Schadet Pilzesammeln?

KARL, (vor 9662 Tagen)

Hurra, eine neue Umfrage der Woche: "Schadet das Pilzesammeln Deiner Meinung nach den Pilzen?" Ich bin der Überzeugung, dass ich sogar zur Verbreitung von Pilzen beitrage, wenn ich in einem Korb sammle, aus dem die Sporen durchfallen können! Was den Pilzen wirklich schadet, ist die Zerstörung von Biotopen und die intensive rigorose Waldwirtschaft, wo mit Maschinen rücksichtslos Bäume "geerntet" werden und der Wald hinterher aussieht, als ob Panzer den Waldboden durchwühlt hätten! Wer sammelt denn den Pilze als Ganzes? Es werden in der Regel doch nur die Fruchtkörper gesammelt, das Myzel im Boden oder im Holz, das den "Pilz" (= Fruchtkörper) gebildet hat, bleibt meist unbehelligt, es sei denn, die Walderntemaschine kommt und durchpflügt den Waldboden. Halt, doch: Pilzesammeln schadet! Dem Pilzesammler, der zu spät aufsteht! Karl

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Schadet Pilzesammeln?

hansuwe, (vor 9662 Tagen) @ KARL

Hurra, eine neue Umfrage der Woche: "Schadet das Pilzesammeln Deiner : Meinung nach den Pilzen?" Ich bin der Überzeugung, dass ich sogar : zur Verbreitung von Pilzen beitrage, wenn ich in einem Korb sammle, aus : dem die Sporen durchfallen können! Was den Pilzen wirklich schadet, ist : die Zerstörung von Biotopen und die intensive rigorose Waldwirtschaft, : wo mit Maschinen rücksichtslos Bäume "geerntet" werden und der : Wald hinterher aussieht, als ob Panzer den Waldboden durchwühlt hätten! : Wer sammelt denn den Pilze als Ganzes? Es werden in der Regel doch nur : die Fruchtkörper gesammelt, das Myzel im Boden oder im Holz, das den : "Pilz" (= Fruchtkörper) gebildet hat, bleibt meist : unbehelligt, es sei denn, die Walderntemaschine kommt und durchpflügt : den Waldboden. Halt, doch: Pilzesammeln schadet! Dem Pilzesammler, der : zu spät aufsteht! Karl Pilzesammeln schadet nach meiner leidvollen Erfahrung immer nur dem der zu spät oder nach einem sehr gründlichen Sammler kommt. Die Waldwirtschaft mit schweren Maschinen scheint dagegen keinen Schaden anzurichten, denn die schönsten Steinpilze habe ich nach dem Sturm Wiebke im aufgewühlten Boden, in der unmittelbaren Nähe und sogar in Fahrspuren von Traktoren gefunden. Auch in den letzten Jahren in denen an dieser Stelle immer wieder irgendwelche Waldarbeiten betrieben wurden liessen sich die Pilze dort weder von den Maschinen noch von meinen Vorsuchern noch von mir ausrotten. Der grösste Feind von Pilzwachstum ist und bleibt wohl Trockenheit. Grüsse Hans Uwe

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Schadet Pilzesammeln?

David.ge, (vor 9662 Tagen) @ hansuwe

Hello

ich finde auch Pilze meistens an myzelverbreitungsgraenze solche wie Waldrand, Schlucht oder grenze zwischen Laubwald und kieferwald.Ich glaube ein Traktor totet Myzel und damit erschient eine neue Myzelgraenze. aber es soll nicht ganz angenehm fuer Pilz sein. Und deine Steinpilze konnten auch nicht lange unter boden bleiben. Wenn in Myzel Nahrungsstoffe genug sind er fruechtet- nicht auf Traktorweg sonst auf andere stelle
gruss
David

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Schadet Pilzesammeln?

hansuwe, (vor 9508 Tagen) @ hansuwe

. Der grösste Feind von Pilzwachstum ist und bleibt

wohl Trockenheit. Grüsse Hans Uwe

Ich antworte hier auf einen alten Beitrag von mir.
Diese Aussage möchte ichn nochmal bekräftigen:
Hier in der Wüste wachsen wirklich keine Pilze (Wenns nicht ausnahmsweise mal geregnet hat)
Pilzige Grüsse aus der Wüste
hansuwe.

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Schadet Pilzesammeln?-Olle Kamellen.

hansuwe, (vor 9508 Tagen) @ hansuwe

. Der grösste Feind von Pilzwachstum ist und bleibt
Ich antworte hier auf einen alten Beitrag von mir.
Diese Aussage möchte ichn nochmal bekräftigen: Hier in der Wüste wachsen
wirklich keine Pilze (Wenns nicht ausnahmsweise mal geregnet hat)
Pilzige Grüsse aus der Wüste
hansuwe.

Wie zum Teufel kommt so ein alter Beitrag heute auf die Seite?
hansuwe

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Andreas Gminder, (vor 9662 Tagen) @ KARL

"Schadet das Pilzesammeln Deiner Meinung nach den Pilzen?"

Ich bin der Überzeugung, dass ich sogar zur Verbreitung von Pilzen beitrage, wenn ich in einem Korb sammle, aus dem die Sporen durchfallen können!

Hallo Karl! ;-) nicht ganz ernst gemeint, oder ?

Liebe Forumsteilnehmer,

Diese Umfrage kann man, denke ich, nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Davon abgesehen, dass wir den "Gesundheitszustand" eines Pilzgeflechts ja nur daran beurteilen können, ob er viele Fruchtkörper produziert. Statt dass wir uns über Massenvorkommen von Steinpilzen freuen, könnten wir ja auch die Überlegung anstellen, dass dies ein letztes Aufbäumen des Pilzgeflechts sein könnte, vergleichbar mit der Notreife bei Tanne und Fichte. Also viele Fruchtkörper muss nicht notwendigerweise ein gutes Zeichen für den Pilz sein.

Und auf die Gefahr hin, dass ich als Gegner des Pilzesammelns missverstanden werde (bin ich nämlich gar nicht!), möchte ich trotzdem folgende Überlegung zum besten geben:

Die Fruchtkörper mit ihrer Unmenge an Sporen erfüllen vermutlich verbreitungstechnisch zwei verschiedene Aufgaben:
1. Die Fernausbreitung der Art. Also der Versuch der Neuansiedlung an anderen, geeigneten Plätzen.
2. Die Regeneration des Myzels am Standort. Durch das Vergehen der Fruchtkörper an derselben Stelle, an der sich schon das Myzel befindet, werden eine Unmenge von Sporen an einem für die Keimung optimalen Platz deponiert. Wir wissen nicht, wie alt ein Myzel werden kann, aber es ist sicherlich nicht unsterblich. Wenn von hunderten von Jahre alten Hexenringen berichtet wird, so hat sich dieser mit Sicherheit immer wieder durch Neukeimung am Standort regeneriert.

Beide Funktionen werden durch das Absammeln der Fruchtkörper behindert. Dann schadet das Pilzesammeln doch? Ich würde nicht so weit gehen, das zu behaupten. Der Schaden dürfte doch ziemlich vernachläßigbar sein.
Aber NÜTZEN tut's dem Pilz mit Sicherheit auch nicht! Also halte ich ein Sammelverbot für Pilze einer Roten Liste (sofern diese nach vernünftigen Kriterien erstellt wird) durchaus für gerechtfertigt. Einer geschwächten Art sollte man alle Möglichkeiten lassen, sowohl der Ausbreitung zu neuen Standorten, als auch der Festigung bestehender.

Dass es ganz klar noch viele Faktoren gibt, die wesentlich schädlicher für unsere Pilze sind als das Sammeln, braucht man nicht diskutieren. Aber ein Argument ist das natürlich auch nicht: dass man ruhig seltene Pilze sammeln kann, die Stickstoffanreicherung oder die Forstpolitik macht ihnen eh den garaus .....

In der Hoffnung, keinem den Spaß am (naturschonenden) Pilzesammeln vermiest zu haben,

Andreas

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Thomas Pruß, (vor 9662 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo Andreas,
auch ich bin der Meinung, dass man durch Sammeln keine Art ausrotten kann.
Was aber die Rote Liste angeht, so habe ich da meine Bedenken, denn sie kann noch so gut recherchiert sein, ein Sammelverbot rechtfertigt sie nie.
Ich will das an einem Beispiel aufzeigen, dem Kaiserling: Streng genommen gehört der Kaiserling bei uns auf die Rote Liste, weil er wirklich extrem selten ist. Aber warum ist er das? Nicht, weil er hemmungslos gesammelt wird (wer kennt schon den Kaiserling?), sondern, weil er bei uns die nördlichste Grenze seines Verbreitungsgebietes in Europa hat und damit von Natur aus selten ist. Hauptsächlich kommt er ja wohl in Südeuropa vor.
Muss er dann wirklich bei uns auf die Rote Liste?
Noch ein Beispiel aus einem anderen Bereich gefällig?
Die Groppe – eine Kleinfischart – steht in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste der gefährdeten Fischarten. Der einzige Nachweis gelang, so weit ich mich erinnere im Oberlauf der Bramau und der Trave.
Die Groppe aber ist in Wirklichkeit ein Fisch der schnellfließenden Forellengewässer in den Mittelgebirgen, wo sie so häufig ist, dass man sie überall findet. Die Gewässer in SH bieten den Groppen jedoch gar nicht den Lebensraum – haben ihn nie geboten.
Wenn also die Rote Liste der Pilze nach ähnlichen Kriterien aufgebaut ist, dann ist sie – mit Verlaub gesagt – blödsinnig: Man kann nicht etwas dort schützen, wo es nicht hingehört. Im Übrigen ziehen sich solche Irrtümer durch die gesamte Rote Liste (Bsp. Kormoran, Austernfischer oder Eisenten in Süddeutschland, Barben, Nasen in Norddeutschland).
Wenn also Naturschutzgebiete anhand der Roten Listen erstellt werden, führt das nicht selten zur Faunen- und Florenverfälschung in den betroffenen Gebieten. Was da unter der Fuchtel des gottseidank abgetretenen SH-Umweltministers Steenblock für ein, entschuldige bitte, Scheiß angerichtet wurde – da kann man wirklich nur sagen: „Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!“
Gruß
Thomas

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

MUFTI, (vor 9661 Tagen) @ Andreas Gminder

Ich bin der Überzeugung, dass ich sogar zur Verbreitung von Pilzen beitrage,
wenn ich in einem Korb sammle, aus dem die Sporen durchfallen können!

Warum eigentlich nicht ?
Bei einem Wildschwein, das den Pilz an Ort und Stelle verspeist, gibt
es diese Moeglichkeit der Sporenverteilung jedenfalls nicht...

2. Die Regeneration des Myzels am Standort. Durch das Vergehen der
Fruchtkörper an derselben Stelle, an der sich schon das Myzel befindet,
werden eine Unmenge von Sporen an einem für die Keimung optimalen Platz
deponiert.

Wie ist deine Meinung, wenn jemand einen bereits aufgeschirmten
Pilz mit reifen Sporen erntet ? Durch die Unmenge an Sporen wuerde ich
davon ausgehen, dass dann mehr als genuegend Sporen da rumliegen, auch
wenn jemand (z.B. ein Wildschwein) den Fruchtkoerper dann mitnimmt.

Und wie wuerdest Du urteilen, wenn jemand ganz politisch korrekt die
Reste einer Pilzeputzaktion wieder in den Wald zuruecktraegt ?

Ich bin zwar auch der Meinung, dass Pilze auf der roten Liste nicht in
den Kochtopf gehoeren (einfach weil schon zuviele Lebewesen in den
letzten Jahrzehnten/Jahrhunderten ausgerottet wurden (viele davon
durch Bejagung/Absammlung) und ich glaube dass man da lieber kein Risiko
eingehen sollte. Ausserdem gibt es sowieso genuegend weit verbreitete Speisepilze).
Aber wahnsinnig einleuchtend finde ich bisher deine Argumentation
angesichts der extrem grossen Sporenzahlen der Pilze auch nicht gerade....

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Leonie, (vor 9661 Tagen) @ MUFTI

Ganz seltene Pilzarten würden bei mir schon aus Respekt vor der "Kreatur" nicht im Kochtopf landen. Ich sammel auch nie für die Kühltruhe und nehme nie mehr als ich brauche. Ich gebe zu bei einem Kaiserling z. Bsp. würde ich hin und her überlegen. Und meine Rußporlinge "Boletopsis leucomensis" sind die ultimativen Speisepilze überhaupt. Aber viele eigentlich geschütze Arten sind ja gar nicht so selten. Z. Bsp Steinpilze oder Morcheln. Oder sie sind in manchen Gegenden häufig und nicht überall selten.

Trotzdem glaube ich, das zumindest normales Sammeln den Pilzen kaum schadet.
Meine Argumente:
Trotz offensichtlichen jahrelangen härtesten Raubbaus kriegen wir jedes Jahr wieder Tonnenweise polnische Pfifferlinge. Die müßten schon längst ausgestorben oder zu mindesten so selten wie bei uns sein! Sind sie aber offensichtlich nicht!

Auch ungenießbar und giftige Arten werden immer seltener!

Die wirklich seltenen Arten sind auch bei den 95% der Pilzsammler (Ich bin auch immer überrascht wieviele Leute z. Bsp. nur Röhrlinge sammeln, oder nur Pfifferling, Champignion, Marone und Steinpilz - gut, die grüngefelderten Täublinge sind dann für mich!) kaum bekannt und werden nicht gesammelt! "Iehh, guck mal den Fliegenpilz mit so gelben Lamellen in unseren wärmebegünstigten Eichenwald! Laß sowas bloß stehen!"
"Son stinkender Steinpilz mit roten Poren! Finger weg!" "Son klebriger, sandiger grüner Pilz unter Kiefern im November - ist sicher der grüne Knollenblätterpilz!"

Also meine Meinung, Respekt vor der Natur ist wichtig, aber geschicktes Sammeln ist ein wunderschöne Sache. Ich habe auch mal Pilze gezüchtet, wie langweilig. Dann kaufe sich sie besser im Supermarkt. Aber unsere Wälder und Fluren um Wandel der Jahreszeiten mit einem Jagtinstinkt zu durchstreifen, ist ein einmaliges Erlebnis, daß auch eine Kochtopf geprägten Person wie mir die Natur (nicht nur Pilze, hätte nie auch nur geträumt davon mich mit Zeigerpflanzen zu beschäftigen) näherbringt. Die letzten Frostschnecklinge im jungen Kiefernforst im Dezember. Das Weidenumsäumte Bachbett im Januar nach Samtfußrüblingen zu durchstöbern. Fichtenzapfenrüblinge mit dem Scherchen mühsam im März ernten. Morelmania im April. Die Weißdorngebüsche im Mai nach Schildrötlingen abzusuchen. Im Juni den ersten Flocki und weiße Pfiffis im sauren Buchenwald. Im Juli krause Glucken und der Geruch nach Kiefernharz. Traurige Pilzflaute im August :'-(. Fichtreizkerschwämme in meiner Bratpfanne im September. Der Pilzorgasmus im Oktober! Um November Nebel, Herbstlaub und Nieselregen und jede Menge Trompetenpfifferlinge (glaube auch eine geschützte Art, die sollten mal ins Steinbachtal bei Hann. Münden schauen. Soviele kann man gar nicht sammeln!)

Wenn ich mir die Forumlinge anschaue sind da keine Naturfrevler.

Aber Schluß mit einseitiger Forstwirtschaft. Stickstoffdüngung (ich freue mich ja auch über Schopftintlinge im Wald, aber Grünlinge wären mir lieber!) wie verückt und Biotopzerstörungen.

Ich habe immer in einem ehemaligen Militärgelände gesucht. Es war das Paradies. Jetzt ist es Staatsforstgebiet! Zertörungen ohne Ende!!! Nur noch eine Kraterlandschaft. Die Panzer waren harmlos!

Laßt Euch das Pilzesammeln nicht madig machen!!! Wir sind nicht die Naturvernichter. Das macht schon diese Diskusion deutlich!

Gruß!

Leonie

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Thomas Pruß, (vor 9661 Tagen) @ Leonie

Hallo Leonie,
Du hast es auf den Punkt gebracht!
Gruß
Thomas

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Bodo, (vor 9660 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Leonie,
Du hast es auf den Punkt gebracht!
Gruß
Thomas

Ein Indianerstamm Nordanmerikas ( vielleicht auch mehrere, aber fragt mich
nicht welche ) ist der Ansicht, dass Naturgeister erzürnt werden, wenn Früchte
der Natur wie Kräuter, Beeren und PILZE nicht gesammelt werden, da diese unter
anderem für den Menschen gemacht wurden und es eine Beleidigung darstellt bzw.
es einen Rückgang der Art zur Folge hat, wenn diese stehengelassen werden.
Dies nur eine kleine Anmerkung am Rande.

Bodo

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Der Zorn Manitus

Leonie, (vor 9660 Tagen) @ Bodo

Und die Indianer haben die Pilze Nordamerikas trotzdem nicht ausgerottet?

Dann landet der Kaiserling (wenn ich je einen finde) doch in meinem Korb! Ich will nicht den Zorn Manitus heraufbeschwören. Oder ist Manitu nicht so cholerisch wie unser Jahwe?

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Wolfgang F, (vor 9660 Tagen) @ Leonie

Hallo Leonie,

hast Du schön gesagt! Aber es geht um mehr:

Laßt Euch das Pilzesammeln nicht madig machen!!! Wir sind nicht die
Naturvernichter. Das macht schon diese Diskusion deutlich!

Wir sind zwar keine Naturfrevler, aber auch keine Naturschützer, wie Karl uns weismachen will.

Wir sind Naturnutzer.

Die Natur zu nutzen und ihr Pilze (Beeren, Kräuter, ...) zu entnehmen, da spricht auch meiner Meinung nach nichts dagegen, solange es verantwortungsvoll und gemäßigt (das Modewort dazu heißt: nachhaltig!) geschieht.

Und diese Lebensweise muß irgendwie Teil einer Art 'Ehrencodex der Pilzsammler', muß Teil unserer Ethik werden - dann braucht man keine Verbote, sondern das Problem regelt sich von alleine. Bei Dir ist es schon so:

Ganz seltene Pilzarten würden bei mir schon aus Respekt vor der
"Kreatur" nicht im Kochtopf landen.

Leider sehen das nicht alle Pilzsammler so, besonders die, die nur Röhrlinge kennen, räubern diese hemmungslos.

Frage: Wie kann man Deine Position Allgemeingut werden lassen?

Grüße,

Wolfgang

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Leonie, (vor 9660 Tagen) @ Wolfgang F

Hallo Leonie,
hast Du schön gesagt! Aber es geht um mehr: Wir sind zwar keine Naturfrevler,
aber auch keine Naturschützer, wie Karl uns weismachen will.
Wir sind Naturnutzer.
Die Natur zu nutzen und ihr Pilze (Beeren, Kräuter, ...) zu entnehmen, da
spricht auch meiner Meinung nach nichts dagegen, solange es
verantwortungsvoll und gemäßigt (das Modewort dazu heißt: nachhaltig!)
geschieht.
Und diese Lebensweise muß irgendwie Teil einer Art 'Ehrencodex der
Pilzsammler', muß Teil unserer Ethik werden - dann braucht man keine
Verbote, sondern das Problem regelt sich von alleine. Bei Dir ist es schon
so: Leider sehen das nicht alle Pilzsammler so, besonders die, die nur
Röhrlinge kennen, räubern diese hemmungslos.

Ich dachte diese Typen sammeln eh am liebsten Gallenröhrlinge! :-)
Mal ehrlich - meinst Du die Nurröhrlingssammler heimbsen auch seltene Rotporer (für viele sind Rotporer gleich Teufelszeug - Satansröhrlinge - habe selbst schon jemand erlebt, der behauptete massenhaft Satansröhrlinge ständen im Reinhardswald rum. Auf Buntsandstein! Werden wohl Flockis gewesen sein.) und Bitterröhrlinge etc. (Strubbelköpfe und Parasitenröhrlinge sind bei uns übrigens sehr häufig) ein. Die Sammeln doch meist nur Maronen, Steinpilz und Rotfüße (von denen halte ich ja kulinarisch so gar nichts!). Von den beliebten Röhrlingsarten sind doch nur die Rotkappen weniger geworden. Und ich tippe da eher auf Stickstoffdüngung!

Frage: Wie kann man Deine Position Allgemeingut werden lassen?

Den Leuten klar machen das Sammeln mit Ziel und Verstand mehr Spaß bringt!

Grüße,
Wolfgang

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Andreas Gminder, (vor 9660 Tagen) @ Leonie

Die Sammeln doch meist nur Maronen, Steinpilz und Rotfüße (von denen halte ich ja kulinarisch so gar nichts!).

Hallo Leonie,

da muss ich dich leider korrigieren. Bei uns im Schönbuch und um Stuttgart rum wird alles eingesammelt was Röhren hat. Die Hexenröhrlinge bleiben ab und an stehen (obwohl sie häufig sind). Aber dafür habe ich schon mehrmals abgeschnittene Königs-Röhrlinge entdecken müssen, ohne dass ich weiss wer die sammelt. 20 leuchtendgelbe Stielstümpfe mit 3-5 cm (!) Durchmesser .... Außerdem wird der Sommersteinpilz gerne gesammelt, und an manchen Stellen haben wir da dann auch den Schwarzhütigen Steinpilz und den Anhängsel-Röhrling dabei. Die wandern natürlich genauso (oft unerkannt) in den Kochtopf. Ebenso B. pseudoregius, fechtneri, depilatus und der Fahle Röhrling, Xerocomus moravicus und auch Boletus radicans. Bei letzterem wünsche ich mir ja sehr, dass die denn dann auch gegessen haben.
Leider ist es mir bisher nur einmal gelungen, einen Pilzsammler auf diese seltenen Röhrlinge hinzuweisen. Er hat mir zwar versprochen, in Zukunft andere zu nehmen, aber im nächsten Jahr waren die aereus halt wieder abgeschnitten. Ob von ihm oder jemand anderem weiss ich natürlich nicht. Jedenfalls ist's ziemlich frustrierend :-(
Witzigerweise wird auf einem der beiden Waldfriedhöfe mit interessantem Pilzbestand grundsätzlich alles freßbare abgegrast (man kann's nicht anders nennen), auch die Netzstieligen Hexenröhrlinge und selbst Amanita solitaria und Korallenpilze. Alles nicht eßbare wird umgetreten. Kaum Chancen für einen Pilz zu fotogener Größe heranzuwachsen. Und dieser Friedhof ist ein Schatzkästchen !!! Auf dem anderen wird dagegen überhaupt nicht gesammelt. Ich habe noch nie einen abgeschnittenen oder umgestossenen Pilz dort gesehen und ich bin fast wöchentlich dort. Schon merkwürdig irgendwie, wie unterschiedlich Leute sich Pilzen gegenüber benehmen ...

Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Mushrooms love the dead!!!

Leonie, (vor 9659 Tagen) @ Andreas Gminder

Die Sammeln doch meist nur Maronen, Steinpilz und Rotfüße (von denen halte
ich ja kulinarisch so gar nichts!).
Hallo Leonie,
da muss ich dich leider korrigieren. Bei uns im Schönbuch und um Stuttgart
rum wird alles eingesammelt was Röhren hat. Die Hexenröhrlinge bleiben ab
und an stehen (obwohl sie häufig sind). Aber dafür habe ich schon mehrmals
abgeschnittene Königs-Röhrlinge entdecken müssen, ohne dass ich weiss wer
die sammelt. 20 leuchtendgelbe Stielstümpfe mit 3-5 cm (!) Durchmesser
.... Außerdem wird der Sommersteinpilz gerne gesammelt, und an manchen
Stellen haben wir da dann auch den Schwarzhütigen Steinpilz und den
Anhängsel-Röhrling dabei. Die wandern natürlich genauso (oft unerkannt) in
den Kochtopf. Ebenso B. pseudoregius, fechtneri, depilatus und der Fahle
Röhrling, Xerocomus moravicus und auch Boletus radicans. Bei letzterem
wünsche ich mir ja sehr, dass die denn dann auch gegessen haben.
Leider ist es mir bisher nur einmal gelungen, einen Pilzsammler auf diese
seltenen Röhrlinge hinzuweisen. Er hat mir zwar versprochen, in Zukunft
andere zu nehmen, aber im nächsten Jahr waren die aereus halt wieder
abgeschnitten. Ob von ihm oder jemand anderem weiss ich natürlich nicht.
Jedenfalls ist's ziemlich frustrierend :-(
Witzigerweise wird auf einem der beiden Waldfriedhöfe mit interessantem
Pilzbestand grundsätzlich alles freßbare abgegrast (man kann's nicht
anders nennen), auch die Netzstieligen Hexenröhrlinge und selbst Amanita
solitaria und Korallenpilze. Alles nicht eßbare wird umgetreten. Kaum
Chancen für einen Pilz zu fotogener Größe heranzuwachsen. Und dieser
Friedhof ist ein Schatzkästchen !!! Auf dem anderen wird dagegen überhaupt
nicht gesammelt. Ich habe noch nie einen abgeschnittenen oder
umgestossenen Pilz dort gesehen und ich bin fast wöchentlich dort. Schon
merkwürdig irgendwie, wie unterschiedlich Leute sich Pilzen gegenüber
benehmen ...
Grüße,
Andreas

Naja. wenn da 20 Königsröhrlingsstümpfe waren, sind die doch gar nicht so selten. Ok, ich hätte wohl die die jüngsten und ältesten stehen gelassen! Ich finde es aber auch frustrierend die Stümpfe meiner Vorgänger zu finden.
Über Pilze Umstoßen brauchen wir gar nicht zu diskutieren, aber irgendwie würde auch ich halt denken, besser die schwarzhütigen Steinpilze landen in meinen Kochtopf als im Magen von diesen gräulichen Nacktschnecken oder anderen Untieren. Und aus der Stratosphäre rieseln ja eh neue Sporen herab! :-)

Ein anders Phänomen, warum wachsen Pilze sogern auf Friedhöfen. Unserer ist erst 20 Jahre alt. Aber was sich da so alles tummelt. Sogar Pfifferlinge!

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

Andreas Gminder, (vor 9661 Tagen) @ MUFTI

Warum eigentlich nicht ?
Bei einem Wildschwein, das den Pilz an Ort und Stelle verspeist, gibt
es diese Moeglichkeit der Sporenverteilung jedenfalls nicht...

Naja, sicherlich auch, denn die Verbreitung durch Wild ist für die Hypogäen lebensnotwendig. Wenn sie keiner ausbuddelt und frißt und dann die Sporen anderswo "ablegt", können sie sich nie ausbreiten. Deshalb riechen die Trüffeln auch je strenger desto reif. Fürs Myzel am Ort ist es aber besser, wenn nicht alle ausgegraben werden, dann kann es sich auch an Ort und Stelle verjüngen.

Wie ist deine Meinung, wenn jemand einen bereits aufgeschirmten
Pilz mit reifen Sporen erntet ? Durch die Unmenge an Sporen wuerde ich
davon ausgehen, dass dann mehr als genuegend Sporen da rumliegen, auch
wenn jemand (z.B. ein Wildschwein) den Fruchtkoerper dann mitnimmt.

Der Pilz muß ja eine Riesenmenge Sporen produzieren, weil die Chancen denkbar gering ist, dass an geeigneter Stelle 2 Sporen mit unterschiedlicher Polarisierung so auskeimen, dass sie sich die entstehenden Primärmyzel treffen. Am Standort des Pilzes, wenn er alt zum Boden sinkt, ist das wesentlich einfacher: Die Stelle ist geeignet und eine Menge Sporen keimen auf engstem Raum. Sobald der Fruchtkörper aber nicht direkt dem Boden aufliegt, gelangen die Sporen in den Luftstrom und werden fortgetragen. Mit dem Herumtragen von reifen Pilzen hindert man nicht die Fernausbreitung, aber fördern tut man sie sicher auch nicht besonders, denn die Pilzsporen werden auch vom stehenden Pilz aus weggetragen.

Und wie wuerdest Du urteilen, wenn jemand ganz politisch korrekt die
Reste einer Pilzeputzaktion wieder in den Wald zuruecktraegt ?

Theoretisch positiv, aber praktisch zuviel Aufwand für zuwenig Chancen auf Nutzen. Außerdem müßte man dann die Steinpilzreste zum Steinpilz-Platz, die Reste vom Hexen-Röhrling an die Stelle wo man ihn gefunden hat etc. zurückbringen. Sonst betreibt man ja womöglich noch FLorenverfälschung ;-)

Ich bin zwar auch der Meinung, dass Pilze auf der roten Liste nicht in
den Kochtopf gehoeren (einfach weil schon zuviele Lebewesen in den
letzten Jahrzehnten/Jahrhunderten ausgerottet wurden (viele davon
durch Bejagung/Absammlung) und ich glaube dass man da lieber kein Risiko
eingehen sollte. Ausserdem gibt es sowieso genuegend weit verbreitete
Speisepilze).
Aber wahnsinnig einleuchtend finde ich bisher deine Argumentation
angesichts der extrem grossen Sporenzahlen der Pilze auch nicht gerade....

Nicht umsonst hat die Natur die Pilzen soviele Sporen entwickeln lassen. Ohne die riesige Menge wäre ihre Chance der Neuansiedlung wo auch immer noch geringer. Blütenpflanzen haben's da einfacher: Samenkorn in Boden, Keimung, Pflanze fertig. Muß sie sich nur noch gegen die Konkurrenz erwehren, bzw. einen nicht allzu ungeschickten Standort gewählt haben. Sonst verschwindet sie natülich wieder. Pilze dagegen haben wesentlicher enger begrenzte Wachstumsfaktoren als Pflanzen und ihr Entstehen ist vom Zufall der Myzelbildung aus + und - Primärmyzelien abhängig. Ein gewaltiges Handicap, dass eben nur durch immensen Sporenvorrat aufgewogen werden kann.
Übrigens habe ich mal irgendwo gelesen, dass 50% des Luftplanktons (also der in der Luft enthaltenen, mikroskopisch kleinen Schwebeteilchen) aus Pilzsporen jedwelcher Art besteht (auch Schimmelpilze und so Zeug). Ganz schön umtriebig!

Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?"

MUFTI, (vor 9660 Tagen) @ Andreas Gminder

im

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?",oops

MUFTI, (vor 9660 Tagen) @ MUFTI

Man sollte bedenken, dass wir in einer Klimazone leben, in der
s eine Art Hauptwindrichtung gibt. Ausserdem gibt es Bodenformationen,
die Luftstroemungen so umlenken, dass der Wind da "fast nur aus
einer Richtung kommt" (ich habe so was vor der Haustuer: ein kleines
Tal bei dem der Wind fast nur aus einer Windrichtung kommt, sehr
praktisch oder haesslich beim Fahrradfahren).

Ausserdem glaube ich nicht, dass alle Sporen den Sprung in die Luft
schaffen. Waelder sind z.B. typische Gebiete negativer Thermik.

Ausserdem kann ich mir vorstellen, dass die mittlere Flugweite der
Sporen von der Abflughoehe abhaengt. Da Pilzsammler nicht so kleinwuechsig
wie die meisten Pilzfruchtkoerper sind, koennte das ein Vorteil sein,
dass in Koerben gesammelte Pilze bessere Verbeitungsbedingungen haben.

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Gedanken zu "Schadet Pilzesammeln?",oops

felix, (vor 9660 Tagen) @ MUFTI

Man sollte bedenken, dass wir in einer Klimazone leben, in der
s eine Art Hauptwindrichtung gibt. Ausserdem gibt es Bodenformationen,
die Luftstroemungen so umlenken, dass der Wind da "fast nur aus
einer Richtung kommt" (ich habe so was vor der Haustuer: ein kleines
Tal bei dem der Wind fast nur aus einer Windrichtung kommt, sehr
praktisch oder haesslich beim Fahrradfahren).
Ausserdem glaube ich nicht, dass alle Sporen den Sprung in die Luft
schaffen. Waelder sind z.B. typische Gebiete negativer Thermik.
Ausserdem kann ich mir vorstellen, dass die mittlere Flugweite der
Sporen von der Abflughoehe abhaengt. Da Pilzsammler nicht so kleinwuechsig
wie die meisten Pilzfruchtkoerper sind, koennte das ein Vorteil sein,
dass in Koerben gesammelte Pilze bessere Verbeitungsbedingungen haben.

es wird oft nicht bedacht, dass pilzsporen auch in die stratosphäre gelangen und so die erde - auch mehrmals - umrunden können.
so ist z.b. noch nicht ganz geklärt, ob nicht einige arten wie z. b. der tintenfischpilz auf diese verbreitungsart nach europa gelangten. hier gibt es mehrere theorien.

grüße

felix

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Kaiserlinge aus dem Weltall 8-)

MUFTI, (vor 9659 Tagen) @ felix

es wird oft nicht bedacht, dass pilzsporen auch in die stratosphäre gelangen
und so die erde - auch mehrmals - umrunden können.
so ist z.b. noch nicht ganz geklärt, ob nicht einige arten wie z. b. der
tintenfischpilz auf diese verbreitungsart nach europa gelangten. hier gibt
es mehrere theorien.

Zu Ende gedacht wuerde das ganz krass gesagt bedeuten, dass man den
Kaiserling in Deutschland gar nicht entgueltig ausrotten koennte, weil
dauernd Sporennachschub aus dem Weltraum kommt, der mal irgendwo in
Italien gestartet ist. Irgendwie glaube ich da nicht dran 8-)

Ausserdem wuerde mit interessieren, wie es die Sporen des Tintenfisch-
Pilzes es ueber den Aequator geschafft hat. Da stossen naemlich AFAIK
die entgegengerichtete Luftstroemungen (modulo Coreoliskraft) in der
Hoehe zusammen....

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Kaiserlinge aus dem Weltall 8-)

MHeiden, (vor 9657 Tagen) @ MUFTI

Zu Ende gedacht wuerde das ganz krass gesagt bedeuten, dass man den
Kaiserling in Deutschland gar nicht entgueltig ausrotten koennte, weil
dauernd Sporennachschub aus dem Weltraum kommt, der mal irgendwo in
Italien gestartet ist. Irgendwie glaube ich da nicht dran 8-)
Ausserdem wuerde mit interessieren, wie es die Sporen des Tintenfisch-
Pilzes es ueber den Aequator geschafft hat. Da stossen naemlich AFAIK
die entgegengerichtete Luftstroemungen (modulo Coreoliskraft) in der
Hoehe zusammen....

Theoretisch ist es schon möglich, daß Pilzsporen in die untere Stratosphäre gelangen und auch wieder zum Boden zurückkommen, nur die Frage ist, wie lange
das dauert, und ob Pilzsporen Temperaturen von -70° aushalten können !

Am Äquator stossen in der Höhe keine Luftströmungen zusammen, sondern fließen
auseinander, zusammen gehts am Boden - das ändert natürlich nichts daran, daß
außer unter ganz unüblichen Bedingungen nichts über den Äquator kommt. Da ist
die Version mit den eingeschleppten Sporen durch den Menschen wahrscheinlicher,
schließlich ist die Tintenfischpilz-Sporenmasse schmierig wie bei der Stinkmorchel.

Michael

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Hurra, meine Lieblingsdiskussion

Bruno, (vor 9661 Tagen) @ Andreas Gminder

Aber hallo,
da kann ich ein paar Tage nicht ins Forum sehen, und schon wird es wieder so herrlich grundsätzlich.Und das Beste kommt immer wieder.
Natürlich schadet Pilzesammeln den Pilzen, wir essen sie ja auch.
Wie es dem Mycel bekommt, darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen, wie es (und das restliche Bodenleben außenrum) reagiert, wenn plötzlich eine Wunde gerissen oder geschnitten wird.
Diese herrliche Nur-die-Fruchtkörper-Diskussion! Gottseidank muß ich mir um irgendwelche Wanderfalkeneier keine Gedanken mehr machen: sollen die doch mehr legen und nächstes Jahr sowieso wieder. Das ist doch kein Vergleich! Aber polemisch.

Ich bin der Meinung, eine Entnahme k a n n schaden, wir wissen oder ahnen es vielleicht nur oft nicht (siehe auch die Bemerkungen zu Pilzkäfern) wie und wo.

Es gibt genug "Allerweltspilze", die jedes Jahr an ihren Stellen zu Massen auftreten. Da an eine Gefährdung zu glauben, fällt vielleicht schwer. Aber was gefährdet ist, ist beim extensiven Aufsammeln dann das Phänomen des zahlreichen Vorkommens.
Ich glaube auch an die Ästhetik der Natur. Und halte mich in so einem Fall zurück, bzw versuche, behutsam zu sein. Warum soll ich mir denn überhaupt eine Kühltruhe voll mit diesen Pilzen stopfen, wenn nach denen jene kommen? Abwechslung ist doch schöner.

Pilzesammeln ist in unserer Gesellschaft ein Luxus, wenn es um den Nahrungserwerb geht.Beinah jeder kann sich sofort im Supermarkt was zu essen holen, wenn ihn der Hunger plagt und niemand muß sich mehr Vorräte für die Wintermonate anhäufen, damit er nicht eingeht.

Wenn ich nur alle 5 Jahre mal einen Kaiserling finde, weil ich so selten in seine Gegend komme, überleg ich mir aber vielleicht spätestens im zehnten Jahr, dass der jetzt fällig ist. Oder sollte ich doch nach Italien fahren? Wär ein guter Grund. Hm.

Gruß
Bruno

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: Schadet Pilzesammeln?

Wolfgang F., (vor 9661 Tagen) @ KARL

Hurra, eine neue Umfrage der Woche: "Schadet das Pilzesammeln Deiner
Meinung nach den Pilzen?" Ich bin der Überzeugung, dass ich sogar
zur Verbreitung von Pilzen beitrage, wenn ich in einem Korb sammle, aus
dem die Sporen durchfallen können! Was den Pilzen wirklich schadet, ist
die Zerstörung von Biotopen und die intensive rigorose Waldwirtschaft,
wo mit Maschinen rücksichtslos Bäume "geerntet" werden und der
Wald hinterher aussieht, als ob Panzer den Waldboden durchwühlt hätten!
Wer sammelt denn den Pilze als Ganzes? Es werden in der Regel doch nur
die Fruchtkörper gesammelt, das Myzel im Boden oder im Holz, das den
"Pilz" (= Fruchtkörper) gebildet hat, bleibt meist
unbehelligt, es sei denn, die Walderntemaschine kommt und durchpflügt
den Waldboden. Halt, doch: Pilzesammeln schadet! Dem Pilzesammler, der
zu spät aufsteht! Karl

Ohne Frage sind die wichtigsten Faktoren die Biotopzerstörung, aber unser Sammeln kommt ja noch dazu und kann möglicherweise seltene und geschwächte Arten weiter dezimieren. Wir können nicht sagen, ob dieser Effekt nennenswert ist, und sollten deshalb keine Experimente mit ungewissem Ausgang starten.

Wer dabei wie Karl die Bedeutung des Pilzfruchtkörpers auf die Sporenverbreitung reduziert, vernachlässigt die ganze komplexe Stellung der Pilze im Ökosystem. Vielleich rotten wir nicht den Pilz aus, aber nehmen einem hochspezialisierten Pilzkäfer die Nahrung, der seine Eier z.B. nur auf Boletus-Arten in warmen Eichenwäldern ablegt?

Ich sehe es wie Andreas: Rote-Liste-Pilze geben ohnehin nicht die Masse im Sammelkorb und wir bringen nur ein geringes Opfer, wenn wir uns selbst ein Sammelverbot für z.B. Königsröhrlinge und Saftlinge auferlegen. Um die geht es ja, die Masse der seltenen Pilze sind ja ohnehin nicht sammelnswert.

Und wenn Karl glaubt, die Sporenverbreitung zu fördern, frage ich: sammelst Du nur alte Pilze? Ich lasse die Röhrlinge, die schon eifrig am sporen sind, immer stehen!

Wolfgang F.

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

mykorrhiza oder saprophyten

David.ge, (vor 9661 Tagen) @ KARL

Solidaritaet allen Pilzschutzer

ich glaube Pilznahrung hat grosse bedeutung fuer Pilzretten. Wenn durch sammeln z.B.Pleurotus ostreatus seltene Pilz wird, kann auch ich diesem Pilz helfen. In unseren Laborkollektion habe ich 7 Stammen von P.o.(ausser P.florida) Ist keine Probleme Brut zu bereiten, damit mehrere Baumstumpfe im Wald beimpfen und Klotzer bemerken (moeglich mit "NICHT SAMMELN-GIFTIG") . Pilze erscheinen sicher und Sporen verbreiten wieder.(nur eine nachteil-keine genetische Vielfaeltigkeit) Darum finde ich notwendig weltweit mehrere Kulturekollektione zu schaffen.Ich versuche aus Natur Basidiomyceten-saprophyten zu reinigen (bisher habe nur 5) aber diese Arbeit ist fuer Botanikern(ich bin Biotechnologer), ich habe schwirigkeiten mit identifizierung, aktuel ist ja seltele Pilzkulture zu gewinnen, die ich kaum kenne.
Alles wird schwer bei Mikorrhizapilze.ihre myzelkultivtion ist nicht leicht, und keine garantie, das die Pilze erschienen auch wenn mann Baumwurzel beimpft. darum sollen meinen Meinung nach diese Pilze besonders vorsichtig gesammelt werden.
betrefend Keiserlinge und Schweine,die in diesem diskusion oft figurieren. In Georgien sind Hausschweine wichtigste Gefaehr fuer Keiserling, sie verbringen Herbst in wald und essen nicht nur Pilze, sondern beim Eichenfruchtensuchen mischen Laubstreu. Leider bevorzugt man schweinfleisch (nach solchen futtern hat er ganz anderes geschmaeck) den Naturschutz.

gruss
David

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: mykorrhiza oder saprophyten

jacqueline, (vor 9510 Tagen) @ David.ge

nein
ich finde das scheiße, ich suche hier wegen einem Vortrag unter Bedeutung der Pilze, und da kommt sowas von wegen schadet der Pilz...
Wer schonmal einen Vortrag darüber halten musste, schreibt mir bitte bitte!!!
Und gibt mir Informationen oder vielleicht kann ich auch helfen

TSCHAUI
jacqueline

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Re: mykorrhiza oder saprophyten

david.ge, (vor 9509 Tagen) @ jacqueline

nein
ich finde das scheiße,

Liebe jasqueline
Entschuldigung,aber wozu solche Bewertung meiner Beitrage. Wenn nicht interesant kannst ja nicht lesen. wenn du in Forum nach Woerter Mykorrhiza und Saprophyten suchst- findest etwas auch fuer dich und lasse dann bitte meine Beitrage in Ruhe, bist ja kein Hahn im Scheisse buddeln gern zu haben.
ungeduldig auf deinen hochwissenschaftliche Vortragen wartend
David

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

zu blöd um richtig zu suchen !! *oT*

Mistpilz, (vor 9509 Tagen) @ jacqueline

- kein Text -