Meine Urlaubspilze *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 8406 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!
Ich habe heute morgen bei 7 Minusgraden meine Jurte abgebrochen und das bekannte Urlaubsparadies Jeserigerhütten/Mittelmark verlassen. Es herrschte ein, nun ja, sportliches Wetter. Interessant, wie im Vorfeld kältegeplagte, dann regengespülte und anschließend wieder schockgefrostete Pilze sich gar nicht an Abbildungen halten. An die Bestimmung diverser Psathyrellas, Marasmien, Mycenas etc. war nicht recht zu denken. Ich hätte mir soviele Hände wie eine indische Gottheit gewünscht, also für Schirm, Kamera, Sammelbehältnis, Schneidewerkzeug und für die Hosentasche zum Wärmen...! Und etwas weniger Dunkelheit unter Wolken und noch intaktem Blätterdach beziehungsweise Nadeldom. Ich habe mich trotzdem nicht aufhalten lassen und einige Vorstöße in die Waldungen unternommen. Vorzugsweise bestehen letztere aus Kiefern, aber auch Fichten, Buchen, Eichen und Birken, und meist schön verzahnt, was bei der Zuordnung der Begleitbäume nicht gerade hilfreich war.
Summa summarum habe ich aller Umstände zum Trotze eine ganze Anzahl Pilzarten festgestellt, hier im kleingedruckten Deutsch:

Kahler Kempling, Falscher Pfifferling, Grünspan-Träuschling, Schopf-Tintling, Staubfüß. Trichterling, Bleiweißer Tr., Keulenfüß-Tr., Grünbl- und Graubl. Schwefelkopf, Rötlicher Holzritterling, Rostiger, Überhäuteter, Rettich-, Rosabl., Graubl. Ruß-Helmling, Geflecktbl. Flämmling, Weißschneid. Zärtling, Butter-, Mäuseschwanz-Rübling, Violetter u. Fuchsiger Rötelritterling, Nebelkappe, Tonblasser Schüppling, Gem. Stummelfüßchen, Stockschwämmchen, Gesäumtger Häubling, Schwarzweißer Weichritterling, Rötlicher Lacktrichterling, Orangeroter Heftelnabeling, Roßhaar-Schwindling, Amianth-Körnchenschrimling, Flock. Trompetenschnitzling, Olivbrauner Milchling, Milder Schwefel-Milchling, Ockergelber Täubling, Rotfuß-Röhrling, Marone, Ohrlöffel-Stacheling, Flaschen-Stäubling, E. Zunderschwamm, Birken-Porling. Rötende u. Striegelige Tramete, Eichen-Wirrling, Violetter Lederporling, Zaun-Blättling, Röhrige Keule, Geweihf. Holzkeule, Orangeroter Kammpilz.

Na, immerhin.

Hier nun ein paar Bilder. Da wäre dieser leuchtende Geselle, Feuer-Schüppling (Pholiota flammans):

[image]

Auch schön leuchtend, aber deutlich gefährlicher der Goldgelbe Rauhkopf (Cortinarius gentilis):

[image]

Soll nicht häufig sein, der Braune Glöckchennabeling (Xeromphalina cornui):

[image]

Und da war noch ein alter Bekannter am Ufer eines Gewässers (und in einem ausgetrockneten Graben), der Teichrand-Schwefelkopf (Hypholoma subericaeum):

[image]

In einer anmoorigen Stelle mit Sphagnum, welche ich zentimeterweise abgesucht habe, fand ich den Torfmoos-Schwefelkopf (Hypholoma elongatum):

[image]

Ebenda, mitten im Moos, ein Objekt, das ich als Bruch-Reizker (Lactarius helvus) bestimmt habe:

[image]

Ein wenig Rätselhaftes werde ich nächstens posten.
Beste Grüße! pm.

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Re: Meine Urlaubspilze

Werner2, (vor 8406 Tagen) @ pilzmel

Hallo P.M.

schöne Bilder und eine interessanter Bericht.
Mit dem C. gentilis und dem Bruchreizker habe ich aber meine Probleme.
Für mich ist der Cortinarius ein Körnchenschirmling.
Über den den Reizker müsste man mehr wissen. Roch er denn wirklich nach
"Maggi-Kraut" ? Mich stört der gezonte Hut und die Farbe. So etwas kennt man mehr vom Eichenmilchling, auch wenn er im Sphagnum liegt.

Gruß Werner2

Hallo Pilzfreunde!
Ich habe heute morgen bei 7 Minusgraden meine Jurte abgebrochen und das
bekannte Urlaubsparadies Jeserigerhütten /Mittelmark verlassen. Es
herrschte ein, nun ja, sportliches Wetter. Interessant, wie im Vorfeld
kältegeplagte, dann regengespülte und anschließend wieder schockgefrostete
Pilze sich gar nicht an Abbildungen halten. An die Bestimmung diverser
Psathyrellas, Marasmien, Mycenas etc. war nicht recht zu denken. Ich hätte
mir soviele Hände wie eine indische Gottheit gewünscht, also für Schirm,
Kamera, Sammelbehältnis, Schneidewerkzeug und für die Hosentasche zum
Wärmen...! Und etwas weniger Dunkelheit unter Wolken und noch intaktem
Blätterdach beziehungsweise Nadeldom. Ich habe mich trotzdem nicht
aufhalten lassen und einige Vorstöße in die Waldungen unternommen.
Vorzugsweise bestehen letztere aus Kiefern, aber auch Fichten, Buchen,
Eichen und Birken, und meist schön verzahnt, was bei der Zuordnung der
Begleitbäume nicht gerade hilfreich war.
Summa summarum habe ich aller Umstände zum Trotze eine ganze Anzahl Pilzarten
festgestellt, hier im kleingedruckten Deutsch:

Kahler Kempling, Falscher Pfifferling, Grünspan-Träuschling, Schopf-Tintling,
Staubfüß. Trichterling, Bleiweißer Tr., Keulenfüß-Tr., Grünbl- und Graubl.
Schwefelkopf, Rötlicher Holzritterling, Rostiger, Überhäuteter, Rettich-,
Rosabl., Graubl. Ruß-Helmling, Geflecktbl. Flämmling, Weißschneid.
Zärtling, Butter-, Mäuseschwanz-Rübling, Violetter u. Fuchsiger
Rötelritterling, Nebelkappe, Tonblasser Schüppling, Gem. Stummelfüßchen,
Stockschwämmchen, Gesäumtger Häubling, Schwarzweißer Weichritterling,
Rötlicher Lacktrichterling, Orangeroter Heftelnabeling,
Roßhaar-Schwindling, Amianth-Körnchenschrimling, Flock.
Trompetenschnitzling, Olivbrauner Milchling, Milder Schwefel-Milchling,
Ockergelber Täubling, Rotfuß-Röhrling, Marone, Ohrlöffel-Stacheling,
Flaschen-Stäubling, E. Zunderschwamm, Birken-Porling. Rötende u.
Striegelige Tramete, Eichen-Wirrling, Violetter Lederporling,
Zaun-Blättling, Röhrige Keule, Geweihf. Holzkeule, Orangeroter Kammpilz.
Na, immerhin.
Hier nun ein paar Bilder. Da wäre dieser leuchtende Geselle, Feuer-Schüppling
(Pholiota flammans):

Auch schön leuchtend, aber deutlich gefährlicher der Goldgelbe Rauhkopf
(Cortinarius gentilis):

Soll nicht häufig sein, der Braune Glöckchennabeling (Xeromphalina cornui):

Und da war noch ein alter Bekannter am Ufer eines Gewässers (und in einem
ausgetrockneten Graben), der Teichrand-Schwefelkopf (Hypholoma
subericaeum):

In einer anmoorigen Stelle mit Sphagnum, welche ich zentimeterweise abgesucht
habe, fand ich den Torfmoos-Schwefelkopf (Hypholoma elongatum):

Ebenda, mitten im Moos, ein Objekt, das ich als Bruch-Reizker (Lactarius
helvus) bestimmt habe:

Ein wenig Rätselhaftes werde ich nächstens posten.
Beste Grüße! pm.

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Re: Meine Urlaubspilze

Rudi, (vor 8405 Tagen) @ Werner2

schöne Bilder und eine interessanter Bericht.
Mit dem C. gentilis und dem Bruchreizker habe ich aber meine Probleme.
Für mich ist der Cortinarius ein Körnchenschirmling.
Über den den Reizker müsste man mehr wissen. Roch er denn wirklich nach
"Maggi-Kraut" ? Mich stört der gezonte Hut und die Farbe. So etwas
kennt man mehr vom Eichenmilchling, auch wenn er im Sphagnum liegt.
Gruß Werner2

Hallo, ihr zwei,

Ich bin derselben Meinung wie Werner, sehr schöne fotos, aber mMn eindeutig Körnchenschirmling und höchstwahrscheinlich Eichenmilchling. Der letztere wächst hier am Blutsee genauso im feuchten Bereich wie an trockenen Stellen.

Grüße Rudi

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@Werner2 & rudi

pilzmel ⌂, (vor 8405 Tagen) @ Rudi

Hallo,
besten Dank für eure Meinungen. An beiden Arten habe ich jetzt sozusagen ein Fragezeichen angebracht. Beim Bruch-Reizker meinte ich neben sichtbaren Merkmalen auch einen würzigen Geruch und klare (kaum vorhandene) Milch festgestellt zu haben. Jetzt ist die Kollektion getrocknet und riecht nach gar nichts. Hm.
Eine Cystoderma wollte auch nicht recht passen. Falscher Geruch (auf jeden Fall nicht amianthum) und gelbe Stielbefaserung und Ringzone. Außerdem bei älteren Exemplaren bräunliche Lamellen. Ich verschaffe mir da noch über die Sporen Klarheit. Aber welche Cystoderma käme denn da in Frage?
Beste Grüße! pm.

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Re: @Werner2 & rudi

Werner2, (vor 8405 Tagen) @ pilzmel

Hallo pm.
Cortinarius kann man aufgrund der Lamellenfarbe sicher getrost abhaken. Bei Cystoderma denke ich aufgrund des Moospolsters eher an eine völlig normale, aber verkahlte C. amianthinum, also den einfachen Amiant-Körnchenschirmling. Es gibt zwar noch einen Winterkörnchenschirmling (C. simulatum)mit fast glattem Hut. Der soll aber sehr selten sein und auf Holunderästen wachsen. Solche verkahlende Formen sind bei C. amianthinum nicht so selten. Die Sporenform und deren Größe ist sicher für eine Zuordnung innerhalb der Gattung Cystoderma hilfreich. Mach das nur mal.

Zu L. helvus, dem angeblichen "Bruchreizker" (?): Das ist einfach von der Oberfläche und der Farbe her kein Bruchreizker. Wie er gerochen hat, kann man ja jetzt sowieso nicht mehr feststellen. Es gibt aber ja mehrere so gezonte Milchlinge. Von den wässrig milchenden Arten käme noch L. serifluus in Frage. Aber auch der sieht anders aus, als der von Dir gezeigte Pilz. Viel dunkler, bräuner.
Egal wie der gemilcht oder gerochen hat. Er sieht zumindest aus wie ein Eichenmilchling (L. quercinus). Mehr kann man sicher anhand von Fotos nicht
dazu sagen.
Gruß Werner2


Hallo,
besten Dank für eure Meinungen. An beiden Arten habe ich jetzt sozusagen ein
Fragezeichen angebracht. Beim Bruch-Reizker meinte ich neben sichtbaren
Merkmalen auch einen würzigen Geruch und klare (kaum vorhandene) Milch
festgestellt zu haben. Jetzt ist die Kollektion getrocknet und riecht nach
gar nichts. Hm.
Eine Cystoderma wollte auch nicht recht passen. Falscher Geruch (auf jeden
Fall nicht amianthum) und gelbe Stielbefaserung und Ringzone. Außerdem bei
älteren Exemplaren bräunliche Lamellen. Ich verschaffe mir da noch über
die Sporen Klarheit. Aber welche Cystoderma käme denn da in Frage?
Beste Grüße! pm.

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Re: @Werner2 & rudi

Birgit, (vor 8405 Tagen) @ pilzmel

Hallo pilzmel,

besten Dank für eure Meinungen. An beiden Arten habe ich jetzt sozusagen ein
Fragezeichen angebracht. Beim Bruch-Reizker meinte ich neben sichtbaren
Merkmalen auch einen würzigen Geruch und klare (kaum vorhandene) Milch
festgestellt zu haben. Jetzt ist die Kollektion getrocknet und riecht nach
gar nichts. Hm.

Getrocknet sollte der Bruchreizker eigentlich noch viel intensiver nach Maggi riechen.... aber Milchlinge mit klarer Milch gibts auch nicht gerade viele.

Liebe Grüße

Birgit

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Ergänzender Dank *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 8404 Tagen) @ Birgit

Hallo!
Wird schon der Eichenmilchling sein... Ich habe etwas davon pulverisiert, und keine Maggispur gerochen. Klare Milch? Ich vermute, das war eine Auswirkung des Regenwetters.
Der amianthinum kann wohl auch auf diese Weise umgefärbt worden sein. Ich meinte allerdings, ihn mit geschlossenen Augen zu erkennen, weil der einen typischen Gruch hat. Nun, ich werde mich über den Winter - brr - nochmal damit befassen. Hier ein Scan meiner Urlaubs-Kurznotiz zum Objekt. Mit Fantasie links oben erkennbar: Amianthähnlich...

[image]

Beste Grüße und nochmals Danke! pm.