Boletus erythropus? *PIC*

arysch, (vor 8419 Tagen)

Hallo zusammen,
er wächst zwischen den Birken (in der Nähe sind allerdings auch andere Bäume). Ist das der Flockenstieliger Hexenröhrling (Boletus erythropus)?
Gruß
Artur
[image]

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Der Flockenst. Hexenröhrl. h. rote Röhrenmündungen *oT*

Joachim, (vor 8419 Tagen) @ arysch

- kein Text -

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Re: Boletus erythropus?

Matt, (vor 8419 Tagen) @ arysch

Hallo Artur,

er wächst zwischen den Birken (in der Nähe sind allerdings auch andere
Bäume). Ist das der Flockenstieliger Hexenröhrling (Boletus erythropus)?

ich kenne den flockenstieligen Hexenröhrling nur mit roten Röhrenmündungen. Von unten sieht der Schwamm richtig rot aus! Dein Pilz ist im Schwamm von unten gelb ... das passt gar nicht!

Matthias

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Re: Boletus erythropus?

cortinarius varius, (vor 8419 Tagen) @ arysch

Hallo zusammen,
er wächst zwischen den Birken (in der Nähe sind allerdings auch andere
Bäume). Ist das der Flockenstieliger Hexenröhrling (Boletus erythropus)?
Gruß
Artur

Könnte der Schwarzbläuende Röhrling sein - Boletus puverulentus

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Re: Boletus erythropus?

Matthias, (vor 8419 Tagen) @ arysch

Hallo Artur,
das ist der Schwarzbläuende Röhrling Boletus puverulentus,
viele Grüsse
Matthias

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Hab ich einen Schreck gekriegt,

Jürgen, (vor 8419 Tagen) @ arysch

der sieht ja auf dem Bild fast schon wie einer aus der torosus-Gruppe aus. Aber Boletus pulverulentus stimmt:o)

Gruß, Jürgen

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Re: Boletus erythropus? (1Bild ca.110 Kb) *PIC*

Matthias, (vor 8419 Tagen) @ Matthias

Hallo Artur,
das ist der Schwarzbläuende Röhrling Boletus pulverulentus,
viele Grüsse
Matthias

So sollte der im Schnitt aussehen:
[image]

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Re: Boletus erythropus?

arysch, (vor 8419 Tagen) @ Matthias

Da ich heute unter den Birken wieder spazieren gehe (ich bin auf einer 2-tägigen Schulung in einer Pilzgegend, wo ich in der Mittagspause auf das Essen verzichtet habe und auch heute verzichte, stattdessen gehe ich die Pilze fotografieren), werde ich den Pilz auf jeden Fall aufschneiden.
Gruß
Artur

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Boletus erythropus?

Karl-Heinz ⌂, (vor 8419 Tagen) @ Matthias

Hallo Matthias,
Dein Bild zeigt den Kornblumenröhrling

Grüße
Karl-Heinz

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Re: Boletus erythropus? *PIC*

Matthias, (vor 8419 Tagen) @ Karl-Heinz

Hallo Matthias,
Dein Bild zeigt den Kornblumenröhrling
Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
das ist ist Sicherheit kein Kornblumenröhrling, den Unterschied zwischen den Beiden kenne ich schon, hier noch ein Bild vom aufgeschnittenen Exemplar im ganzen.
[image]

viele Grüsse
Matthias

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Re: Boletus erythropus?

Karl-Heinz ⌂, (vor 8419 Tagen) @ Matthias

Hallo Matthias,
sieht so aus als wenn ich mich geirrt habe. Der Kornblumenröhrling hat ja auch einen gekammerten Stiel. Die Farben erschienen bei mir halt so kornblumenblau.
Viele Grüße
Karl-Heinz

Hallo Karl-Heinz,
das ist ist Sicherheit kein Kornblumenröhrling, den Unterschied zwischen den
Beiden kenne ich schon, hier noch ein Bild vom aufgeschnittenen Exemplar
im ganzen.

viele Grüsse
Matthias

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Schwarzblauender Röhrling - denke ich auch !! *oT*

Harry, (vor 8419 Tagen) @ Matthias

- kein Text -

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Re: Boletus erythropus?

Sven, (vor 8419 Tagen) @ arysch

Hallo Artur!
R. Dähncke bildet meiner Erinnerung nach in ihrem Buch "1000 Pilze in Farbe" auch eine Varietät des flockenstieligen Hexenröhrlings mit gelben Röhrenmündungen ab. Vielleicht kann ja jemand anders mal in dem Buch nachschauen und die genaue Seite bzw. die Abbildung als Scan nachreichen? Ich habe das Buch nämlich im Moment leide rnicht zur Hand :-(. Dein Foto erinnert mich in jedem Fall stark an die angesprochene Abbildung.

Viele Grüße

SVEN

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Re: Hab ich einen Schreck gekriegt,

tom-k, (vor 8419 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

was ist die "Torosus-Gruppe"?

Gruß
thomas

der sieht ja auf dem Bild fast schon wie einer aus der torosus-Gruppe aus.
Aber Boletus pulverulentus stimmt:o)
Gruß, Jürgen

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torosus-Gruppe

Jürgen, (vor 8419 Tagen) @ tom-k

Hallo Thomas,

das ist eine Gruppe von Röhrlingen aus der Verwandtschaft der Hexenröhrlinge (Luridi).

Die wichtigsten sind:

- Ochsenröhrling (Boletus torosus): gelbporig
- Purpurröhrling (Boletus rhodopurpureus): rot- oder gelbporig

und einige weitere Arten (u. a. B. luteocupreus - rotporig, B. xanthocyaneus - gelbporig), von denen nicht völlig klar ist, ob sie eigenständig sind.

Mit Boletus pulverulentus haben diese Arten die extrem starke Blauverfärbung auf Druck und im Anschnitt gemeinsam. Doch werden die Frkp. normalerweise viel größer und weisen ein Stielnetz auf.

Die Arten sind bei uns in Mitteleuropa alle extrem selten.

Beispiel:
http://images.google.com/images?q=boletus+torosus&ie=UTF-8&oe=UTF-8&hl=de&btnG=Google+S...

Boletus torosus ist auf dem linken Bild zu sehen. Der dahinterliegende Link ist tot, deswegen kann ich Dir leider nur die google-Seite anbieten.

Gruß, Jürgen

Hallo Jürgen,
was ist die "Torosus-Gruppe"?
Gruß
thomas

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Re: Boletus erythropus?

Jürgen, (vor 8419 Tagen) @ Sven

Hallo Sven,

Du meinst wahrscheinlich die (fragliche) ssp. discolor. Die hat aber nur am Hutrand gelbe Poren, zum Stiel hin sind sie orange bis rot.Sicher gibt es gelegentlich immer wieder mal Hexenröhrlinge, die mit gelben Poren aus der Reihe tanzen. Den Unterschied zu erythropus machen hier aber z. B. die angewachsenen bis leicht herablaufenden Röhren und die satt gelbe Stielspitze aus. Auch sind die Stielflocken feiner als bei erythropus, und so wellig-flatterig wie auf dem großen Bild kenne ich den Hutrand auch nur bei pulverulentus, aber nicht bei den Hexenröhrlingen.

Überzeugt?

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Re: torosus-Gruppe

tom-k, (vor 8419 Tagen) @ Jürgen

Dank Dir für die ausführliche Antwort. In meinem "Gerhardt" find ich nur den Boletus rhodopurpureus und den Boletus pulverulentus. Welche Literatur benutzt Du?

Gruß
thomas

Hallo Thomas,
das ist eine Gruppe von Röhrlingen aus der Verwandtschaft der Hexenröhrlinge
(Luridi).
Die wichtigsten sind: - Ochsenröhrling (Boletus torosus): gelbporig
- Purpurröhrling (Boletus rhodopurpureus): rot- oder gelbporig
und einige weitere Arten (u. a. B. luteocupreus - rotporig, B. xanthocyaneus
- gelbporig), von denen nicht völlig klar ist, ob sie eigenständig sind.
Mit Boletus pulverulentus haben diese Arten die extrem starke Blauverfärbung
auf Druck und im Anschnitt gemeinsam. Doch werden die Frkp. normalerweise
viel größer und weisen ein Stielnetz auf.
Die Arten sind bei uns in Mitteleuropa alle extrem selten.
Beispiel:
http://images.google.com/images?q=boletus+torosus&ie=UTF-8&oe=UTF-8&hl=de&btnG=Google+S...
Boletus torosus ist auf dem linken Bild zu sehen. Der dahinterliegende Link
ist tot, deswegen kann ich Dir leider nur die google-Seite anbieten.
Gruß, Jürgen

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Der Teufel steckt

Jürgen, (vor 8419 Tagen) @ tom-k

da leider im Detail, denn ausgerechnet der bei Gerhardt als "Boletus rhodopurpureus" abgebildete Pilz ist gar keiner, sondern der Falsche Satansröhrling (Boletus rubrosanguineus, früher auch Boletus splendidus genannt), der nur schwach blaut. Den Fehler haben auch andere gemacht (Dähncke, Breitenbach/Kränzlin etc.). Das Dumme ist, dass ich Dir hinsichtlich dieser seltenen Arten deshalb kaum ein Buch wirklich empfehlen kann. Ansonsten ist der "dicke" Gerhardt für die Feldbestimmung der Röhrlinge eine ganz gute Basis.

Über die Röhrlinge gibt es von Roberto Galli ein sehr schönes (aber auch nicht ganz fehlerfreies) Bildwerk, "I Boleti", 1998 auf italienisch veröffentlicht. Bezugsadresse: Edinatura Edizione Naturalistiche, Viale Delle Rimembranze di Lambrate 27, I-20134 Mailand, Fax: (02) 2152231. (leider keine ISBN vorhanden)

Einen guten Überblick auf neuestem Stand bietet auch der Atlas der Großpilze Baden-Württembergs (Band 2), allerdings sind da nicht alle beschriebenen Arten auch bebildert.

Dank Dir für die ausführliche Antwort. In meinem "Gerhardt" find
ich nur den Boletus rhodopurpureus und den Boletus pulverulentus. Welche
Literatur benutzt Du?
Gruß
thomas

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Re: Der Teufel steckt

tom-k, (vor 8419 Tagen) @ Jürgen

Nochmals vielen Dank!
Werde mir das letzt genannte Werk mal anschauen.

Ein pilziges Wochenende wünscht
Thomas

da leider im Detail, denn ausgerechnet der bei Gerhardt als "Boletus
rhodopurpureus" abgebildete Pilz ist gar keiner, sondern der Falsche
Satansröhrling (Boletus rubrosanguineus, früher auch Boletus splendidus
genannt), der nur schwach blaut. Den Fehler haben auch andere gemacht
(Dähncke, Breitenbach/Kränzlin etc.). Das Dumme ist, dass ich Dir
hinsichtlich dieser seltenen Arten deshalb kaum ein Buch wirklich
empfehlen kann. Ansonsten ist der "dicke" Gerhardt für die
Feldbestimmung der Röhrlinge eine ganz gute Basis.
Über die Röhrlinge gibt es von Roberto Galli ein sehr schönes (aber auch
nicht ganz fehlerfreies) Bildwerk, "I Boleti", 1998 auf
italienisch veröffentlicht. Bezugsadresse: Edinatura Edizione
Naturalistiche, Viale Delle Rimembranze di Lambrate 27, I-20134 Mailand,
Fax: (02) 2152231. (leider keine ISBN vorhanden)
Einen guten Überblick auf neuestem Stand bietet auch der Atlas der Großpilze
Baden-Württembergs (Band 2), allerdings sind da nicht alle beschriebenen
Arten auch bebildert.

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Re: torosus-Gruppe

Jürgen, (vor 8419 Tagen) @ Matthias

Hallo Matthias,

danke für den Tipp. Kann sein, dass ich von dem Exemplar (oder einem von derselben Fundstelle) sogar ein Stück im Herbar habe;)

Gruß, Jürgen

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Re: Boletus erythropus? *PIC*

arysch, (vor 8418 Tagen) @ arysch

Hallo zusammen,
ich habe vor einer Stunde den Boletus aufgeschnitten, hier das Resultat. Nach dem Aufschneiden verfärbte sich das weisse Fleisch innerhalb Sekunden blau, wie auf dem Bild zu sehen.
Gruß
Artur
[image]

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Re: Boletus pulverulentus!! - habe fertig!! *oT*

Jürgen, (vor 8418 Tagen) @ arysch

- kein Text -

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Das wat echt 'ne schwere Geburt *oT*

Karl-Heinz ⌂, (vor 8418 Tagen) @ Jürgen

- kein Text -

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Re: Noch einen obendrauf

Anette, (vor 8416 Tagen) @ Karl-Heinz

Hatte vorletzte Woche Spaß mit einem Boletus, der diesem ziemlich ähnlich sah. War noch etwas heller, mit noch weniger rot. Sah aber ansonsten aus wie B. erythropus. Stiel fein beflockt, ohne Netz, schwarzblaue Reaktion innerhalb von Sekunden usw. Auch mein Pilz erschien mir für einen schwarzblauenden Röhrling zu dickstielig und der Stiel nicht glatt genug. Bin dann über ein bißchen googeln darauf gekommen, daß es in der Tat gelbröhrige Farbspielarten von B. erytrhopus gibt, die im Extremfall völlig ohne rote und braune Komponente kanarienvogelgelb daherkommen - sämtliche Zwischenstufen möglich. In älteren Büchern (u.a. Regis Courtegis) stehen die noch als B. junquilleus.

Würde die hier ernsthaft in Erwägung ziehen. Stiel noch mal anschauen. Oder noch besser: Sporen.

Gruß, Anette

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Re: junquilleus?

Anette, (vor 8416 Tagen) @ Jürgen

Habe leider keine Digikamera, deshalb kein Foto. Was ich hatte, war aber ziemlich eindeutig B. erythropus, ich konnte das feststellen, weil ich am selben Tag, im selben Waldgebiet, auch normalfarbige Pilze hatte, mit denen ich die beiden hellen Exemplare vergleichen konnte, und da habe ich rein anatomisch keinen Unterschied gefunden, bis auf die Farbe eben. Was hier obendrein zutrifft ist "saurer Boden", eventuell auch Lichtmangel, da sie zwar unter Laubholz (Eiche, Buche) standen, aber im Rand- bzw. Streubereich einer älteren Fichtenschonung (schätzungsweise 5-10 Schritte vom Standort), der Untergrund ist überdies silikatisch und hat somit geringe Pufferkapazität. Es ist gut möglich, daß der Boden-PH für die Farbvariante verantwortlich ist, ich kenne ähnliche Effekte von einer ganzen Reihe von Pflanzen. Sollte ich nochmals auf solche Pilze stoßen, werde ich ausprobieren, ob eine schwachbasische Lösung eine Farbumschlag nach rot bewirkt.

Anette

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Re: junquilleus?

Jürgen, (vor 8415 Tagen) @ Anette

Hallo Anette,

kann schon sein, dass exogene Faktoren wie pH-Wert und Lichteinfall einen Einfluss auf die Pigmentierung haben. Aber im speziellen Fall von junquilleus vs. erythropus trifft das nicht zu - gerade WEIL ja beide in denselben Waldgebieten auf denselben Böden wachsen können. Es bleibt also nur die Möglichkeit, dass hier genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Etwas anderes ist es mit "Blässlingen", die jung z. B. lange von Laub abgedeckt waren, oder mit durch starker Sonneneinstrahlung ausgebleichten älteren Fruchtkörpern.

Hatten Deine Funde rote oder gelbe Poren?

Lieben Gruß,
Jürgen

P.S.: Der Tipp mit dem DGfM-Forum ist bei Dir angekommen? Da geht's genau um das Thema.

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Re: junquilleus?

Anette, (vor 8415 Tagen) @ Jürgen

Thanks, Jürgen!

Also dasselbe Waldstück ist nicht unbedingt ein Argument, da der Boden-PH auch kleinräumig ziemlich schwanken kann - eine Karre Bauschutt kann z.b. schon reichen und man findet in einem bodensauren Gebiet guck-und-staun, kalkliebende Arten. Es muß auch nicht der PH-Wert sein, Metallionen können ebenfalls schuld sein - und in dem Gebiet gibt es alte Eisenhalden. Die Genetik will ich gar nicht in Abrede stellen. Ich schließe nicht mal aus, daß alle drei Faktoren nebeneinander oder zusammen eine Rolle spielen.

Mein Fund hatte übrigens leuchtend gelbe Poren, der Stiel im oberen Teil war zitronengelb, der Hut hell lehmfarben.- Beide Exemplare waren leider schon mehrere Tage alt und angefressen. Ich habe sie zunächst mangels besserer Idee auch als Schwarzblauenen Röhrling einsortiert, war damit aber nicht glücklich, wegen der Stieltextur, die doch bis auf die Farbe eher B. erythropus entsprach und den für meinen Geschmack zu hellen Hut - und bin über das DGFM-Forum zu o.g. Diagnose gekommen. Hab da allerding in den letzten Tagen nicht mehr reingeschaut.

Anette

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Re: junquilleus?

Jürgen, (vor 8414 Tagen) @ Anette

Hallo Anette,

Mein Fund hatte übrigens leuchtend gelbe Poren, der Stiel im oberen Teil war
zitronengelb, der Hut hell lehmfarben.- Beide Exemplare waren leider schon
mehrere Tage alt und angefressen. Ich habe sie zunächst mangels besserer
Idee auch als Schwarzblauenen Röhrling einsortiert, war damit aber nicht
glücklich, wegen der Stieltextur, die doch bis auf die Farbe eher B.
erythropus entsprach und den für meinen Geschmack zu hellen Hut - und bin
über das DGFM-Forum zu o.g. Diagnose gekommen.

na, wenn Dein Fund leuchtend gelbe Poren hatte, auch ansonsten weitgehend gelb war, stark geblaut hat, kein Stielnetz und echten Boletus-Habitus hatte, deutet wirklich vieles auf Boletus junquilleus hin.

Aber Boletus pulverulentus ist, was die Hutfarbe betrifft, halt sehr variabel: Ich würde gelben pulverulentus (den ich auch schon gefunden habe) von junquilleus auch noch an den weiteren Poren beim Altpilz zu unterscheiden versuchen. Evtl. auch daran, dass bei pulverulentus der Stiel schon jung i. d. R. nicht - wie bei junquilleus - bauchig, sondern zylindrisch oder sogar zur Basis verjüngt ist.

Also dasselbe Waldstück ist nicht unbedingt ein Argument, da der Boden-PH
auch kleinräumig ziemlich schwanken kann - eine Karre Bauschutt kann z.b.
schon reichen und man findet in einem bodensauren Gebiet guck-und-staun,
kalkliebende Arten. Es muß auch nicht der PH-Wert sein, Metallionen können
ebenfalls schuld sein - und in dem Gebiet gibt es alte Eisenhalden.

Schon korrekt, aber ich hatte mit "dasselbe Waldstück" (sorry, das war unpräzise) schon dieselbe natürliche Waldgesellschaft gemeint, die bei beiden Sippen in Mitteleuropa das Luzulo-Fagetum (Hainsimsen-Buchenwald) ist. Junquilleus und erythropus bevorzugen beide saure, sandige Böden über Silikatgestein. Bei mir in Unterfranken sind das vor allem arme Buntsandsteinverwitterungsböden. Der pH-Wert oder der Kalkgehalt kann deshalb im speziellen Fall junquilleus-erythropus nicht die Ursache für den Farbunterschied sein.

Ich empfehle Dir doch mal, im DGfM-Forum unter "Bilder" die junquilleus-Galerie anzuschauen, ob die wirklich Deinem Fund entspricht.

Gruß, Jürgen

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Re: junquilleus?

anette, (vor 8414 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

ja, die DFGM-Bilder hab ich mir angeschaut, ich würde sagen, Übereinstimmung 99%. Den Langzeitbeobachtungen zufolge ist das wohl wirklich keine Modifikation, sondern eine Farbrasse.

Mal ganz was anderes: Ich bin bei der Suche nach Vergleichsbildern auf eine italienische Seite gestoßen: http://www.fungocenter.it/boletus.htm. Dort ist unter dem Namen Boletus junquilleus ein Pilz abgebildet, den ich im Leben nicht als Spielart von B. erythropus ansehen würde, denn er hat ein auf dem Foto deutlich erkennbares Netz. Ist dir irgendwas bekannt über das Auftreten von gelben Formen auch bei B. luridus?

Gruß, Anette

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Re: junquilleus?

Matthias, (vor 8414 Tagen) @ anette

Hallo Jürgen,
ja, die DFGM-Bilder hab ich mir angeschaut, ich würde sagen, Übereinstimmung
99%. Den Langzeitbeobachtungen zufolge ist das wohl wirklich keine
Modifikation, sondern eine Farbrasse.
Mal ganz was anderes: Ich bin bei der Suche nach Vergleichsbildern auf eine
italienische Seite gestoßen: http://www.fungocenter.it/boletus.htm . Dort
ist unter dem Namen Boletus junquilleus ein Pilz abgebildet, den ich im
Leben nicht als Spielart von B. erythropus ansehen würde, denn er hat ein
auf dem Foto deutlich erkennbares Netz. Ist dir irgendwas bekannt über das
Auftreten von gelben Formen auch bei B. luridus?
Gruß, Anette

Hallo Anette,
das geht wohl in Richtung Boletus gabretae, hier noch ein Link:
http://www.fungoceva.it/ba_boletus_gabretae_tav.htm
viele Grüsse
Matthias

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Re: junquilleus?

Jürgen, (vor 8414 Tagen) @ anette

Hallo Anette,

Mal ganz was anderes: Ich bin bei der Suche nach Vergleichsbildern auf eine
italienische Seite gestoßen: http://www.fungocenter.it/boletus.htm . Dort
ist unter dem Namen Boletus junquilleus ein Pilz abgebildet, den ich im
Leben nicht als Spielart von B. erythropus ansehen würde, denn er hat ein
auf dem Foto deutlich erkennbares Netz. Ist dir irgendwas bekannt über das
Auftreten von gelben Formen auch bei B. luridus?

Ja, die gibt es. Der italienische Mykologe Giampaolo Simonini hat denen auch schon einen Namen verpasst, forma primulicolor. Ganz gelbe oder zumindest gelbporige Formen sind auch von anderen Rotporern bekannt, z. B. von Boletus satanas, queletii, rhodopurpureus, und auch von rhodoxanthus und legaliae scheint es gelbporige Formen zu geben.

Der "junquilleus" auf www.fungocenter.it ist natürlich ein Witz. Das ist ganz klar B. luridus, und noch nicht mal ein besonders gelber. Auf der Seite sind übrigens noch ein paar andere "Böcke" zu finden, z. B. "Boletus cavipes" (Hasenröhrling!), "Boletus truncatus" (Ziegenlippe!) oder auch "Boletus rufus" (die sehen zum Teil nach duriusculum aus).

Gruß, Jürgen

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@Matthias

Jürgen, (vor 8414 Tagen) @ Jürgen

Also Boletus gabretae ist das sicher nicht. Zwar sieht man bei dem großen Frkp. die Poren nicht, aber selbst bei dem kleinen erkennt man, dass die Poren schon ins Orangerote gehen. Und auch sonst - Hutfarbe jung, langmaschiges Netz - fällt der in die "normale" luridus-Variationsbreite.

Was Boletus gabretae betrifft, stellt sich die Frage, ob es trotz diverser Meldungen jemals einen wirklich zweifelsfreien Wiederfund dieser - angeblich extrem seltenen und daher schwer nachprüfbaren - Art gegeben hat.

Gruß, Jürgen

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@Jürgen

Matthias, (vor 8414 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
du hast natürlich Recht, ich habe mir das Bild gerade noch mal in Ruhe angeschaut, das war vorhin ein "Schnellschuss" während der Arbeit, es ist Boletus luridus der Netzstielige Hexenröhrling,
viele Grüsse
Matthias