Re: Rätselpilz - neue Theorie
Hallo pilzmel,
mit Trichterling liegst Du bestimmt richtig, das war auch mein Gedanke früher schon. Nachdem die Sporen glatt und tropfenförmig sind, bleibt außer Omphalina nix anderes übrig und Nabelinge in diesen Farben werden nicht so groß (max. 1-1,5 cm).
An CLitocybe squamulosa glaube ich allerdings nicht ganz, er hat auch nicht so deutliche Schuppen wie dieser haben müßte. Aber die Richtung stimmt vermutlich. Vom Anschauen her würde ich ihn aufgrund der eher graubraunen als rotbraunen Hutfärbung zunächst mal als Clitocybe trulliformis ansprechen. Dieser soll allerdings frisch mehlig-gurkig riechen, zumindest wenn man ihn zerdrückt.
Ist allerdings nur ein Arbeitstitel, keine Artbestimmung!!
Beste Grüße,
Andreas
Hallo Pilzfreunde,
ich will hier keinen running gag unterbringen, auch wenn es mal wieder um das
Pilzchen geht, welches mir seit einem guten Jahr Sorgen macht. Nicht, daß
ich deswegen nicht mehr ruhig schlafen könnte (kann ich sowieso nicht),
aber die Art fruktifiziert ungehemmt vor meiner Haustür und erinnert mich
regelmäßig daran, bestimmt werden zu wollen.
Und zwar: Nov.02 (5), Dez.02 (4), Jan.03 (3) Feb.03 (3), Oktober 03 (1),
5.11.03 (3), 10.11.03 (3). Immer im Moos, im Umkreis kein Baum, nur
Ligusterhecke.
Mein Erstgedanke war eine Omphalina. Ein passender Ellerling wollte sich
nicht finden. Rötling war auch nicht (tropfenförmige Sporen, kein rosa
Pulver).
Hier noch ganz junge Exemplare. Noch nicht tief genabelt und dunkler, Hutrand
etwas eingebogen. Heller als Hut und Stiel die dicklichen Lamellen
(zunächst weißlich, später bräunlich). Mit Phantasie ist die am Grunde
kräuselige Querverbundenheit erkennbar.Hier ein älteres Modell. Trichterig und heller, feine dunklere Schüppchen
(können auch noch deutlicher sein).Jetzt habe ich eine neue Theorie: Feinschuppiger Trichterling ( C.
squamulosa ). Die Beschreibungen in greifbarer Literatur widersprechen
sich manchmal gegenseitig, aber im Extrakt könnten die Merkmale schon
zutreffen. In M/H/K fand sich der Hinweis auf die Queradrigkeit und auch
als Standort wird der Art nicht nur Nadelwald, sondern auch Moos
zugebilligt. Auch der weiße Filz an der Stielbasis stimmt. Außerdem wird
von blaßgelbem Sporenpulver berichtet. Wenn dem so ist, muß es extrem blaß
sein. Ich habe dem letzten Schub (Miniausgaben mit 1 cm Durchmesser,
Maximum ist um die 5) nicht genug für eine dickere Schicht entlocken
können. Mag also weiß oder hellstgelblich sein.
Was nun aber gar nicht passen will, ist die Erscheinungszeit. Ausnahmen gibt
es ja immer wieder, aber mein Pilz beginnt sein Wachstum, wenn er es lt.
Literatur zu beenden hätte.
Spräche für den Winter-Trichterling, aber der sieht wohl anders aus. Was
haltet ihr von meiner Theorie?
Ob ich lieber auf der Wiese ein paar Büsche pflanze? Dann wäre das Problem
gelöst.
Beste Grüße! pm.