Hallo Stefan,
Den Röhrling hab ich nochmal besucht und auf ein paar Merkmale hin
untersucht: Umgebung: nur Eichen, daher scheidet ein Hainbuchenröhrling
wohl aus, da dieser zudem angeblich auch nur bis August vorkommt.
der Hainbuchenröhrling ist sicher kein Herbstpilz, aber im September durchaus noch zu finden.
Stiel: nicht gerade ausladend knollig (zumindest im oberirdischen Bereich),
wie dies bei Gallenröhrling und gelbem Rauhfuss der Fall ist.
Du meinst sicher "bauchig". Das gilt nur für Jungpilze, im Alter strecken sich die Stiele mehr oder weniger.
Ein Netzmuster konnte ich so auch nicht feststellen, was ebenfalls gegen
einen Gallenröhrling sprechen würde.
Das sehe ich auch so.
Geruch: intensiv, unangenehm. Dies wäre für eine gelben Rauhfuss wohl auch
untypisch.
Das kann in DEM Alter auch schon Fäulnisgeruch sein. Würde ich nicht als Kriterium hernehmen.
Verfärbung bei Anschnitt: keine.
Müsste, falls crocipodium, nach rötlich>schwärzlich verfärben. Aber das kann am Alter liegen.
In der Fotocommunity
(http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/37898/display/785976) wurde
angenommen, es handele sich um einen Strubbelkopf bzw.
Eichen-/Sommersteinpilz. Gegen einen Strubbelkopf spricht eigentlich
generell das Erscheinungsbild, da grossgewachsene erstmal einen längeren
dünnen Stiel haben und die Schuppigkeit auch auf der Kappe fehlt. Gegen
einen Sommersteinpilz spricht der Geruch und der dünne Stiel.
Strubbelkopf ist abwegig, da stimme ich Dir zu. Sommersteinpilz, zumal mit Stielnetz, scheidet auch aus.
Noch Ideen ?
Man könnte noch an einen alten Fahlen Röhrling (Boletus impolitus) denken, wozu evtl. doch der unangenehme Geruch (war das karbol- oder jodartig?), das fehlende Stielnetz, die fehlende Fleischverfärbung und auch der Standort im Gras unter Eichen passen würde.
Aber so wie ich Leccinum crocipodium kenne, sieht der im Greisenalter eher so aus wie ein Fund.
Also da bleibt nur eins: Irgendwann noch mal frisch finden und neues Foto posten!!!
Viel Glück
Jürgen