht werden. So hätte man ein sehr gutes
Online-Nachschlagewerk, gerade, wenn es umn die weniger bekannten Arten
geht.

Die Idee hatte ich auch schon. Ich werde einen speziellen Bereich dafür
einrichten. Eventuell auch mit eigenem Speicherplatz, damit Leute ihre
eigenen Bilder auf den PilzePilzeServer hochladen und einbinden können.
Kommt demnächst.

Georg

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Re: Stimmt

Kazuya, (vor 8423 Tagen) @ Georg

hallo,

ich habe auch schon dran gedacht, derartige Beiträge in eine spezielle Ecke zu stellen, damit sie nicht so schnell verschwinden.

Wenns recht ist, kann ich diese Art von Beiträge speziell für diese Abteilung schreiben. Aber sicher wollen das auch andere, da müsste man dann irgendwann noch klären.

Ich finde die Idee super,

Gruß,
Kazuya