Morchelfrage

Pio, (vor 8248 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

ich habe eine Frage zu diesem Beitrag:

Ich habe mal drei riesige fette Morcheln gefunden, die exakt so aussahen, wie die auf dem linken Bild. Die "meisten" Morcheln hier sehen von der Farbe her und auch vom Wuchs anders aus. Ich hab das Wort in Anführungszeichen gesetzt, weil man hier in Brandenburg kaum mehr Morcheln findet als Bernstein.

Handelt es sich hier um eine bestimmte namentlich benennbare Form der Morchel?

Viele Grüße - Pio

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Hallo Pio

Hans hurter, (vor 8248 Tagen) @ Pio

nach meinem bescheidenen Wissensstand ist das links eine Speisemorchel(morchella esculenta) und oder elata,rechts Käppchenmorchel (Mitrophpra semilibera),die esculenta kann
verwechselt werden mit der giftigen Lorchel,die hat aber einen hirnartig gewundenen Hut ,siehe Literatur.Es gibt von beiden mehrere Varietäten.Ich habe in den letzten Jahren hauptsächlich die Käppchen und graue gefunden.Gruss Hans

Hallo Pilzfreunde,
ich habe eine Frage zu diesem Beitrag : Ich habe mal drei riesige fette
Morcheln gefunden, die exakt so aussahen, wie die auf dem linken Bild. Die
"meisten" Morcheln hier sehen von der Farbe her und auch vom
Wuchs anders aus. Ich hab das Wort in Anführungszeichen gesetzt, weil man
hier in Brandenburg kaum mehr Morcheln findet als Bernstein.
Handelt es sich hier um eine bestimmte namentlich benennbare Form der
Morchel?
Viele Grüße - Pio

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Käppchenmorchel ( 2 Bilder ca 140 kb) *PIC*

Matthias, (vor 8248 Tagen) @ Hans hurter

nach meinem bescheidenen Wissensstand ist das links eine
Speisemorchel(morchella esculenta) und oder elata,rechts Käppchenmorchel
(Mitrophpra semilibera),die esculenta kann
verwechselt werden mit der giftigen Lorchel,die hat aber einen hirnartig
gewundenen Hut ,siehe Literatur.Es gibt von beiden mehrere Varietäten.Ich
habe in den letzten Jahren hauptsächlich die Käppchen und graue
gefunden.Gruss Hans

Hallo Hans,
die Speismorchel passt, die Morchel rechts geht in richtung Spitzmorchel (M. conica) oder Hohe Mochel (M.elata).
Die Käpchenmorchel sieht so aus:

[image]

[image]

viele Grüsse
Matthias

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Re: Morchelfrage

Christoph ⌂, (vor 8248 Tagen) @ Pio

Hi Pio,

in Jürgens Beitrag:

oben links: Morchella esculenta var. rotunda. Oben rechts Morchella elata;

unten: diverse Morcheln.

Grüße
Christoph

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Re: Morchelfrage

Manfred, (vor 8247 Tagen) @ Pio

Hallo Pio

Oben links Speisemorchel (M. Esculenta), oben rechts Spitzmorchel (M. Conica oder Elata, m.E. das Gleiche) und zwar ein gealtertes Exemplar, dessen Rippen schon angedörrt sind (würde ich bereits stehen lassen).
Auf dem unteren Bild ist die Art nur schwer erkennbar. Es dürfte sich um (ebenfalls) gealterte M. Esculenta handeln (die Kammern sind unregelmässig angeordnet).

Gruss
Manfred

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super danke ,Mitrophora semilibera Gruss *oT*

Hans hurter, (vor 8247 Tagen) @ Matthias

- kein Text -

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Re: Morchelfrage

Pio, (vor 8247 Tagen) @ Christoph

Hallo Christoph und alle anderen. Dass das eine Speisemorchel (Morchella esculenta)ist, war mir schon klar. Ich wollte bloß wissen, ob sich das etwas genauer definieren lässt, also ob es sich um irgend eine benennbare Varietät handelt.

Ich habe eben genau von dieser Sorte in zwei verschiedenen Jahren immer an demselben Platz ein paar Vertreter gefunden, während alle anderen Speichemorcheln, die ich bisher in unserer Gegend überhaupt gefunden habe, immer anders ausgesehen haben, sowohl hinsichtlich der Farbe als auch hinsichtlich der Statur. Über die tatsächliche Größe läßt sich ja aus der Abbildung nichts entnehmen. Meine Vertreter waren auf jeden Fall größer und "kräftiger" gebaut als die "normalen" Morcheln. Die Stiele waren glaube ich gelblicher und faltiger oder runzliger als sonst. Außerdem, glaube ich, waren sie irgendwie körnig an der Oberfläche. Und dann diese typische braune Farbe und die charakteristische Oberflächenstruktur, alles wie bei meinen Morcheln.

Sie standen übrigens unter einer kleinen Gruppe von Eschenahorn. Da habe ich auch ein Weilchen gebraucht, um das heraus zu bekommen. Zuerst dachte ich, es sind Eschen, ich hatte hier dauernd gelesen, dass Morcheln vor allem unter Eschen stehen, aber ich wusste bis zum letzten Frühsommer überhaupt nicht, wie eine Esche aussieht, außer dass sie solch schönes helles Möbelholz abgibt. Ich habe überall danach Ausschau gehalten und vergeblich gesucht. Als ich dann zufällig zum ersten mal vor einer richtigen Esche stand, habe ich plötzlich ziemlich viele davon gesehen, sogar an den Chaussee-Rändern, wo ich jeden Tag zweimal entlang gefahren bin. Leider alles Stellen, wo man nicht nach Pilzen suchen würde. Richtige Eschenwäldchen gibt es hier nicht.

Auf meiner Festplatte ließe sich bestimmt noch ein Foto meiner Lieblingsmorcheln finden, das ich hier zum Vergleich zeigen könnte.

Vielleicht ist das schon die eigentliche Antwort auf meine Frage: Morchella esculenta var. rotunda?

Viele Grüße - Pio

Hi Pio,
in Jürgens Beitrag: oben links: Morchella esculenta var. rotunda. Oben rechts
Morchella elata;

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Re: Morchelfrage

ajuga, (vor 8246 Tagen) @ Pio

Hallo!

Das entscheidende Problem im Norden Sachsen-Anhalts (kenne mich hier vor allem im Jerichower Land aus) und in Brandenburg ist die Seltenheit der Esche. Ich kenne kaum Stellen an denen Eschen wachsen.

Um so erfreulicher ist es, dass Morcheln auch den Eschenahorn zu mögen scheinen, der hier viel häufiger auftritt. Möglicherweise wachsen Morcheln ja auch unter Bäumen, die ein ähnliches Substrat verursachen, wie beispielsweise Pappeln.

Im Jerichower Land habe ich, abgesehen von Spitzmorcheln auf Rindenmulch, noch keine Morchel gefunden. Ich werde aber ab jetzt mal Eschenahorn und Pappeln im Auge behalten. Häufiger kommt hier in den Kiefernwäldern ja die giftige Frühjahrslorchel vor.
Meistens ist es hier für Morcheln aber leider sowieso zu trocken! Der Sandboden kann das Regenwasser nicht lange genug speichern. Da müsste es schon fast jeden Tag regnen.

Zum Morchelfund: Es gibt verschiedene Varietäten der Speisemorchel. Die auf dem angegebenen Bild ist dabei die häufigste. Ich persönlich habe bei Jena auch mal eine sehr dunkle gefunden, bei denen die Ränder der Waben rostbraun waren. Diese Varietät wurde hier auch schon oft namentlich genannt, aber ich weiß gerade nicht genau, wie sie heißt. Vermute mal M. vulgaris oder so...

ajuga

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Re: Morchelfrage *PIC*

Pio, (vor 8246 Tagen) @ ajuga

Hallo Ajuga,

danke für die Infos,

nun habe ich gerade mal meine Fotos von vor zwei Jahren durgesehen und festgestellt, dass meine Morchel doch von der Oberfläche her ziemlich andetrs aussieht, wenn auch die Farben recht gut zusammenpassen. Was habe ich da bloß gefunden?

[image]

Hinsichtlich der Bemerkung mit dem Eschenahorn, der übrigens hier auch ziemlich häufig ist, bin ich mir aber sicher. Ich habe sogar noch ein getrocknetes Blattbüschel da, könnte man ganz leicht scannen.

Viele Grüße -- Pio

Zum Morchelfund: Es gibt verschiedene Varietäten der Speisemorchel. Die auf
dem angegebenen Bild ist dabei die häufigste. Ich persönlich habe bei Jena
auch mal eine sehr dunkle gefunden, bei denen die Ränder der Waben
rostbraun waren. Diese Varietät wurde hier auch schon oft namentlich
genannt, aber ich weiß gerade nicht genau, wie sie heißt. Vermute mal M.
vulgaris oder so...

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Riesen-Lorchel?

ajuga, (vor 8245 Tagen) @ Pio

Um Gottes Willen!

Hast Du die damals gegessen?? Das sieht sehr nach der seltenen Riesen-Lorchel (Gyromitra gigas) aus. Diese enthält zwar weniger Gyromitrin als die früher erscheinende Frühjahrs-Lorchel (G. esculenta), sollte wegen dieses Giftstoffes aber besser nicht verzehrt werden.

ajuga

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Re: Riesen-Lorchel?

Pio, (vor 8245 Tagen) @ ajuga

Hallo Ajuga,

klar hab ich die gegessen, drei Stück. Die haben seeeehr gut geschmeckt. Also es kann schon sein, dass es die Riesenlorchel ist, aber Zweifel habe ich doch. An Lorcheln habe ich damals überhaupt nicht gedacht, weil ich schon öfter Frühjahrslorcheln hier in den Kiefernwäldern gefunden habe und insoweit ganz gut weiß, wie die aussehen. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch andere Lorcheln in dieser Jahreszeit geben könnte, die noch dazu außerhalb der Kiefernwälder unter Laubbäumen stehen.

Ich habe gerade in "Illustriertes Lexikon der Pilze" vom Karl Müller Verlag drei Fotos der Riesenlorchel gefunden, die mich aber wie gesagt etwas zweifeln lassen. Die Hutoberfläche sieht irgendwie doch anders aus. Meine Morchel oder Lorchel sieht nicht so typisch gerhirnartig aus wie ich es sonst bei den Lorcheln gesehen habe, entweder in natura oder in Büchern.

Der Autor des erwähnten Buches schreibt zur Riesenlorchel übrigens:

Wird in der Fachliteratur teils als eßbar und teils als schwach giftig angegeben. Aus persönlicher Erfahrung kenne ich sie als einen sehr schmackhaften Pilz, der selbst in größeren Mengen keine gesundheitlichen Beschwerden hervorruft. Dennoch ist sie nicht zum Sammeln zu empfehlen, einmal im Interesse des Schutzes als bedrohte Art und zum anderen, weil sie leicht mit der giftigen Frühjahrslorchel verwechselt werden kann.

Wenns ja doch solch ein Ding gewesen sein sollte, dann könnte ich die Schmackhaftigkeit bestätigen. Übrigens auch gleich noch hinsichtlich der eigentlichen Frühjahrslorchel. Davon habe ich nämlich auch mal drei Stück gegessen, und zwar absichtlich. das war so in den achtziger Jahren. Die haben auch gut geschmeckt. Meine Großmutter hat nebenbei bemerkt immer von den Frühjahrslorcheln geschwärmt. Die wurden im Kriege und danach in Massen gegessen. Es war ja auch noch lange danach ein Marktpilz.

Vielleicht kann je noch jemand seine Meinung zur Einstufung meines Fundes äußern.

Viele Grüße Pio

Um Gottes Willen!
Hast Du die damals gegessen?? Das sieht sehr nach der seltenen Riesen-Lorchel
(Gyromitra gigas) aus. Diese enthält zwar weniger Gyromitrin als die
früher erscheinende Frühjahrs-Lorchel (G. esculenta), sollte wegen dieses
Giftstoffes aber besser nicht verzehrt werden.