Oh deutsche Post...

pilzmel ⌂, (vor 8350 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
nur eine kleine Episode am Rande...
Ich habe mir eine Ausgabe der Österreich. Zeitschrift f. Pilzkunde kommen lassen, was ja auch ohne weiteres möglich ist. Und nun?
Nachdem ich endlich die dafür fälligen 16 Euro beisammen hatte, wollte ich die natürlich auch nach Wien tranferieren um die dortige Wirtschaft anzukurbeln. Am logischsten erschien mir, das genannte Postscheckkonto zu nutzen. Ergo auf zur Post.
Ich habe mich also fröhlich in die Warteschlange eingereiht und fühlte mich dort arg wunderlich bestaunt, weil ich als einziger kein Päckchen aufgeben wollte. Endlich am Zuge, erklärte ich der Tresenherrscherin mein Ansinnen. Mit einer Stirn wie ein Rollo konsultuierte sie zunächst den Computer, dann eine Kollegin, dann per Handy ein höheres Wesen, und verschwand vielminütig backstage. Dabei habe ich doch gar nicht verlangt, eine Kiste verderbliche Dorschleber express nach Chickamauga zu senden. Wieder vor Ort, erklärte die Schalterdame, daß mein Wunsch unerfüllbar bleibt wie der Weltfrieden, die Tilgung der mexikanischen Staatsschulden oder die Erfindung leicht programmierbarer Videorekorder. Transaktionen auf ein österreichisches Postscheckkonto gehören nun mal nicht zu Leistungsumfang. Basta.
Ich schlug nun die Alternative vor: Postanweisung. Abfolge siehe oben. Ergebnis: Klar, machen wir doch gerne! Kostet 15 (!) Euro zusätzlich. Weil die Akustik im Schalterraum schlecht war, glaubte ich zuvorderst an einen hörtechnischen Fehler. Doch nein, es stimmte. Hat nun Österreich eine Landgrenze zur Bundesrepublik, den Euro ebenfalls eingeführt (macht man das nicht auch mit Zäpfchen?), und gibt es nicht mal ein Sprachproblem? Oder existieren zwei Österreiche? Ein schwer auffindbares, mit Glasperlenwährung und Stammesdialekt. Dafür sind 15 Euro sicher angemessen...
Nein, auch für die Nachbarn muß man die berappen. Trotz meines Hinweises, daß Sachsen und Österreich in der Schlacht von Königgrätz verbündet waren, gab es keinen Nachlaß.
Ich habe dann kapituliert. Die Warteschlange hinter mir machte einhellig Gesichter wie Christopher Judge. Sorry.
Die dritte vorgeschlagene Möglichkeit wird hoffentlich funktionieren: Tast- und lichtsicher bar im Brief schicken. Wie archaisch. Kostet aber nur 1,60.
Wenn ich wieder mal eine Ausgabe der ÖZP brauche, fahre ich selber nach Wien, gönne mir ein Paar gleichnamige Würstchen, besuche sämtliche Sehenswürdigkeiten und nehme einen Walzerkurs. Ist vielleicht günstiger und spart Zeit.
Beste Grüße! pm.

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Oh deutsche Post...

Andreas ⌂, (vor 8350 Tagen) @ pilzmel

Hallo pilzmel,

als Besitzer eines Girokontos bei einer Bank kannst Du kostenfrei (jaja, ein seltenes Wort ....) ins Euro-Ausland überweisen - wenn Du die IBAN - Kontonummer des Empfängers kennst.
Ansonsten mache ich das wie Du, weil ich beim derzeitigen Euro-Dollar-Verhältnis viel über eBay in den USa kaufe, schicke ich Bargeld im Brief. So bis etwa 20 Dollar normal, darüber per Einschreiben. Kostet dann etwa 3 Euro, aber einen Ersatz gibt's bei Verlust keinen (Bargeld im E-Brf. ist nicht erlaubt)

Beste Grüße,
Andreas

Hallo Pilzfreunde,
nur eine kleine Episode am Rande...
Ich habe mir eine Ausgabe der Österreich. Zeitschrift f. Pilzkunde kommen
lassen, was ja auch ohne weiteres möglich ist. Und nun?
Nachdem ich endlich die dafür fälligen 16 Euro beisammen hatte, wollte ich
die natürlich auch nach Wien tranferieren um die dortige Wirtschaft
anzukurbeln. Am logischsten erschien mir, das genannte Postscheckkonto zu
nutzen. Ergo auf zur Post.
Ich habe mich also fröhlich in die Warteschlange eingereiht und fühlte mich
dort arg wunderlich bestaunt, weil ich als einziger kein Päckchen
aufgeben wollte. Endlich am Zuge, erklärte ich der Tresenherrscherin mein
Ansinnen. Mit einer Stirn wie ein Rollo konsultuierte sie zunächst den
Computer, dann eine Kollegin, dann per Handy ein höheres Wesen, und
verschwand vielminütig backstage. Dabei habe ich doch gar nicht verlangt,
eine Kiste verderbliche Dorschleber express nach Chickamauga zu senden.
Wieder vor Ort, erklärte die Schalterdame, daß mein Wunsch unerfüllbar
bleibt wie der Weltfrieden, die Tilgung der mexikanischen Staatsschulden
oder die Erfindung leicht programmierbarer Videorekorder. Transaktionen
auf ein österreichisches Postscheckkonto gehören nun mal nicht zu
Leistungsumfang. Basta.
Ich schlug nun die Alternative vor: Postanweisung. Abfolge siehe oben.
Ergebnis: Klar, machen wir doch gerne! Kostet 15 (!) Euro zusätzlich. Weil
die Akustik im Schalterraum schlecht war, glaubte ich zuvorderst an einen
hörtechnischen Fehler. Doch nein, es stimmte. Hat nun Österreich eine
Landgrenze zur Bundesrepublik, den Euro ebenfalls eingeführt (macht man
das nicht auch mit Zäpfchen?), und gibt es nicht mal ein Sprachproblem?
Oder existieren zwei Österreiche? Ein schwer auffindbares, mit
Glasperlenwährung und Stammesdialekt. Dafür sind 15 Euro sicher
angemessen...
Nein, auch für die Nachbarn muß man die berappen. Trotz meines Hinweises, daß
Sachsen und Österreich in der Schlacht von Königgrätz verbündet waren, gab
es keinen Nachlaß.
Ich habe dann kapituliert. Die Warteschlange hinter mir machte einhellig
Gesichter wie Christopher Judge. Sorry.
Die dritte vorgeschlagene Möglichkeit wird hoffentlich funktionieren: Tast-
und lichtsicher bar im Brief schicken. Wie archaisch. Kostet aber nur
1,60.
Wenn ich wieder mal eine Ausgabe der ÖZP brauche, fahre ich selber nach Wien,
gönne mir ein Paar gleichnamige Würstchen, besuche sämtliche
Sehenswürdigkeiten und nehme einen Walzerkurs. Ist vielleicht günstiger
und spart Zeit.
Beste Grüße! pm.

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Oh deutsche Post...

Ziggy, (vor 8350 Tagen) @ pilzmel

Tja, den schnöden Mammon nehmen wir Österreicher auch nicht von jedem.
Das höhere angerufene Wesen hätte eigentlich auch etwas von innereuropäischen Banktransfer wissen können.
Hier, wo die Berge noch hoch, und beschneit sind, kann man seit Mitte des Jahres zu Innlandskonditionen in alle Euro-EU Länder überweisen. Nur wissen das die wenigsten. Damit das ganze auch nicht zu einfach wird, braucht man eine Iban Nummer und den SWIFT-Code. Und weil die eigentlich viel zu leicht auf den österreichischen Bankauszügen zu finden sind, nennen manche Banken den SWIFT-Code ‚BIC’. Falls alle Stricke reißen gibt es ja noch das Netz der verständnisvollen Schalterbeamten, die einem geduldig vorbeten „gibt’s net – geht net – des kost was“. Am besten greift man in der Situation auf das tibetanische monetäre Mantra zurück „Iban Iban Iban“ bis sie klein beigeben.
Hat man sich aber durch diese Barrikaden durchgekämpft gehört einem die Bastille. Das Geld ist meist innerhalb von zwei bis drei Tagen auf einem deutschen Konto (da habe ich schon von zwei Wochen gelesen - von einer Bank quer über die Weite des Hauptplatzes in die andere Bank)
Noch Anfang des Jahres habe ich bei einer Überweisung von etwa 5 EUR mit 15,90 Euronen notleidende Schalterbeamte gesponsert.
PS: 1,50 für einen Brief? hier löhnen wir gerade mal 50 Cent

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Oh deutsche Post...

Andreas ⌂, (vor 8350 Tagen) @ Ziggy

Hallo Ziggy,

PS: 1,50 für einen Brief? hier löhnen wir gerade mal 50 Cent

Das ist schnell erklärt:
Um den armen österreichischen Postbeamten das genaue Gucken zu ersparen, hat pilzmel in seiner hilfsbereiten Art die 15 Euro 3-fach hochkopiert, damit sie besser zu lesen sind. Und daher mußte er natürlich als Maxi-Brief versenden und der kostet nunmal 1,44 €

Beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Freier Geldverkehr

Alpenhans, (vor 8350 Tagen) @ pilzmel

Hallo pilzmehl!

Du sprichst mir aus der Seele. Bei mir war es genau umgekehr - ich wollte 15,50 Euro für die "Mycologia Bavarica" auf ein Konto der Deutschen Postbank überweisen und da ich weder den IBAN-noch den Biccode kannte schickte ich eine Mail zur Postbank und schilderte darin mein Poblem.
Ich erhielt unmittelbar darauf eine "automatische" Antwort mit der Mitteilung, dass ich wegen der grossen Zahl der Anfragen etwas Geduld haben müßte.
Nach 5-6 Tagen schickten mir dann die Post zwar den Bic-Code, teilte mir aber aus Datenschutzgründen den IBAN nicht mit. Da der IBAN ja nur für das Einzahlen gebraucht wird und auf jedem neueren Erlagschein bereits daraufsteht kann ich das nicht ganz verstehen. Ich habe viel mehr den Verdacht, dass die Banken wenig Interesse daran haben, dass man kostenlos überweisen kann. Die 22-stellige Zahlenkombination ist sicher nicht sehr motivationsfördernd.

Falls Du nächstes Jahr die Zeitschrift in Wien abholst, streich den Walzerkurs und mach dafür mit mir eine Pilztour in der Nähe von Wien oder wir treffen uns als Pilzkuriere auf halben Weg und übergeben uns die Zeitschriften bei einem gemeinsamen Bier.

Liebe Grüsse
Hans

P.S: Den Iban-Code bekam ich dann ganz problemlos vom Schatzmeister der DGfM

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Re: Oh deutsche Post..off topic

Hagen Graebner, (vor 8350 Tagen) @ pilzmel

Trotz meines Hinweises, daß

Sachsen und Österreich in der Schlacht von Königgrätz verbündet waren, gab
es keinen Nachlaß.

Du vergißt, wir haben verloren, da erinnert man sich nicht so gern dran. Aber nur, weil die Österreicher gekniffen haben.
Gehört übrigens zum Sächsischen Nationalcharakter niemals unterzugehen, aber mit traumwandlerischer Sicherheit aber auch immer die falschen Verbündeten zu wählen. Falls es doch mal zu gut aussieht, wechseln wir schnell noch die Seiten.

Gruß in die Heimat

Hagen

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Vielen Dank

pilzmel ⌂, (vor 8349 Tagen) @ pilzmel

Hallo zusammen!
Vielen Dank für Anregungen und tröstliche Worte. Ich war halt so naiv anzunehmen, die Post sei ohne weiteres zuständig. Nächstens bin ich schlauer. Walzerkurs nehme ich auch nicht; die vorgeschlagene Alternative ist besser. Und die Schuld am Ausbruch des gebürenintensiven preußischen Beamtentums schiebe ich jetzt mal den Bayern zu, weil die bei Königgrätz gar nicht erst erschienen sind.
Beste Grüße und schönes Wochenende! pm.

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Vielen Dank

Hellmut, (vor 8348 Tagen) @ pilzmel


Hallo zusammen!
Vielen Dank für Anregungen und tröstliche Worte. Ich war halt so naiv
anzunehmen, die Post sei ohne weiteres zuständig. Nächstens bin ich
schlauer. Walzerkurs nehme ich auch nicht; die vorgeschlagene Alternative
ist besser. Und die Schuld am Ausbruch des gebürenintensiven preußischen
Beamtentums schiebe ich jetzt mal den Bayern zu, weil die bei Königgrätz
gar nicht erst erschienen sind.
Beste Grüße und schönes Wochenende! pm.

Hallo Pilzmel,

nur am Rande: Die "Wiener" heissen übrigens bei uns "Frankfurter".
Aber wenn schon in Wien musst Du Dir unbedingt eine Burenwurst umgangssprachlich "Burenheidl"
einverleiben.

Grüsse Hellmut