Rezept: ein wirklich gutes Eintopfgericht...

Harald Andres Schmid, (vor 8282 Tagen)

Fogosch

Fogosch ist ein deftiges, nahrhaftes Eintopfgericht. Eine leckere, wärmende Speise für kalte Winterabende.
Fogosch verhilft dem Rauchblättrigen Schwefelkopf zu dem ihm zustehenden, würdigen Platz in der guten Küche.
Er ist ja ein etwas problematischer Speisepilz.
So frisch ab Strunk probiert, überrascht er durch Edelpilz-Anklänge in den Geschmacksnoten.
Leider hat der gute Geselle aber die Eigenschaft, etwas allzu selbstbewusst mit diesen umzugehen.
In Mischpilzgerichten ist er nicht zu gebrauchen, da er alle anderen Pilze mit seinem Nachgeschmack übetönt.
Dieser Nachgeschmack hat es in sich!
Er ist schwer zu beschreiben, mich erinnert er an den Geruch einer Messing-Türklinke.
Von Anklägen an Koriander wird manchmal gemunkelt. Finde ich nicht, das riecht für mich klar metallisch.
Bei gedörrten Schwefelköpfen ist er besonders extrem.
Wenn ihr Lust habt, ein gutes Fogosch zu kochen, solltet ihr also gedörrte Schwefelköpfe auf Vorrat haben.
Und so geht es:
Man lege die Schwefelköpfchen in lauwarmem Wasser ein.
Sie glitzern dann verschmitzt aus dem Schälchen und zeigen sonnige Goldtöne an der Oberfläche ihrer Hütchen, ein wirklich bezaubernder Anblick!
Weiter brauchen wir drei gleiche Teile in Ringe geschnittene Zwiebeln/Stücke gut durchzogenen Rindfleisches/grob geriebene rohe Randen (Rote Beete heissen die glaube ich auch noch).
Von allem also gleich viel.
Die Zwiebeln lassen wir in Olivenöl glasig werden und geben dann das Rindfleisch zu.
Mit einem Holzspatel kann man das gut wenden und lässt es schön durchziehen.
Dann löschen wir mit einem guten Rotwein ab.
Nun geben wir die geriebenen Randen dazu und wenden immer wieder um.
Ich hoffe, ihr habt die drei gleichen Teile grosszügig dosiert, und der Topf ist nicht nur ein mickriges unteres Viertel voll!
Flüssigkeit tritt da nicht allzu viel aus, also müssen wir immer wieder etwas Wasser zugeben.
Das fängt jetzt so richtig betörend süsslich an zu riechen und versöhnt uns mit der Tränendrüsen-Drückerei beim Schneiden der vielen Zwiebeln.
Weiter kommt nun tüchtig Kümmel dran und drei ganze Knoblauchzehen.
Salz/Pfeffer versteht sich von selbst und das obligate Lorbeerblatt wird auch nicht schaden.
Etwas Schärfe von Paprika-Pulver oder Cayenne-Pfeffer macht sich auch gut.
Auf Kräuter ist zu verzichten, wer es nicht lassen kann, soll zu Mayoran greifen, der fügt sich geschmacklich am ehesten ein.
So, das muss nun gut drei Stunden (eher länger) durchköcheln.
Wir fügen immer wieder etwas Wasser zu und rühren um. Mehr ist da nicht zu tun.
Wir köcheln auf jeden Fall so lange, bis das Fleisch mürbe wird und grad anfängt zu zerfallen. Das Ganze muss zu einem sämigen Eintopf werden.
In der letzten halben Stunde geben wir die Schwefelköpfchen zu und staunen, wie die kleinen Kerle es fertigbringen, so deutlich im Dampf ihre Geschmacksnote in die Küche abzugeben.
Man bedenke, was da sonst noch alles deftig im Topf rumbrodelt!
Die Verbindung von Randen und Schwefelköpfen ist schlicht genial.
Der auch leicht metallische Nachgeschmack wird von den Schwefelköpfen grosszügig unterstützt und das Ganze fügt sich rund und fein und deftig und, und ..... zusammen. Mjam!!!
Ich übertreibe nicht! Fogosch muss man probieren! Wer es nie gekonnt, der stehle weinend sich aus diesem Rund....

Zur Geschichte des Fogosch:
ich spiele leidenschftlich gerne das Fremdwörter-Spiel.
Das geht so:
Man braucht einen roten Fremdwörter-Duden.
Reihum liest jemand ein Wort vor und die anderen dürfen raten, was es sein könnte.
Klingt banal, aber mit wirklich intelligenten, übermütigen, einfallsreichen Menschen ist ein gelungener Abend programmiert.
Da kommt zum Beispiel das Wort „Spitzmarke“.
Einer sagt, das sei eine Wendeboje beim Regatta-Segeln.
Ein anderer behauptet, es sei berlinerisch für: ungehobelter Kerl, zwielichtiges Subjekt. „So ein richtiger Spitzmarke!“
Der dritte meint, es könnte auch so ein in den Boden eingelassener, metallischer Vermessungspunkt sein.
Jeder muss nun so gut es geht, die anderen von seiner Version zu überzeugen suchen.
Mit der Zeit kennt man den „Stil“ jedes einzelnen, d.h. der eine kommt immer mit den griechischen Tempelsängerinnen, der andere immer mit den Sedimentgesteinen oder mit der Spindelvorrichtung bei den Kreuz-Webstühlen.
Nun kam also das unselige Wort „Fogosch“.
Ich war erst ratlos.
Die anderen waren schnell mit einem Langhaar-Schaf aus Lappland und mit einem Vorzelt der Behausungen der ungarischen Nomaden bei der Hand. „na klar, es heisst doch: mit dem möchte ich nicht unter dem gleichen Fogosch sitzen!“
Nur mir fiel nichts ein.
Schliesslich druckste ich so rum, das sei so ein deftiges Eintopfgericht.
Die anderen protestierten. Ich solle das mal begründen.
Und da schlug es bei mir wie der Blitz ein:
Klar, wenn etwas mit Schwefelköpfen gut zusammenpasst, dann ist es Rote Beete!
Ich räkelte mich entspannt im Stuhl zurück und gähnte:
„Eintopf aus viel Zwiebeln, Roter Beete, Rindfleisch und Schwefelköpfen. Mit viel Kümmel und Knofi versteht sich!“
Grosses Gelächter.
„Das kochst du uns mal vor! Als Beweis, aber sicher!“
Der schicksalschwere Tag nahte.
Der 21. Februar 2004.
Mein Lampenfieber stieg in astronomische Höhen.
Der Menschheit erstes Fogosch sollte gekocht werden.
Ich kochte mit Puls 180 stundenlang wie in Trance, verbrannte mir die Zunge, wollte das ganze am liebsten aus dem Fenster schütten, war aber am Schluss so eingelullt von den zärtlichen, süsslichen Düften aus dem Topf, dass ich mich in mein Schicksal fügte und der versammelten Menschheit den ersten Fogosch-Topf auf den Tisch knallte.
Versammelte Menschheit: Will heissen, ausgerechnet die kritischsten, selbstbewusstesten Hobbyköche- und Köchinnen die ich in meinem Umfeld habe, waren bei diesem unseligen Fremdwörterspiel zugegen gewesen.
Sie probierten vorsichtig je einen Löffel.
Der Rest ist Geschichte.
Nur ein kleiner Löffel für mich, ein grosser....
Obwohl der Spruch natürlich noch fallen musste, dass auch ein blindes Huhn... - die verzückten Gesichter entschädigten mich für alle Unbill und alle Qual im Vorfeld.
Ich habe Fogosch seither (gestern, heisst das) nochmals gekocht, mit der gleichen umwerfenden Wirkung. Damit das klar ist: die Urheberrechte liegen bei mir!
Also: wer von Euch Fogosch nicht probiert, ist selber schuld...
Übrigens: falls ihr noch nicht selbst nachgeschlagen habt: Fogosch heisst Zander (auf Österreichisch).

Harald Andres

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Super alles richtig Harald Andres......

Hans hurter, (vor 8282 Tagen) @ Harald Andres Schmid

meine Frau ist Ungarin und kocht seit Jahren diese Eintopfgerichte natürlich auf ungarische Art ,etwas scharf und vor allem gehen sie etwas in den Bauchumfang ,ich muss da immer aufpassen aber lecker ,lecker sind sie allemal!!!Uebrigens Fogosch,Zander wird auf Ungarisch Fogas
geschrieben und ausgesprochen Fogasch ,ist das nicht eine lustige Sprachakrobatik ? Diese Eintopfgerichte werden am nächsten und übernächsten Tag noch leckerer,aber immer kühl aufbewaren.
Mh,mh,mh Gruss Hans

Fogosch

Fogosch ist ein deftiges, nahrhaftes Eintopfgericht. Eine leckere, wärmende
Speise für kalte Winterabende.
Fogosch verhilft dem Rauchblättrigen Schwefelkopf zu dem ihm zustehenden,
würdigen Platz in der guten Küche.
Er ist ja ein etwas problematischer Speisepilz.
So frisch ab Strunk probiert, überrascht er durch Edelpilz-Anklänge in den
Geschmacksnoten.
Leider hat der gute Geselle aber die Eigenschaft, etwas allzu selbstbewusst
mit diesen umzugehen.
In Mischpilzgerichten ist er nicht zu gebrauchen, da er alle anderen Pilze
mit seinem Nachgeschmack übetönt.
Dieser Nachgeschmack hat es in sich!
Er ist schwer zu beschreiben, mich erinnert er an den Geruch einer
Messing-Türklinke.
Von Anklägen an Koriander wird manchmal gemunkelt. Finde ich nicht, das
riecht für mich klar metallisch.
Bei gedörrten Schwefelköpfen ist er besonders extrem.
Wenn ihr Lust habt, ein gutes Fogosch zu kochen, solltet ihr also gedörrte
Schwefelköpfe auf Vorrat haben.
Und so geht es: Man lege die Schwefelköpfchen in lauwarmem Wasser ein.
Sie glitzern dann verschmitzt aus dem Schälchen und zeigen sonnige Goldtöne
an der Oberfläche ihrer Hütchen, ein wirklich bezaubernder Anblick!
Weiter brauchen wir drei gleiche Teile in Ringe geschnittene Zwiebeln/Stücke
gut durchzogenen Rindfleisches/grob geriebene rohe Randen (Rote Beete
heissen die glaube ich auch noch).
Von allem also gleich viel.
Die Zwiebeln lassen wir in Olivenöl glasig werden und geben dann das
Rindfleisch zu.
Mit einem Holzspatel kann man das gut wenden und lässt es schön durchziehen.
Dann löschen wir mit einem guten Rotwein ab.
Nun geben wir die geriebenen Randen dazu und wenden immer wieder um.
Ich hoffe, ihr habt die drei gleichen Teile grosszügig dosiert, und der Topf
ist nicht nur ein mickriges unteres Viertel voll!
Flüssigkeit tritt da nicht allzu viel aus, also müssen wir immer wieder etwas
Wasser zugeben.
Das fängt jetzt so richtig betörend süsslich an zu riechen und versöhnt uns
mit der Tränendrüsen-Drückerei beim Schneiden der vielen Zwiebeln.
Weiter kommt nun tüchtig Kümmel dran und drei ganze Knoblauchzehen.
Salz/Pfeffer versteht sich von selbst und das obligate Lorbeerblatt wird auch
nicht schaden.
Etwas Schärfe von Paprika-Pulver oder Cayenne-Pfeffer macht sich auch gut.
Auf Kräuter ist zu verzichten, wer es nicht lassen kann, soll zu Mayoran
greifen, der fügt sich geschmacklich am ehesten ein.
So, das muss nun gut drei Stunden (eher länger) durchköcheln.
Wir fügen immer wieder etwas Wasser zu und rühren um. Mehr ist da nicht zu
tun.
Wir köcheln auf jeden Fall so lange, bis das Fleisch mürbe wird und grad
anfängt zu zerfallen. Das Ganze muss zu einem sämigen Eintopf werden.
In der letzten halben Stunde geben wir die Schwefelköpfchen zu und staunen,
wie die kleinen Kerle es fertigbringen, so deutlich im Dampf ihre
Geschmacksnote in die Küche abzugeben.
Man bedenke, was da sonst noch alles deftig im Topf rumbrodelt!
Die Verbindung von Randen und Schwefelköpfen ist schlicht genial.
Der auch leicht metallische Nachgeschmack wird von den Schwefelköpfen
grosszügig unterstützt und das Ganze fügt sich rund und fein und deftig
und, und ..... zusammen. Mjam!!!
Ich übertreibe nicht! Fogosch muss man probieren! Wer es nie gekonnt, der
stehle weinend sich aus diesem Rund....
Zur Geschichte des Fogosch: ich spiele leidenschftlich gerne das
Fremdwörter-Spiel.
Das geht so: Man braucht einen roten Fremdwörter-Duden.
Reihum liest jemand ein Wort vor und die anderen dürfen raten, was es sein
könnte.
Klingt banal, aber mit wirklich intelligenten, übermütigen, einfallsreichen
Menschen ist ein gelungener Abend programmiert.
Da kommt zum Beispiel das Wort „Spitzmarke“.
Einer sagt, das sei eine Wendeboje beim Regatta-Segeln.
Ein anderer behauptet, es sei berlinerisch für: ungehobelter Kerl,
zwielichtiges Subjekt. „So ein richtiger Spitzmarke!“
Der dritte meint, es könnte auch so ein in den Boden eingelassener,
metallischer Vermessungspunkt sein.
Jeder muss nun so gut es geht, die anderen von seiner Version zu überzeugen
suchen.
Mit der Zeit kennt man den „Stil“ jedes einzelnen, d.h. der eine kommt immer
mit den griechischen Tempelsängerinnen, der andere immer mit den
Sedimentgesteinen oder mit der Spindelvorrichtung bei den
Kreuz-Webstühlen.
Nun kam also das unselige Wort „Fogosch“.
Ich war erst ratlos.
Die anderen waren schnell mit einem Langhaar-Schaf aus Lappland und mit einem
Vorzelt der Behausungen der ungarischen Nomaden bei der Hand. „na klar, es
heisst doch: mit dem möchte ich nicht unter dem gleichen Fogosch sitzen!“
Nur mir fiel nichts ein.
Schliesslich druckste ich so rum, das sei so ein deftiges Eintopfgericht.
Die anderen protestierten. Ich solle das mal begründen.
Und da schlug es bei mir wie der Blitz ein: Klar, wenn etwas mit
Schwefelköpfen gut zusammenpasst, dann ist es Rote Beete!
Ich räkelte mich entspannt im Stuhl zurück und gähnte: „Eintopf aus viel
Zwiebeln, Roter Beete, Rindfleisch und Schwefelköpfen. Mit viel Kümmel und
Knofi versteht sich!“
Grosses Gelächter.
„Das kochst du uns mal vor! Als Beweis, aber sicher!“
Der schicksalschwere Tag nahte.
Der 21. Februar 2004.
Mein Lampenfieber stieg in astronomische Höhen.
Der Menschheit erstes Fogosch sollte gekocht werden.
Ich kochte mit Puls 180 stundenlang wie in Trance, verbrannte mir die Zunge,
wollte das ganze am liebsten aus dem Fenster schütten, war aber am Schluss
so eingelullt von den zärtlichen, süsslichen Düften aus dem Topf, dass ich
mich in mein Schicksal fügte und der versammelten Menschheit den ersten
Fogosch-Topf auf den Tisch knallte.
Versammelte Menschheit: Will heissen, ausgerechnet die kritischsten,
selbstbewusstesten Hobbyköche- und Köchinnen die ich in meinem Umfeld
habe, waren bei diesem unseligen Fremdwörterspiel zugegen gewesen.
Sie probierten vorsichtig je einen Löffel.
Der Rest ist Geschichte.
Nur ein kleiner Löffel für mich, ein grosser....
Obwohl der Spruch natürlich noch fallen musste, dass auch ein blindes Huhn...
- die verzückten Gesichter entschädigten mich für alle Unbill und alle
Qual im Vorfeld.
Ich habe Fogosch seither (gestern, heisst das) nochmals gekocht, mit der
gleichen umwerfenden Wirkung. Damit das klar ist: die Urheberrechte liegen
bei mir!
Also: wer von Euch Fogosch nicht probiert, ist selber schuld...
Übrigens: falls ihr noch nicht selbst nachgeschlagen habt: Fogosch heisst
Zander (auf Österreichisch).
Harald Andres

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Re: Klasse geschrieben! *oT*

42, (vor 8282 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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Re: Rezept: ein wirklich gutes Eintopfgericht...

Thomas Pruß, (vor 8282 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Moin Harlad Andres,
Junge, Junge, du hast mich mit deinem Rezept ganz schön durcheinander gebracht. Ich dachte schon, ich werde irre im Kopf und meine Kenntnisse auf dem Gebiet der volkstümlichen Fischnamen sei auf den Stand von vor 40 Jahren zurückgefallen (da war ich 5! ;-)) Auf der Suche nach dem Zander habe ich dein Rezept bestimmt 3 x durchgelesen.
Aber dennoch: Dein Fogosch liest sich allerbest und lässt jeden Magen knurren!
Ich habe aber auch etwas gelernt, nämlich, dass die Rote Bete in der Schweiz Rande heißt.
Grüsslis
Thomas

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übrigens.....

Harald Andres Schmid, (vor 8278 Tagen) @ Thomas Pruß

...wurde ich von den Beduinen in der Lybischen Wüste Harlad genannt.
Und die können auch lecker kochen!
Gruss, Harald Andres

Moin Harlad Andres,

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Ein Versuch wert ...

Rainer_aus_AC, (vor 8282 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,

auf so ein Rezept muss man erst mal kommen ... konventionelle Küche
ist das nun nicht gerade. Aber wer weiss, vielleicht ist Fogosch ja
in 100 Jahren in jedem Standard-Kochbuch zu finden.

Allein das Rezept zu lesen, hat - wieder mal - viel Spass gemacht. Nachkochen
reizt natürlich auch - wobei ich zugeben muss, dass ich zunächst bei
der Kombination der Zutaten ziemlich skeptisch war. Aber da es Dir und Deinen
Freunden offensichtlich gut geschmeckt hat, ist es wohl einen Versuch wert.

Was mich noch interessiert: Ich selbst habe derzeit nur tiefgefrorene
Schwefelköpfe, keine getrockneten. Meinst Du, dass auch die gefrorenen
eine Chance haben, sich geschmacklich noch bemerkbar zu machen? Oder
sollte man wirklich bei Getrockneten bleiben? Hast Du frische Rote Beete
genommen, oder welche aus dem Glas? Und was für ein Stück Fleisch? (Ich
vermute mal, dass es bei der Kochzeit nicht gross drauf ankommt - da
sowieso alles "kurz und klein" gekocht wird ;-)

Also, ich bin mal gespannt, wie das schmeckt ...

Grüsse aus Aachen,
Rainer.

PS: Das mit dem "metallischen" Nachgeschmack habe ich übrigens nie
so empfunden. Wo sammelst Du Deine Pilze - auf einen ehemaligen
Bergwerksgelände? ;-)

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Re: Ein Versuch wert ...

Harald Andres Schmid, (vor 8281 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Harald Andres,
Was mich noch interessiert: Ich selbst habe derzeit nur tiefgefrorene
Schwefelköpfe, keine getrockneten. Meinst Du, dass auch die gefrorenen
eine Chance haben, sich geschmacklich noch bemerkbar zu machen? Oder
sollte man wirklich bei Getrockneten bleiben?

hallo, Rainer
nein, gefrorene kommen sehr gut. Schwefelköpfe sind auch nicht matschig beim Auftauen, sondern behalten ihre Konsistenz.
Generell: getrocknete sind einfach etwas intensiver.

Hast Du frische Rote Beete
genommen, oder welche aus dem Glas?

unter allen Umständen frische! Hier in der Schweiz gibt es so vorgekochte, geschälte, vakuumverpackt etwas abartig aussehende Knollen in Plastik. Das ist nicht brauchbar, denn das Fleisch braucht seine Kochzeit.
Pikantes Detail: ich mag an sich gar keine Rote Beete! Die Herausforderung bei dem Rezept war, sie so zu kochen, dass sie auch mir schmeckt...

Und was für ein Stück Fleisch? (Ich
vermute mal, dass es bei der Kochzeit nicht gross drauf ankommt - da
sowieso alles "kurz und klein" gekocht wird ;-)

nein, also kurz und klein kochen würde ich das Fleisch nicht. Nur mürbe, dass es grad anstalten macht, auseinanderzufallen. Betonung auf Anstalten. Wir nehmen es genau dann vom Herd. In der Schweiz nennen wir diese Rindsstücke Voressen. Darf leicht durchzogen sein. Nimm das Fleisch, dass dir ein guter Metzger für Gulasch emfehlen würde.

Also, ich bin mal gespannt, wie das schmeckt ...
Grüsse aus Aachen,
Rainer.

auch liebe Grüsse, Harald Andres

PS: Das mit dem "metallischen" Nachgeschmack habe ich übrigens nie
so empfunden. Wo sammelst Du Deine Pilze - auf einen ehemaligen
Bergwerksgelände? ;-)

:-) jeder empfindet so Geschmäcker und Gerüche anders...

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6. März wird Fogosch-Tag

Rainer_aus_AC, (vor 8280 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald Andres,

erstmal danke für Deine Erläuterungen. Damit dürfte nichts mehr schief gehen.

Übernächstes Wochenende wird übrigens in Aachen erstmalig einen
"Fogosch-Tag" geben(*) - das ist mit meinen Lieben zu Hause schon geklärt.
Mit etwas Diplomatie und Überzeugungsarbeit habe ich mir das OK holen können.

Das lief in verkürzter Form in etwa so ab :
Mal wieder Lust auf Gulasch? - Hab da ein interessantes Rezept - Was so
drin ist? - Naja, so ganz normal mit Zwiebeln, und ein paar rote Beeten kommen
auch rein - Nee, kene Sorge, die dominieren nicht, die machen nur den
Geschmack runder - Und ein paar Pilze kommen natürlich auch rein - Welche? -
Am besten soll's mit Schwefelköpfen sein - Klar, hört sich seltsam an,
die haben aber einen ganz feinen Geschmack - Probieren wir's doch einfach
mal, Steinpilze können wir dann ja das übernächste Mal nehmen ...

Dein Originalrezept habe ich sicherheitshalber erst mal nicht gezeigt ;-))

Also, wenn es so weit ist, sag ich Dir natürlich Bescheid, wie es war.

Drück mir die Daumen...,
liebe Grüsse,
Rainer.

(*) Sofern keiner aus dem Forum schneller ist, könnte das vielleicht sogar die
Deutschland-Premiere sein ... . Bitte unbedingt in Deinem Kochbuch erwähnen,
wenn Du das irgendwann mal schreibst ;-)

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