Risiken der Waldbegehung?

Manfred Kurt, (vor 8424 Tagen)

Hallo zusammen,

ich habe heute ein wenig Zeit gehabt in den Umfragen des Forums zu schmökern und dabei bin ich auf die Frage gestoßen "Seid ihr schon einmal im Wald angegriffen worden?".

Das würde mich nun wirklich brennend interessieren, denn ich bin oftmals in den frühen Morgenstunden unterwegs und ich habe mich schon oft gefragt, was denn passieren würde, wenn jetzt eine Wildsau um die Ecke biegt! Gibt es da irgenwelche Erfahrungsberichte von eurer Seite? Auf den Baum klettern, rennen wir Hölle oder einfach laut singen???

Außerdem hatte ich letztes Jahr einmal den Eindruck, dass mir jemand im Wald "nachgeht". Da ist es mir dann doch mulmig geworden und ich habe mich "abgesetzt". Hat hier schonmal jemand mit dem Bauer oder dem Förster Probleme gehabt? Soweit ich weiß haben die doch kein Recht dem Pilzjäger das Leben zu versauern?

Also, bitte um Info – aber nicht zu schaurig, sonst muss ich vor dem nächsten Pilzgang noch ein paar Doppelkorn trinken. ;-))))))))

Grüsse
Manfred

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Kein Wild weit und breit

jack.x, (vor 8424 Tagen) @ Manfred Kurt

Hi Manfred,
der 'normale' Mensch macht im Wald so einen Höllen Lärm, dass er schon auf hunderte von Metern von Wildtieren wahrgenommen wird.
Diese sind bekanntlich nicht sonderlich an Begegnungen mit dem Menschen interessiert und ziehen es vor auszuweichen.
Du wirst bestätigen, dass nahe Begegnungen mit Wildtieren praktisch nicht vorkommen. Ich bin, als Sohn eines Jägers, im Wald durchaus leise und auch auf der Suche nach Wildtieren. In vielen Waldspaziergängen, auch durchs Dickicht, habe ich bisher aber nur 2 mal Wildsäue und einiges Rotwild aus sicherer Entfernung gesehen. Die Wildsäue waren immer flüchtig, also von anderen bereits aufgeschreckt. In der Hektik rennen sie dann einfach los und vieleicht auch mal in deine Richtung. In diesem Fall musst du dich nur durch Schreien und durch Bewegungen bemerkbar machen und sie werden abdrehen. Im übrigen sind die Säue nachtaktiv und schlafen für gewöhnlich in unzugänglichen Schonungen. Wenn du tagsüber eine siehst ist sie immer auf der Flucht, hat also bereits andere Sorgen.
Die dichteste Begegnung hatte ich mal mit einer Hirschkuh auf ca. 10 Meter. Die stand von mir abgewendet in einer Baumreihe und muß etwas an den Ohren gehabt haben. Ich habe sie mir einen Weile angesehen und dann mit 'Hey du' angesprochen. Sie war so perplex, dass ich so dicht hinter ihr stand, dass es einen Moment dauerte, bis sie die Situation erfasste und dann im Galopp flüchtete.
Fuchs, Dachs, Waschbären, Luchs und Wildkatzen sind ebenfalls alle nachtaktiv und letzere auch sehr selten. Die sieht man praktisch nie zur Tagzeit.
Wenn du trotzdem einmal Wildtiere in freier Wildbahn sehen möchtest, mußt du stundenlang, bewegungslos auf einem Hochsitz sitzen und hoffen, dass sie dich nicht riechen. Besonders in hellen Vollmondnächten ist das dann allerdings ein Genuß, wenn z.B. eine Rotte von 20-30 Sauen wie einen Rockerbande über ein Maisfeld herfallen.
Gruß Jack.X

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Re: Risiken der Waldbegehung?

Thomas Pruß, (vor 8424 Tagen) @ Manfred Kurt

Moin Manfred,
Jack hat vollkommen Recht: Wildschweine fürchten sich vor nix. Außer vor Asterix und Obelix und anderen Menschen. Ganz, ganz selten mag es mal vorkommen, dass eine führende Bache (also eine mit Jungen) enen Angriff auf den Waldwanderer startet. Aber dann muss er schon irgendwie zwischen Bache und Frischlinge geraten sein. Dann hilt es, viel Krach zu machen und mit den Armen zu rudern, was einen größer macht in den Augen des Schweins. Ansonsten solltest du Fersengeld geben. Ein Wildschwein wird in der Regel aber den Angriff abbrechen und es bei Drohungen belassen, wobei es gar fürchterlich mit dem Maul klappt und grunzt. Denn ein eine ersnthafte Attacke könnte es selbst in Gefahr bringen. Die Gefahr eines Wildschweinangriffs geht eigentlich von der schieren Masse des Schweins aus. Die Tiere versuchen, einen umzurennen, und wenn so eine 100-Kilo-Bache mit dir kollidiert, tut das ganz schön weh
Aber wie gesagt: Du kannst im Wald noch so leise sein, das Wild wird dich immer zuerst hören oder sehen und ausweichen.
Was unangenehme Begegnungen mit anderen Zeitgenossen angeht, kann ich gottseidank nicht mitreden. Agressive Förster habe ich noch nicht erlebt (was daran liegen mag, dass ich meist jägermäßig gekleidet durch den Wald stiefele, allerdings ohne Waffe – noch!) und andere Leute waren immer neu- und wissbegierig, was ich da wohl so treibe – vor allem, wenn man platt wie eine Flunder vor den Pilzen liegt, um sie zu fotografieren…
Grüsslis
Thomas

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Re: Risiken der Waldbegehung?

amanita, (vor 8424 Tagen) @ Manfred Kurt

Hallo zusammen,
ich habe heute ein wenig Zeit gehabt in den Umfragen des Forums zu schmökern
und dabei bin ich auf die Frage gestoßen "Seid ihr schon einmal im
Wald angegriffen worden?".
Das würde mich nun wirklich brennend interessieren, denn ich bin oftmals in
den frühen Morgenstunden unterwegs und ich habe mich schon oft gefragt,
was denn passieren würde, wenn jetzt eine Wildsau um die Ecke biegt! Gibt
es da irgenwelche Erfahrungsberichte von eurer Seite? Auf den Baum
klettern, rennen wir Hölle oder einfach laut singen???
Außerdem hatte ich letztes Jahr einmal den Eindruck, dass mir jemand im Wald
"nachgeht". Da ist es mir dann doch mulmig geworden und ich habe
mich "abgesetzt". Hat hier schonmal jemand mit dem Bauer oder
dem Förster Probleme gehabt? Soweit ich weiß haben die doch kein Recht dem
Pilzjäger das Leben zu versauern?
Also, bitte um Info – aber nicht zu schaurig, sonst muss ich vor dem nächsten
Pilzgang noch ein paar Doppelkorn trinken. ;-))))))))
Grüsse
Manfred

Hallo Manfred.
Ich gehe nun schon viele Jahre alleine in den Wald. Allerdings seit 8 Jahren in Begleitung(kleiner Hund)Einmal hatte ich ein tolles Erlebnis. Da war ich allerdings ganz alleine. Eine Rotte Wildschweine , geführt von einem Keiler rasten genau in meine richtung. Ich habe mich hinter einen Baum gestellt ,die sind ja im Wald häufig *g* Die ganze Rotte raste in einem Meter Abstand an mir vorbei! Ich habe weder geschrien noch sonst etwas sondern mich ganz ruhig verhalten und schon war der Spuk vorbei. Einen Tipp kann ich dir geben. Wenn Du plötzlich den Geruch nach Maggi in die Nase bekommst dann sind Wildschweine in der Nähe. Sie verhalten sich aber ruhig. Hast Du jedoch das Pech in die nähe einer Bache zu kommen die Frischlinge hat .solltest Du das Weite suchen!!!
Viel Glück
Amanita

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Eine Rotte Wildschweine

Stinkmorcheling ⌂, (vor 8424 Tagen) @ amanita

... ist auch schon mal auf mich zugerast. Wir waren zu dritt beim Pilzesuchen und haben uns ähnlich verhalten wie Amanita (auch bei uns gab's ausreichend Bäume im Wald ;-) Das war schon ein sehr beeindruckendes Erlebnis, obwohl die Rotte in unserem Fall in ca. 10m Entfernung vorbeiraste.

mfg Stinkmorcheling

Hallo Manfred.
Ich gehe nun schon viele Jahre alleine in den Wald. Allerdings seit 8 Jahren
in Begleitung(kleiner Hund)Einmal hatte ich ein tolles Erlebnis. Da war
ich allerdings ganz alleine. Eine Rotte Wildschweine , geführt von einem
Keiler rasten genau in meine richtung. Ich habe mich hinter einen Baum
gestellt ,die sind ja im Wald häufig *g* Die ganze Rotte raste in einem
Meter Abstand an mir vorbei! Ich habe weder geschrien noch sonst etwas
sondern mich ganz ruhig verhalten und schon war der Spuk vorbei. Einen
Tipp kann ich dir geben. Wenn Du plötzlich den Geruch nach Maggi in die
Nase bekommst dann sind Wildschweine in der Nähe. Sie verhalten sich aber
ruhig. Hast Du jedoch das Pech in die nähe einer Bache zu kommen die
Frischlinge hat .solltest Du das Weite suchen!!!
Viel Glück
Amanita

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Re: Risiken der Waldbegehung?

Huperzia ⌂, (vor 8424 Tagen) @ Manfred Kurt

Hallo Manfred,

Angegriffen worden (naja, eigentlich nur bedroht) sind wir mal von einem etwas brutal aussehenden Hund. Felix (damals 3) ist vorweg gerannt und der Hund ist dann urplötzlich von hintzerm Berg aufgetaucht und hat sich zwischen uns und Felix gestellt und uns böse angeknurrt. ....bis dann irgendwann mal ein Pfiff von hinterm Berg kam und er verschwand, mußte ich ganz schön zittern.
Bin jedenfalls ziemlich froh,daß Felix recht wenig mitbekommen hatte, da er schon bei einem 10-Zentimeter-Durchmesser-Pinscher in Panik gerät.

Außerdem - zwar nicht bedrohlich - begegnen mir immer wohlmeinende Wanderinnen, die mich gerne zurechtweisen, die Wege nicht zu verlassen.

Letzte Woche in der Tatra war´s auch teils recht mulmig. Wir waren in einem Gebiet sdammeln, wo überall riesige Kackflatschen (teils gut besät mit Pilzen!!) rumlagen und wir konnten uns erst keinen Reim drauf machen, wer so ordentlich kackt. Bis wir dann herausgefunden hatten, daß es Bärenkacke war und da wird einem zuerst doch ein wenig mulmig. Allerdings sind die Bären sehr ängstlich und wenn man nur etwas Krach macht, halten sie sich den Menschen fern. Man bekommt sie also sehr selten zu Gesicht - die Kacke dafür umso öfter ;-) - und Unfälle seien selten.
Dennoch war mir sehr mulmig alsich mich mal aus Lust und Laune nachts ein wenig in den Wald ums Hotel herum schlagen wollte. Da waren komische Geräusche (wahrscheinlich nur Mäuse) und ich hab´s dann schnell gelassen.

Vielegrüße,

Tanja

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Re: Risiken der Waldbegehung?

Mison, (vor 8423 Tagen) @ Manfred Kurt

auch hallo,

ich hab genau das umgedrehte problem. ich trau mich auch nur selten allein in den wald, aber ich hab das gefühl, als mann, der allein durchs unterholz streift, vor allem natürlich von allein spazierenden oder joggenden frauen äußerst misstrauisch beäugt zu werden. im klartext: ich hab angst davor, angst zu machen. hab ich glaub ich denjenigen von euch, die bei birgits chattertreffen waren, damals auch erzählt. immer wenn ich mit gabi zusammen im wald bin - kein problem. aber allein, mit messer (und korb) "bewaffnet", hab ich immer das verlangen zu signalisieren: "will nur pilze sammeln!". geht es irgendjemand auch so, oder bin ich da sozusagen einfach "invers paranoid"?

schönen gruß,
simon

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@Huperzia und Simon *PIC*

elfi ⌂, (vor 8423 Tagen) @ Mison

Hallo Hupi,
also Hupi mit den Bären ist das so, ein junger Bär wird
vor Dir Reissaus nehmen, ein alter Bär, der sein Revier
verteidigt, der könnte auf dich losgehen und Dir eine
runterhauen. So hat mir das ein kanadischer Jäger
erklärt, nachdem ich mich auf dieses Abendteuer
eingelassen hatte!

[image]

Hallo Simon,
ich gehe seit vielen Jahren alleine in den Wald.
Angst hatte ich noch nie, dass mir was passieren
könnte, mein einziges Problem liegt darin: Höre oder
sehe ich jemand in meiner Nähe habe ich nur Angst er
könnte "meine" Pilze finden!
elfi