Wildschweinkot-Zärtling *PIC*

bleem, (vor 8393 Tagen)

Hallo Pilzfreunde

Mich würde mal interessieren wer von Euch den Wildschweinkot-Zärtling (Psathyrella berolinensis) kennt. Findet Ihr ihn auch recht häufig oder garnicht oder vielleicht nur selten?
Hier bei uns Bexbach/Saarland finde ich ihn eigentlich recht häufig.

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Re: Wildschweinkot-Zärtling

Thomas Pruß, (vor 8393 Tagen) @ bleem

Moin bleem,
wundert mich nicht, dass du ihn so oft findest: Rhld.-Pf. und Saarland sind „wildschweinverseucht“. In SH dürfte er nur in den Wäldern im Kreis Herzogtum Lauenburg, Kreis Storman und Ratzeburg (Sachsenwald) sowie in einigen Wäldern nördlich davon, aber nicht nördlich des Nord-Ostsee-Kanals vorkommen: In den Kreisen Steinburg, Dithmarschen, Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde gibt es keine Wildschweine – auch mangels Wald. Möglich, dass er in Dänemark vorkommt, wo noch die Freilandhaltung von Schweinen gang und gäbe ist.
Grüsslis
Thomas

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Re: Wildschweinkot-Zärtling

Christoph ⌂, (vor 8392 Tagen) @ Thomas Pruß

Servus bleem,

ich hab ihn im Bayreischen Wald (Nationalpark, Lkr. FRG) gefunden. Sooo selten ist er im NP nicht (die Wuidsei aa neda).

Seass
Christoph

Moin bleem,
wundert mich nicht, dass du ihn so oft findest: Rhld.-Pf. und Saarland sind
„wildschweinverseucht“. In SH dürfte er nur in den Wäldern im Kreis
Herzogtum Lauenburg, Kreis Storman und Ratzeburg (Sachsenwald) sowie in
einigen Wäldern nördlich davon, aber nicht nördlich des Nord-Ostsee-Kanals
vorkommen: In den Kreisen Steinburg, Dithmarschen, Nordfriesland,
Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde gibt es keine Wildschweine –
auch mangels Wald. Möglich, dass er in Dänemark vorkommt, wo noch die
Freilandhaltung von Schweinen gang und gäbe ist.
Grüsslis
Thomas

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Re: Speisewert bekannt? (SCNR) *oT*

42, (vor 8393 Tagen) @ bleem

- kein Text -

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Stiel schälen, Huthaut abziehen und Panieren

Birgit, (vor 8391 Tagen) @ 42

Eine echte Delikatesse! ;-))

oder die Lamellenschneiden abschneiden und in einem Sud aus 1/3 Balsamessig und 2/3 Pfefferminzlikör 20 min bei mildester Hitze köcheln lassen. Ein ganz neuartiges und köstliches Geschmackserlebnis, unvergleichlich! ;-)

Birgit

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Re: Wildschweinkot-Zärtling

EricS ⌂, (vor 8393 Tagen) @ bleem

Hallo bleem,

trotz der hier reichlich vorkommenden Schwarzkittel habe ich diesen Pilz noch nie in Natura gesehen. Ich kenne ihn bloß aus den Büchern von E.Gerhardt. Zugegebenermaßen habe ich auch noch nie gezielt auf die Hinterlassenschaften der Schweine geachtet.

Wenn in unserer Dorfzeitung das nächste Mal zu lesen steht: "Wildschweine plündern erneut Maisfeld", was bei uns öfter mal vorkommt, werde ich mir das Feld genauer anschauen. ;-)

Viele Grüße,

Eric

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Re: Wildschweinkot-Zärtling

Huperzia ⌂, (vor 8393 Tagen) @ bleem

Hallo Pilzfreunde
Mich würde mal interessieren wer von Euch den Wildschweinkot-Zärtling
(Psathyrella berolinensis) kennt. Findet Ihr ihn auch recht häufig oder
garnicht oder vielleicht nur selten?
Hier bei uns Bexbach/Saarland finde ich ihn eigentlich recht häufig.

Hallo Volker,

Ich hatte letztes Jahr das erste mal von ihm gehört und prompt eigentlich recht häufig gefunden - nicht auf jedem Köttel, aber auf gar keinem Fall selten.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Wildschweinkot-Zärtling

Peter K., (vor 8393 Tagen) @ bleem

Hallo Pilzfreunde
Mich würde mal interessieren wer von Euch den Wildschweinkot-Zärtling
(Psathyrella berolinensis) kennt. Findet Ihr ihn auch recht häufig oder
garnicht oder vielleicht nur selten?
Hier bei uns Bexbach/Saarland finde ich ihn eigentlich recht häufig.

Hallo bleem,

vor zwei Jahren habe ich einmal im Mai in einem Wildgehege bei München nach
diesem Pilzchen gesucht und bin gleich belohnt worden.

Ich glaube, dass die Art überall, wo dieses Substrat vorkommt, gefunden werden kann. Die DGFM freut sich über Fundmeldungen.

Gruß aus Bayern,

Peter

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Re: Wildschweinkot-Zärtling

bleem, (vor 8393 Tagen) @ bleem

Hallo nochmal

Also erstmal vielen Dank für die bisherigen Antworten. Es scheint so, als wäre diese Art doch nicht so selten wie die Lektüre angibt, wird evtl. auch oft übersehen. Nun hat sich für mich noch eine andere Frage gestellt, aber lacht nicht ;-). Also wie kommen die Pilzsporen in das schwein oder besser gefragt, wodurch oder durch was? Ich meine, die sporen siedeln ja sicherlich nicht erst nach dem Stuhlgang des Schweines auf dem Kot, aber irgendwie müssen sie ja da hinein kommen. Klar, die können überall anhaften, aber wieso findet man die Pilze nur auf dem Kot der Wildschweine, ist da ein besonderer Nährstoff drin etc.? Wer kann mir da eine plausible Antwort geben?

Ciao bleem

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Re: Wildschweinkot-Zärtling

Thomas Pruß, (vor 8393 Tagen) @ bleem

Moin Volker,
ich denke mal, dass die Zärtlinge nicht nur auf den Faeces von Wildschweinen, sondern auch auf den Hinterlassenschaften von freilaufenden Hausschweinen fruchten können.
Zur Übertragung kommen 2 Wege in Betracht:
„Exogen“, d. h. wo Wildschweine sind, sind Zärtlinge und damit deren Sporen in der Luft. Da Wildschweine einen geregelten Stuhlgang haben, sind die Chancen für den Pilz, ein geeignetes Substrat zu finden, hoch.
„Endogen“ d. h. mit ihrer Nahrung nehmen die Schweine Sporen auf, die die Darmpassage mitmachen (müssen) und dadurch evtl. erst keimfähig werden. Wenn sie dann wieder ans Tageslicht kommen, liegen sie schon bequemerweise in ihrem entsprechenden Substrat und haben so einen Startvorteil, der es ihnen erlaubt, schneller als jeder andere Pilz das Substrat zu besiedeln.
Da aber Schweine und Menschen ein sehr ähnlich gestaltetes Verdauungssystem haben (auch was die enzymatische Ausstattung angeht) wäre einmal zu überprüfen, ob dieser Pilz nur und ausschließlich auf Schweinesch… gedeiht oder auch auf menschlichen Hinterlassenschaften.
Auf dem Kot von Wiederkäuern wie Hirschen oder Rehen kann der Pilz evtl. nicht gedeihen, weil diese Tiere die Nahrung in ihrem Pansen sehr effektiv aufschließen, sie zudem eine andere enzymatische Ausstattung in den Verdauungsorganen haben.
Grüsslis
Thomas

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Re: Wildschweinkot-Zärtling

Andreas ⌂, (vor 8393 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo,

ich kenne den Pilz aus dem Schönbuch, allerdings bisher die einzige Fundstelle in Baden-Württemberg. In Thüringen hat ihn Huperzia schon letztes Jahr gefunden. Dieses jahr habe ich ihn auf der BFA-Tagung in Güntersberge gefunden (Erstfund für Sachsen-Anhalt), dort allerdings auf Hirsch-Kot. Zwei Wochen später haben wir ihn in der Slowakei gehabt und in Zadelsdorf (östl. Thüringer Wald) bei der ThAM-Tagung war er ebenfalls gefunden worden.
Die Art ist sicherlich nicht selten, wird aber kaum einmal mitgenommen und sicherlich meist als Tintling angesehen ohne nähers bestimmt zu werden.

Beste Grüße,
Andreas

Moin Volker,
ich denke mal, dass die Zärtlinge nicht nur auf den Faeces von Wildschweinen,
sondern auch auf den Hinterlassenschaften von freilaufenden Hausschweinen
fruchten können.
Zur Übertragung kommen 2 Wege in Betracht: „Exogen“, d. h. wo Wildschweine
sind, sind Zärtlinge und damit deren Sporen in der Luft. Da Wildschweine
einen geregelten Stuhlgang haben, sind die Chancen für den Pilz, ein
geeignetes Substrat zu finden, hoch.
„Endogen“ d. h. mit ihrer Nahrung nehmen die Schweine Sporen auf, die die
Darmpassage mitmachen (müssen) und dadurch evtl. erst keimfähig werden.
Wenn sie dann wieder ans Tageslicht kommen, liegen sie schon bequemerweise
in ihrem entsprechenden Substrat und haben so einen Startvorteil, der es
ihnen erlaubt, schneller als jeder andere Pilz das Substrat zu besiedeln.
Da aber Schweine und Menschen ein sehr ähnlich gestaltetes Verdauungssystem
haben (auch was die enzymatische Ausstattung angeht) wäre einmal zu
überprüfen, ob dieser Pilz nur und ausschließlich auf Schweinesch… gedeiht
oder auch auf menschlichen Hinterlassenschaften.
Auf dem Kot von Wiederkäuern wie Hirschen oder Rehen kann der Pilz evtl.
nicht gedeihen, weil diese Tiere die Nahrung in ihrem Pansen sehr effektiv
aufschließen, sie zudem eine andere enzymatische Ausstattung in den
Verdauungsorganen haben.
Grüsslis
Thomas

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Re: Wildschweinkot-Zärtling *PIC*

Markus Wilhelm ⌂, (vor 8391 Tagen) @ bleem

Hallo bleem,

Dein gutes Foto hat bei mir ein "Aha" Erlebnis ausgelöst. Ich fand letztes Jahr in den Vogesen genau diesen Pilz! Das Substrat war aber nicht mehr deutlich als Kot zu erkennen, nur eine schwarze Masse. Aber die dokumentierten Fotos der Sporen und Zystiden sind eindeutig. So wird manchmal ein Problem gelöst; man muss nur warten können!
Hier ein Foto dieses Fundes:

[image]

Vielen Dank für die Vorlage!
Markus

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...möglicherweise Eberkot? *PIC*

elfi ⌂, (vor 8391 Tagen) @ bleem

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